Funde, unbestimmter Becherling (4 Bilder) *PIC*
Hallo,
soeben aus dem Pilzwinterschlaf erwacht, war ich gestern mal im Wald. Im westl. Stadtgebiet von München (Lochhamer Schlag).
Erstaunlicherweise fand ich doch einige Arten. Für mich neu war Entoloma hirtipes (Traniger Rötling)
Diese Becherlinge bereiten mir Kopfzerbrechen.
Alles die gleichen, waren an einer Fundstelle recht häufig, ca. 10 Exemplare. Nicht wirklich auf Holz, obwohl ich nicht ausschließen kann, daß im Boden stark verrottete Äste waren. Ich dachte an den Morchelbecherling (Disciotis venosa), nur konnte ich den angeblich typischen Chlorgeruch nicht riechen. Gut, es hatte kurz vorher geregnet und die Pilze waren recht naß. Peziza varia (Riesenbecherling) kann ich ausschließen, da das Fruchtfleisch nicht die typische Schichtung aufweist. Dummerweise fand ich keinen einzigen Ascus (und damit auch keine Sporen) in mehreren Fruchtkörpern, deshalb tue ich mir so schwer. Die Paraphysen waren inkrustiert. Fruchtkörpergröße so ca. 5-6 cm Durchmesser. Rundum waren sowohl Eichen und Fichten, als auch in der weiteren Umgebung diverse andere Laubbäume. Es handelt sich bei der Fundstelle um einen feuchten, verwilderten Hohlweg.
Ansonsten gab es noch ein paar Hypholoma capnoides (Rauchbl. Schwefelkopf), Massen von Strobilurus esculentus (Fichtenzapfenrübling), ein paar alte Fenchelporlinge (Gloeophyllum odoratum), einen alten Hapalopilus rutilans (weiß ich grad auf D nicht), Hypholoma fasciculare (Grünbl. Schwefelkopf)und Schizophyllum commune (Spaltblättling).
Eigentlich recht viel für eine knappe Std. suchen in dieser Jahreszeit.
Viele Grüße,
Werner

. Die Dinger werden erst spät reif. Und man braucht reife Sporen für die Bestimmung, da sich die Ornamente erst in der Reife ausprägen. Also abwarten, bis der Pilz fast schon gammelt, dann ist er auch reif. An Disciotis venosa glaube ich nicht, wenn ich mir das Bild so ansehe. Übrigens wurde der deutsche Erstfund von Gyromitra spinosospora auch von den Findern erst als Chlorbecherling angesprochen, der allerdings nicht rieche. G. spinosospora kennt man bis dato nur von Laubholz, aber es gibt erst eine handvoll Nachweise, da ja niemand so "einfache" Dinge mikroskopiert (bzw. nur wenige).