Fingerhutverpel *PIC*

Boletus ⌂, (vor 8227 Tagen)

Hallo,
Angespornt durch Misons Posting vom 15. April habe ich gestern "meinen", mir seit über einem Jahrzehnt bekannten Verpa conica - Standort aufgesucht.
Jahr um Jahr haben da die Verpeln ihre Köpfe aus dem Boden gestreckt, nur in den beiden letzten Jahren hat keine Fruktifikation stattgefunden. Dass ich nun die Frk. wieder in über einem Dutzend Exemplaren entdecken durfte war für mich der "Aufsteller" des Tages. Interessanterweise sind auch bei dieser Kollektion die meisten Frk. extrem kurz gestielt (Hutränder berühren den Boden). Dieses Phänomen habe ich andere Jahre noch nie beobachtet. Vielleicht ein Einfluss der Witterung??

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Fingerhutverpel Verpa conica (digitaliformis)

Mit einem etwas mulmigen Gefühl habe ich 4 Exemplare für den Pilzbestimmungsabend des Pilzvereins mitgenommen. Die Art ist in CH offiziell geschützt. Ich bin aber der Meinung dass interessierten Kreisen auch solche Arten 1:1 gezeigt werden sollen, immer mit einem speziellen Hinweis zum Artenschutz. (Die gleiche Überzeugung vertrete ich übrigens auch bezüglich Ausstellungen)

Beste Grüsse
Sepp

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Re: Fingerhutverpel - 2 Bilder !! *PIC*

Harry, (vor 8227 Tagen) @ Boletus

Hallo Sepp,

ich war Ostermontag an einen Standort mit hunderten Exemplaren von V. conica. Keine einzige hatte es geschafft richtige Stiele auszubilden. Genau wie bei dir schienen sie mit dem Hutrand am Boden zu kleben. Nach Auskunft eines Pilzfreundes soll sie dort immer in solchen Massen und extrem Kurzstielig vorkommen. Er beobachtet den Standort schon über viele Jahre hinweg.
Hier ein Bild von Ostermontag 2004:

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vielleicht spielen ja auch nicht ganz so ideale Standortbedingungen eine Rolle für diese Phänomen?

Und weil ja einige von Morcheln nicht genug bekommen können, hier noch eine kleine Beigabe. :-)) Funddatum: 18.04.04

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Gruß

Harry

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Re: Fingerhutverpel (+ Morchelbild) *PIC*

Jürgen, (vor 8227 Tagen) @ Boletus

Hallo Sepp,

ich denke es ist kein Problem, ein paar Frkp. zu Anschauungszwecken zu ernten. Ich habe selber eine conica-Fundstelle vor der Haustür, wo die Art in guten Jahren zu Hunderten unter alten Apfelbäumen fruktifiziert. Dass ich bei guter Fundlage einige junge Exemplare (alte blieben eh immer stehen) unter die Morcheln gemischt habe, hat dem Bestand nie geschadet.

Viel schlimmer ist, dass dieses schöne Streuobstgebiet jetzt völlig unnötig in eine Weinplantage umgewandelt werden soll. Das würde nicht nur den Verpelbestand vernichten, sondern auch ein potenzielles Brutgebiet des Steinkauzes platt machen. Die wahren Pilzfeinde sitzen also woanders... in den Behörden oft nur wenige Zimmer nebenan von denen, die die offiziellen Bestimmungen zum Artenschutz erlassen.

Was die Ökobilanz angeht, könnte man ja auch darüber diskutieren, ob etwa die motorisierte Anfahrt zu den Morchelgründen mit der damit verbundenen Bodenbelastung durch Schadstoffe nicht schwerer wiegt als das Absammeln der Pilze.

Grüße, Jürgen

Nachtrag: Vorgestern war ich in diesem Gebiet mal wieder unterwegs - leider allzu hastig und ohne Ergebnis, was bei Morcheln tödlich ist. Mein alter Herr hatte heute die Muße, in Ruhe nachzusuchen. Den Spott muss ich natürlich jetzt aushalten...
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Morcheln nicht zu finden heißt also nicht unbedingt, dass keine gewachsen wären;o)