Wieder ein Rätselpilz *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 8175 Tagen)

Hallo Pilzfeunde!
Schon wieder ein Hilfs-Ersuchen...
Bereits im Vorjahr erschienen auf meinem persönlichen Komposthaufen 2 Pilze, die ich als deformierte Glocken-Düngerlinge ignoriert habe. Heute machte sich die Art wieder bemerkbar (1 Fruchtkörper). Nun kenne ich den Glocken-Düngerling eigentlich nur kerzengerade. Alle drei genannten Exemplare wuchsen jedoch sozusagen "hügelabwärts", mit etwas "geschraubtem" Stiel. Andere Merkmale scheinen mir auch nicht auf den Glocken-Düngerling zu passen.
Die Bilder sind leider typische Freitagsfotos.

Beschreibung:
Hut 1 cm Durchmesser, 1 cm hoch, Grundfarbe hellstes Braun, weit hinauf gerunzelt. Wo erhaben, dunkleres Braun. Mitte mit Buckel. Velumreste am Rand. Lamellen graulich, beginnend schwärzlich werdend , keine Marmorierung gesehen. Schneiden hell. Stiel 8 cm lang, grazil, hyalin, gebrechlich und längsriefig. Am Grunde verdickt, an der Spitze deutlich bereift. Geruch schwach "Pilz". Basidien 4-sporig.

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Mikroskopisch:

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Wie immer für jede Anregung dankbar!
Beste Grüße! pm.

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Re: Wieder ein Rätselpilz

Wolfgang P., (vor 8175 Tagen) @ pilzmel

Die Mikros, der Standort und das Foto lassen mich zuerst an eine Psilocybe denken. Allerdings kann ich Dir die Art nicht sagen.
Die gegabelte Cheilocystide wird, wenn es sich nicht nur um ein sehr vereinzeltes Zufallsprodukt handelt, die möglichen Arten sehr stark einschränken. Ser wichtig zum Schlüsseln wäre noch die Sporengröße.

Ist der Hut feucht klebrig??

Wolfgang

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Re: Wieder ein Rätselpilz

pilzmel ⌂, (vor 8174 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Wolfgang!
Nein, kein klebriger Hut. Es herrschte allerdings trocknes Wetter, und der Standort ist überdacht. Die Gabelung ist sicher nicht typisch. Bei der Sporengröße stoße ich wieder auf mein Leiden: keine Meßmöglichkeit. Ganz subjektiv, im Vergleich zu anderen, sind die Sporen recht stattlich (und dunkelbraun unter dem Mikro). Ich hatte zunächst die Düngerlinge, auch Psathyrella im Auge, aber da müßten doch wohl Schnallen zu finden sein. Mal sehen, ob ich bei Psilocybe fündig werde.
Danke und beste Grüße! pm.

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Re: Wieder ein Rätselpilz

Wolfgang P., (vor 8174 Tagen) @ pilzmel

Hallo pm,

sorry, dass ich Deine gute Vermutung von Panaeolus oder Psathyrella nicht eingeschränkt, sondern noch erweitert habe.

Zur Gattungsbestimmung solltest Du auf jeden Fall die Huthaut mikroskopieren:

- Panaeolus und die meisten Psathyrellen haben ein Hymeniderm aus runden oder keuligen, aufrechten Zellen.

- manche Psathyrellen haben eine Kutis aus liegenden Hyphen.

- Psilocybe hat typischerweise eine Ixokutis (also in Gel eingebettete liegende Hyphen), die sich schlecht mikroskopieren lässt, im Gegensatz zu den dankbaren Psathyrellen.

Panaeolus hat außerdem als Gattungsmerkmal in KOH aufhellende Sporen, zur Abgrenzung von Panaeolina. Schnallen als Unterscheidungsmerkmal für Dunkelsporer sind mir jetzt spontan nicht bekannt - die sind doch meist da, aber klein, oder??

Die eine Spore zeigt wahrscheinlich noch nicht alles, was man typischerweise in diesem Umfeld an Sporen beobachten kann. Sehr wichtig sind angedeutet sechseckige Formen, und die Abplattung, d.h. wenn man Sporen beim "kullern" um die Längsachse in viel Wasser beobachtet, das Verhältnis von Breite und Dicke.

Hoffentlich findet sich noch jemand, der den netten Pilz per Bild bestimmen kann.

Wolfgang

P.S.: eine Strichplatte fürs Okular kostet doch nicht die Welt... ?

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Danke!

pilzmel ⌂, (vor 8173 Tagen) @ Wolfgang P.

Hallo Wolfgang!
Vielen Dank für die ausführlichen Tipps. Ich hoffe, daß sich das Pilzchen noch mal zeigt, um gezielter vorgehen zu können. Ums Messen werde ich mich demnächst intensiv kümmern. Ich würde ja auf einem kleinen, einzelexemplarischen Pilz nicht so "herumreiten", aber jede in meinem mykologisch Schwarzem Loch gefundene Art ist für mich interessant. Heute habe ich erstmalig Crinipellis scabella gefunden, als Beispiel...
Beste Grüße! pm.

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Re: Wieder ein Rätselpilz

Mischi, (vor 8173 Tagen) @ pilzmel

Wieso nicht ein ausgeblasster Mistpilz?
Die angedeutete Aderung würde äusserlich gut passen. Die Mikromerkmale auch (Besonders der Keimporus der Sporen und die Cheilozystiden (Keine Pleurozystiden vorhanden!). Was mir auch noch auffällt: Weiss bewimperte Lamellenschneiden.
Hast Du den Breitenbach/Kränzlin Bd.4 ? Da siehst Du die Farbvariation, welche diese Art haben kann (S.297)

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Hm, Mistpilz

pilzmel ⌂, (vor 8173 Tagen) @ Mischi

Hallo Mischi!
Danke für die Meinung. Ich habe die Mistpilze beiseite geschoben, weil sich die Lamellen bis zum (vielleicht eingebildeten lilastichigen) Schwarz verfärbten.
Beste Grüße! pm.