Bitte um Hilfe bei einem Täubling, von Michel *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8172 Tagen)

Wer kann helfen?
[image]
Diesen Täubling (d=12 cm) habe ich gestern unter Kiefern im Moos gefunden.
- Sporenpulverfarbe: gelb-dottergelb
- Hutfleisch: mild
- Stiel: Basis aufgeblasen und sehr brüchig. (ich konnte ihn kaum aus dem
Moos nehmen, ohne den Stiel zu verletzen)
- Sporen: punktiert-z.T. gratig verbunden
- Huthaut: längliche Zellen ohne Inkrustationen
- Hutfärbung: Sehr variabel, aber violett ist immer vorhanden.

Ich tippe auf den Kieferntäubling (Russula cessans)
Wäre froh wenn jemand dies bestätigen könnte, oder liege ich völlig daneben?

Michel

PS. Im Hintergrund sieht man die Fallschirmpilzchen...

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Re: Bitte um Hilfe bei einem Täubling, von Michel

Markus Wilhelm ⌂, (vor 8172 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Michael,

Du hast vermutlich Russula romellii, den weissstieligen Ledertäubling gefunden. Typisch sind die Farben: oft wie ein Frauentäubling, meist aber mit mehr gelb oder grün. Aber er ist äusserst zerbrechlich und vor allem der Stiel ist typisch aufgeblasen wie aus Styrophor. Ebenfalls das frühe Vorkommen, die gelben Lamellen und die stattliche Grösse. R. cessans ist viel zierlicher und ist sogar ein Spätherbstpilz.

Der Pilz wächst jetzt fast überall.

hoffentlich konnte ich Dir etwas helfen, Markus

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Einspruch

Helmut, (vor 8172 Tagen) @ Markus Wilhelm

Servus Markus,

Du hast natürlich Recht mit den Zweifeln an R. cessans. Diese Art glaube ich gut zu kennen. Sie ist in den sauren Sand-Kiefernforsten der Oberpfalz nicht selten. Bisher fand ich sie immer im Spätherbst, oft noch im November. Diese Erscheinungszeit wird in der Literatur einheitlich so beschrieben.

Am Samstag habe ich bei einer Exkursion aber eine Art gefunden, die genauso aussah und auch mikroskopisch passt. Die nahestende R. nauseosa kommt nicht in Frage.

Die von Michael präsentierte Kollektion kann aber nicht R. romellii sein. Diese ist wesentlich größer, kräftiger und eine Art der kalkholden Laubwälder (v. a. Buchen).

Für R. cessans passt übrigens auch die Hutfarbe nicht ganz und die Lamellen müssten deutlicher gelb sein. Was es ist, kann ich allerdings auch nicht sagen. Sind die beiden abgebildeten Fruchkörper auch wirklich identisch (Spp.-Farbe und Mikr.)?

Gruß

Helmut

Hallo Michael,
Du hast vermutlich Russula romellii, den weissstieligen Ledertäubling
gefunden. Typisch sind die Farben: oft wie ein Frauentäubling, meist aber
mit mehr gelb oder grün. Aber er ist äusserst zerbrechlich und vor allem
der Stiel ist typisch aufgeblasen wie aus Styrophor. Ebenfalls das frühe
Vorkommen, die gelben Lamellen und die stattliche Grösse. R. cessans ist
viel zierlicher und ist sogar ein Spätherbstpilz.
Der Pilz wächst jetzt fast überall.
hoffentlich konnte ich Dir etwas helfen, Markus

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Doch noch eine Idee

Helmut, (vor 8172 Tagen) @ Helmut

ist mir gekommen: R. versicolor, der Wechselfarbige Täubling. Er kann ist auch hinsichtlich der Schärfe recht variabel bis hin zu nahezu mild.

Es ist wie gesagt eine Idee, keine Bestimmung.

Gruß

Helmut

Servus Markus,
Du hast natürlich Recht mit den Zweifeln an R. cessans. Diese Art glaube ich
gut zu kennen. Sie ist in den sauren Sand-Kiefernforsten der Oberpfalz
nicht selten. Bisher fand ich sie immer im Spätherbst, oft noch im
November. Diese Erscheinungszeit wird in der Literatur einheitlich so
beschrieben.
Am Samstag habe ich bei einer Exkursion aber eine Art gefunden, die genauso
aussah und auch mikroskopisch passt. Die nahestende R. nauseosa kommt
nicht in Frage.
Die von Michael präsentierte Kollektion kann aber nicht R. romellii sein.
Diese ist wesentlich größer, kräftiger und eine Art der kalkholden
Laubwälder (v. a. Buchen).
Für R. cessans passt übrigens auch die Hutfarbe nicht ganz und die Lamellen
müssten deutlicher gelb sein. Was es ist, kann ich allerdings auch nicht
sagen. Sind die beiden abgebildeten Fruchkörper auch wirklich identisch
(Spp.-Farbe und Mikr.)?
Gruß
Helmut

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Nur unter Birken

Karl-Heinz ⌂, (vor 8172 Tagen) @ Helmut

Hallo,
dann muss allerdings eine Birke bei den Kiefern gestanden haben.
Gruß
Karl-Heinz

ist mir gekommen: R. versicolor, der Wechselfarbige Täubling. Er kann ist
auch hinsichtlich der Schärfe recht variabel bis hin zu nahezu mild.
Es ist wie gesagt eine Idee, keine Bestimmung.
Gruß
Helmut

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Re: Einspruch

Markus Wilhelm ⌂, (vor 8171 Tagen) @ Helmut

Hallo Helmut,

ich denke, 12 cm Durchmesser ist doch recht gross, typisch für die Sektion intergrinae. Leider sieht man die Lamellen, oder besser Sporenfarbe nicht, auch der Standort ist nicht definiert, auch in einem Buchenwald kann es ja Kiefern haben, und wie spezifisch der Pilz gebunden ist, ist auch nicht so genau bekannt.
Darum meine Vermutung, es könnte romellii sein.

Markus

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zusätzliches Bild zu Beitrag...., von Michel *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8170 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Habe die interessante Diskussion mitverfolgt und kann hierzu noch folgende
Hinweise geben:
Es hatte doch auch recht viele Buchen herumstehen (war auf Boleten aus...),
nur die Kiefer fiel mir halt gleich auf. Die Lage würde ich auch als
"wärmebegünstigt " bezeichnen (Waldrand).
Die Lamellenfarbe seht ihr auf dem Bild:
[image]
(Leider mit Schneckenfrass). Das junge Exemplar (sehr hell, da unter dem
Moos) ist noch bei mir im Kühlschrank und könnte noch für weitere
Untersuchungen herhalten.
Ich habe ihn auch absporen lassen - kann durchaus mit der Farbe des
Ledertäublings mithalten. Alles in allem, für mich jetzt doch klar der
Weisstielige Ledertäubling (R. romellii), bei dem ich mir mangels Erfahrung
noch nie recht sicher war.
Wenn dieser weiche Stiel ein Merkmal sein soll, ist dies für mich eine gute
Hilfe.

Michel