Servus Markus,
Du hast natürlich Recht mit den Zweifeln an R. cessans. Diese Art glaube ich gut zu kennen. Sie ist in den sauren Sand-Kiefernforsten der Oberpfalz nicht selten. Bisher fand ich sie immer im Spätherbst, oft noch im November. Diese Erscheinungszeit wird in der Literatur einheitlich so beschrieben.
Am Samstag habe ich bei einer Exkursion aber eine Art gefunden, die genauso aussah und auch mikroskopisch passt. Die nahestende R. nauseosa kommt nicht in Frage.
Die von Michael präsentierte Kollektion kann aber nicht R. romellii sein. Diese ist wesentlich größer, kräftiger und eine Art der kalkholden Laubwälder (v. a. Buchen).
Für R. cessans passt übrigens auch die Hutfarbe nicht ganz und die Lamellen müssten deutlicher gelb sein. Was es ist, kann ich allerdings auch nicht sagen. Sind die beiden abgebildeten Fruchkörper auch wirklich identisch (Spp.-Farbe und Mikr.)?
Gruß
Helmut
Hallo Michael,
Du hast vermutlich Russula romellii, den weissstieligen Ledertäubling
gefunden. Typisch sind die Farben: oft wie ein Frauentäubling, meist aber
mit mehr gelb oder grün. Aber er ist äusserst zerbrechlich und vor allem
der Stiel ist typisch aufgeblasen wie aus Styrophor. Ebenfalls das frühe
Vorkommen, die gelben Lamellen und die stattliche Grösse. R. cessans ist
viel zierlicher und ist sogar ein Spätherbstpilz.
Der Pilz wächst jetzt fast überall.
hoffentlich konnte ich Dir etwas helfen, Markus