Hallo zusammen,
vor ein paar Tagen habe ich hier im Forum Fotos vom Kronenbecherling gepostet
und bin dann der Anregung von Peter Karasch gefolgt und habe den Fund in
die DGfM-Kartierung ( http://pilzkartierung.synopwin.de/index.html )
eingetragen. Hat man sich einmal angemeldet und sich ein paar Minuten lang
die Struktur des Kartierungsprojektes angeschaut, danach so zwei bis drei
Funde eingetragen, dann ist das eigentlich völlig problemlos. Auch die
erforderliche MTB-Notierung macht keine Schwierigkeiten, da ja eine
Datenbank mit ausreichend groß dargestellten Messtischblättern vorgehalten
wird, man muss sie also nicht kaufen.
Ich beispielsweise habe mich vor einiger Zeit registriert, aber ich habe mit den geforderten Angaben teilweise Probleme. Meine Funde sind einfach nicht so genau dokumentiert, als daß sie den Anforderungen gerecht würden. Bis vor einem Jahr habe ich eigentlich nur für die Küche gesammelt, und deshalb habe ich keine Angaben über
+ genaues Funddatum bzw. den Zeitraum der Funde
+ Wirte/Substrate/Organe
+ Häufigkeit (außer bei seltenen Arten wie bspw. dem Habichtspilz)
+ Nachweise (Fotos mache ich erst seit letztem Herbst)
+ Fundort (was soll ich da eigentlich eingeben?)
Des weiteren muß ich meine Unwissenheit gestehen: Ich weiß nicht, wie ich die Quadranten auf den Meßtischblättern zuordnen soll (habe selbst ganz Bayern auf CDs 1:25 000 zur Verfügung, jedoch schnittfrei und ohne Zuordnung zu den einzelnen MTBs). Auch hapert es bei mir mit wissenschaftlichen (lateinischen) Bezeichnungen - Sprachen im Allgemeinen und besonders Latein waren nie meine Stärke. Hinzu kommt, daß ich Pilze, die ich nicht bestimmen kann bzw. die giftig oder ungenießbar sind, grundsätzlich stehen lasse. Ich kenne weder einen Pilzsachverständigen, noch habe ich selbst die Ausrüstung (Mikroskop usw.), um eine erweiterte Bestimmung durchzuführen.
Und als ich mir mal Art-Kartierungen angesehen habe, war ich eigentlich etwas
enttäuscht. So sind z.B. in Deutschland anscheinend erst 7 Pfifferlinge
gefunden worden.
Es ist sicherlich ein interessantes Projekt, jedoch scheine ich in meiner Gegend der Einzige zu sein, der davon Kenntnis hat (wenn man sich mal die einzelnen Blätter von den Seiten der DGfM herunterlädt, wie ich es teilweise gemacht habe, dann ist meine Gegend ein einziger weißer Fleck). Ob es dann einen Sinn macht, Allerweltsarten (Rotfußröhrling, Maronen, Egerlinge usw.) einzutragen, nur um diesem weißen Fleck etwas Farbe zu geben?
Ich finde, es ist ein gutes Projekt, es verdient, dass man sich das bischen
Mühe macht, seine Funde einzutragen, für mich ist es nicht unzumutbar.
Ganz entschieden unzumutbar ist hingegen, dass sich jemand wie G. J.
Kriegelsteiner (ich habe ihn leider nicht kennengelernt) hinsetzen und für
1500 Seiten Verbreitungsatlas der Großpilze Deutschlands Fundmeldungen
sammeln und bearbeiten musste. Müssen wir wirklich die Hingabe so
großartiger Leute ausnutzen, um eine Übersicht zur Verbreitung einer Art
zu bekommen? Mit diesem Kartierungsprojekt eindeutig nicht.
Ich kenne zwar weder den Herrn Kriegelsteiner noch seinen Atlas - wie weiter oben erwähnt habe ich bis letzten Herbst hauptsächlich für die Küche gesammelt. Erst seit der letzten Saison interessiere ich mich auch anderweilig für Pilze (Fotografie, biologische Zusammenhänge). Auf jeden Fall aber ist diesem Herrn ein großes Lob für sein Werk auszusprechen.
Es ist mit auch aufgefallen, dass gerade von den Cracks wenig kommt. Ich
nehme mal an, sie haben zu viel zu tuen. Da hat Peter Karasch nochmal ein
gutes Beispiel gegeben und für Freunde oder Bekannte Funde eingetragen,
obwohl er sicher selbst ziemlich eingespannt ist. Es könnte durchaus
Schule machen, dass man sich hilft.
Ich bin leider Einzelgänger in Sachen Pilze, da ich in meinem Bekanntenkreis niemanden habe, der diese Leidenschaft mit mir teilt bzw. so viel Zeit dafür aufwenden kann wie ich.
Sollte ich aber die wenigen Fundmeldungen falsch deuten, und z.B. irgendetwas
(von mir unerkannt) am Konzept falsch sein, so dass es sich nicht lohnt
oder ein Irrweg ist, dann schreibt es bitte.
Ich denke, das Konzept ist in Ordnung, jedoch machen sich die Leute bei der Pilzsuche einfach nicht die Gedanken, ihre Funde zu dokumentieren. Mal von mir ausgegangen: Oft kenne ich nicht mal meine genaue Position, um sie hinterher in der Karte einzutragen. Für mich ist ein Waldspaziergang hauptsächlich ein Akt der Erholung. Wenn ich Pilze finde, die ich fotografieren oder für die Küche mitnehmen kann, dann ist das nur ein zusätzlicher Anreiz, in den Wald zu gehen - aber nicht die Hauptsache.
Viele Grüße
Dieter
ebenfalls viele Grüße:
Ratz