Phaeocollybia lugubris, Ramaria flaccida , Fragen *PIC*

Werner, (vor 8148 Tagen)

Hallo,

hier mal wieder ein paar Funde von gestern. Am meisten erfreute mich der Gemeine Wurzelschnitzling (Phaeocollybia lugubris), da er doch eher selten ist. Er riecht unangenehm nach Rettich, wurzelt tief und hat dunklere Flecken auf dem Stiel sowie eine sehr klebrigen Hut. Er ist auch deswegen für Fotos schlecht kosmetisch hinzubiegen, da immer ein Haufen Nadel- und Laubstreu anhaftet.

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Dann gab es noch ein Massenvorkommen von Ramaria flaccida, die ich durch Vorkommen und Mikromerkmale auch recht sicher bestimmt habe. Im Nadelwald auf dem Boden, sehr fragil und zerbrechlich, Sporen (5,6)-7,8-(9,3)x(3,0)-3,8-(4,2).

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Fragen hätte ich noch zu diesem Kameraden. Es handelt sich um einen Kartoffelbovist, vermutlich Scleroderma areolatum, möglich wäre aber auch S. verrucosum. Die Sporen waren spitzstachelig und isoliert und die Stacheln lagen in der Länge gerade so in der Mitte zwischen den beiden Taxa, meist so um 1,7. Ebenso war es mit den größten Sporen, die so um die 13 maßen. Ganz klar ist mir die Abgrenzung da nicht - die Areolen sind mir nicht ganz klar. Tatsache war, daß der Fk recht klein war, der Scheinstiel ca. 1,5 cm maß und die Flecken gepunktet schwarz sind. Kann man den nun als areolatum oder als verrucosum ansprechen? Gefunden in einer Jungpflanzung mit Eichen und Birken, möglicherweise auf abgeholzten Linden und Fichten.

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Auch bei dem war ich mir nicht ganz sicher, ob es nun Russula nauseosa (meine Vermutung) ist, oder doch turci? Leider war der Sporenpulverabwurf ungenügend und ich konnte nur feststellen, daß es ocker ist - ob nun hell- oder dunkelocker kann ich nicht mit endgültiger Sicherheit sagen, ich tendiere aber eher zu dunkel. Auch die Lamellen wurden mit der Zeit recht dunkelocker. Auch der turci-Geruch in der Stielbasis fehlte (was bei meiner Nase aber nicht viel sagt). Aber ich denke, daß auch der Habitus mit den typischen Riefungen eher für nauseosa spricht. Vorkommen war in reiner Fichtenumgebung. Leider nur dieses eine Exemplar.

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Interessant fand ich noch diesen Wulstling, den ich erst mal als Amanita gemmata ansah. Nur paßt da so gut wie nichts. Als das erst gelbliche Exemplar dann nach und nach ausblaßte und auch noch rötete, fiel mir auf, daß es sich wohl um ein sehr untypisches Exemplar eines Perlpilzes (Amanita rubescens) handelt. Es wuchs unter Linde.

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Und zuallerletzt noch ein Exemplar, das ich als Helvella lacunosa (Grubenlorchel) anspreche, auch wenn ich bisher so helle noch nicht gefunden habe. Aber was soll es mit dem stark zerfurchten Stiel denn sonst sein? Meine bisherigen Funde waren immer viel dunkler, eigentlich schwarz. Gefunden in einer Jungpflanzung mit Eichen und Birken, neben dem Kartoffelbovist.

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Es würde mich freuen, wenn Ihr meine unsicheren Kandidaten kommentieren würdet.

Viele Grüße aus dem Münchner Westen,

Werner

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Re: A. rubescens *PIC*

42, (vor 8148 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

Interessant fand ich noch diesen Wulstling, den ich erst mal als Amanita
gemmata ansah. Nur paßt da so gut wie nichts. Als das erst gelbliche
Exemplar dann nach und nach ausblaßte und auch noch rötete, fiel mir auf,
daß es sich wohl um ein sehr untypisches Exemplar eines Perlpilzes
(Amanita rubescens) handelt. Es wuchs unter Linde.

Ich staune auch immer wieder darüber, wie vielgestaltig der Perlpilz
sein kann. Beispiel (Link von Google):

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Bei Deinem Exemplar wundert/stört mich die Stielbeflockung doch sehr.
Aber auch für mich ist's kein A. gemmata ...
Wenn Du mal nach Bildern von A. Rubescens googelst, wirst Du Photos
finden, die Du auf Anhieb überall hin gesteckt hättest, aber bestimmt
nicht zum Perlpilz.

Gruß
Thomas

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Re: A. rubescens Stielbeflockung *PIC*

interhias ⌂, (vor 8148 Tagen) @ 42

Hallo Thomas und Werner!

In letzter Zeit habe ich öfter Amanita rubescens mit auffälliger Stielbeflockung gefunden, zum Beispiel diesen hier:

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Gruß
Hias

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Re: Phaeocollybia lugubris, Ramaria flaccida , Fra

gunter, (vor 8148 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

da ich mich in letzter zeit etwas mehr mit helvella beschäftigt habe, würde
ich vielleicht helvella pallescens nicht ganz ausschließen.

gruß gunter

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Re: Phaeocollybia lugubris, Ramaria flaccida , Fra

Karl Keck ⌂, (vor 8148 Tagen) @ gunter

würde ich vielleicht helvella pallescens nicht ganz ausschließen.

Hallo Gunter,

Helvella pallescens? Meinst Du H. phlebophora?
Gruß, Karl

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Re: Phaeocollybia lugubris, Ramaria flaccida , Fra

gunter, (vor 8147 Tagen) @ Karl Keck

hallo karl,

richtig, habe den namen blos aus einem alten michael/henning/kreisel, da ich hier helvella fusca gefunden habe (bestätigt durch j. häffner) habe ich mich in letzter zeit etwas intensiver mit helvella beschäftigt, und soo viele mit gefurchtem stiel gibts ja nicht, aber das ist blos eine vermutung die natürlich zu überprüfen ist.

gruß gunter

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Helvella lacunosa

Rudi, (vor 8147 Tagen) @ gunter

Servus Werner, Hallo ihr anderen
Vor drei Wochen hab ich am Blutsee diese komischen Lorcheln gefunden, die hab ich erst nach längerem Leiden als lacunosa erkannt:
http://www.pilzseite.de/Pilzgalerie/Helvella/lacunosa/FrameSet.htm
es hätte doch so schön was besonderes sein können!
Pilzgruß
von Rudi

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Re: Helvella lacunosa

Werner, (vor 8147 Tagen) @ Rudi

Servus Rudi,

Vor drei Wochen hab ich am Blutsee diese komischen Lorcheln gefunden, die hab
ich erst nach längerem Leiden als lacunosa erkannt:
http://www.pilzseite.de/Pilzgalerie/Helvella/lacunosa/FrameSet.htm
es hätte doch so schön was besonderes sein können!

Das beruhigt mich ungemein, Deine sehen ja meiner sehr ähnlich. Wollte schon eine neue Art beschreiben :-) Auch mich hat diese Form ziemlich beschäftigt.

Gruß,

Werner

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Scleroderma

Wolfgang P., (vor 8147 Tagen) @ Werner

Fragen hätte ich noch zu diesem Kameraden. Es handelt sich um einen
Kartoffelbovist, vermutlich Scleroderma areolatum, möglich wäre aber auch
S. verrucosum. Die Sporen waren spitzstachelig und isoliert und die
Stacheln lagen in der Länge gerade so in der Mitte zwischen den beiden
Taxa, meist so um 1,7. Ebenso war es mit den größten Sporen, die so um die
13 maßen. Ganz klar ist mir die Abgrenzung da nicht - die Areolen sind mir
nicht ganz klar. Tatsache war, daß der Fk recht klein war, der Scheinstiel
ca. 1,5 cm maß und die Flecken gepunktet schwarz sind. Kann man den nun
als areolatum oder als verrucosum ansprechen?

Pegler, Lassoe, Spooner geben folgende Sporengrößen an:
areolatum (9-)11-14(-15)
verrucosum 9-11(-13,5)

Nur mit der Angabe der größten Sporen wirst Du die Unterscheidung nicht treffen können, sondern nur aus dem Durchschnitt von mind. 20 Sporen, der klar über oder unter 11 my liegen sollte.

Vom Bild und von der Länge des "Stiels" passt areolatum besser.

Wolfgang

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Re: Scleroderma

Werner, (vor 8147 Tagen) @ Wolfgang P.

Pegler, Lassoe, Spooner geben folgende Sporengrößen an: areolatum
(9-)11-14(-15)
verrucosum 9-11(-13,5)

Hallo Wolfgang,

Dank erst mal für Deine Meinung und Deine Daten. Bei verrucosum/areolatum scheint es sich mal wieder um butterweiche Artabgrenzung zu handeln. Ich habe mal 3 Bücher mit ihren Angaben verglichen: Nordic Macromycetes, Großpilze BaWü, Breitenbach/Kränzlin (der nur areolatum abgebildet hat und mit verrucosum wohl nicht allzuviel anzufangen wußte, da der nur als Randbemerkung erwähnt ist).

Sporengröße: NM: Areolatum: 11-13, verrucosum: 9-11 GBW: Areo: (8)-9-12(-14), verru: (7)-8-10-(11) BK: areo: 11-13, verru: 8-11,6

Daraus ließe sich lediglich schließen, daß a) verrucosum kleinere Sporen hat und b) daß Sporen unter 8 und über 12 definitiv auf eine Art hinweisen. Die (vereinfachten)Mittelwerte sind zwar für NM und BK gleich bei ca. 12 (areo) und ca. 10 (verru), Krieglsteiner ist da wieder anderer Auffassung mit ca. 10,5 (areo) und ca. 9 (verru).

Bei den Stacheln ist es ähnlich: NM ohne Angabe, GBW: 1,5-2,5 (areo), 0,8-1,4 (verru), BK -2 (areo), 1-1,4 (verru).

Gemein ist allen Angaben jedoch, daß die FK von areolatum kleiner sind und sehr hilfreich fand ich die NM-Beschreibung von areolatum:

Frb. 2-4 cm with short pseudostem (1-2cm); peridium yellowish brown to buff, paler towards the base, with very small dense patches of flattened scales, thus often areolate.

und verrucosum:

Frb. 2-7cm, with a well developed pseudostem (up to 5 cm); peridium reddish brown with dense dark patches or scales, never areolate.

Und die Definition von areolate: marked with numerous superficial clefts or cracks forming angular patches.

Diese Beschreibung gefiel mir besonders in Bezug auf die Areolen (ein Begriff, mit dem ich bis dahin wenig anfangen konnte) recht gut. Also stützt also viel mehr die Auffassung, daß es sich bei meinem Pilz um areolatum handelt.

Von den Sporen her gibt mein Exemplar nicht viel her, da der Durchschnitt knapp unter 11 bei ca. 10,5 liegt, definitiv aber nicht aussagekräftig genug anhand dieses Merkmals. Immerhin könnte es ja auch sein, daß die Sporen noch etwas wachsen, da der Fk noch nicht ganz reif war. Festzustellen waren aber die leichten Gräben um die schwarzen Punkte herum. Last but not least fand ich die Länge des Scheinstiels überzeugend, die bei meinem Exemplar klar 1,5 cm und keineswegs sehr viel länger war.

Vielen Dank nochmals,

Werner