@Jürgen (10 Pics 770KB) *PIC*

Rainer Wald, (vor 8140 Tagen)

Hallo Jürgen und natürlich auch die Anderen,

wie versprochen war ich heute nochmals in dem Birkenwäldchen, welches mitten in einem Venn liegt.
Es hat ordentlich nasse Füße gegeben.
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Ich hoffe Du kommst damit etwas weiter.
Viele Grüße,
Rainer Wald

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Re: @Jürgen (10 Pics 770KB)

Andreas ⌂, (vor 8140 Tagen) @ Rainer Wald

Hallo Jürgen und natürlich auch die Anderen,
wie versprochen war ich heute nochmals in dem Birkenwäldchen, welches mitten
in einem Venn liegt.
Es hat ordentlich nasse Füße gegeben.
Ich hoffe Du kommst damit etwas weiter.
Viele Grüße,
Rainer Wald

Hallo Rainer,

bin gespannt was Jürgen dazu meint.
Ein "richtiger" Birkenpilz, also Leccinum scabrum im engen Sinne war nicht dabei. Meiner Meinung nach sind beide in Mooren häufigen Arten auf Deinen Bildern, nämlich L. nucatum und L. brunneogriseolum. Allerdings ist es aufgrund der fehlenden Mikromerkmale, der fehlenden Fleischverfärbung und weil nur entweder sehr junge oder recht alte Pilze zu sehen sind, ziemlich Spekulation.
Spekulierenderweise also würde ich folgende Tipps abgeben:
Bild 1-3 stellt wohl denselben Pilz dar, meiner Meinung nach Leccinum nucatum.
Bild 4 sind vermutlich junge L. nucatum, aber da will ich mich nicht so recht festlegen.
Bild 5 sind doch recht sicher junge L. brunneogriseolum. Die rauchgrauen, etwas wollig wirkenden Stielschuppen sind schön zu erkennen.
Bild 6 würde ich für alte L. brunneogriseolum halten, aber warum kann ich eigentlich nicht erklären. Jedenfalls ist es wohl kaum L. nucatum, denn der Hut ist zu dunkel, die Hüte insgesamt zu robust wirkend. Diese Hutform habe ich so noch nie bei nucatum gesehen.
Bild 7-8 würde ich als L. nuctaum spekulieren.

Beste Grüße,
Andreas

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Nicht so viel Latein bitte. Denkt an uns Laien ;-) *oT*

Jogi, (vor 8140 Tagen) @ Andreas

- kein Text -

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Re: Nicht so viel Latein bitte. Denkt an uns Laien

Andreas ⌂, (vor 8140 Tagen) @ Jogi

Hallo Jogi,

ja, du hast im Prinzip recht und ich denke, dass wird auch allgemein ganz gut beherzigt.
Aber in diesem Fall ging es eben um erst in jüngster Zeit abgespaltene Arten aus der Birkenpilz-Gruppe und erstens gibt es da keine allgemein bekannten Volksnamen und zweitens dürften denen, die sich damit beschäftigen wollen, die entsprechenden Namensvorschläge auch gar nix nützen, weil sie in keinem Pilzbuch auftauchen. Will man sich weitere Literatur oder Bilder zu den hier angesprochenen Arten beschaffen, so muss man mit den lateinischen Namen hantieren.
Totzdem natürlich, auch zur Veranschaulichung der Arten hier die deutschen Namen (bzw. Namensvorschläge):
Leccinum nucatum - Grobschuppiger Raufußröhrling
Leccinum brunneogriseolum - Wollstieliger Raufußröhrling

Beste Grüße,
Andreas

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Re: @Jürgen (10 Pics 770KB)

Jürgen, (vor 8140 Tagen) @ Andreas

Hallo Rainer,

zunächst mal großes Lob fürs Nachsuchen! Weil Andreas schon seine Meinung abgegeben hat, stelle ich der Einfachheit halber meine Kommentare dazu

[Bild 1-3 stellt wohl denselben Pilz dar, meiner Meinung nach Leccinum nucatum.]

O.K.

[Bild 4 sind vermutlich junge L. nucatum, aber da will ich mich nicht so recht festlegen.]

Könnte ich zwischen nucatum und brunneogriseolum nicht entscheiden. Ich hätte wegen der Hutfarbe etwas mehr zu brunneogriseolum tendiert.

[Bild 5 sind doch recht sicher junge L. brunneogriseolum. Die rauchgrauen, etwas wollig wirkenden Stielschuppen sind schön zu erkennen.]

O.K.

[Bild 6 würde ich für alte L. brunneogriseolum halten, aber warum kann ich eigentlich nicht erklären. Jedenfalls ist es wohl kaum L. nucatum, denn der Hut ist zu dunkel, die Hüte insgesamt zu robust wirkend. Diese Hutform habe ich so noch nie bei nucatum gesehen.]

Könnte sehr altes nucatum sein (noch älter als F. 1-3), aber auch nicht sicher. Dafür spricht die starke Tendenz zum Oliv beim Stiel (kann aber altersbedingt sein), dagegen die stak gewölbte Röhrenschicht - das ist, wie Andreas anmerkt, eher für altes brunneogriseolum typisch.

[Bild 7-8 würde ich als L. nucatum spekulieren.]

Da bin ich mir sogar ziemlich sicher.

Fazit: Im Zweifelsfall muss, v. a. bei alten Exemplaren, die Anatomie der Huthaut und die Sporengröße entscheiden. Bei der Hutfarbe kann man grob sagen, dass nucatum mehr zu den hell beigebraunen Tönen neigt (ähnlich Sommersteinpilz), während brunneogriseolum eher braungraue Töne zeigt (ähnlich Pappelraufuß).

L. nucatum hat (genau wie L. scabrum) eine einfache trichodermale HDS-Struktur (langfädige Hyphen), während L. brunneogriseolum (genau wie L. variicolor) dazwischen Zylindrozystenketten aufweist (kurzzylindrische Zellen, Q < 4). Ein gutes Unterscheidungsmerkmal sind die Sporen: Bei L. nucatum sind diese relativ gedrungen (Q ~ 2,7) und meist nur bis 20 µ lang, bei brunneogriseolum wesentlich schlanker (Q ~ 3,3-3,5) und bis zu 25 µ lang.

Ich war mir selber einige Jahre sehr unsicher, die beiden Arten im Feld auseinanderzuhalten, zumal sie oft an ähnlichen Standorten wachsen. Mit der Zeit hat sich aber gezeigt, dass die große Mehrzahl der "optisch verdächtigen" nucatum sich auch mikroskopisch bestätigen ließ, wie dasselbe auch umgekehrt für brunneogriseolum gilt.

Grüße, Jürgen