spissa - excelsa - pantherina

jascha, (vor 8138 Tagen)

Gestern war im Elztal ganz klar Amanita das Thema.
Am Anfang gab es einige Perlpilze, später dann auch zwei Graue Wulstlinge, dann wurde es spannend.
Normalerweise erkenne ich den Grauen Wulstling schon aus ein paar Metern Entfernung, er ist gegenüber dem Pantherpilz viel kompakter, quasi untersetzt und der Pantherpilz wirkt dagegen viel fragiler eher Richtung Knollenblätterpilz.
Nun fand ich welche, die in etwa vom Habitus dazwischen anzusiedeln waren. Der erste Blick galt dem Ring, aber für den Grauen Wulstling war er viel zu hinfällig und nur undeutlich gerieft. Deutlich dagegen waren die Riefen oberhalb der Ringzone. Die Knolle war schmal oval und keinesfalls aprupt im Übergang zum Stiel, auch fehlten die Gürtel des Pantherpilz. Zwei Exemplare wurzelten so tief, daß ich mit dem Finger nicht bis an die Basis kam. Die Schuppen waren gräulich bis graugrün, einige Exemplare hatten fast gar keine, diese sahen fast ein bissel wie Scheidenstreiflinge aus. Mit meinem Feldbuch von Parey kam ich da nicht weiter, daheim haben mir dann die 1200 Pilze geholfen - es musste Amanita excelsa sein. Was dort als zwei Arten beschrieben wird (spissa/excelsa), kam mir vor Ort eher wie eine lückenlose Mischungsreihe vor. Also doch eine hoch variable Art? Immerhin fand ich all die Pilze auf einer Fläche von einem ha.
Dank Frau Dähncke gab es also ein schönes Abendessen, der Pantherpilz war es jedenfalls nicht, sonst würde ich das nicht schreiben können.

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Re: spissa - excelsa - pantherina

Werner2, (vor 8137 Tagen) @ jascha

Hallo,
ich kann dem Text nicht genau entnehmen, ob Du auch die zweifelhaften Exemplare
gegessen hast (vielleicht Dank der schönen Fotos von Frau Dähncke).
Wenn ja, dann bis Du ja ein richtiger mykologischer Freeclimber in einer Gruppe von zum Teil tödlich giftigen Pilzen.
Ganz schön mutig. Vielleicht kennst du diesen Spruch noch nicht:
Es gibt alte Pilzsammler und es gibt mutige Pilzsammler. Aber alte mutige Pilzsammler gibt es nicht.
Noch ein Hinweis zu den Wulstlingen: A. spissa ist eine sehr variable Art, die in einer ganzen Reihe von Spielarten vorkommt und einem immer wieder mal narren kann. Außerdem gibt noch ein paar weniger häufige bis seltene Wulstlingsarten - wie z.B. A. aspera oder porphyria, die auch einem Grauen Wulstling bzw. einem Perlpilz durchaus ähnlich sehen können.
.
Gruss Werner2
.

Gestern war im Elztal ganz klar Amanita das Thema.
Am Anfang gab es einige Perlpilze, später dann auch zwei Graue Wulstlinge,
dann wurde es spannend.
Normalerweise erkenne ich den Grauen Wulstling schon aus ein paar Metern
Entfernung, er ist gegenüber dem Pantherpilz viel kompakter, quasi
untersetzt und der Pantherpilz wirkt dagegen viel fragiler eher Richtung
Knollenblätterpilz.
Nun fand ich welche, die in etwa vom Habitus dazwischen anzusiedeln waren.
Der erste Blick galt dem Ring, aber für den Grauen Wulstling war er viel
zu hinfällig und nur undeutlich gerieft. Deutlich dagegen waren die Riefen
oberhalb der Ringzone. Die Knolle war schmal oval und keinesfalls aprupt
im Übergang zum Stiel, auch fehlten die Gürtel des Pantherpilz. Zwei
Exemplare wurzelten so tief, daß ich mit dem Finger nicht bis an die Basis
kam. Die Schuppen waren gräulich bis graugrün, einige Exemplare hatten
fast gar keine, diese sahen fast ein bissel wie Scheidenstreiflinge aus.
Mit meinem Feldbuch von Parey kam ich da nicht weiter, daheim haben mir
dann die 1200 Pilze geholfen - es musste Amanita excelsa sein. Was dort
als zwei Arten beschrieben wird (spissa/excelsa), kam mir vor Ort eher wie
eine lückenlose Mischungsreihe vor. Also doch eine hoch variable Art?
Immerhin fand ich all die Pilze auf einer Fläche von einem ha.
Dank Frau Dähncke gab es also ein schönes Abendessen, der Pantherpilz war es
jedenfalls nicht, sonst würde ich das nicht schreiben können.

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Re: spissa - excelsa - pantherina

Werner2, (vor 8137 Tagen) @ jascha

Hallo,
ich kann dem Text nicht genau entnehmen, ob Du auch die zweifelhaften Exemplare
gegessen hast (vielleicht Dank der schönen Fotos von Frau Dähncke).
Wenn ja, dann bis Du ja ein richtiger mykologischer Freeclimber in einer Gruppe von zum Teil tödlich giftigen Pilzen.
Ganz schön mutig. Vielleicht kennst du diesen Spruch noch nicht:
Es gibt alte Pilzsammler und es gibt mutige Pilzsammler. Aber alte mutige Pilzsammler gibt es nicht.
Noch ein Hinweis zu den Wulstlingen: A. spissa ist eine sehr variable Art, die in einer ganzen Reihe von Spielarten vorkommt und einem immer wieder mal narren kann. Außerdem gibt noch ein paar weniger häufige bis seltene Wulstlingsarten - wie z.B. A. aspera oder porphyria, die auch einem Grauen Wulstling bzw. einem Perlpilz durchaus ähnlich sehen können.
.
Gruss Werner2
.

Gestern war im Elztal ganz klar Amanita das Thema.
Am Anfang gab es einige Perlpilze, später dann auch zwei Graue Wulstlinge,
dann wurde es spannend.
Normalerweise erkenne ich den Grauen Wulstling schon aus ein paar Metern
Entfernung, er ist gegenüber dem Pantherpilz viel kompakter, quasi
untersetzt und der Pantherpilz wirkt dagegen viel fragiler eher Richtung
Knollenblätterpilz.
Nun fand ich welche, die in etwa vom Habitus dazwischen anzusiedeln waren.
Der erste Blick galt dem Ring, aber für den Grauen Wulstling war er viel
zu hinfällig und nur undeutlich gerieft. Deutlich dagegen waren die Riefen
oberhalb der Ringzone. Die Knolle war schmal oval und keinesfalls aprupt
im Übergang zum Stiel, auch fehlten die Gürtel des Pantherpilz. Zwei
Exemplare wurzelten so tief, daß ich mit dem Finger nicht bis an die Basis
kam. Die Schuppen waren gräulich bis graugrün, einige Exemplare hatten
fast gar keine, diese sahen fast ein bissel wie Scheidenstreiflinge aus.
Mit meinem Feldbuch von Parey kam ich da nicht weiter, daheim haben mir
dann die 1200 Pilze geholfen - es musste Amanita excelsa sein. Was dort
als zwei Arten beschrieben wird (spissa/excelsa), kam mir vor Ort eher wie
eine lückenlose Mischungsreihe vor. Also doch eine hoch variable Art?
Immerhin fand ich all die Pilze auf einer Fläche von einem ha.
Dank Frau Dähncke gab es also ein schönes Abendessen, der Pantherpilz war es
jedenfalls nicht, sonst würde ich das nicht schreiben können.

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Re: spissa - excelsa - pantherina

jascha, (vor 8137 Tagen) @ Werner2

Alles aufgegessen, bis auf einen, damit man beim Ausstellen des Totenscheines nicht den Mageninhalt analysieren muss! ;)
- im Ernst: Ein Pantherpilz konnte es nicht sein, weil die Schuppen deutlich grau-grün waren, die rudimentäre Riefung des Ringes und die deutliche Riefung oberhalb des Rings waren ein weiteres Indiz, außerdem sprach die Form der Knolle ganz klar gegen den Pantherpilz. Den Grauen Wulstling esse ich schon seit Jahren.
Mir ging es hauptsächlich um die Frage der Artabgrenzung, da ich viele Pilze mit Übergangsmerkmalen soz. zwischen spissa und excelsa vorgefunden habe. Normalerweise spricht man von verschiedenen Arten, wenn es keinen fruchtbaren Nachwuchs untereinander gibt. Bei Pilzen dürfte da der nachweis schwierig sein.

Bin ich mit 36 ganz schön alt für meinen Mut oder ganz schön mutig für mein Alter? ;)

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spissa - excelsa

Huperzia ⌂, (vor 8137 Tagen) @ jascha

Bin ich mit 36 ganz schön alt für meinen Mut oder ganz schön mutig für mein
Alter? ;)

Hallo jascha,

mit 36 kann man schon nicht mehr von Mut sprechen...;-)

Mir ging es hauptsächlich um die Frage der Artabgrenzung, da ich viele Pilze
mit Übergangsmerkmalen soz. zwischen spissa und excelsa vorgefunden habe.
Normalerweise spricht man von verschiedenen Arten, wenn es keinen
fruchtbaren Nachwuchs untereinander gibt. Bei Pilzen dürfte da der
nachweis schwierig sein.

Ich trenne nicht zwischen spissa und excelsa - für mich heißen einfach alle Grauen Wulstlinge A. excelsa.
Der Graue Wulstling ist einfach sehr variabel, wie übrigens auch der Perlpilz, der ja auch mit einem Artnamen auskommt.

Viele Grüße,

Tanja

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hat gut geschmeckt

jascha, (vor 8137 Tagen) @ Werner2

Alles aufgegessen, bis auf einen, damit man beim Ausstellen des Totenscheines nicht den Mageninhalt analysieren muss! ;)
- im Ernst: Ein Pantherpilz konnte es nicht sein, weil die Schuppen deutlich grau-grün waren, die rudimentäre Riefung des Ringes und die deutliche Riefung oberhalb des Rings waren ein weiteres Indiz, außerdem sprach die Form der Knolle ganz klar gegen den Pantherpilz. Den Grauen Wulstling esse ich schon seit Jahren.
Mir ging es hauptsächlich um die Frage der Artabgrenzung, da ich viele Pilze mit Übergangsmerkmalen soz. zwischen spissa und excelsa vorgefunden habe. Normalerweise spricht man von verschiedenen Arten, wenn es keinen fruchtbaren Nachwuchs untereinander gibt. Bei Pilzen dürfte da der nachweis schwierig sein.

Bin ich mit 36 ganz schön alt für meinen Mut oder ganz schön mutig für mein Alter? ;)

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Die Geschmäcker....

zuehli ⌂, (vor 8137 Tagen) @ jascha

Hallo Jascha,

echt Graue Wulstlinge mit Wohlgeschmack gegessen? UAAAH!
Naja, jedem das seine, aber ich hab sie mal probiert und es waren so ziemlich die ekligsten Pilze die mir in den Kochtopf gewandert sind - als wenn man einen Haufen Erde auf dem Teller hat. Einmal und nie wieder!
Mahlzeit Harald

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... sind verschieden - grauslich!

interhias ⌂, (vor 8137 Tagen) @ zuehli

Hallo Jascha,
echt Graue Wulstlinge mit Wohlgeschmack gegessen? UAAAH!
Naja, jedem das seine, aber ich hab sie mal probiert und es waren so ziemlich
die ekligsten Pilze die mir in den Kochtopf gewandert sind - als wenn man
einen Haufen Erde auf dem Teller hat. Einmal und nie wieder!
Mahlzeit Harald

Servus Harald und Jascha

Ich kann mich Harald nur anschließen. Ein Haufen Erde dürfte noch weit weniger muffig schmecken wie diese Schwammerln. Einmal verkosten hat mir gereicht.

Gruß aus München
Hias

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Re: spissa - excelsa - pantherina

Gerd-A, (vor 8133 Tagen) @ jascha

Hallo Sascha,

in einem Folgebeitrag hast Du erwähnt, dass es Dir nur um Artabgrenzung geht:

Dann lies mal folgenden Link --->

Grüße
Gerd