Mehlräsling: Abgrenzung

Nonnenfuerzli, (vor 8059 Tagen)

Habe festgestellt, daß in diesem Forum geballtes Expertenwissen über Pilze zusammentrifft. Ich selbst würde mich als laienhaften Fortgeschrittenen bezeichnen (sammele Röhrlinge und ein paar ausgesuchte Lamellenpilze wie Champignons, Schirmlinge, baumwüchsige Pilze, 1 Ritterlings-, 1 Täublingsart, Tintling, Reizker) und suche Rat.

Mich würde es jucken, meinen Speisezettel um den Mehlräsling zu erweitern. Nur weiß ich nicht, ob es für denjenigen, der noch nicht so den Pilzblick hat, ausreichende Bestimmungsmerkmale für diesen weißhütigen Freund gibt. In Pilzbüchern wird vor allem vor den giftigen Trichterlingen (bleiweißer Firnistrichterling und Feldtrichterling) als seine Doppelgänger gewarnt, da diese u.a. nicht nur häufig am selben Standort vorkommen , sondern alle nach Mehl riechen sollen (wenn auch nicht so intensiv wie der Mehlräsling). Den Hinweis " Lamellen laufen beim Mehlräsling weiter herab als bei den Trichterlingen" kann ich natürlich nur dann und wahrscheinlich auch nur mit einer gewissen Unsicherheit umsetzen, wenn ich alle 3 genannten Pilze parallel betrachten kann.

Wie verhält es sich mit dem Merkmal, das ich im Internet gefunden habe " Lamellen lassen sich beim Mehlräsling durch leichtes Kratzen mit dem Fingernagel schnell zerstören, während die der Trichterlinge elastisch sind"? Ist dieses Indiz zuverlässig?

Nochmals an die Expertenrunde und auf den Punkt gebracht: Ist der Mehlräsling ein Pilz für einen fortgeschrittenen Anfänger ohne Mikroskop?

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Re: Mehlräsling: Abgrenzung

Wolfgang P., (vor 8058 Tagen) @ Nonnenfuerzli

Nochmals an die Expertenrunde und auf den Punkt gebracht: Ist der Mehlräsling
ein Pilz für einen fortgeschrittenen Anfänger ohne Mikroskop?

Mehlräslinge sind Rosasporer, Trichterlinge Weißsporer. Zunächst solltest Du also die Pilze nicht essen sondern erstmal bestimmen und dann zur Kontrolle Aussporen lassen (danach sind sie natürlich für die Pfanne nicht mehr geeignet).

Allerdings gibt es auch nach Mehl riechende rosasporige Rötlinge. Da ich Deine Pilzbestimmungsfähigkeiten nicht kenne, kann ich kaum den Mehlräsling als Speisepilz empfehlen. Die ersten Funde solltest Du auf jeden Fall von einem Fachmann begutachten lassen.

Wenn man den Mehlräsling gut kennt, braucht man zur Bestimmung der typischen Exemplare aber kein Mikroskop mehr.

Wolfgang

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Re: Mehlräsling: Abgrenzung

Werner, (vor 8058 Tagen) @ Wolfgang P.

Mehlräslinge sind Rosasporer, Trichterlinge Weißsporer. Zunächst solltest Du
also die Pilze nicht essen sondern erstmal bestimmen und dann zur
Kontrolle Aussporen lassen (danach sind sie natürlich für die Pfanne nicht
mehr geeignet).

Na, das geht aber schon. Auf einen Objektträger oder ein anderes Glas einen halbierten größeren Pilz legen und in ein kleines verschlossenes Behältnis damit. Da reichen meist drei, vier Stunden und man hat genügend Sporenpulver drauf um das Rosa oder Weiß zu erkennen. Wenn die Pilze arg trocken sind geht es schwerer. Dann noch ein paar Tropfen Wasser in das geschlossene Behältnis mit rein.

Allerdings schützt das natürlich nicht vor Verwechslungen mit Rötlingen. Wenn aber nur Trichterlinge das Problem sind, kann man die anderen Pilze ja locker noch essen, denn selbst nach bis zu 24 Std. sind die noch zubereitungsfähig. Ob der Mehlräsling allerdings Risiken wert ist, muß jeder selbst entscheiden. Richtig gut finde ich ihn nicht.

Gruß,

Werner