off top "Pilzsammlergeschichten Teil 1"

Jens B., (vor 8052 Tagen)

Liebe Forumsfreunde,

hier eine kleine Geschichte.

Eine arbeitsreiche Woche liegt hinter dir. Keine Zeit in die Pilze zu gehen, obwohl die Pilzsaison in den höchsten Tönen liegt, das Pilzwetter eigentlich optimal sein müsste
( etwas Regen, für die Jahreszeit angenehm warm...) und dazu noch die vielen Pilzfundberichte und Bilder aus dem Pilzeforum. Aber die Arbeit läßt keinen Tagesausflug zu. Die Familie und der Hund sind auch schon vernachlässigt. Und dann Sonntag morgens gehst du los. Ganz früh und alleine. Die Sonne scheint, es liegt noch Morgennebel in der Luft und der Wald richt nach Frische und Pilzen ! Am Waldparkplatz angekommen, siehts du auch schon den ersten Parasol und denkst, das fängt ja ganz hoffnungsvoll an. Natürlich bleibt der Parasol erstmal stehn, den nehmen wir auf dem Rückweg mit. Wäre ja Quatsch den jetzt schon in den Korb; ganz unten und so empfindlich...

Du dringst tiefer in den Wald ein. Die ersten dir unbekannten Pilze säumen deinen Weg. Du zückst deine Digitalkamera um eines dieser dir unbekannte Exemplare zu fotografieren, damit du es dann zu Hause mit Hilfe von Büchern und Internet genauer bestimmen kannst. Vielleicht willst du es auch noch im Pilzeforum präsentieren, damit die von dir nicht denken, der interessiert sich eh nur für Steinpilze, ist also kein richtiger Mykologe, wer weiß.

Auf jeden Fall, du gehst runter in die Knie, visierst den Pilz im Makrofokus an, willst gerade abdrücken, ....da geht die Kamera wieder aus. Akku leer! Die Laune nimmt etwas ab, weil du ja noch so viele schöne Pilze fotografieren und natürlich auch sammeln wolltest. Die Kamera baumelt jetzt sinnlos um den Bauch und es wird warm. Auf dem Weg zu den Steinpilzplätzen geht es bergauf, durch Eichen-, Kiefern- und Buchenmischwald. Bislang ist es eher verhalten im Wald mit dem Pilzwachstum. Vereinzelt ein paar Knollenblätter (grüne), viele Boviste, ein paar taube Täublinge und dann natürlich noch die vielen anderen Pilze, die man zwar auch gerne kennen würde, was aber so viel Zeit bräuchte um die zu studieren, die man leider nicht immer hat. Und deswegen hält man sich an das was man auch sicher kennt. Z. B. schöne frische Steinpilze oder Hexenröhrlinge. (Und wem von den Pilzsammlern geht nicht auch das Herz auf, wenn er an eine Stelle im Wald kommt, wo die Steinpilze stehen - groß, fest, knackig und überhaupt!?)

Bei den anderen im Forum hat es diese Woche auch schon geklappt, von Sensationsfunden war die Rede usw., also muss doch hier auch etwas gehen. Aber bis jetzt sieht es noch nicht so aus. Also weiter durch den Wald. Die sichere Pilzfundstelle ist bald erreicht. Der Boden ist nicht matschig, aber feucht. Die Temperatur ist .....schwitzig. Also genau richtig. Du denkst, so langsam müsste es aber losgehen. Du kämmst quasi den Boden durch, gehst auf die Knie, läßt den Blick in Steinpilzhöhe schweifen, schaust den Hang hoch, guckst ins Unterholz......
Und dann irgendwann kommt die bittere Erkentnnis - es liegt nicht an dir, wie du suchst, sondern es gibt sie tatsächlich noch nicht hier in deiner Gegend, die Pilze, die du zu finden hofftest. Müde und frustriert machst du dich auf den Rückweg. Wenigstens den einen Parasol am Parkplatz kannst du mit nach Hause bringen, denkst du.
Es stehen nun einige Autos dort. Wahrscheinlich Menschen mit dem ähnlichen Ziel wie du, nur waren die nicht so rücksichtsvoll und liessen den Parasol für den Heimweg stehen.

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, mit welchen Kommentaren man es zu tun hat, wenn man mit ehrgeizigem Ziel ausgerückt ist, und dann mit leerem Korb nach Hause kommt. (Das erspare ich euch lieber!)

Nun sagt selbst, wem ist es in seiner Pilzsammlerlaufbahn nicht schon so, oder so ähnlich ergangen?

Fortsetzung folgt....

P.S. Ich vergaß zu sagen, es handelt sich hierbei um eine Trilogie der frustrierendsten Pilzsammlererlebnisse, die ich hier zum besten gebe. Aber ich verspreche euch, im 4. Teil wird es wieder besser.
(Falls ihr überhaupt so lange lesen wollt)

Gruß Jens B.

Eintrag gesperrt

Re: off top "Pilzsammlergeschichten Teil 1"

Marcell Rost, (vor 8051 Tagen) @ Jens B.

Hallo,

das mit der Kamera kommt mir umheimlich bekannt vor. Schön sind dann auch die Kommentare der eigenen Frau, welche dann später erzählt:

"Ich habe gestern unheimlich schöne Fotos von meinen Katzen gemacht. Möchtest Du mal sehen?"

Ich: Hättest Du nicht wenigstens die Kamera wieder aufladen könnenß

Sie: Wieso denn, die grüne Lampe hat doch noch geleuchtet.

Viele Grüße,

Marcell

Liebe Forumsfreunde,
hier eine kleine Geschichte.
Eine arbeitsreiche Woche liegt hinter dir. Keine Zeit in die Pilze zu gehen,
obwohl die Pilzsaison in den höchsten Tönen liegt, das Pilzwetter
eigentlich optimal sein müsste
( etwas Regen, für die Jahreszeit angenehm warm...) und dazu noch die vielen
Pilzfundberichte und Bilder aus dem Pilzeforum. Aber die Arbeit läßt
keinen Tagesausflug zu. Die Familie und der Hund sind auch schon
vernachlässigt. Und dann Sonntag morgens gehst du los. Ganz früh und
alleine. Die Sonne scheint, es liegt noch Morgennebel in der Luft und der
Wald richt nach Frische und Pilzen ! Am Waldparkplatz angekommen, siehts
du auch schon den ersten Parasol und denkst, das fängt ja ganz
hoffnungsvoll an. Natürlich bleibt der Parasol erstmal stehn, den nehmen
wir auf dem Rückweg mit. Wäre ja Quatsch den jetzt schon in den Korb; ganz
unten und so empfindlich...
Du dringst tiefer in den Wald ein. Die ersten dir unbekannten Pilze säumen
deinen Weg. Du zückst deine Digitalkamera um eines dieser dir unbekannte
Exemplare zu fotografieren, damit du es dann zu Hause mit Hilfe von
Büchern und Internet genauer bestimmen kannst. Vielleicht willst du es
auch noch im Pilzeforum präsentieren, damit die von dir nicht denken, der
interessiert sich eh nur für Steinpilze, ist also kein richtiger Mykologe,
wer weiß.
Auf jeden Fall, du gehst runter in die Knie, visierst den Pilz im Makrofokus
an, willst gerade abdrücken, ....da geht die Kamera wieder aus. Akku leer!
Die Laune nimmt etwas ab, weil du ja noch so viele schöne Pilze
fotografieren und natürlich auch sammeln wolltest. Die Kamera baumelt
jetzt sinnlos um den Bauch und es wird warm. Auf dem Weg zu den
Steinpilzplätzen geht es bergauf, durch Eichen-, Kiefern- und
Buchenmischwald. Bislang ist es eher verhalten im Wald mit dem
Pilzwachstum. Vereinzelt ein paar Knollenblätter (grüne), viele Boviste,
ein paar taube Täublinge und dann natürlich noch die vielen anderen Pilze,
die man zwar auch gerne kennen würde, was aber so viel Zeit bräuchte um
die zu studieren, die man leider nicht immer hat. Und deswegen hält man
sich an das was man auch sicher kennt. Z. B. schöne frische Steinpilze
oder Hexenröhrlinge. (Und wem von den Pilzsammlern geht nicht auch das
Herz auf, wenn er an eine Stelle im Wald kommt, wo die Steinpilze stehen -
groß, fest, knackig und überhaupt!?)
Bei den anderen im Forum hat es diese Woche auch schon geklappt, von
Sensationsfunden war die Rede usw., also muss doch hier auch etwas gehen.
Aber bis jetzt sieht es noch nicht so aus. Also weiter durch den Wald. Die
sichere Pilzfundstelle ist bald erreicht. Der Boden ist nicht matschig,
aber feucht. Die Temperatur ist .....schwitzig. Also genau richtig. Du
denkst, so langsam müsste es aber losgehen. Du kämmst quasi den Boden
durch, gehst auf die Knie, läßt den Blick in Steinpilzhöhe schweifen,
schaust den Hang hoch, guckst ins Unterholz......
Und dann irgendwann kommt die bittere Erkentnnis - es liegt nicht an dir, wie
du suchst, sondern es gibt sie tatsächlich noch nicht hier in deiner
Gegend, die Pilze, die du zu finden hofftest. Müde und frustriert machst
du dich auf den Rückweg. Wenigstens den einen Parasol am Parkplatz kannst
du mit nach Hause bringen, denkst du.
Es stehen nun einige Autos dort. Wahrscheinlich Menschen mit dem ähnlichen
Ziel wie du, nur waren die nicht so rücksichtsvoll und liessen den Parasol
für den Heimweg stehen.
Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, mit welchen Kommentaren man es zu tun
hat, wenn man mit ehrgeizigem Ziel ausgerückt ist, und dann mit leerem
Korb nach Hause kommt. (Das erspare ich euch lieber!)
Nun sagt selbst, wem ist es in seiner Pilzsammlerlaufbahn nicht schon so,
oder so ähnlich ergangen?
Fortsetzung folgt....
P.S. Ich vergaß zu sagen, es handelt sich hierbei um eine Trilogie der
frustrierendsten Pilzsammlererlebnisse, die ich hier zum besten gebe. Aber
ich verspreche euch, im 4. Teil wird es wieder besser.
(Falls ihr überhaupt so lange lesen wollt)
Gruß Jens B.

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Re: off top "Pilzsammlergeschichten Teil 1"

Thomas Pruß, (vor 8051 Tagen) @ Jens B.

(Falls ihr überhaupt so lange lesen wollt)

Moin Jens,
immer zu! Macht Spaß
Grüsslis
Thomas

Eintrag gesperrt

Pilze suchen, Erholung finden! *schmunzel* *oT*

Joachim, (vor 8051 Tagen) @ Jens B.

- kein Text -

Eintrag gesperrt

Re: off top "Pilzsammlergeschichten Teil 1"

Gelbfieber, (vor 8051 Tagen) @ Jens B.

Hallo Jens,

na klar, immer her damit :-)

Liebe Grüße
Gelbfieber