Krempling essen, oder nicht?

Kalle, (vor 8051 Tagen)

Hallo zusammen!

Seit einigen Wochen gehe ich mit meinem Nachbar auf Pilzsuche. Er hat meines erachtens viel Erfahrung beim Erkennen von Pilzen. Seit über 30 Jahren beschäftigt er sich schon mit dem sammeln und er lebt noch... ;-)

Seitdem ich dieses Forum entdeckt habe mache ich mir große Sorgen, was den Krempling betrifft. Immer wenn wir auf der Suche sind, dann finden wir Krämplinge und nehmen diese auch mit.

Allerdings habe ich hier gelesen, das diese nicht unbedingt für den Verzehr geeignet sind. Ich sprach meinen Nachbar darauf an und er sagte, das er die Krämplinge schon immer isst und noch nie etwas passiert sei. Vor einigen Tagen hatte er nach dem Verzehr von 1,5kg (gemischte) Pilze Magenbeschwerden. Leider sieht er alles wohl ein bischen zu locker... Er trank daraufhin einen "Fernet" und sagte, das danach wieder alles in Ordnung gewesen sei.

Esst Ihr noch Kremplinge, oder lasst Ihr diese stehen?

Viele Grüße,
Kalle

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Re: Krempling essen, oder nicht?

Andreas ⌂, (vor 8051 Tagen) @ Kalle

Hallo zusammen!
Seit einigen Wochen gehe ich mit meinem Nachbar auf Pilzsuche. Er hat meines
erachtens viel Erfahrung beim Erkennen von Pilzen. Seit über 30 Jahren
beschäftigt er sich schon mit dem sammeln und er lebt noch... ;-)
Seitdem ich dieses Forum entdeckt habe mache ich mir große Sorgen, was den
Krempling betrifft. Immer wenn wir auf der Suche sind, dann finden wir
Krämplinge und nehmen diese auch mit.
Allerdings habe ich hier gelesen, das diese nicht unbedingt für den Verzehr
geeignet sind. Ich sprach meinen Nachbar darauf an und er sagte, das er
die Krämplinge schon immer isst und noch nie etwas passiert sei. Vor
einigen Tagen hatte er nach dem Verzehr von 1,5kg (gemischte) Pilze
Magenbeschwerden. Leider sieht er alles wohl ein bischen zu locker... Er
trank daraufhin einen "Fernet" und sagte, das danach wieder
alles in Ordnung gewesen sei.
Esst Ihr noch Kremplinge, oder lasst Ihr diese stehen?
Viele Grüße,
Kalle

Hallo Kalle,

zunächst mal vorangeschickt, dass nach dem Genuss von 1,5 kg Pilzen vermutlich die meisten Leute Magenbeschwerden hätten. Nämlich von zwar eßbaren, jedoch in (zu) großer Menge gegessenen Pilzen, die ja recht schwer verdaulich sind und entsprechend schwer im Magen liegen. Gegen dieses Völlegefühl mag ein Schnaps als Hausmedizin demjenigen der an seine heilende Wirkung glaubt, auch helfen.

Was nun den Kahlen Krempling betrifft, so ist dieser Pilz als Auslöser einer (wenn auch selten vorkommenden) allergischen Reaktion nachgewiesen, die eine Zerstörung der roten Blutkörperchen zur Folge hat. Es gab schon nachweisliche Todesfälle, bei denen anscheinend immer Krempling in relativ großen Mengen in dicht aufeinanderfolgenden Mahlzeiten gegessen wurden.
Dies ist die eine Seite. Die andere ist die Tatsache, dass der Kahle Krempling in nicht wenigen Fällen ein gastro-intestinales Syndrom auslösen kann, also eine Magen-Darm-Vergiftung (Erbrechen, Durchfall u.ä.). Diese Fälle sind bei weitem häufiger als die oben geschilderte immunhämolytische Anämie. Möglicherweise beruhen die Magen-Darm-Vergiftungen auch auf den genuß ungenügend gekochter Pilze, aber wahrscheinlicher ist, dass der Pilz von vielen einfach schlecht vertragen wird.

Aus BRESINSKY-BESL zitiert:
"Charakteristisch für das typische Paxillus-Syndrom [also die Anämie] ist, dass der Patient bereits seit längerer zeit (u.U. seit Jahren) Kremplingsmahlzeiten zu sich genommen und schon bei vorausgegangenen Gerichten gewisse Unverträglichkeitsreaktionen festgestellt hat. Das Paxillus-Syndom ist wie alle Allergien eine individuelle Erscheinung, so dass Tischgenossen üblicherweise beschwerdefrei bleiben."

Und nochmals als Abschlußbemerkung aus BRESINSKY-BESL:
"[...], muss nach den heutigen Erkenntnissen vom Verzehr des Pilzes dringend abgeraten werde. Er ist vorbehaltlos als gefährlicher Pilz einzustufen [...]"

Ich kann Dir und mehr noch Deinem Bekannten nur dringendst die Empfehlung geben, den kahlen krempling zukünftig zu meiden!

beste Grüße,
Andreas

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Nicht nur Kremplinge können seltsame Reaktionen he

Olaf, (vor 8051 Tagen) @ Kalle

Hi,
also erstmal - ich würde Kremplinge nicht essen. Zwar denke ich das das mit der "Giftallergie" was hochgeschaukelt wird (soweit ich weiß wird der Pilz ist Ostblockländern heutzutage noch gegessen?) - dennoch sollte man sich nicht unnötig Gesundheitsrisiken aussetzen.

Wie unterschiedlich übrigens Pilze wirken können kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen:
Vor Jahren hatte ich Hexenröhrlinge gesammelt. Stunden später ist mir am abend dann schlecht geworden und ich bin abgegangen wie ein Zäpfchen: Schüttelfrost, Scheiß lief mir von der Stirn, zuletzt dann Bewegungsunfähigkeit und Herzrasen wie wild.
Tja, und irgendwann dann einfach in Ohnmacht gefallen. *upps*
Ich dacht ich Kack jeden Moment ab! Meine Eltern haben mich dann ins Krankenhaus verfrachet. Man, man man - das hätt ich mir sparen können - die haben da gar nix gepeilt. Als, ich den Oberarzt fragte ob er nicht mal bei einer Giftzentrale anrufen will um ev. die Pilzreste mal nachchecken zu lassen - sagte der nur: "Nein, wir warten erstmal ab wie der weitere Verlauf sein wird mit den Leberwerten. Außerdem, hatten wir so einen Fall (mit Pilzen) ja noch nie in unserem Krankenhaus".

Tja, dann haben die noch hier und da was Blutproben genommen, rausgekommen war dabei nix = Ursache ungeklärt.
Kurz vor meiner Entlassung fragte mich aber dann der Oberarzt tatsächlich noch kackfrech ob ich nicht vielleicht ein "Drogenproblem" hätte, denn Hexenröhrlinge würde man ja bestimmt zum "berauschen" nehmen - der Name "Hexenröhrling" alleine sage ja schon alles!
Also, ich war echt sickig über diese dummdreiste Unterstellung und Schlußfolgerung.
Was habe ich daraus gelernt?
Im Ernstfall hilft dir keiner bei einer Pilzvergiftung, da die meisten Ärtze "sowas" zum ersten mal sehen und du bist folglich das "Versuchskaninchen".

Was die Hexenröhrlinge angeht: Die hatte eine Bekannte zubereitet und offensichtlich nicht lange genug gekocht. Das Kochwasser hatte sie auch nicht weggeschüttet sondern für die Soße verwendet. Die anderen, hatten nur kurz was Magenrumpeln nach dem Mahl gehabt - wieso außgerechnet ich hingegen so seltsame Vergiftungsymptome nach den Hexi´s hatte weiß ich bis heut nicht.
Was geblieben ist, eine Phobie - Pilzesammeln ist für mich was ganz tolles geblieben, aber ich fühle mich heutzutage total unsicher und wie der letzte Anfänger. Selbst bei einem Maronenröhrling kuck ich garantiert 10x nach. (obwohl ich ja genau weiß, es gibt da keine giftigen Doppelgänger)

Was ich damit sagen will:
2 andere haben die unzureichend gekochten Hexi´s kaum was ausgemacht - ich hingegen bin sprichwörtlich "umgegekippt".
Nur sind die Hexi´s "Speisepilze" - dein Kahler Krempling hingegen ein überführter Giftpilz. Hundert andere essen den Krempling wahrscheinlich ein Leben lang ohne Probleme - aber vielleicht bist ausgerechnet du der "depperte Glückpilz" der davon dann aber tot umfällt aufgrund einer allergischen Schockreaktionen oder weiß der Teufel was auch immer das sein mag. ;)

Aus eigener Erfahrung weiß ich nur zu gut, das man sogar schon von "Speisepilzen" wirklich ernste Probs. kriegen kann - und daher denke ich sollte man "fragwürdige" Pilze wie Kremplinge besser erst recht lassen !!

xo Olaf

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So schlimm wars? *scnr*

Robert Blau, (vor 8051 Tagen) @ Olaf

Scheiß lief mir von der Stirn

^^^^^^^^

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Re: Nicht nur Kremplinge können seltsame Reaktione

coco, (vor 8051 Tagen) @ Olaf

hallo olaf,

Was die Hexenröhrlinge angeht: Die hatte eine Bekannte zubereitet und
offensichtlich nicht lange genug gekocht. Das Kochwasser hatte sie auch
nicht weggeschüttet sondern für die Soße verwendet.

zu kurz gegart, von mir aus. aber das kochwasser wegzuschütten hätte nur einen effekt gehabt: geschmacksminderung.

gruss coco

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Re: So schlimm wars? *scnr*

Olaf, (vor 8051 Tagen) @ Robert Blau

Okay, okay - wer weitere Rechtsschreibfehler findet darf sie gerne behalten.;)
Vielleicht finden manche "Helden" das Geschilderte auch witzig, ich fands jedenfalls nicht sonderlich amüsant!

xo Olaf

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Re: Nicht nur Kremplinge können seltsame Reaktione

Olaf, (vor 8051 Tagen) @ coco

Die zu kurzen Garzeiten erklären die Übelkeit - aber natürlich nicht den Rest.
Der Vorfall liegt auch schon einige Jährchen zurück. Die Vergiftungsymptome waren ziemlich ähnlich denen einer Antabusvergiftung und das u.U. auch Netzstielige Hexi´s sowas hervorrufen können ist ja bekannt. Nur, ich habe damals bei der Pilzmahlzeit aber keinen Alkohol zu mir genommen. Im nachhinhein vermute ich daher es war irgendeine Wechselwirkung mit irgendetwas anderem.

Nun werden bestimmt einige sagen das geht nicht/kann nicht sein,

Dem halte ich gegenüber "wer weiß das schon so genau" !
Es werden schließlich in der neueren Zeit immer mal wieder neue Pilzgifte/verbindungen gefunden, und das auch bei Speisepilzen wie der Grünling.
xo Olaf

hallo olaf,
zu kurz gegart, von mir aus. aber das kochwasser wegzuschütten hätte nur
einen effekt gehabt: geschmacksminderung.
gruss coco

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Re: So schlimm wars? *scnr*

Marcell Rost, (vor 8050 Tagen) @ Olaf

Hallo Olaf,

die Geschichte ist sicherlich nicht witzig. Aber der Tipfehler ist ein Lächeln wert. Ich glaube nicht, das Robert sich als Held der Rechtschreibung aufspielen wollte.

Grüße,

Marcell

Okay, okay - wer weitere Rechtsschreibfehler findet darf sie gerne
behalten.;)
Vielleicht finden manche "Helden" das Geschilderte auch witzig, ich
fands jedenfalls nicht sonderlich amüsant!
xo Olaf

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Re: So schlimm wars? *scnr*

Robert Blau, (vor 8049 Tagen) @ Olaf

Olaf nicht hauen, aber als das gelesen habe, konnte ich einfach nicht widerstehen, zu Grinsen und daher auch ein *scnr* = Sorry, could not resist.

Das hat nix mit Schadenfreude o.ä. zu tun, dass Pilzvergiftungen nichts zum Spassen sind, ist wohl jedem hier klar.

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@Christoph: Olaf=luridus-Coprin-Kandidat!!:o)) *oT*

Jürgen, (vor 8049 Tagen) @ Olaf

- kein Text -

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Aber...

Birgit, (vor 8049 Tagen) @ Olaf

Boletus luridus enthält doch nachweislich kein Coprin, oder doch? Das muß schon ein anderer Inhaltsstoff sein.

Olaf, für eine Alkoholunverträglichkeit reicht es, wenn du 48 Stunden vor bzw. nach dem Pilzgenuß Alkohol trinkst. Zweitens wärs wesentlich, ob die Hexis flockenstielige oder netzstielige Hexenröhrlinge waren. Hexis ist da unpräzise und nicht ausreichend.

Grüße

Birgit