Cortinarius spec.? (3 Bilder) *PIC*

ThomasHofheim, (vor 8049 Tagen)

Hallo,
ich habe heute in einem Garten in der Nähe von Frankfurt die folgenden Schleierlinge gefunden:

[image]

An Begleitbäumen kommt einiges in Frage, da im Umkreis von ca. 20 m Buche, Eiche, Fichte, Kiefer, Birke und Pappel standen.
Der Hut des großen Fruchtkörpers hat einen Durchmesser von 11 cm, der Stiel ist 6 cm lang und bis 5 cm breit. Geruch unauffällig (bis schwach säuerlich unangenehm?), Geschmack mild.
Die KOH-Reaktion auf dem Hut war negativ, auf dem Fleisch sehr blaßbraun mit gelber Umrandung, wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist:

[image]

Dort erkennt man auch die jung weißen bis grauweißen Lamellen, außerdem die ausgeprägten Lilatöne am Hutrand und an der Stielspitze junger Fruchtkörper.
Hier noch einmal in größer:

[image]

Die Sporen sind schwach bis mässig warzig, 5,4-6 x 9,5-11 µm (20 gemessene Sporen).
Mit dem Breitenbach&Kränzlin komme ich noch am ehesten in die Richtung von C. balteatus.
Was meint ihr dazu?
Viele Grüße
ThomasHofheim

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Re: Cortinarius spec.? (3 Bilder)

Andreas ⌂, (vor 8049 Tagen) @ ThomasHofheim

Hallo,
ich habe heute in einem Garten in der Nähe von Frankfurt die folgenden
Schleierlinge gefunden:
An Begleitbäumen kommt einiges in Frage, da im Umkreis von ca. 20 m Buche,
Eiche, Fichte, Kiefer, Birke und Pappel standen.
Der Hut des großen Fruchtkörpers hat einen Durchmesser von 11 cm, der Stiel
ist 6 cm lang und bis 5 cm breit. Geruch unauffällig (bis schwach
säuerlich unangenehm?), Geschmack mild.
Die KOH-Reaktion auf dem Hut war negativ, auf dem Fleisch sehr blaßbraun mit
gelber Umrandung, wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist:
Dort erkennt man auch die jung weißen bis grauweißen Lamellen, außerdem die
ausgeprägten Lilatöne am Hutrand und an der Stielspitze junger
Fruchtkörper.
Hier noch einmal in größer:
Die Sporen sind schwach bis mässig warzig, 5,4-6 x 9,5-11 µm (20 gemessene
Sporen).
Mit dem Breitenbach&Kränzlin komme ich noch am ehesten in die Richtung von C.
balteatus.
Was meint ihr dazu?
Viele Grüße
ThomasHofheim

Hallo Thomas,

Du hast Cortinarius balteatocumatilis gefunden. C. balteatus hat weißes Velum und ist zudem eine Nadelwaldart.
Die hellen Lamellen und der nicht violett überlaufene Stiel trennen ihn von der variecolores-Gruppe.
C. balteatus ist in Parks u.ä. nicht allzu selten anzutreffen. Auf der DGfM-Tagung brachte ihn Peter Karasch auch aus einem Park in Friedrichsroda (unter Linde glaube ich).

beste Grüße.
Andreas
Die

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Re: Cortinarius spec.? (3 Bilder)

ThomasHofheim, (vor 8048 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
vielen Dank für die schnelle Antwort, die dann ja aus ganz Europa noch zigfach bestätigt wurde :-).
Ich war mit meiner Vermutung ja wenigstens in der richtigen Gruppe (oder zumindest auf der richtigen Seite im B&K) und hatte natürlich auch baleatocumatilis gesehen, mit der so treffenden Ökologie, aber das Bild hat mir halt gar nicht gefallen.
Aber nochmal eine Frage zur Häufigkeit: Du schreibst das er gar nicht so selten vorkomme. Ich habe den Verbreitungsatlas leider nicht da und für Baden-Württemberg seid ihr ja noch nicht so weit. In den Roten-Listen taucht er aber aber für Dtld. und Hessen als stark gefährdet auf (was ja zunächst noch nichts über seine Häufigkeit aussagt). Kannst Du dazu nochmal was schreiben, damit ich einschätzen kann, wie sehr ich mich freuen darf?
Viele Grüße
ThomasHofheim

Hallo Thomas,
Du hast Cortinarius balteatocumatilis gefunden. C. balteatus hat weißes Velum
und ist zudem eine Nadelwaldart.
Die hellen Lamellen und der nicht violett überlaufene Stiel trennen ihn von
der variecolores-Gruppe.
C. balteatus ist in Parks u.ä. nicht allzu selten anzutreffen. Auf der
DGfM-Tagung brachte ihn Peter Karasch auch aus einem Park in
Friedrichsroda (unter Linde glaube ich).
beste Grüße.
Andreas
Die

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Re: Cortinarius spec.? (3 Bilder)

Andreas ⌂, (vor 8048 Tagen) @ ThomasHofheim

Hallo Andreas,
vielen Dank für die schnelle Antwort, die dann ja aus ganz Europa noch
zigfach bestätigt wurde :-).
Ich war mit meiner Vermutung ja wenigstens in der richtigen Gruppe (oder
zumindest auf der richtigen Seite im B&K) und hatte natürlich auch
baleatocumatilis gesehen, mit der so treffenden Ökologie, aber das Bild
hat mir halt gar nicht gefallen.
Aber nochmal eine Frage zur Häufigkeit: Du schreibst das er gar nicht so
selten vorkomme. Ich habe den Verbreitungsatlas leider nicht da und für
Baden-Württemberg seid ihr ja noch nicht so weit.

Aber bald. Und zufällig bin ich gerade bei Phlegmacium und habe eben die Arten anserinus bis boudieri fertig gemacht, also auch balteatocumatilis. Hier der Text vorab, wahrscheinlich nicht so schön formatiert wie in WORD(die Tabs gehen verloren), aber hoffentlich trotzdem lesbar:

1.86 Cortinarius balteatocumatilis Henry 1939 ex Orton 1960
Cortinarius balteatus ss. LANGE
Braunvioletter Schleimkopf

Morphologie:

Variabilität: Var. laetus Moser ex Quadracchia unterscheidet sich durch lebhafter rotbraune Hutmitte und intensiver violetten -rand, ähnlich C. variecolor. Ein Fund: Schwarzwald: 7716/4, Dunningen-Locherhof, Fichten-Tannenwald, Lehmboden über Muschelkalk, 680 m NN, 03.10.2001, leg. I. HUTH, det. BOLLMANN (als cf. balteatocumatilis), rev. GMINDER.

Ökologie: In naturnahen Biotopen in der kollinen Stufe vorrangig im Hainbuchen-Eichenwald (4), im montanen Bereich in Tannen(-Fichten)wäldern (3), daneben aber auch des öfteren außerhalb von Wäldern in Friedhof- und Parkanlagen (4), auf basischen bis neutralen, frischen Lehm-, seltener Sandböden.

Mykorrhiza: Mit Laub-, seltener Nadelbäumen.
· Fagus sylvatica (1), Quercus (2; Q. rubra 1, Q. spec. 1), indet. Laubbaum (4)
· indet. Nadelbaum (3: Picea abies oder Abies alba)

Phänologie: September-Oktober.
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
- - - - - - - - 6 5 - -

Verbreitung in Baden-Württemberg: Selten im Oberrheingebiet, im Schwarzwald und im Keuper-Lias-Land. In den Gäulandschaften nur ein Fundort: 7120/4, Stuttgart-Weilimdorf, Neuer Friedhof, 04.10.1995, BOLLMANN, det. BRANDRUD.

Vertikale Verbreitung: Planar bis montan.

90-200 201-400 401-600 601-800 801-1000 >1000

1 6 4 4 - -

Tiefster Fundort im Oberrheingebiet nördlich Karlsruhe auf 120 m NN (6916/4, SCHWÖBEL). Der höchste Fundort liegt im Schwarzwald auf 780 m NN (7516/1, Freudenstadt, Kienberg, 17.09.1995, HAAS (STU).

Bestand und Bedrohung: Seltene Art, deren autochthone Vorkommen aufgrund der Umwandlung naturnaher Laubwälder in Fichtenforste langfristig wohl etwas zurückgegangen sind, die diese Verluste aber aufgrund ihrer Fähigkeit zur Besiedlung von Sekundärbiotopen etwas ausgleichen kann. Insgesamt kann sie derzeit noch als nicht gefährdet angesehen werden.

Erstnachweis: Schönbuch, 7321/3, Neuenhaus, Betzenberg, 21.09.1988, BOLLMANN 1990.

Allgemeine Verbreitung: Nordafrika (Marokko). Asien (Russland: Wladiwostok, Kasachstan: Alma-Ata). Europa. Süd- (Spanien, Italien), West- (Frankreich. Niederlande, Großbritannien), Mittel- (Schweiz, Deutschland, Österreich, Tschechien), Ost- (Slowakei: var. laetus, Estland, Russland) und Nordeuropa (Dänemark, Schweden). In Westdeutschland von je zwei Fundorten in Rheinland-Pfalz und Südhessen, sowie je einem im Saarland (nach DERBSCH & SCHMITT verschollen) und in Schleswig-Holstein (LÜDERITZ 2001: RL 1) bekannt. In Ostdeutschland in der Mark Brandenburg nach SCHÄFFER „nicht selten“, ferner 2004 in Thüringen (Friedrichsroda) nachgewiesen. KREISEL (1987) vermutet außerdem einige der als C. variecolor gemeldeten Funde als zu C. balteatocumatilis gehörig.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Cortinarius spec.? (3 Bilder)

Piwo, (vor 8047 Tagen) @ Andreas

Aber bald. Und zufällig bin ich gerade bei Phlegmacium und habe eben die
Arten anserinus bis boudieri fertig gemacht, also auch balteatocumatilis.
Hier der Text vorab, wahrscheinlich nicht so schön formatiert wie in
WORD(die Tabs gehen verloren), aber hoffentlich trotzdem lesbar: 1.86
Cortinarius balteatocumatilis Henry 1939 ex Orton 1960
Cortinarius balteatus ss. LANGE
Braunvioletter Schleimkopf
Morphologie: Variabilität: Var. laetus Moser ex Quadracchia unterscheidet
sich durch lebhafter rotbraune Hutmitte und intensiver violetten -rand,
ähnlich C. variecolor. Ein Fund: Schwarzwald: 7716/4, Dunningen-Locherhof,
Fichten-Tannenwald, Lehmboden über Muschelkalk, 680 m NN, 03.10.2001, leg.
I. HUTH, det. BOLLMANN (als cf. balteatocumatilis), rev. GMINDER.
Ökologie: In naturnahen Biotopen in der kollinen Stufe vorrangig im
Hainbuchen-Eichenwald (4), im montanen Bereich in Tannen(-Fichten)wäldern
(3), daneben aber auch des öfteren außerhalb von Wäldern in Friedhof- und
Parkanlagen (4), auf basischen bis neutralen, frischen Lehm-, seltener
Sandböden.
Mykorrhiza: Mit Laub-, seltener Nadelbäumen.
· Fagus sylvatica (1), Quercus (2; Q. rubra 1, Q. spec. 1), indet. Laubbaum
(4)
· indet. Nadelbaum (3: Picea abies oder Abies alba)
Phänologie: September-Oktober.
Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
- - - - - - - - 6 5 - -
Verbreitung in Baden-Württemberg: Selten im Oberrheingebiet, im Schwarzwald
und im Keuper-Lias-Land. In den Gäulandschaften nur ein Fundort: 7120/4,
Stuttgart-Weilimdorf, Neuer Friedhof, 04.10.1995, BOLLMANN, det. BRANDRUD.
Vertikale Verbreitung: Planar bis montan.

90-200 201-400 401-600 601-800 801-1000 >1000

1 6 4 4 - -
Tiefster Fundort im Oberrheingebiet nördlich Karlsruhe auf 120 m NN (6916/4,
SCHWÖBEL). Der höchste Fundort liegt im Schwarzwald auf 780 m NN (7516/1,
Freudenstadt, Kienberg, 17.09.1995, HAAS (STU).
Bestand und Bedrohung: Seltene Art, deren autochthone Vorkommen aufgrund der
Umwandlung naturnaher Laubwälder in Fichtenforste langfristig wohl etwas
zurückgegangen sind, die diese Verluste aber aufgrund ihrer Fähigkeit zur
Besiedlung von Sekundärbiotopen etwas ausgleichen kann. Insgesamt kann sie
derzeit noch als nicht gefährdet angesehen werden.
Erstnachweis: Schönbuch, 7321/3, Neuenhaus, Betzenberg, 21.09.1988, BOLLMANN
1990.
Allgemeine Verbreitung: Nordafrika (Marokko). Asien (Russland: Wladiwostok,
Kasachstan: Alma-Ata). Europa. Süd- (Spanien, Italien), West- (Frankreich.
Niederlande, Großbritannien), Mittel- (Schweiz, Deutschland, Österreich,
Tschechien), Ost- (Slowakei: var. laetus, Estland, Russland) und
Nordeuropa (Dänemark, Schweden). In Westdeutschland von je zwei Fundorten
in Rheinland-Pfalz und Südhessen, sowie je einem im Saarland (nach DERBSCH
& SCHMITT verschollen) und in Schleswig-Holstein (LÜDERITZ 2001: RL 1)
bekannt. In Ostdeutschland in der Mark Brandenburg nach SCHÄFFER „nicht
selten“, ferner 2004 in Thüringen (Friedrichsroda) nachgewiesen. KREISEL
(1987) vermutet außerdem einige der als C. variecolor gemeldeten Funde als
zu C. balteatocumatilis gehörig.

hallo Thomas und Andreas,

ich kenne die Art seit Jahren vom Gießener Friedhof (bei Linde). Gießen liegt in Mittelhessen.

Gruß
Piwo

beste Grüße,
Andreas

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Re: Cortinarius spec.? (3 Bilder)

Andreas ⌂, (vor 8047 Tagen) @ Piwo

hallo Thomas und Andreas,
ich kenne die Art seit Jahren vom Gießener Friedhof (bei Linde). Gießen liegt
in Mittelhessen.

Also auch wieder ein Standort aus Park-/Froedhofanlagen. Die Art scheint dort inzwischen häufiger als "in der Natur" zu sein ....

beste Grüße,
Andreas

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Tolle Bilder einer wunderschönen Art :-))) *oT*

Christoph G, (vor 8049 Tagen) @ ThomasHofheim

- kein Text -