Messner's Kletterschwämmchen (1 Bild) *PIC*

EricS ⌂, (vor 8047 Tagen)

Hallo zusammen,

gefunden auf dem Pilzwochenende in Bernau: Kuehneromyces mutabilis, das sonst so bodenständige Stockschwämmchen in ungeahnten Höhen an einer toten alten Eberesche. Diese war von Wurzel (quasi auf Augenhöhe mit edlen Produkten boviner Verdauungsprozesse) bis Krone mit lockeren Grüppchen der Pilze bedeckt. Die höchstgelegenen Fruchtkörper wuchsen fast 4 Meter über dem Boden.

Kommt so etwas öfter mal vor (oder nur da, wo das Parterre verpestet ist ;))? Für mich war's eine Überraschung.

Viele Grüße,

Eric

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Re: Messner's Kletterschwämmchen (1 Bild)

Thomas Pruß, (vor 8046 Tagen) @ EricS

Moin Eric,
Stockschwämmchen habe ich zwar noch nie so hoch gefunden, dafür aber Samtfußrüblinge oder auch Judasohren. Am höchsten wuchsen jedoch mal Buchen-Schelimrüblinge, die mir beim Beobachten eines Habichts in etwa 20 m Höhe an einem toten Buchenast ins Auge fielen (übertragen, natürlich ;-))
Grüsslis
Thomas

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Re: Messner's Kletterschwämmchen (1 Bild)

EricS ⌂, (vor 8045 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

ja, ich kenne auch einige andere Arten als quasi-Aerophyten. In abgebrochenen Kronen und an deren abgefallenen Ästen kann man nach Stürmen immer mal wieder die ein oder andere Art finden (z.b. die Blutrote Borstenscheibe Hymenochaete cruenta, die oft erst an heruntergefallenen Weißtannen-Ästen zu finden ist).

Bei Stockschwämmchen kannte ich das Phänomen nicht. Wenn ich es an stehenden Bäumen gefunden habe, dann immer am Grund und nie so hoch. Hat das was mit Luftfeuchtigkeit zu tun, oder vielleicht mit Konkurrenzdruck durch andere Pilze?

Viele Grüße,

Eric (dem zwar in letzter Zeit vermehrt Roßkastanien auf den Motorradhelm gefallen sind, der aber das Labsal eines Buchen-Schleimrüblings im Auge noch nicht kennt [im diesmal wörtlichen Sinne] ;-))

Moin Eric,
Stockschwämmchen habe ich zwar noch nie so hoch gefunden, dafür aber
Samtfußrüblinge oder auch Judasohren. Am höchsten wuchsen jedoch mal
Buchen-Schelimrüblinge, die mir beim Beobachten eines Habichts in etwa 20
m Höhe an einem toten Buchenast ins Auge fielen (übertragen, natürlich
;-))
Grüsslis
Thomas

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Besetzte Bäume

Thomas Pruß, (vor 8045 Tagen) @ EricS

Moin Eric,
eieiei, Kastanie auf Motorradhelm, das scheppert ;-)
Was die Stockschwämmchen angeht, so ist die Lösung des Rätsels wahrscheinlich viel profaner: An der Stelle war der Baum verwundet, dort konnten die Sporen eindringen, und dort schoben sich auch die Fruchtkörper heraus.
Was aber den Konkurrenzdruck angeht, da stellt sich mir eine andere Frage:
Immer wieder stellte ich fest, dass Austernseitlinge offenbar nur Holz besiedeln können, das nicht oder in nur geringem Maße von anderen Holzzersetzern befallen ist. Ich fand in den letzten Jahren oft Aupis an Eschen, die der Wind umgelegt hatte. Sie wuchsen aber nur an Stämmen die fast frei waren von anderen Pilzen. Sobald sich diese ansiedelten, gingen die Erträge an Aupis zurück. Und Stämme, die von vorneherein von anderen Holzpilzen besiedelt waren, wurden niemals von Aupis besetzt. Ich konnte das deshalb so gut beobachten, weil ein Sturm mehrere Eschen gefällt hatte, die dicht beieinander standen.
Irgendwelche Vorschläge?

Wirrsing
Thomas

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Re: Besetzte Bäume

EricS ⌂, (vor 8045 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

: eieiei, Kastanie auf Motorradhelm, das scheppert ;-)
Du sagst es ;-). Man kann aber von Glück reden, daß es nur eine 40er-Zone ist.

: Was die Stockschwämmchen angeht, so ist die Lösung des Rätsels wahrscheinlich
[quote]viel profaner: An der Stelle war der Baum verwundet, dort konnten die
Sporen eindringen, und dort schoben sich auch die Fruchtkörper heraus.
[/quote]
Natürlich. Dennoch stellt sich dann die Frage, WARUM es so selten vorkommt, daß das Stockschwämmchen an stehenden Stämmen zu finden ist und das speziell in dieser Höhe.

: Was aber den Konkurrenzdruck angeht, da stellt sich mir eine andere Frage:
[quote]Immer wieder stellte ich fest, dass Austernseitlinge offenbar nur Holz
besiedeln können, das nicht oder in nur geringem Maße von anderen
Holzzersetzern befallen ist. Ich fand in den letzten Jahren oft Aupis an
Eschen, die der Wind umgelegt hatte. Sie wuchsen aber nur an Stämmen die
fast frei waren von anderen Pilzen. Sobald sich diese ansiedelten, gingen
die Erträge an Aupis zurück. Und Stämme, die von vorneherein von anderen
Holzpilzen besiedelt waren, wurden niemals von Aupis besetzt. Ich konnte
das deshalb so gut beobachten, weil ein Sturm mehrere Eschen gefällt
hatte, die dicht beieinander standen.
Irgendwelche Vorschläge?
[/quote]
Das ist natürlich gut möglich, daß das Pleurotus-Mycel anderen Mycelien nichts entgegenzusetzen hat. Eigentlich logisch, denn in Pleurotus-Kulturen werden "Fremdpilze" ja auch gefürchtet. Jedenfalls ein interessanter Aspekt.

Viele Grüße,

Eric