Was wären Anfängerpilze?

Olaf, (vor 8044 Tagen)

Hallo,
vielleicht eine blöde (Um)frage - aber, mich würde einmal interessieren, was ihr eigentlich für Pilze die für Anfänger geeignet sind seht. (/also Pilze die leicht zu erkennen sind und kaum mit Giftigen zu verwechseln)
Ich denke bei leicht erkennbaren an:

- alle Röhrlinge
- Stinkmorchel
- Rötlicher Holzritterling
- Hallimasch
- Krause Glucke
- Boviste
- Violetter Rötelritterling
- Orange Becherling
- Semmelstoppelpilz
- Habichtpilz
- Schopftintling
- einfach zu erkennende Täublinge wie z.b. Ockertäubling

- alle Täublinge *
- Grünspanträuschling *
- Parasol *
(* oder wären diese dann schon eher für "Fortgeschrittene"?)

Hmm ja mehr fallen mir nicht ein. Welche würdet ihr noch als "narrensichere" Anfängerpilze bezeichnen? (Es geht nur eßbare Anfängerpilze - weniger um Speisewertigkeit bzw. Geschmack)

thx. Olaf

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Re: Was wären Anfängerpilze?

Christoph G, (vor 8044 Tagen) @ Olaf

Hallo,
vielleicht eine blöde (Um)frage - aber, mich würde einmal interessieren, was
ihr eigentlich für Pilze die für Anfänger geeignet sind seht. (/also Pilze
die leicht zu erkennen sind und kaum mit Giftigen zu verwechseln)

Hallo Olaf,
Sprech mal so aus meiner erfahrung in der Pilzberatung.

Ich denke bei leicht erkennbaren an
- alle Röhrlinge

Als solche sicherlich bald von Lamellenpilzen, Stachelingen und anderen zu
unterscheiden und mit ein bissle Erfahrung sind auch viele arten sicher zu
bestimmen. ABER klassich - Galli/Steini und wenns ins detail geht (Rot und Gelbporer bei Boletus, Xerocomuskomplex) wirds schwieriger...

- Stinkmorchel

Ja denk ich auch, was ist mit den hundsruten?

- Rötlicher Holzritterling

Standort an Holz machts einfacher, aber sonst eher nicht.

- Hallimasch

NEIN wird mit vielem verwechselt

- Krause Glucke

Ja, wird aber mit Korallen verwechselt.

- Boviste

NEIN denk an Kartoffelboviste/Stäublinge

- Violetter Rötelritterling

NEIN besonders violette Schleierlinge werden verwechselt und violetter Lacktrichterling (ungefährlich)

- Orange Becherling

Bedingt, wenn man von anderen Becherlingen Öhrlingen und Gallertrichter absieht.

- Semmelstoppelpilz

Ja ziemlich idiotensicher, wenn man auf die Stacheln achtet und keine Kork und anderen Stachelinge ißt. ABER wurden mir schon als witterungsbedingte Pfifferlinge vorgelegt.

- Habichtpilz

s.o.

- Schopftintling

NEIN wegen Faltentintling und Alkohol

- einfach zu erkennende Täublinge wie z.b. Ockertäubling

NEIN - Täublinge sind nur mit (etwas)Erfahrung als solche zu erkennen. Bsp.: Vergiftungen mit A. phalloides bei Russlanddeutschen, die dort (in Russland) häufig grüne Täublinge (wahrscheinlich R. aeruginea) gegessen haben und A. phalloides mangels vorkommen nicht kennen.

- alle Täublinge *

s.o.

- Grünspanträuschling *

NEIN grün nix für Anfänger

- Parasol *

NEIN giftige Schirmlinge und u.U. auch M. venenata, bohemica, hortensis...

(* oder wären diese dann schon eher für "Fortgeschrittene"?)

Als Anfänger verstehe ich Speisepilzsammler, die sich ne Mahlzeit suchen wollen und auf Nummer sicher gehen wollen. deshalb meine vielleicht "rigiden" Ansichten oben.

Hmm ja mehr fallen mir nicht ein. Welche würdet ihr noch als
"narrensichere" Anfängerpilze bezeichnen?

Ja ein Riesenbovist mit 30cm Durchmesser :-))
mit obigen Einschschränkungen Semmelstoppelpilze und Röhrlinge ohne rote Poren und mit mildem Geschmack.

(Es geht nur eßbare

Anfängerpilze - weniger um Speisewertigkeit bzw. Geschmack)
thx. Olaf

Viele grüße Christoph

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Re: Was wären Anfängerpilze?

AK_CCM, (vor 8044 Tagen) @ Christoph G

Hallo CHristoph,

hattest Du tatsächlich schon Mal den Fall, dass jemand Schopftintlinge mit Faltentintlingen verwechselt hat? Ich bin zwar selbst nur ein "ambitionierter Einsteiger", was Pilze anbelangt, aber Spargelpilze hätte ich niemals mit Faltentintlingen verwechselt.

Viele Grüße

Andreas

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Ja Andreas...

Christoph G, (vor 8044 Tagen) @ AK_CCM

... die Cousine meiner Mutter aus der Schweiz hat vor ca. 20 Jahren Faltentintlinge als Schopfitintlinge gesammelt gegegessen und dazu Wein getrunken und entsprechende Symptome gehabt, die dann behandelt wurden. Ich hab das damals nicht mitbekommen, aber sie hat mir das mal in den 90ern erzählt. Ihr war damals nicht bewusst, dass noch es noch andere tintlinge außer dem schopftintling gibt, den sie schon jahrelang gegessen hatte.

Gruß Christoph

Hallo CHristoph,
hattest Du tatsächlich schon Mal den Fall, dass jemand Schopftintlinge mit
Faltentintlingen verwechselt hat? Ich bin zwar selbst nur ein
"ambitionierter Einsteiger", was Pilze anbelangt, aber
Spargelpilze hätte ich niemals mit Faltentintlingen verwechselt.
Viele Grüße
Andreas

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Re: Was wären Anfängerpilze?

Olaf, (vor 8044 Tagen) @ Christoph G

Hallo Christoph,
hmm na ja - demnach gäbe es ja dann (fast) gar keine Pilze die ein Anfänger sammeln könnte!
Selbst bei Röhrlingen führst du Galli/Steini an - dabei ist aber doch eine solche Verwechslung faktisch egal, da keine bleibenden Gesundheitsschäden zu erwarten sind.
(davon mal abgesehen, habe ich in einem (ur)alt Pilzbuch übrigens ein Rezept gelesen, wonach selbst Gallenröhrlinge für die Küche geeignet sind. Da stand sie können in Magermilch abgekocht und anschließend getrocknet als Pilzpulver verwendet werden.)

Und wieso sollen Boviste keine Anfängerpilze sein?
Die Regel, innen weiß = eßbar, dürfte doch einfach sein und Verwechslungen mit Kartoffelbovisten ausschließen. (und falls doch, dürfte diese Verwechslung auch niemanden umbringen?)

Parasol?
Welcher Giftschirmling werd denn so groß incl. verschiebbaren Ring?

: Als Anfänger verstehe ich Speisepilzsammler, die sich ne Mahlzeit suchen
[quote]wollen und auf Nummer sicher gehen wollen.
[/quote]
Das verstehe ich irgendwie nicht - ich kann mir jedenfalls nur schwerlich vorstellen, das Profi´s "aus reinem Nervenkitsel" deshalb Gelbe Knolli´s sammeln (soll ja angeblich nicht giftig sein)

Wo ist also da der Unterschied bzgl. auf Nummer sicher gehen zwischen Anfänger & Profi - will denn nicht jeder (sowohl Anfänger als auch Profi) beim Pilzesammeln auf Nummer sicher gehen?

thx. Olaf

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Hallo Olaf,
Sprech mal so aus meiner erfahrung in der Pilzberatung.
Als solche sicherlich bald von Lamellenpilzen, Stachelingen und anderen zu
unterscheiden und mit ein bissle Erfahrung sind auch viele arten sicher zu
bestimmen. ABER klassich - Galli/Steini und wenns ins detail geht (Rot und
Gelbporer bei Boletus, Xerocomuskomplex) wirds schwieriger...
Ja denk ich auch, was ist mit den hundsruten?
Standort an Holz machts einfacher, aber sonst eher nicht.
NEIN wird mit vielem verwechselt
Ja, wird aber mit Korallen verwechselt.
NEIN denk an Kartoffelboviste/Stäublinge
NEIN besonders violette Schleierlinge werden verwechselt und violetter
Lacktrichterling (ungefährlich)
Bedingt, wenn man von anderen Becherlingen Öhrlingen und Gallertrichter
absieht.
Ja ziemlich idiotensicher, wenn man auf die Stacheln achtet und keine Kork
und anderen Stachelinge ißt. ABER wurden mir schon als witterungsbedingte
Pfifferlinge vorgelegt.
s.o.
NEIN wegen Faltentintling und Alkohol
NEIN - Täublinge sind nur mit (etwas)Erfahrung als solche zu erkennen. Bsp.:
Vergiftungen mit A. phalloides bei Russlanddeutschen, die dort (in
Russland) häufig grüne Täublinge (wahrscheinlich R. aeruginea) gegessen
haben und A. phalloides mangels vorkommen nicht kennen.
s.o.
NEIN grün nix für Anfänger
NEIN giftige Schirmlinge und u.U. auch M. venenata, bohemica, hortensis...
Als Anfänger verstehe ich Speisepilzsammler, die sich ne Mahlzeit suchen
wollen und auf Nummer sicher gehen wollen. deshalb meine vielleicht
"rigiden" Ansichten oben.
Ja ein Riesenbovist mit 30cm Durchmesser :-))
mit obigen Einschschränkungen Semmelstoppelpilze und Röhrlinge ohne rote
Poren und mit mildem Geschmack.
(Es geht nur eßbare
Viele grüße Christoph

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Re: Was wären Anfängerpilze?

Christoph G, (vor 8044 Tagen) @ Olaf

Hallo Christoph,

Hallo Olaf,

hmm na ja - demnach gäbe es ja dann (fast) gar keine Pilze die ein Anfänger
sammeln könnte!

Nein, ich hab lediglich bei deinen Vorschlägen jeweils gesagt mit was sie verwechselt werden können und auch verwechselt werden. (Das ist nun mal ne Erfahrungssache).

Selbst bei Röhrlingen führst du Galli/Steini an - dabei ist aber doch eine
solche Verwechslung faktisch egal, da keine bleibenden Gesundheitsschäden
zu erwarten sind.

Ja klar, was ist mit B. Calopus und B. radicans die ja leicht giftverdächtig sind? Aber ich hab ja auch geschrieben, dass ich röhrlinge für relativ sicher halte, wenn man rot oder bitter vermeidet.

(davon mal abgesehen, habe ich in einem (ur)alt Pilzbuch übrigens ein Rezept
gelesen, wonach selbst Gallenröhrlinge für die Küche geeignet sind. Da
stand sie können in Magermilch abgekocht und anschließend getrocknet als
Pilzpulver verwendet werden.)

Probiers mal aus und sag mir wies schmeckt ;-))

Und wieso sollen Boviste keine Anfängerpilze sein?
Die Regel, innen weiß = eßbar, dürfte doch einfach sein und Verwechslungen
mit Kartoffelbovisten ausschließen. (und falls doch, dürfte diese
Verwechslung auch niemanden umbringen?)

Ja sicher, wenn nicht, worauf christoph hahn im Posting unten zu recht hinweist, jemand sich ein Knolli Ei mit reinmischt und isst.
"Bovist" als solches ist zu pauschal Olaf, dann trenn bitte zwischen "den" Kartoffelbovisten und "den" Stäublingen.

Parasol?
Welcher Giftschirmling werd denn so groß incl. verschiebbaren Ring?

Macrolepiota venenata, deutscher Name Giftriesenschirmling, M. rachodes var. hortensis/bohemica Gartenform vom Safranschirmling.

Als Anfänger verstehe ich Speisepilzsammler, die sich ne Mahlzeit suchen

Das verstehe ich irgendwie nicht - ich kann mir jedenfalls nur schwerlich
vorstellen, das Profi´s "aus reinem Nervenkitsel" deshalb Gelbe
Knolli´s sammeln (soll ja angeblich nicht giftig sein)
Wo ist also da der Unterschied bzgl. auf Nummer sicher gehen zwischen
Anfänger & Profi - will denn nicht jeder (sowohl Anfänger als auch
Profi) beim Pilzesammeln auf Nummer sicher gehen?

Bedenklich ist m.M. nach nur die Aussage bei bestimmten Pilzen kann "DER" Anfänger nix falsch machen. Es gibt "DEN" Anfänger nicht. Mancher nimmt ein Buch was schon gut ist, besser noch lässt man sich beraten. ABER viele Anfänger hätten gerne einfache Pauschalaussagen, bei welchen Arten man nix falsch machen kann, und die gibts m.M. nach nicht oder nur sehr eingeschränkt. Zitat Walter Pätzold (Leiter Schwarzwälder Pilzlehrschau): "Es wird ALLES mit ALLEM verwechselt!"

Ich denke christoph hahn hat unten das wesentlich gesagt, wie man sich als Anfänger verhalten sollte. Das trotzdem immer wieder was schief geht, zeigt ja mein Posting von heute morgen.

thx. Olaf
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Re: Was wären Anfängerpilze?

Olaf, (vor 8044 Tagen) @ Christoph G

Ja sicher, wenn nicht, worauf christoph hahn im Posting unten zu recht hinweist, jemand sich ein Knolli Ei mit reinmischt und isst.
Man sieht aber doch beim aufgeschnittenen Knolli-Ei den Hutansatz.
Ok, zugegebnermaßen - ich habe noch nie das Ei eines Knollenblätterpilzes aufgeschnitten - aber selbst bei wirklich ganz kleinen jungen Knolli Eiern müßte die Hutform jedoch immer sichtbar sein, oder?

Wg. des Gallenröhrling - ja, wenn ich mal einen finden werde, dann werde ich das mal mit der Magermilch ausprobieren & zu gegebener Zeit berichten.;)

Das man alles mit allem möglichen verwechseln könnte ist schon klar.
Vielleicht hätte ich meine Frage dann anders formulieren sollen - wie man welche Pilze/Gattungen staffeln könnte:
Also eine Staffelung von leicht erkennbar ---> bis schwer
´?

thx. Olaf

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Hallo Olaf,
Nein, ich hab lediglich bei deinen Vorschlägen jeweils gesagt mit was sie
verwechselt werden können und auch verwechselt werden. (Das ist nun mal ne
Erfahrungssache).
Ja klar, was ist mit B. Calopus und B. radicans die ja leicht giftverdächtig
sind? Aber ich hab ja auch geschrieben, dass ich röhrlinge für relativ
sicher halte, wenn man rot oder bitter vermeidet.
Probiers mal aus und sag mir wies schmeckt ;-))
Ja sicher, wenn nicht, worauf christoph hahn im Posting unten zu recht
hinweist, jemand sich ein Knolli Ei mit reinmischt und isst.
"Bovist" als solches ist zu pauschal Olaf, dann trenn bitte
zwischen "den" Kartoffelbovisten und "den"
Stäublingen.
Macrolepiota venenata, deutscher Name Giftriesenschirmling, M. rachodes var.
hortensis/bohemica Gartenform vom Safranschirmling.
Bedenklich ist m.M. nach nur die Aussage bei bestimmten Pilzen kann
"DER" Anfänger nix falsch machen. Es gibt "DEN"
Anfänger nicht. Mancher nimmt ein Buch was schon gut ist, besser noch
lässt man sich beraten. ABER viele Anfänger hätten gerne einfache
Pauschalaussagen, bei welchen Arten man nix falsch machen kann, und die
gibts m.M. nach nicht oder nur sehr eingeschränkt. Zitat Walter Pätzold
(Leiter Schwarzwälder Pilzlehrschau): "Es wird ALLES mit ALLEM
verwechselt!"
Ich denke christoph hahn hat unten das wesentlich gesagt, wie man sich als
Anfänger verhalten sollte. Das trotzdem immer wieder was schief geht,
zeigt ja mein Posting von heute morgen.

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Re: Was wären Anfängerpilze?

ThomasHofheim, (vor 8043 Tagen) @ Olaf

Man sieht aber doch beim aufgeschnittenen Knolli-Ei den Hutansatz.
Ok, zugegebnermaßen - ich habe noch nie das Ei eines Knollenblätterpilzes
aufgeschnitten - aber selbst bei wirklich ganz kleinen jungen Knolli Eiern
müßte die Hutform jedoch immer sichtbar sein, oder?

Hallo Olaf,
Erwin Staudt hat dazu einmal einen Beitrag in der Südwestdeutschen Pilzrundschau von 1999 geschrieben, in dem er eindrücklich beschreibt, was bei Knollenblätterpilzen und Stäublingen so alles möglich ist. Zunächst berichtet er von einem Korb voller Stäublinge, der ihm in die Beratung gebracht wurde. Der Finder beteuerte, dass es sich nur um eine Sorte handele und "da der Mann vertrauenswürdig aussah, gab ich die Pilze frei". Gewissermaßen im allerletzten Moment, beim Weggehen, entdeckte Staudt noch einen Knollenblätterpilzei. Eine Begebenheit, die ihm noch viele Alpträume bereitete, wie er schreibt.
Weiterhin erzählt er in dem Artikel, wie er auf einer Wanderung an durchgeschnittenen "Eiern" den Unterschied zwischen Stäublingen und Jungstadien von Knollenblätterpilzen deutlich machen wollte: "Nun nahm ich einen weiteren, jüngeren, kugelförmigen Fruchtkörper auf. Ich erklärte, dass man auch diesen Pilz an seiner Schnittfläche erkennen kann und schnitt ihn in der Mitte durch. Zu meiner Verblüffung war keine Lamellenanlage zu sehen. Ich schluckte ein paarmal und überlegte, wie ich beweisen könnte, dass dies trotzdem ein Knollenblätterpilz ist. Ich schnitt eine dieser Hälften von oben nochmals in der Mitte durch, so dass ich ein Viertelstück bekam. Da entdeckte ich die vorher vermissten, sehr kleinen Lamellen auf der neuen Schnittfläche. Mir war sofort klar, was ich falsch gemacht hatte: wegen der kugeligen Form hatte ich unbemerkt beim ersten Durchschneiden den Fruchtkörper nicht von oben, sondern quer durchgeschnitten und deshalb keine Lamellen sehen können."

Einem "Anfänger" können solche Fehler allemal unterlaufen. Und sehr junge Knollenblätterpilze können tatsächlich enorm kugelig sein.
Viele Grüße
ThomasHofheim

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Re: Was wären Anfängerpilze?

Joachim, (vor 8044 Tagen) @ Olaf

"Hmm ja mehr fallen mir nicht ein. Welche würdet ihr noch als
narrensichere" Anfängerpilze bezeichnen? (Es geht nur eßbare
Anfängerpilze - weniger um Speisewertigkeit bzw. Geschmack)"

Hallo Olaf,
Bei "Narrensicher" fallen mir nur Champignons aus der Dose und frische
Zuchtpilze ein. ;-)
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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Re: Was wären Anfängerpilze?

Christoph ⌂, (vor 8044 Tagen) @ Joachim

Es gibt doch narrensichere Pilze... wenn jemand in der Lage ist, Lamellen von Röhren zu unterscheiden und in der Lage ist, geometrische Formen zu erkennen (z.B. Hut und Stiel oder nicht etc.) -> es gibt ja hahnebüchene Fälle.

Nein, mal im Ernst...

Völlig idiotensicher sind die rotmiclhenden Milchlinge, die Blutreizker. Es gibt zwar auch rotmilchende Helmlinge, aber wer die vom habitus mit Reizkern verwechselt, der verwechselt auchne alte Eiche mit nem Grashalm.

Steinpilze sind idiotensicher, sobald sie keine weiße Poren mehr haben (Röhrling mit weißem Fleisch, die nicht blauen, sind alle essbar, solange der "Schwamm" nicht rosalich gefärbt ist -> das kann sich jeder merken).

Schmierröhrlinge sind idiotensicher (Röhrlinge mit schmierigem Hut sind essbar, solange sie kein Netz am Stiel haben)... Es ist aber auch nicht zu viel verlangt, dann noch ein Buch zu nehmen und zu versuchen, die Art zu bestimmen. Es gibt ja auch seltene Röhrlinge.

Semmelstoppelpilz wurde schon genannt.

Man kann die Marone noch eigens nehmen (Braunhütig, Proen schwach blauend, ockerbrauner Stiel, KEIN Netz am Stiel -> auch das begreift jeder Einsteiger).

Es gibt noch einige Beispiele von problemlosen Arten (z.B. Stäublinge, wenn man drauf hinweist, dass innen kein Hut/Stiel erkennbar ist -> junge Knollis).

Täublinge zu erkennen setzt noch vorraus, dass die Leute wissen, wie man einen Stiel druchbricht und erkennt, ob das Fleisch fasert oder grade bricht wie ein Apfel... Auch das kann ein Einsteiger schnell lernen.

Auch Lamellenansätze sind leicht erlernbar, wenn man sie erklärt (Braunlamellige Pilze sind essbarm wenn die Lamellen frei sind und sie in der Stielbasis nicht chromgelb anlaufen, wenn man dran kratzt/ sie aufschneidet).

Man kann noch viele weitere solche Regeln aufstellen, anhand derer Einsteiger loslegen können. Aber: sie müssen sich mittels Literatur und anderer Pilzfreunde weiterbilden und einfach ein wenig einarbeiten.
Wem das zuviel ist (solche Leute gibt es leider auch), sollte lieber im Supermarkt einkaufen - und dort "lernen", was ne Made ist und was gammelig ist...

Liebe Grüße
Christoph ;-)))

"Hmm ja mehr fallen mir nicht ein. Welche würdet ihr noch als
narrensichere" Anfängerpilze bezeichnen? (Es geht nur eßbare
Anfängerpilze - weniger um Speisewertigkeit bzw. Geschmack)"
Hallo Olaf,
Bei "Narrensicher" fallen mir nur Champignons aus der Dose und
frische
Zuchtpilze ein. ;-)
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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Re: Röhrlinge nicht giftig?

42, (vor 8044 Tagen) @ Christoph

(Röhrling mit weißem Fleisch, die nicht blauen, sind alle essbar, solange
der "Schwamm" nicht rosalich gefärbt ist -> das kann sich jeder merken).

Dazu fällt mir eine Frage ein, die sich mir schon lange stellt:

Bei uns (in Europa) dürfte obige Regel gültig sein. Gibt's aber anderswo
(Amerika, Asien) eigentlich giftige Röhrlinge, die keine Rotporer sind? Falls
ja: hat dazu jemand Artnamen?

Gruß
Thomas

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Re: Röhrlinge nicht giftig?

EricS ⌂, (vor 8044 Tagen) @ 42

Hallo Thomas,

Gyroporus ammophilus, ein Verwandter des Hasenröhrlings, gilt als giftig. Der Pilz kommt in Italien, Südfrankreich etc. vor. Ob es stimmt, weiß ich nicht, ich kenne den Pilz nicht :(

Viele Grüße,

Eric

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Re: Röhrlinge nicht giftig?

Andreas ⌂, (vor 8044 Tagen) @ 42

Dazu fällt mir eine Frage ein, die sich mir schon lange stellt: Bei uns (in
Europa) dürfte obige Regel gültig sein. Gibt's aber anderswo
(Amerika, Asien) eigentlich giftige Röhrlinge, die keine Rotporer sind? Falls
ja: hat dazu jemand Artnamen?
Gruß
Thomas

Hallo,

Eric hat ja schon den Dünen-Kornblumenröhrling (Gyroporus ammophilus) genannt, der an der westlichen Mittelmeer- und Atlantikküste in Dünen-Kiefernwäldern vorkommt und ziemlich starke Vergiftungen auslöst.
In Nordamerika gibt es eine ganze Anzahl an Tylopilus-Arten, die vermutlich nicht alle nur bitter sind, sondern auch leicht giftig. Ich vermute mal so in etwa wie unser Schönfuß-Röhrling.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Röhrlinge nicht giftig?

Thomas Pruß, (vor 8044 Tagen) @ 42

Moin der Herr,
gib’ mir 24 Stunden, dann kann ich dir genaue Auskunft geben. Meine „Texas Mushrooms“ liegen zuhause auf dem Nachttisch. Ist momentan meine Bettlektüre.

Wirrsing

Thomas

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Re: Was wären Anfängerpilze?

Marcell Rost, (vor 8044 Tagen) @ Olaf

Hallo Olaf,

ich glaube nicht daran, das es narrensichere Pilze gibt. Die einzige Außnahme ist tatsächlich der schon genannte Riesenbovist. Allein durch seine Größe bedingt. Er wird lediglich von einigen Kindern mit einem Fussball verwechselt, was für einen Pilzsucher schon ärgerlich sein kann. Wenn man nun aber los zieht um sich Riesenboviste zu suchen, wird das garantiert nicht einfach werden aber dafür schnell langweilig. Die können sich trotz ihrer Größe verdammt gut verstecken.
Ansonsten kann ich nur raten, wirklich mit einer Sorte anzufangen. Und das sind natürlich die Röhrlinge. Hier kann man sehr schnell weiterkommen. Wichtig ist sich zuerst die giftigen und ungeniessbaren Pilze anzueignen.
Am schwierigsten dürfte dabei die Bestimmung des Gallenröhrlings sein. In den Wäldern um Haltern z.B tritt dieser nur sporadisch auf. Das heißt er ist jahrelang hintereinander nicht zu sehen und im darauffolgenden Jahr tritt er förmlich massenhaft auf. In einem solchen Jahr verdirbt er hier in der Gegend sehr viele Pilzgerichte. Aber durch eine einfache Geschmacksprobe kann man dieser Gefahr aus dem Weg gehen. Er ist wirklich wiederlich bitter.
Den Satanspilz sowie den Schönfussröhrling sollte man einmal in der Natur gesehen haben, dann ist auch hier kaum eine Verwechslung möglich. Bei einigen Arten muss man dann noch darauf achten, das ausschließlich junge Pilze gesammelt werden, bei anderen muss die Huthaut abgezogen werden. Das ist meines Wissens nach schon alles. Aber damit hat man als Anfänger auch erst einmal genug zu tun.
Wenn man noch mehr Pilze gleichzeitig lernen will, glaube ich das man schnell die Übersicht und auch die Lust verliert, da diese eben nicht narrensicher sind.

Viele Grüße,

Marcell