Röhrling dessen Fleisch beim trocken rötet?

Rene, (vor 8043 Tagen)

Heute hat mir eine meiner Stammkundinnen eine kleine Kollektion von in Scheiben geschnittener und zum trocknen ausgelegten Pilzscheibchen nach Hause gebracht. Ich war leider noch nicht von der Arbeit zurück, so hat Sie diese Exemplare meiner Frau in übergeben. Allein schon die Bestimmung von in ca. 1mm Dicke geschnittenen und angetrockneten Pilscheibchen ist ein eher aussergewöhnlicher Wunsch ;-), aber nun der Grund meiner Anfrage;

So wie ich das sehe könnte es sich bei den Scheibchen um einen, mit ca. 3-4cm Hutdurchmesser, relativ jungen Maronenröhrling (Xerocomus badius) handeln. Was aber sonderbar ist, das Hutfleisch hat gerötet. Habe versucht ein solches Verhalten in der gängigen Literatur und zuletzt auch noch im Internet zu klären. Habe aber keine Info diesbezüglich gefunden und bin echt überfragt. Zur makroskopischen Bestimmung: 100% Röhrling, Hutfarbe und Oberfläche führen mich zu 75% zu Filzröhrling (Xerocomus). Stiel natürlich nicht vorhanden. Röhren zum Glück noch dran und Röhrenschicht in etwa gleich dick wie Hutfleisch. Weiter Farbreaktionen durch Trockenheit nicht mehr nachvollziehbar. Bin auch noch nie auf die Idee gekommen eine Marone zu trocknen.

Kann es sein das Xerocomus erst blaut und die Farbreaktion beim trocknen ins rötliche "rüberfällt"? Könnte allenfalls noch eine andere Art der Gattung sein, aber keinefalls ein Strubelkopf-Röhrling.

Hat jemand diesbezügliche Erfahrungen bei ähnlichen Trocknungsversuchen gemacht?

Grüsse René

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Sollte natürlich "trocknen" heissen *oT*

Rene, (vor 8043 Tagen) @ Rene

- kein Text -

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Frage zu deiner Homepage

pfifferling, (vor 8042 Tagen) @ Rene

War gerade eben nachdem ich dein Posting gelesen habe (Warum bist du noch nie auf die Idee gekommen eine Marone zu trocken?), habe ich mir eben deine Homepage angeschaut (dickes Kompliment!).

Beim Durchlesen deiner Positivliste von Speisepilzen sah ich, daß du den fuchsigen Trichterling und den Perlpilz aus der Speisepilzliste gestrichen hast. Ich meine um den fuchsigen Trichtering ist es nicht schad - da muss es schon schlimm aussehen im Wald und meine getrockneten Maronenvorräte müssen auch weg sein um den als Speisepilz zu sammeln - aber der Perlpilz?? Da wäre es doch schon sehr schad drum?

Gibt es einen Grund dafür?

Gruss
Frank

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Re: Frage zu deiner Homepage

Rene, (vor 8042 Tagen) @ pfifferling

War gerade eben nachdem ich dein Posting gelesen habe (Warum bist du noch nie
auf die Idee gekommen eine Marone zu trocken?), habe ich mir eben deine
Homepage angeschaut (dickes Kompliment!).
Beim Durchlesen deiner Positivliste von Speisepilzen sah ich, daß du den
fuchsigen Trichterling und den Perlpilz aus der Speisepilzliste gestrichen
hast. Ich meine um den fuchsigen Trichtering ist es nicht schad - da muss
es schon schlimm aussehen im Wald und meine getrockneten Maronenvorräte
müssen auch weg sein um den als Speisepilz zu sammeln - aber der
Perlpilz?? Da wäre es doch schon sehr schad drum?
Gibt es einen Grund dafür?

Hallo Frank

(Warum bist du noch nie : auf die Idee gekommen eine Marone zu trocken?)

Falls dies falsch rübergekommen sein sollte; Ich finde es nicht aussergewöhnlich die Marone zu trocknen! oder zu essen. Ich selber mach halt weder das eine noch das andere.

Natürlich gibt es einen Grund. Die meisten Leute welche zu mir (und teilweise wohl auch zu euch) auf die Kontrollstelle kommen, haben nicht dass fundierte Wissen welches wir in diesem Forum in geballter Form antreffen. Verwechslungen kommen immer wieder vor, so wurde mir schon mehrfach der Grüne Knollenblätterpilz als Speisepilz (Gott sei Dank) vorgelegt, aber auch Steinpilze mit Lamellen, ganz zu schweigen von vielen entäuschten Steinpilzsammlern welche mir den Gallen-Röhrling oft Korbweise brauchten. Die Liste der vorgelegten Verwechslungen ist relativ lang. Zudem besteht immer die Gefahr, dass ein Sammler nach einer Kontrolle das Gefühl haben könnte die Art nun zu kennen und von nun an nicht mehr kontrollieren zu lassen (ich war auch mal so). Aber kennt er die Art wirklich sauber? Daher sind im Thurgau auch einige Pilze nicht auf der Positivliste welche zwar "essbar" sind, deren Verwechslungspotential aber für den unbedarften Pilzsammler gross ist oder einfach selten und daher schonenswert sind.

Nun aber konkret zu den gefragten, gestrichenen Arten und der Begründung

Fuchsiger Trichterling (Lepista flaccida)
Diese Art hat einen Doppelgänger welcher sich offenbar in Europa auszubreiten beginnt. Gemeint ist der Parfümierte Trichterling (Clitocybe amoenolens) welcher das Acrolealgra-Syndrom auslöst. Diese Weisheit habe ich dem Buch "1x1 des Pilze sammelns" Seite 58 von Walter Pätzold entnommen, welcher empfiehlt den Fuchsigen T. von den Speisepilzen zu streichen. Ich habe diese giftige Art selber noch nie gesehen, weiss also nicht wie gross die Verwechslungsgefahr ist. Daher wurde der Fuchsige Trichterling gestrichen.

Zum Perlpilz (Amanita rubescens)
Erstens ist auch hier das Verwechslungspotential relativ hoch, zweitens hat mich das Buch "Pilzgifte / Giftpilze" von Dr. med. René Flammer (ein anerkannter Schweizer Pilztoxikologe) zu diesem Schritt bewogen. Der Perlpilz ist nach diesem Buch nur bedingt essbar und roh genossen (wie einige andere Arten) scheinbar recht giftig. Ich habe die ganze Gattung Amanita von der Speisepilz Liste gestrichen (Ausnahme Kaiserling der aber bei uns kaum vorkommt). Die Gattung Amanita hat einige typische Merkmale (z.B. freie weisse Lamellen, Manschette etc.) und es kann auch einem Laien beigebracht werden auf diese Merkmale zu achten.

Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste und ich möchte meine "Kunden" noch eine Weile behalten ;-).

Gruss René

NB. Buchempfehlungen zu den erwähnten Büchern hier:
http://www.mykonet.ch/buchempfehlungen.htm

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Röhrling dessen Fleisch beim trocken rötet?

Gork, (vor 8042 Tagen) @ Rene

Heute hat mir eine meiner Stammkundinnen eine kleine Kollektion von in
Scheiben geschnittener und zum trocknen ausgelegten Pilzscheibchen nach
Hause gebracht. Ich war leider noch nicht von der Arbeit zurück, so hat
Sie diese Exemplare meiner Frau in übergeben. Allein schon die Bestimmung
von in ca. 1mm Dicke geschnittenen und angetrockneten Pilscheibchen ist
ein eher aussergewöhnlicher Wunsch ;-), aber nun der Grund meiner Anfrage;
So wie ich das sehe könnte es sich bei den Scheibchen um einen, mit ca. 3-4cm
Hutdurchmesser, relativ jungen Maronenröhrling (Xerocomus badius) handeln.
Was aber sonderbar ist, das Hutfleisch hat gerötet. Habe versucht ein
solches Verhalten in der gängigen Literatur und zuletzt auch noch im
Internet zu klären. Habe aber keine Info diesbezüglich gefunden und bin
echt überfragt. Zur makroskopischen Bestimmung: 100% Röhrling, Hutfarbe
und Oberfläche führen mich zu 75% zu Filzröhrling (Xerocomus). Stiel
natürlich nicht vorhanden. Röhren zum Glück noch dran und Röhrenschicht in
etwa gleich dick wie Hutfleisch. Weiter Farbreaktionen durch Trockenheit
nicht mehr nachvollziehbar. Bin auch noch nie auf die Idee gekommen eine
Marone zu trocknen.
Kann es sein das Xerocomus erst blaut und die Farbreaktion beim trocknen ins
rötliche "rüberfällt"? Könnte allenfalls noch eine andere Art
der Gattung sein, aber keinefalls ein Strubelkopf-Röhrling.
Hat jemand diesbezügliche Erfahrungen bei ähnlichen Trocknungsversuchen
gemacht?
Grüsse René

Hallo, ich habe mal Maronen getrocknet, zusammen mit allen möglichen anderen Röhrlingen, kann mich aber bei keinem der Getrockneten an eine Rotfärbung erinnern.

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Röhrling dessen Fleisch beim trocken rötet?

Jürgen, (vor 8042 Tagen) @ Gork

Hallo Rene,

soweit ich beobachtet habe, verfärbt sich das Fleisch bei stark blauenden Arten beim Trocknen nach orange- bis rostrot, um dann nach mehreren Tagen nach schmutzig gelbbraun auszublassen. Das betrifft zum Beispiel die Gruppe um Boletus rhodopurpureus (sehr seltene Art).

Möglich, dass sich z. B. der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus) ähnlich verhält, worauf ich bisher nicht eigens geachtet habe. Der Pilz ähnelt der Marone zwar äußerlich, doch müsste dem Finder zuallererst die intensive Blauverfärbung beim Berühren oder Anschneiden auffallen, nicht erst das evtl. Röten beim Trocknen.

Aber das ist spekulativ. Vielleicht lag ja z. B. auch ein Herbstrotfuß (Xerocomus pruinatus) vor, bei dem das Hutfleisch schon vor dem Trocknen von der weinroten Pigmentschicht unter der Huthaut her durchgefärbt war.

Grüße, Jürgen

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Röhrling dessen Fleisch beim trocken rötet?

Rene, (vor 8042 Tagen) @ Jürgen

Hallo Rene,
soweit ich beobachtet habe, verfärbt sich das Fleisch bei stark blauenden
Arten beim Trocknen nach orange- bis rostrot, um dann nach mehreren Tagen
nach schmutzig gelbbraun auszublassen. Das betrifft zum Beispiel die
Gruppe um Boletus rhodopurpureus (sehr seltene Art).
Möglich, dass sich z. B. der Schwarzblauende Röhrling (Boletus
pulverulentus) ähnlich verhält, worauf ich bisher nicht eigens geachtet
habe. Der Pilz ähnelt der Marone zwar äußerlich, doch müsste dem Finder
zuallererst die intensive Blauverfärbung beim Berühren oder Anschneiden
auffallen, nicht erst das evtl. Röten beim Trocknen.
Aber das ist spekulativ. Vielleicht lag ja z. B. auch ein Herbstrotfuß
(Xerocomus pruinatus) vor, bei dem das Hutfleisch schon vor dem Trocknen
von der weinroten Pigmentschicht unter der Huthaut her durchgefärbt war.
Grüße, Jürgen

Hallo Jürgen

soweit ich beobachtet habe, verfärbt sich das Fleisch bei stark blauenden
Arten beim Trocknen nach orange- bis rostrot, um dann nach mehreren Tagen
nach schmutzig gelbbraun auszublassen.

Genau dieser Effekt scheint auch hier vorzuliegen. 1 Tag nach dem ersten Posting hat die Rotfärbung nachgelassen und geht in das erwähnte gelbbraun über. Gemäss Rückfrage war das Fleisch von Anfang an rot gefärbt was dem Posting von Birgit "Allenfalls sind einige junge Maronen im Hut schon frisch leicht rötlich verfärbt." entsprechen würde (und jung waren die Pilze ja). Scheint meine Einschätzung nach kleinen Maronen mindestens nicht komplett ad absurdum zu führen.

B. pulverolentus, von mir als Tintenlumpen* benannt war es garantiert nicht. B. rhodopurpureus und X. pruinatus kenne ich nicht.

*Erklärung zum Tintenlumpen aus dem letzten Jahrtausend ;-); Als Kinder in der ersten Unterstufe haben wir noch mit Feder und Tinte schreiben gelernt. Da hatten wir so ein Gebilde aus mehreren runden, in der Mitte zusammengenähten Stofflagen um die Feder abzuputzen. Dieses runde, tintenverschmierte Gebilde gab mir die Assoziation zu B. pulverulentus.

Grüsse René

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Röhrling dessen Fleisch beim trocken rötet?

Birgit, (vor 8042 Tagen) @ Rene

Hallo René,

also ich gehe hin und wieder dem exotischen ;-) Hobby des Trocknens von Maronen nach, zu kulinarischen Zwecken natürlich. Ist das wirklich so ungewöhnlich? Maronen zählen auch zu den Pilzen, die getrocknet nichts an Aroma verlieren, ich hab sogar den Verdacht, daß die dann weniger schleimige Gerichte ergeben. (Pilzberater, die aucch manchmal selber Pilze essen, haben hin und wieder Vorteile ;-))

Zur Sache: eine Rotverfärbung konnte ich noch nie erkennen, auch bei den in den letzten Tagen geernteten und getrockneten Maronen nicht. Allenfalls sind einige
junge Maronen im Hut schon frisch leicht rötlich verfärbt.

Auffallend orange schon im Frischzustand ist dagegen das Fleisch von Sandröhrlingen und die trocknen dann auuch mit einem orangerötlichen Farbton. Allerdings ist bei denen die Röhrenschicht sehr dünn und außerdem oliv. Ansonsten fallen mir noch mindestens Goldröhrlinge und der rostrote Lärchenröhrling (Suillus tridentinus) ein, die gelbes bis orangerotes Fleisch haben könnten.

Liebe Grüßße

Birgit

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Röhrling dessen Fleisch beim trocken rötet?

Rene, (vor 8042 Tagen) @ Birgit

Hallo René,
also ich gehe hin und wieder dem exotischen ;-) Hobby des Trocknens von
Maronen nach, zu kulinarischen Zwecken natürlich. Ist das wirklich so
ungewöhnlich? Maronen zählen auch zu den Pilzen, die getrocknet nichts an
Aroma verlieren, ich hab sogar den Verdacht, daß die dann weniger
schleimige Gerichte ergeben. (Pilzberater, die aucch manchmal selber Pilze
essen, haben hin und wieder Vorteile ;-))
Zur Sache: eine Rotverfärbung konnte ich noch nie erkennen, auch bei den in
den letzten Tagen geernteten und getrockneten Maronen nicht. Allenfalls
sind einige
junge Maronen im Hut schon frisch leicht rötlich verfärbt.
Auffallend orange schon im Frischzustand ist dagegen das Fleisch von
Sandröhrlingen und die trocknen dann auuch mit einem orangerötlichen
Farbton. Allerdings ist bei denen die Röhrenschicht sehr dünn und außerdem
oliv. Ansonsten fallen mir noch mindestens Goldröhrlinge und der rostrote
Lärchenröhrling (Suillus tridentinus) ein, die gelbes bis orangerotes
Fleisch haben könnten.
Liebe Grüßße
Birgit

Hallo Birgit

Danke für deinen Beitrag. Es ist schon spät, erlaube mir bitte den Telegrammstil (soll keine Missachtung sein).

Auffallend orange schon im Frischzustand ist dagegen das Fleisch von
Sandröhrlingen und die trocknen dann auuch mit einem orangerötlichen
Farbton. Allerdings ist bei denen die Röhrenschicht sehr dünn und außerdem
oliv. Ansonsten fallen mir noch mindestens Goldröhrlinge und der rostrote
Lärchenröhrling (Suillus tridentinus) ein, die gelbes bis orangerotes
Fleisch haben könnten.

Sicher keine der erwähnten Arten. Rest siehe bitte Posting an Jürgen.
Beitrag 72666

Gruss René

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Röhrling dessen Fleisch beim trocken rötet? *PIC*

Hans aus ED, (vor 8042 Tagen) @ Rene

Hallo,

ich hab zwar noch keine Ahnung wie der Röhrling genau heisst den ich letze woche gefunden habe... aber wie ich heute nachmittag beim einräumen des Exikats feststellen musste rötet der auch:

[image]

[image]

Gruß Hans

Eintrag gesperrt
13 Aufrufe

Das dürfte Xerocomus pruinatus sein *oT*

Jürgen, (vor 8042 Tagen) @ Hans aus ED

- kein Text -

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Röhrling dessen Fleisch beim trocken rötet?

Rene, (vor 8038 Tagen) @ Rene

Heute hat mir eine meiner Stammkundinnen eine kleine Kollektion von in
Scheiben geschnittener und zum trocknen ausgelegten Pilzscheibchen nach
Hause gebracht. Ich war leider noch nicht von der Arbeit zurück, so hat
Sie diese Exemplare meiner Frau in übergeben. Allein schon die Bestimmung
von in ca. 1mm Dicke geschnittenen und angetrockneten Pilscheibchen ist
ein eher aussergewöhnlicher Wunsch ;-), aber nun der Grund meiner Anfrage;
So wie ich das sehe könnte es sich bei den Scheibchen um einen, mit ca. 3-4cm
Hutdurchmesser, relativ jungen Maronenröhrling (Xerocomus badius) handeln.
Was aber sonderbar ist, das Hutfleisch hat gerötet. Habe versucht ein
solches Verhalten in der gängigen Literatur und zuletzt auch noch im
Internet zu klären. Habe aber keine Info diesbezüglich gefunden und bin
echt überfragt. Zur makroskopischen Bestimmung: 100% Röhrling, Hutfarbe
und Oberfläche führen mich zu 75% zu Filzröhrling (Xerocomus). Stiel
natürlich nicht vorhanden. Röhren zum Glück noch dran und Röhrenschicht in
etwa gleich dick wie Hutfleisch. Weiter Farbreaktionen durch Trockenheit
nicht mehr nachvollziehbar. Bin auch noch nie auf die Idee gekommen eine
Marone zu trocknen.
Kann es sein das Xerocomus erst blaut und die Farbreaktion beim trocknen ins
rötliche "rüberfällt"? Könnte allenfalls noch eine andere Art
der Gattung sein, aber keinefalls ein Strubelkopf-Röhrling.
Hat jemand diesbezügliche Erfahrungen bei ähnlichen Trocknungsversuchen
gemacht?
Grüsse René

Hallo liebe Mitrater

Die Sache mit den angetrockneten roten Pilzscheibchen hat sich aufgelöst. Die besagte Pilzsammlerin hat mir heute Frischmaterial gebracht welches die Bestimmung massiv erleichterte. Und nun haltet euch fest: Es handelt sich um den Rotfuss-Röhrling (Xerocomus chrysenteron). Schneidet man den im Hut an und wartet mehrere Stunden, so färbt sich das Hutfleisch tatsächlich rot. Erstaunlich das dies in vielen Pilzbüchern nicht erwähnt ist. Ich habe einen solchen (schwachen) Hinweis nachträglich im B&K gefunden welcher wörtlich aussagt "Fleisch gelblich-weiss, unter der Huthaut rot, im Schnitt schwach blauend und dann rötend" (leider ohne Zeitangabe).
Für mich eine ganz neue Erfahrung da ich bisher noch nie die Zeit fand stundenlang auf die Schnittfläche eines Rotfuss-Röhrlings zu starren ;-). Andern Mykologen geht dies wohl ähnlich, sonst wäre dieses Verhalten besser bekannt, aber ich denke die meisten Rotfuss-Röhrlinge werden verspeist bevor diese Verfärbung auftritt.

Grüsse
René