Verbreitung Eichen-Stromabecherling *PIC*

ThomasHofheim, (vor 8041 Tagen)

Hallo,
mich würde mal interessieren, wie verbreitet der Eichen-Stromabecherling (Ciboria batschiana) in Deutschland eigentlich ist. Es scheint mir offensichtlich, dass er im Krieglsteinerschen Verbreitungsatlas unterkartiert ist.
Daher meine Frage: Kennt ihr Ciboria batschiana aus euren Sammelgebieten und wenn ja, wie häufig ist er dort?
Vielen Dank für alle Hinweise schon jetzt!
Viele Grüße
ThomasHofheim

[image]

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hab ich hier noch nie gesehen ...

Micha-Giessen, (vor 8041 Tagen) @ ThomasHofheim

Hallo Thomas,
ich möchte mit großer Wahrscheinlichkeit behaupten, daß es diesen Pilz hier um Gießen herum nicht gibt - oder er ist in dieser Region zumindest so selten, daß ich ihn noch nicht gefunden habe.
Habe in diesem Jahr einige Wälder um Gießen herum durchstromert, aber so ein (von der Erscheinung doch recht auffälliger, weil vom Schema Röhrling/Lamellenpilz abweichender) Pilz ist mir da nicht aufgefallen.

Gruß Micha

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Re: Verbreitung Eichen-Stromabecherling

Huperzia ⌂, (vor 8041 Tagen) @ ThomasHofheim

Hallo Thomas,

Als ich noch danach geguckt hatte, also in Niedersachsen (normaler Mischwald), war der eigentlich überall, wo es auch Eichen gab - natürlich nicht immer vorhanden.
Ich glaube, daß er sehr häufig ist.

Viele Grüße,

Tanja

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Re: hab ich hier noch nie gesehen ... *PIC*

ThomasHofheim, (vor 8041 Tagen) @ Micha-Giessen

Hallo Micha,
vielen Dank erstmal für Deine Einschätzung. Man muß aber dazusagen, dass der Pilz einem eigentlich nur bei gezielter Suche auch auffällt. Die Pilze auf meinem Bild sind 1.) ziemlich gross und 2.) aus der Erde geholt, da die Eicheln oft vergraben sind. Im Feld sieht das dann eher so aus:

[image]

Denk Dir jetzt noch ein bißchen Laub drüber und man kann sich vorstellen, wie leicht man diese kleinen Pilzchen mit einem Hutdurchmesser von oft unter 1 cm übersehen kann. Vielleicht ist die Art bei uns in Hessen aber tatsächlich seltener als etwa in Niedersachsen, wie Tanja berichtet und man auch der Artenliste von Knut Wöldecke entnehmen kann ("häufig", heißt es dort).
Viele Grüße
ThomasHofheim

Hallo Thomas,
ich möchte mit großer Wahrscheinlichkeit behaupten, daß es diesen Pilz hier
um Gießen herum nicht gibt - oder er ist in dieser Region zumindest so
selten, daß ich ihn noch nicht gefunden habe.
Habe in diesem Jahr einige Wälder um Gießen herum durchstromert, aber so ein
(von der Erscheinung doch recht auffälliger, weil vom Schema
Röhrling/Lamellenpilz abweichender) Pilz ist mir da nicht aufgefallen.
Gruß Micha

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Re: hab ich hier noch nie gesehen ...

Huperzia ⌂, (vor 8041 Tagen) @ ThomasHofheim

.....Vielleicht ist die Art bei uns in Hessen aber

tatsächlich seltener als etwa in Niedersachsen, wie Tanja berichtet und
man auch der Artenliste von Knut Wöldecke entnehmen kann
("häufig", heißt es dort).....

Hallo Thomas,

Ich denke, daß es eher an der Art des Suchens liegt. Ich war eben viel mit den Wöldeckes unterwegs und so häufig, wie er war, halte ich es für extrem unwahrscheinlich, daß die Art in Hessen seltener sein soll - von den Wäldern, Klima etc. unterscheidet sich Hessen ja nicht gerade besonders von Süd-Niedersachsen.
Es liegt bei solch kleinen spezialisierten Arten auch eher an dem kleinräumigen Umfeld, als an größeren regionalen Bereichen. Ich vermute jedenfalls, daß man sie in (fast) jedem "normalen" Mischwald mit Eichen in Mitteleuropa finden kann.

Viele Grüße,

Tanja

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in manchen Jahren

Rudi, (vor 8041 Tagen) @ Huperzia

kommt er reichlich vor, besonders am Blutsee gabs schon Massenfunde.

Hallo Thomas,

heuer hab ich ihn allerdings noch nicht gesehen- vielleicht war ich allerdings zu oft bei den Saftlingen...

Grüße Rudi

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Re: hab ich hier noch nie gesehen ...

ThomasHofheim, (vor 8041 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,
insgesamt hast Du sicher recht. Wobei ich die Feststellung, dass sich Süd-Niedersachsen von den Wäldern, Klima etc. nicht besonders von Hessen unterscheiden soll, so generell natürlich nicht unterschreiben würde. Zumindest bei uns in Südhessen dürfte es doch deutlich wärmer sein (soweit man innerhalb Deutschlands davon überhaupt sprechen kann). Aber ich will jetzt keine Debatte über die Karibik Deutschlans anzetteln :-)
Wie gesagt, insgesamt hast Du sicher recht, wobei ich gerne noch ein paar mehr Einschätzungen hätte.
Viele Grüße
Thomas

.....Vielleicht ist die Art bei uns in Hessen aber
Hallo Thomas,
Ich denke, daß es eher an der Art des Suchens liegt. Ich war eben viel mit
den Wöldeckes unterwegs und so häufig, wie er war, halte ich es für extrem
unwahrscheinlich, daß die Art in Hessen seltener sein soll - von den
Wäldern, Klima etc. unterscheidet sich Hessen ja nicht gerade besonders
von Süd-Niedersachsen.
Es liegt bei solch kleinen spezialisierten Arten auch eher an dem
kleinräumigen Umfeld, als an größeren regionalen Bereichen. Ich vermute
jedenfalls, daß man sie in (fast) jedem "normalen" Mischwald mit
Eichen in Mitteleuropa finden kann.
Viele Grüße,
Tanja

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Re: Verbreitung Eichen-Stromabecherling

Andreas ⌂, (vor 8041 Tagen) @ ThomasHofheim

Hallo,
mich würde mal interessieren, wie verbreitet der Eichen-Stromabecherling
(Ciboria batschiana) in Deutschland eigentlich ist. Es scheint mir
offensichtlich, dass er im Krieglsteinerschen Verbreitungsatlas
unterkartiert ist.
Daher meine Frage: Kennt ihr Ciboria batschiana aus euren Sammelgebieten und
wenn ja, wie häufig ist er dort?
Vielen Dank für alle Hinweise schon jetzt!
Viele Grüße
ThomasHofheim

Hallo Thomas,

in baden-Württemberg ist er scheinbar selten, aber wohl nur scheinbar, denn im exakter kartierten Ostwürttemberg ist er zumindest zerstreut. Ich selber habe ihn noch nicht sehr oft gefunden, allerdings erinnere ich mich an zwei Pilzjahre, in denen er immer wieder gefunden wurde, ohne konkret nach ihm suchen zu müssen. Hätte man in einem dieser Jahre gezielt kartiert, wäre die Verbreitungskarte heute vermutlich ziemlich schwarz. Meiner Einschätzung nach hat diese Art endogene Rhythmen, wie vielleicht auch der Fichtenzapfenbecherling und der Prachtbecherling, so dass er in manchen Jahren massenhaft auftritt und dann wieder längere Zeit kaum auffindbar ist.

Gleiche Beobachtung gilt auch für Niederschlesien, Gebiet um Legnica und Odertal Richtung Breslau .

beste Grüße,
Andreas

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Re: Verbreitung Eichen-Stromabecherling

Dedimyk, (vor 8040 Tagen) @ ThomasHofheim

Hallo Thomas und alle Pilzler im Forum,

Ciboria batschiana kommt in meinem Kartierungsgebiet Kreis Gifhorn und Wolfsburg in allen 12 MTB mit Eichenbeständen massenhaft vor.Ich nehme einmal an, daß nicht jeder die schwarzen Eichel-Mumien ( Konidienstadium ) als Ciboria batschiana erkennt.
Denn das Ascostadium mit den kleinen schwarzen Stielbecherchen wird sehr selten ab August auf den Eicheln gefunden.
Beim Kartieren reicht mir und vielen meiner Kartierkollegen der Nachweis der schwarzgefärbten Eicheln als Beleg für Ciboria batschiana vollkommen aus.

Das ist auch als Tipp von mir für die Kartierer 2000 online gedacht, die dieses
bisher vielleicht noch nicht wußten oder entsprechend berücksichtigten.
Das dürfte übrigens auch der Grund sein, daß die Kartierung im Kriegelsteiner Verbreitungsatlas relativ mager für diesen massenhaft auftretenden Phyto-parasiten ist.

Gruß Detlef

Hallo,

mich würde mal interessieren, wie verbreitet der Eichen-Stromabecherling
(Ciboria batschiana) in Deutschland eigentlich ist. Es scheint mir
offensichtlich, dass er im Krieglsteinerschen Verbreitungsatlas
unterkartiert ist.
Daher meine Frage: Kennt ihr Ciboria batschiana aus euren Sammelgebieten und
wenn ja, wie häufig ist er dort?
Vielen Dank für alle Hinweise schon jetzt!
Viele Grüße
ThomasHofheim

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Re: hab ich hier noch nie gesehen ...

Piwo, (vor 8040 Tagen) @ Huperzia

.....Vielleicht ist die Art bei uns in Hessen aber
Hallo Thomas,
Ich denke, daß es eher an der Art des Suchens liegt. Ich war eben viel mit
den Wöldeckes unterwegs und so häufig, wie er war, halte ich es für extrem
unwahrscheinlich, daß die Art in Hessen seltener sein soll - von den
Wäldern, Klima etc. unterscheidet sich Hessen ja nicht gerade besonders
von Süd-Niedersachsen.
Es liegt bei solch kleinen spezialisierten Arten auch eher an dem
kleinräumigen Umfeld, als an größeren regionalen Bereichen. Ich vermute
jedenfalls, daß man sie in (fast) jedem "normalen" Mischwald mit
Eichen in Mitteleuropa finden kann.
Viele Grüße,
Tanja

hallo in die Runde,

habe die Art in den letzten Jahren gezielt im Großraum Gießen gesucht und nicht gefunden. Auch in einer Fundliste eines namhaften Mykologen, der zeitweise in Hessen forschte, finde ich ebenfalls keinen Hinweis.

Gruß
Piwo

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Eine Anekdote dazu aus der Schweiz

Jürg, (vor 8040 Tagen) @ Andreas

Hallo
ihr kennt ja sicher alle den wunderbaren ersten Band der Pilze der Schweiz
über die Ascomyceten. Kenner werden festgestellt haben, dass
Ciboria batschiana darin fehlt. Die Autoren und ihre Helfer haben in ihrem
Floristikgebiet, der Innerschweiz vor dem Erscheinen des Bandes krampfhaft
danach gesucht. Jedoch ohne Erfolg!
Kaum war der Band erschienen tauchte Johann Schwegler (ein ausgezeichneter
Pilzkenner und einer der Helfer, die sich an der Suche beteiligt haben.
Er ist leider viel zu früh verstorben) bei uns im Verein auf und präsentierte
uns freudig Ciboria batschiana, den wir in der Folge überall in Massen fanden
und uns dabei fragten, ob denn alle Luzerner blind waren...!
Ich habe ihn dann zwei drei Jahre lang immer wieder an unterschiedlichen
Orten gefunden, nun aber doch schon längere Zeit nicht mehr gesehen.
Dies würde die Theorie von Andreas eigentlich bestätigen.
Die Luzerner haben ihr Buch zu einer Zeit publiziert, in der der Pilz
offensichtlich nicht in Erscheinung getreten ist!
Gruss
Jürg

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VIELEN DANK!!

ThomasHofheim, (vor 8040 Tagen) @ ThomasHofheim

Vielen Dank euch allen für die Hinweise und Einschätzungen.
Mir erscheint erscheint es im Moment am ehesten so, dass das Ascostadium (das mich hier in erster Linie interessiert hat) in Deutschland tatsächlich unterschiedlich stark verbeitet ist. Ich selbst kann Piwos Beitrag bis zu einem gewissen Grade nämlich nur unterstreichen. Zumindest in meinen direkten Hauswäldern hat die Art in den letzten Jahren wohl kaum Ascostadien produziert, da ich zumindest immer mal wieder gezielt gesucht habe. In dem Park in Wiesbaden (also 20 km weit weg), aus dem auch das Bild stammt, ist sie aber seit etwa 5 Jahren jedes Jahr in großer Zahl vertreten. Insofern mag die Fruchtkörperbildung dann tatsächlich nicht mit großräumigen Unterschieden zusammenhängen, sondern womöglich spielen kleinräumige Faktoren eine Rolle. Wenn dazu dann noch umweltunabhängige Fruktifikationsrhythmen, wie Andreas und Jürg berichten, ins Spiel kommen, mag man vielleicht genug Erklärungen für die unterschiedlichen Einschätzungen haben.
Ich bin jedenfalls ein gutes Stück schlauer als vorher, werde die Art für mich einstweilen als "zerstreut, mancherorts in manchen Jahren häufig" bezeichnen und danke euch noch einmal für eure Hilfe.
Viele Grüße
ThomasHofheim