Hallo Uschi,
der Cantharellus tubaeformis var. lutescens ist bei mir in verschiedenen
Pilzbüchern angegeben, z.B. im Gerhardt für unterwegs, Rosemarie Dähnke,
usw.
Im Ewald Gerhardt hat er doch auch auf der Abbildung dieselben graubraunen
Hüte wie auf meinen Bildern.
Guck doch bitte nochmal.
Den Gerhardt habe ich leider nicht, nur die zweibändige Ausgabe. Dort wird der "normale" tubaeformis abgebildet (sieht übrigens haargenau wie dein Bild aus!) und im Text wird bei der Stielbeschreibung erwähnt "schmutzig graugelblich oder fast leuchtend orangegelb (var. lutescens)"
Allerdings muß ich Dir recht geben..........nach Deinem Posting heute Morgen
hab ich nochmal in mehreren Büchern verglichen und in Rosemarie Dähnke
sind die var. lutescens tatsächlich rein gelb, Hut wie Stiel.
Aber in den meisten anderen Büchern steht var. lutescens und sieht auch so
aus wie meine Pilze nämlich mit graubraunen Hüten.
Das einzige weitere Bild das mir momentan einfällt zu tubaeformis var. lutescens ist CETTO 1141 - und das zeigt eine reingelbe Form von aurora/xanthopus/lutescens! Die müßte dann also (theoretisch!) C. lutescens var. lutescens heißen, was ja morphologisch auch zuträfe, denn auch hier sind die gelben Formen meiner Ansicht nach ohne Belang. *ggg*
Theoretisch deshalb, weil erstens der Artname "lutescens" innerhalb von Cantharellus als nomen dubium angesehen wird und deshalb nicht mehr verwendet wird (sehr vernünftig, bei diesem Chaos von Arten und Varietäten die alle lutescens heißen/hießen) und zweitens eine von der Stammart abgetrennte Varietät nicht den Namen der Stammart tragen kann, weil eben die Stammart (oder Typusvarietät) automatisch diesen Namen trägt (Autonym-Regel).
Warum denkst Du eigentlich das die Variation belanglos sein soll und
taxonomisch nicht gerechtfertigt ????????
Wel ich sie für auch schon zusammen mit anderen "normalen" tubaeformis (und auroras) gefunden habe, in allen Variationen von rein gelb- bis braungrauhütig und ich das nur als verschieden starke Pigmentation ansehen. So wie es bei Menschen eben auch hellhäutige und dunklere Typen gibt. Die verschiedenen Farbintensitäten sind mit keinem anderen Trennmerkmal verknüpft und zwischen den Farbextremen gibt es alle Übergänge. Wozu also eine var. lutescens? Dann kannst Du auch besonders dunkelhütige als var. obscura neu beschreiben, und die die genau dazwischen liegen am besten gleich noch als var. intermedius ....
Warum steht sie dann in so vielen Büchern ????
Fragen über Fragen, kannst Du mir helfen ????
Ich hoffe, dass ich das in manchen Dingen kann, bei der letzten Frage muss ich allerdings passen. Aber warum steht die var. alba von Amanita citrina (Gelber Knollenblätterpilz) in so vielen Büchern, obwohl es da auch alle möglichen Farbschattierungen gibt und weiße auch zwischen gelben stehen können?
Aber nochmals zu deinem Pilz. Was hat Dich denn veranlaßt, bzw. die die derselben Meinung sind, dass es sich um die var. lutescens handeln könnte? Ich finde, Deine Pilze sind absolut typisch für "normale" tubaeformis: Der Hut graubräunlich, der Stiel gebrochen ockergelb, mit leichtem Olivton, die Leisten deutlich olivgraulich getönt.
beste Grüße,
Andreas