#13: Körnchenröhrling - S. granulatus 7F/730kB *PIC*
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Jürgen, (vor 7976 Tagen)
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Werner2, (vor 7976 Tagen) @ Jürgen
Hallo Jürgen,
.
eine sehr beeindruckenden Bandbreite mit schönen Fotos.
Wenn die FK typisch sind hat man erfahrungsgemäß nicht so große Bestimmungsprobleme.
Von S. granulatus gibt es aber wohl durchaus recht braune, dunklere Exemplare, vor allem wenn die FK älter sind. Wie kann man denn solche Exemplare - besonders wenn sie dann nicht mehr "milchen" - von S. collinitus sicher unterscheiden ??
.
Gruss Werner2
.
Hallo Werner,
abgesehen von den Guttationstropfen (bei S. granulatus milchig, bei S. collinitus klar gelb) wäre noch auf folgende Merkmale zu achten (für S. collinitus)
- dunkle Hutfasern
- dunklere Stielbekörnung
- kräftiger gelbe Poren- und Stielfarbe (v. a. an der Spitze!)
- rosa Basalmyzel (granulatus: weiß)
- im Alter tendenziell weitere Poren
S. granulatus ist erfahrungsgemäß eher karamellfarben oder orange-, allenfalls rotbraun, nur selten gold- und m.W. nie schokoladenbraun. Bei solchen Funden würde ich besonders darauf achten, ob nicht doch S. collinitus vorliegt.
Gruß Jürgen
eine sehr beeindruckenden Bandbreite mit schönen Fotos.
Wenn die FK typisch sind hat man erfahrungsgemäß nicht so große
Bestimmungsprobleme.
Von S. granulatus gibt es aber wohl durchaus recht braune, dunklere
Exemplare, vor allem wenn die FK älter sind. Wie kann man denn solche
Exemplare - besonders wenn sie dann nicht mehr "milchen" - von
S. collinitus sicher unterscheiden ??
.
Gruss Werner2
.
Hallo Jürgen,
ich hab da noch mehrere Fragen/Anmerkungen:
- dunkle Hutfasern
meist heißt es, daß S. collinitus einen radialfaserigen Hut hätte. Stimmt das so??? Ich hab bisher erst zweimal S. collinitus gesehen, da wars auch so, auf deinen Bildern kann ichs leider nicht unbedingt erkennen.
- kräftiger gelbe Poren- und Stielfarbe (v. a. an der Spitze!)
okay, das sieht man auf deinen Bildern gut. S. granulatus hab ich schon sehr oft gesehen, deren Farben waren nie so kräftig wie auf deinen Bildern
- rosa Basalmyzel ( granulatus : weiß)
Kann man leider auf den Bildern nicht erkennen.
S. granulatus ist erfahrungsgemäß eher karamellfarben oder orange-,
allenfalls rotbraun, nur selten gold- und m.W. nie schokoladenbraun.
Ja.
Ein weiteres mögliches Unterscheidungsmerkmal sei die ""Haltung der Röhren": Bei S. collinitus könnte man die Röhren als leicht herablaufend betrachten, deine Bilder bestätigen dies, soweit man die Röhren sehen kann. Bei S. granulatus habe ich dies bisher noch nicht beobachtet, die Röhren sind meist "gerade angewachsen" oder sogar "ausgebuchtet angewachsen", sofern man bei Röhren davon sprechen kann
. Kannst du das bestätigen??
Danke für die informmative Darstellung
liebe Grüße
Birgit
P.S.: bitte entschuldigt Rechtschreibfehler, meine Tastatur prellt einerseitts, andererseits gehen manche Buchstaben nur noch schwer
Hallo Birgit,
- dunkle Hutfasern
meist heißt es, daß S. collinitus einen radialfaserigen Hut hätte. Stimmt das so??? Ich hab bisher erst zweimal S. collinitus gesehen, da wars auch so, auf deinen Bildern kann ichs leider nicht unbedingt erkennen.
Doch, und zwar auf den Bildern (von oben gezählt) 1, 3, 4 (hier bes. deutlich!) und 6. Die dunklen Fasern sind manchmal nicht sehr auffällig, v. a. wenn sie von feuchtem Schleim bedeckt sind, bei eher trockenen Hüten (wie auf Bild 4) aber gut zu sehen. Der Unterschied fällt besonders auf, wenn man granulatus und collinitus direkt vergleicht.
- rosa Basalmyzel (granulatus : weiß)
Kann man leider auf den Bildern nicht erkennen.
Doch, und zwar auf den Bildern 2 (Frkp. mitte vorn u. rechts), 4 (liegender Fruchtkörper, deutlich!) und 6 (rechter Frkp., stark ausgebildetes Basalmyzel mit Primordien, schwach aber erkennbar rosa).
Ein weiteres mögliches Unterscheidungsmerkmal sei die ""Haltung der Röhren": Bei S. collinitus könnte man die Röhren als leicht herablaufend betrachten, deine Bilder bestätigen dies, soweit man die Röhren sehen kann. Bei S. granulatus habe ich dies bisher noch nicht beobachtet, die Röhren sind meist "gerade angewachsen" oder sogar "ausgebuchtet angewachsen", sofern man bei Röhren davon sprechen kann
. Kannst du das bestätigen??
Das stimmt im Großen und Ganzen. Man könnte noch anfügen, dass S. collinitus die tendenziell eher größeren Hüte. und kürzeren Stiele ausbildet.
Danke für die informmative Darstellung
Danke fürs Nachhaken:)
Lieben Gruß, Jürgen
Dedimyk, (vor 7976 Tagen) @ Jürgen
Hallo Jürgen,
jetzt habe ich mal eine Frage zu diesen beiden Arten.Ist nicht auch das unterschiedliche Biotop beider Vorkommen ein gutes Unterscheidungsmerkmal?
Nach meinen Informationen kommen sowohl S. collinitus, als auch S. granulatus zwar beide unter Pinus nigra und sylvestris bei uns in Niedersachsen vor, aber S. collinitus auf K a l k und S. granulatus auf a r m e n S a n d bö d e n.Ist das allgemein so ?
Dann wäre das doch schon ein guter Anhaltspunkt im Vorfeld der Bestimmung.
Herzliche Grüße Detlef
Hallo Birgit,
meist heißt es, daß S. collinitus einen radialfaserigen Hut hätte. Stimmt das
so??? Ich hab bisher erst zweimal S. collinitus gesehen, da wars auch so,
auf deinen Bildern kann ichs leider nicht unbedingt erkennen.
Doch , und zwar auf den Bildern (von oben gezählt) 1, 3, 4 (hier bes.
deutlich!) und 6. Die dunklen Fasern sind manchmal nicht sehr auffällig,
v. a. wenn sie von feuchtem Schleim bedeckt sind, bei eher trockenen Hüten
(wie auf Bild 4) aber gut zu sehen. Der Unterschied fällt besonders auf,
wenn man granulatus und collinitus direkt vergleicht.
Doch , und zwar auf den Bildern 2 (Frkp. mitte vorn u. rechts), 4 (liegender
Fruchtkörper, deutlich!) und 6 (rechter Frkp., stark ausgebildetes
Basalmyzel mit Primordien, schwach aber erkennbar rosa).
Das stimmt im Großen und Ganzen. Man könnte noch anfügen, dass S. collinitus
die tendenziell eher größeren Hüte. und kürzeren Stiele ausbildet.
Danke fürs Nachhaken:)
Lieben Gruß, Jürgen
Hallo Detlef,
nein, das ist nicht allgemein so. S. granulatus ist zwar weniger kalkfordernd als S. collinitus, doch können beide in den gleichen Biotopen vorkommen, etwa unter Kiefern in Kalkmagerrasen (was man auf den Fotos z. T. auch an der Begleitflora sieht!). S. collinitus habe ich umgekehrt auch schon mehrfach auf Buntsandstein gefunden, wenn der Oberboden etwas kalkhaltigen Löß enthält (oder auch, wenn Kalkschotter vorhanden ist).
S. granulatus verhält von den Bodenansprüchen in etwa wie der Sommersteinpilz, S. collinitus in etwa wie der Netzstielige Hexenröhrling.
Grüße, Jürgen
Das Biotop ist also allenfalls ein Indiz, aber
jetzt habe ich mal eine Frage zu diesen beiden Arten.Ist nicht auch das
unterschiedliche Biotop beider Vorkommen ein gutes Unterscheidungsmerkmal?
Nach meinen Informationen kommen sowohl S. collinitus, als auch S. granulatus
zwar beide unter Pinus nigra und sylvestris bei uns in Niedersachsen vor,
aber S. collinitus auf K a l k und S. granulatus auf a r m e n S a n d bö
d e n.Ist das allgemein so ?
Dann wäre das doch schon ein guter Anhaltspunkt im Vorfeld der Bestimmung.
Herzliche Grüße Detlef
Dedimyk, (vor 7976 Tagen) @ Jürgen
- kein Text -
Hallo Detlef,
jetzt habe ich mal eine Frage zu diesen beiden Arten.Ist nicht auch das
unterschiedliche Biotop beider Vorkommen ein gutes Unterscheidungsmerkmal?
Nach meinen Informationen kommen sowohl S. collinitus, als auch S. granulatus
zwar beide unter Pinus nigra und sylvestris bei uns in Niedersachsen vor,
aber S. collinitus auf K a l k und S. granulatus auf a r m e n S a n d bö
d e n.Ist das allgemein so ?
Arme Sandbböden haben wir hier so gut wie gar nicht, Körnchenröhrlinge aber schon, bei armen Sandböden wwürde ich eher an Sandröhrlinge denken, die es hier leider auch nicht gibt. Wir haben hier in der unmittelbaren Umgebung vom Lech den Kalkschotter aus dem alten Flußbett mit einer minimalen Humusauflage, also ein sicher sehr kalkhaltiger, trockener Boden. Die Kiefer zu der meine hauseigenen Körnchenröhrlinge gehören steht genau da drauf. Die Körnchenröhrlinge haben sich inzwischen in die angrenzende Wiese ausgebreitet, die vom Bauern auch - wohl ziemlich sparsam - gedüngt wird. Bisher scheinen sie das noch zu vertragen. S. collinitus habe ich hier hingegen noch nicht gefunden, ein mir bekannter Fundort in der Nähe von Mannheim ist an einem kalkreichen Orchideenstandort, ein anderer Fund stammte aus einem Garten in Augsburg.
Liebe Grüße
Birgit
Hallo Birgit,
... ach ja - S. collinitus mag es gerne etwas wärmer und trockener:)
Wolfgang P., (vor 7975 Tagen) @ Jürgen
... ach ja - S. collinitus mag es gerne etwas wärmer und trockener:)
Kann ich bestätigen: Im Mainzer Sand (Kalkflugsand mit teils fast ungarischer Steppenvegetation) treten beide Arten auf, allerdings sind die extremsten Standorte mit alleinstehenden Kiefern auf einer Binnendüne S. collinitus vorbehalten, während die "normaleren" Standorte zumeist von S. granulatus besiedelt werden.
Wolfgang
Gerd-A, (vor 7975 Tagen) @ Wolfgang P.
In den Beiträgen wird der "Ringlose Butterpilz" konsequent als S. collitinus bezeichnet.
Dies ist m.W. seit vielen Jahren nur noch ein Synonym.
Der korrekte, aktuelle Name ist wohl:
Suillus flurii Huijsman = Suillus collitinus (Fr.) Kuntze
----------------------------
Übrigens, diese Art ist in meinem Gebiet (Alb-Donaukreis) nicht selten:
- Bei allen Exemplaren, die ich bisher in der Hand hatte, war die Abgrenzung gegenüber S. granulatus bereits im Feld recht einfach:
Hutfarbe deutlich dunkler und radialfaserig (ähnlich S. luteus) und Stielbasis mit +- deutlichem Rosaton.
Grüße
Gerd
... jedenfalls wird in einem Großteil der gängigen aktuellen Literatur (Galli, Breitenbach/Kränzlin, Atlas Baden-Württ., Courtecuisse/Duhem, Engel etc.) nach wie vor der Name Suillus collinitus (Fr.) Kuntze verwendet. Der mag im ursprünglichen Sinn zwar eine andere Art bezeichnet haben (umstritten ist, welche), wird aber seit Jahrzehnten eindeutig für den Ringlosen Butterpilz verwendet. Ob der Name offiziell konserviert wurde, weiß ich nicht - dazu kann aber bestimmt Andreas was sagen.
Grüße, jürgen
- kein Text -
Moser(1983) nennt die Art noch S. collinitus (= S. fluryi). Und bis Anfang der 90-er Jahre zitieren viele Autoren die Art ss. Moser.
Doch da gibt es Ausnahmen, z.B.:
"Michael-Hennig-Kreisel (1978): Handbuch der Pilzfreunde, Band 1", "Phillips (1982): Das Kosmos Buch der Pilze", "Engel & Gröger (1984): Pilzwanderungen, 21. Auflage", bei denen die Art mit S. fluryi bezeichnet wird.
Auch in "G.J. Krieglsteiner (1981): Beihefte zur ZMykol, Band 3" wird die Art S. fluryi Huijsman 1969 genannt und die nomenklatorische Historie (S. collinitus, S. granulatus var. roseobasis, S. roseobasis, S. fluryi) dargestellt. Krieglst. benutzt S. fluryi u.a. auch im BRD-Atlas (1991)und im von Dir korrekt zitierten BW-Atlas (2000).
Aber, aus den 90-er Jahren kenne ich keine deutschsprachige Literatur, in der als "aktueller" Name noch S. collinitus auftaucht. Es dauert halt seine Zeit, bis sich ein "neuer" Name durchsetzt.
--------------------------
Übrigens, auch "A. Bollmann, A. Gminder, P. Reil (2002): Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze" sind hier eindeutig und betrachten S. collinitus als Synonym.
Grüße
Gerd
Und noch etwas:
- Der Name "S. fluryi" hat die vielen durch den "berüchtigten" Sydney Code (1983) ausgelösten Umbenennungen und auch die Rückbenennungen aufgrund späterer Codes ohne Umbenennung/Schaden überstanden.
- S. collitinus ss. Fr. ist aus heutiger Sicht vermutlich sogar eine Art, die mit dem bei uns vorkommenden "Ringlosen Butterpilz" nicht identisch ist.
: "Aber, aus den 90-er Jahren kenne ich keine deutschsprachige Literatur, in der als "aktueller" Name noch S. collinitus auftaucht."
Zunächst mal ist ja die deutschsprachige Literatur nicht Maß aller Dinge. Aber der Name S. collinitus wird z. B. in den Standardwerken Breitenbach & Kränzlin (1991): Pilze der Schweiz, Bd. 3, und Engel (1996): Schmier- und Filzröhrlinge, verwendet.
: "Und noch etwas:
- Der Name "S. fluryi" hat die vielen durch den "berüchtigten" Sydney Code (1983) ausgelösten Umbenennungen und auch die Rückbenennungen aufgrund späterer Codes ohne Umbenennung/Schaden überstanden.
- S. collitinus ss. Fr. ist aus heutiger Sicht vermutlich sogar eine Art, die mit dem bei uns vorkommenden "Ringlosen Butterpilz" nicht identisch ist."
Dazu zitiere ich aus dem Fiche d'Identité, das die europäische Nomenklatur-Kommission (Autoren: Redeuilh & Simonini) 1998 zu dieser Art als Vorschlag für eine künftige VERBINDLICHE Handhabe publiziert haben:
"L'usage maintenant quasi unanime de l'épithète collinitus pour le bolet en objet résulte très vraisemblablement d'une erreur d'interprétation du texte original de Fries (cf. Gröger 1967, Hujisman 1969).
En tant que nom mal appliqué mais en usage nettement dominant, B. (S.) collinitus Fr. bénéficie cependant des nouvelles règles de stabilisation et doit être maintenu.
La première mesure à adopter pourrait etre maintenant de pourvoir B. collinitus Fr. d'un néotype représentatif de l'usage courant. Ensuite, en cas de désaccords persistants, une mesure de conservation pourrait être proposée."
Ich halte diese Gründe für gewichtig. Wenn Autoren weiterhin den Namen Suillus fluryi verwenden, so mögen sie ihrerseits dafür gute Gründe haben - der Vereinheitlichung und Stabilisierung der Nomenklatur dienen sie damit nicht.
Aber ich wollte echt keine Nomenklaturdiskussion lostreten...
Grüße, Jürgen
Dedimyk, (vor 7974 Tagen) @ Jürgen
- kein Text -