Z. Untersuchung v. coprophilen Pilzarten v. Kazuya *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 7933 Tagen)

hallo,

ich habe heute nochmal meine "Dungpilz-Kulturen" überprüft und dabei schon so einiges gefunden. Die kleinen weißen Becherchen habe ich mittlerweile fotografiert. Da sie noch sehr jung sind, wage ich hier noch keine konkrete Aussage zu machen, um welche Art es sich handeln könnte.

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Bei der genaueren Untersuchung unter der 40-fach Vergrößerung fand ich dann dieses kleine, perithezienartige Gebilde von gerade mal 0,15-0,3 mm Breite:

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Sporormiella lageniformis (Fuckel) Ahmed & Cain

Beschreibung:
Fk. ein Pseudothezium mit stark hervorstehender, oben abgerundeter Spitze, ganze Oberfläche glatt bis etwas uneben sowie schwarzbraun bis schwarz, an der Spitze bisweilen mit einzelnen, abstehenden Hyphen versehen.
Sporen 37,5-41,5x6-7,5 µm, vierzellig, stark eingeschnürt, oft gebogen, anfangs hyalin, dann olivgrünlich und später schwarzbraun, mit gerader oder diagonal verlaufender, etwas heller erscheinender Keimspalte, mit vollständiger, hyaliner Hülle versehen; Endzellen meist konisch. Asci 135-150x18-20 µm, achtsporig, bitunikat, Sporen bi- bis triseriat, bei Reife sich streckend und dann oft uniseriat, hyalin. Pseudoparaphysen unauffällig, 2,5-4 µm dick, hyalin, fädig, mit hyalinen Vakuolen und unregelmäßigen, knotigen Verdickungen, etwas länger als die Asci.

Asci und Sporen (x400)

Sporen (x1000)

Pseudoparaphysen (x1000)

Fortsetzung folgt...

Beste Grüße,
Kazuya

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Anmerkung zu den Fotos

Kazuya, (vor 7933 Tagen) @ Notizbrettbildservice

hallo,

ähm, kleine Berichtigung: das erste Mikrofoto zeigt die Pseudoparaphysen in 1000-facher Vergrößerung, das zweite einzelne, noch im Ascus befindliche Sporen (x1000), wobei ich versucht habe, auch die Keimspalte sichtbar zu machen. Das dritte Foto zeigt sozusagen eine Übersicht mit mehreren Asci und Sporen in 400-facher Vergrößerung.

Gruß,
Kazuya

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Re: Z. Untersuchung v. coprophilen Pilzarten v. Ka

Peter W., (vor 7933 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Veronika,

die Sporenfotos sind gut geworden, aber ich bin mir nicht sicher ob deine Bestimmung richtig ist. Gegen Sporormiella lageniformis (Fuckel) Ahmed & Cain
spricht die Sporenbreite, die nach Ahmed & Cain 7,5 - 8,5 µm breit sein soll und die Art der Keimspalte. Ich werde Nobert Heine mal bescheit geben, der sich deine Beschreibung mal anschauen soll. Die Gattung ist nicht so einfach.
Wie ich erahnen kann ist der Asci abrupt kurzstielig, was für S. australis
sprechen würde. Ich kann mich aber auch täuchen, Nobi ist da erfahrener.

Gruß Peter Welt

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Antwort von Nobi

Peter W., (vor 7933 Tagen) @ Kazuya

hier die Antwort von Nobi,

Aus den weißen Becherlingen wird sich wahrscheinlich eine Ascobolus - Art entwickeln, möglicherweise A. albidus (sehr häufig in Sachsen vor allem an Pferdedung). U.U. könnte sich auch ein Saccobolus aus der Sektion Eriobolus oder aber ein Coprotus entwickeln, muß man auf die Sporenreife warten. Inzwischen dürfte die ja schon eingetreten sein!
Die Bestimmung der Sporormiella als lageniformis ist erst mal gar nicht schlecht. Allerdings hat die Art deutlich schräge Septen (Anm. PW damit ist die Verbindungsfläche zwischen den Sporenteilen gemeint)und mehr oder weniger diagonale Keimspalten. Die auf den Fotos sehr schön zu sehenden fast parallelen bis leicht schrägen Keimspalten lassen eher auf Sporormiella dubia schließen, eine Art, die in Sachsen als Charakterpilz an Pferdedung sehr häufig vorkommt. Die Sporenmaße müssen nicht immer die in Ahmed & Cain erwähnten Maximalwerte erreichen. Auch ich habe die Art oft recht kleinsporig angetroffen. Die von der Sporengröße noch ähnlichen Sporormiella australis und Sp. leporina sind schon durch eine andere Sporenform gut getrennt. Ich hoffe auf weitere interessante Funde.

Nobi

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Re: Antwort von Nobi

Kazuya, (vor 7932 Tagen) @ Peter W.

hier die Antwort von Nobi,
Aus den weißen Becherlingen wird sich wahrscheinlich eine Ascobolus - Art
entwickeln, möglicherweise A. albidus (sehr häufig in Sachsen vor allem an
Pferdedung). U.U. könnte sich auch ein Saccobolus aus der Sektion
Eriobolus oder aber ein Coprotus entwickeln, muß man auf die Sporenreife
warten. Inzwischen dürfte die ja schon eingetreten sein!
Die Bestimmung der Sporormiella als lageniformis ist erst mal gar nicht
schlecht. Allerdings hat die Art deutlich schräge Septen (Anm. PW damit
ist die Verbindungsfläche zwischen den Sporenteilen gemeint)und mehr oder
weniger diagonale Keimspalten. Die auf den Fotos sehr schön zu sehenden
fast parallelen bis leicht schrägen Keimspalten lassen eher auf
Sporormiella dubia schließen, eine Art, die in Sachsen als Charakterpilz
an Pferdedung sehr häufig vorkommt. Die Sporenmaße müssen nicht immer die
in Ahmed & Cain erwähnten Maximalwerte erreichen. Auch ich habe die
Art oft recht kleinsporig angetroffen. Die von der Sporengröße noch
ähnlichen Sporormiella australis und Sp. leporina sind schon durch eine
andere Sporenform gut getrennt. Ich hoffe auf weitere interessante Funde.
Nobi

hallo,

erstmal eine kleine Anmerkung bezüglich des Namens: Peter, sei doch so nett und sag einfach Kazuya zu mir, weil ich selbst nicht "Veronika" bin ;-)

zu Nobis Anmerkungen:
Vielen Vielen Dank für diese wertvollen Informationen. Ich hatte schon Zweifel an meiner eigenen Bestimmung, weil ich hier auf meinem "Schmierblatt" auch parallell Keimspalten geschrieben hab. Es ist aber so, dass bisweilen auch diagonale Keimspalten gefunden wurden, auch wenn diese in der Unterzahl waren. Dass hat mich dann dazu verführt, die Art (wieder mal) als S. lageniformis abzustempeln, die ich vor einigen Wochen schon einmal feststellen konnte (durch K. Siepe bestimmt worden, weil ich damals überhaupt noch keine Ahnung von Sporormiella hatte). Die Gattung scheint unerhört schwierig zu sein, jedenfalls sehen die hier in "Fungi Fimicoli Italici" alle gleich aus, mit jeweils minimalen Unterschieden. Dass man auf die Keimspalte achten muss, weiß ich von Herrn Siepe.

Zu den Ascobolus und Saccobolus: Damit werde ich mich noch eingehend beschäftigen (habe auf diesem Gebiet weit mehr Erfahrung als mit den Bitunikatae). Übrigens: Mittlerweile hab ich auf Aufs. 3 (ebenfalls ein Kuhfladen, auf dem ich bereits C. granulata gefunden hab) jede Menge winziger, kugelförmiger Fruchtkörper gefunden, die weiß sind. Einer war reif und ergab mikroskopisch natürlich A. albidus (jede Spore hatte eine gut entwickelte, einseitige Hülle). Hinweise auf Saccobolus-Arten habe ich bis jetzt auf allen 3 Aufsammlungen noch nicht, aber sobald welche kommen, werde ich sie hier beschreiben.

Viele Grüße,
Kazuya