Z. Untersuchung v. coprophilen Pilzarten v. Kazuya *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 7929 Tagen)

hallo,

nachzuholen sind noch die Mikromerkmale von Cheilymenia granulata, die ich hier, mit brandneuen Fotos, präsentieren möchte.

Sporen 13-16x6-7,5 µm, elliptisch, glatt, hyalin, mit kaum sichtbaren Tropfen.

[image]

Asci ca. 180-210x10-12 µm, achtsporig, apikal abgerundet, kurzstielig, dünnwandig, zylindrisch; Sporen im Ascus uni- bis teilweise biseriat.

[image]

Paraphysen die Asci überragend, bis 240 µm lang, durchschnittlich ca. 6-8 µm dick, apikal bisweilen einfach gegabelt oder unregelmäßig knotig, meist stark verdickt (bis 15 µm), gefüllt mit orangefarbenen Pigmenten, meist nur im unteren Bereich septiert.

[image]

Nächstes Mal kommt Ascobolus albidus, komplett mit Makro- und Mikrofotos.
Beste Grüße,
Kazuya

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Buchtipp

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7928 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Kazuya,

für Liebhaber von Pilzen auf Dung: kennt ihr das neue Buch der A.M.B. (Associazione Micolocica Bresadola) von F. Doveri: Fungi Fimicoli Italica? Ein riesen Schunken, über 1000 Seiten mit Agaricales bis Ascomycetes auf Dung. Mit nicht allzu vielen Fotos, aber sehr schönen Zeichnungen. Mit einem Schlüssel auf Englisch. Für alle, die diese "Scheisserchen" mögen, ein tolles Werk!

Link: http://www.ambbresadola.it

Mit Grüssen, Markus

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Re: Buchtipp

Nobi, (vor 7928 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Kazuya,
für Liebhaber von Pilzen auf Dung: kennt ihr das neue Buch der A.M.B.
(Associazione Micolocica Bresadola) von F. Doveri: Fungi Fimicoli Italica?
Ein riesen Schunken, über 1000 Seiten mit Agaricales bis Ascomycetes auf
Dung. Mit nicht allzu vielen Fotos, aber sehr schönen Zeichnungen. Mit
einem Schlüssel auf Englisch. Für alle, die diese
"Scheisserchen" mögen, ein tolles Werk!
Link: http://www.ambbresadola.it
Mit Grüssen, Markus

O.k., wenn wir schon mal bei Buchtips sind. Der Doveri ist natürlich z. Z. das umfassendste Werk auf dem Gebiet, da haben alle Fans der Materie lange drauf gewartet. Unverzichtbar sind desweiteren folgende Sachen (Personal Top 5):

- Ellis & Ellis: Microfungi On Miscellaneous Substrates (enlarged edition 1998)
Enthält einen ausführlichen Teil über Coprophile und gibt eine gute Übersicht
über die Problematik. Es fehlen allerdings mitunter die Pilze, die man gerade
bestimmen will und es ist auch nicht ganz fehlerfrei. (Einsteigertip!)
- Nils Lundqvist: Nordic Sordariaceae s. lat. (Uppsala 1972)
Das sollte man unbedingt haben. Sowohl der theoretische Teil als auch die
Darstellung der Arten sind exzellent und bis heute unübertroffen.
- J. van Brummelen: A World Monograph Of The Genera Ascobolus and Saccobolus
(Leiden 1967) Ein wichtiges Buch über zwei artenreiche Discomyceten-Gattungen.
Ist zwar nicht mehr ganz aktuell, aber immer noch äußerst wertvoll.
- Ahmed & Cain: Revision Of The Genera Sporormia And Sporormiella
(Can. Jour. Bot. 50, 1972; 419-477)
Unverzichtbar, da Sporormiella-Arten allgegenwärtig sind.
- Luck-Allen & Cain: Additions To The Genus Delitschia
(Can. Jour. Bot. 53, 1975; 1827-1887)
Mit ausführlichem Gattungsschlüssel und der Neubeschreibung vieler Arten.
Auch das eine Gattung, die jedem Coprophilen früher oder später über den Weg
läuft.

Ich hoffe, das hilft allen Interessierten etwas weiter.

Viele Grüße vom Nobi

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Re: Z. Untersuchung v. coprophilen Pilzarten v. Ka

Nobi, (vor 7928 Tagen) @ Notizbrettbildservice

hallo,
nachzuholen sind noch die Mikromerkmale von Cheilymenia granulata, die ich
hier, mit brandneuen Fotos, präsentieren möchte.
Sporen 13-16x6-7,5 µm, elliptisch, glatt, hyalin, mit kaum sichtbaren
Tropfen.

Asci ca. 180-210x10-12 µm, achtsporig, apikal abgerundet, kurzstielig,
dünnwandig, zylindrisch; Sporen im Ascus uni- bis teilweise biseriat.

Paraphysen die Asci überragend, bis 240 µm lang, durchschnittlich ca. 6-8 µm
dick, apikal bisweilen einfach gegabelt oder unregelmäßig knotig, meist
stark verdickt (bis 15 µm), gefüllt mit orangefarbenen Pigmenten, meist
nur im unteren Bereich septiert.

Nächstes Mal kommt Ascobolus albidus, komplett mit Makro- und Mikrofotos.
Beste Grüße,
Kazuya

Hallo Kazuya,

schön, dass Du uns in Zukunft weitere Copros vorstellen willst. Ich freue mich schon auf die Fotos, sie waren bisher immer sehr überzeugend. Kürzlich schriebst Du zu Sporormiella: "Die Gattung scheint unerhört schwierig zu sein..." Nun, dass ist das Gleiche wie mit anderen artenreichen Gattungen: Je mehr Erfahrungen Du sammelst, um so einfacher wird Dir die Bestimmung der einzelnen Arten fallen. Auch ich hatte anfangs Riesenprobleme, die einzelnen Arten sicher zu trennen. Mittlerweile konnte ich 25 verschiedene Species nachweisen und die Gattung gehört zu meinen absoluten Lieblingen.

Viele Grüße Nobi

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Re: Z. Untersuchung v. coprophilen Pilzarten v. Ka

Kazuya, (vor 7928 Tagen) @ Nobi

Hallo Kazuya,
schön, dass Du uns in Zukunft weitere Copros vorstellen willst. Ich freue
mich schon auf die Fotos, sie waren bisher immer sehr überzeugend.
Kürzlich schriebst Du zu Sporormiella: "Die Gattung scheint unerhört
schwierig zu sein..." Nun, dass ist das Gleiche wie mit anderen
artenreichen Gattungen: Je mehr Erfahrungen Du sammelst, um so einfacher
wird Dir die Bestimmung der einzelnen Arten fallen. Auch ich hatte anfangs
Riesenprobleme, die einzelnen Arten sicher zu trennen. Mittlerweile konnte
ich 25 verschiedene Species nachweisen und die Gattung gehört zu meinen
absoluten Lieblingen.
Viele Grüße Nobi

hallo Nobi,

mittlerweile werde ich hier von Pilzen nur so überschüttet, mir liegen hier noch Beiträge von Podospora vesticola und P. decipiens vor, und gerade bildet sich hier ein gelber Ascobolus. Es sieht so aus, als ob diese Kultur doch recht erfolgreich abläuft. Man kann deshalb sehr gespannt sein, was noch so alles auftaucht.
Mikroskopisch kann ich von den besagten Arten recht gute Bilder liefern, aber makroskopisch tut man sich recht schwer, ich muss die Dinger leider durchs Mikroskop (x40) fotografieren, damit man überhaupt was sehen kann.
Dann hoffe ich mal, dass mir das Sporormiella-Bestimmen bald einfacher fallen wird, wenn ich erst mal mehr kenne. Die Arten finde ich vor allem wegen ihrer Sporen sehr interessant (genauso allerdings Podospora).

Beste Grüße,
Kazuya

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Re: Z. Untersuchung v. coprophilen Pilzarten v. Ka

Nobi, (vor 7927 Tagen) @ Kazuya

hallo Nobi,
mittlerweile werde ich hier von Pilzen nur so überschüttet, mir liegen hier
noch Beiträge von Podospora vesticola und P. decipiens vor, und gerade
bildet sich hier ein gelber Ascobolus. Es sieht so aus, als ob diese
Kultur doch recht erfolgreich abläuft. Man kann deshalb sehr gespannt
sein, was noch so alles auftaucht.
Mikroskopisch kann ich von den besagten Arten recht gute Bilder liefern, aber
makroskopisch tut man sich recht schwer, ich muss die Dinger leider durchs
Mikroskop (x40) fotografieren, damit man überhaupt was sehen kann.
Dann hoffe ich mal, dass mir das Sporormiella-Bestimmen bald einfacher fallen
wird, wenn ich erst mal mehr kenne. Die Arten finde ich vor allem wegen
ihrer Sporen sehr interessant (genauso allerdings Podospora).
Beste Grüße,
Kazuya

Hallo Kazuya,

da ich gerade noch online bin, möchte ich Dir auch gleich antworten.
"Das Überschüttungssyndrom" - kenne ich nur zu gut! Ich habe Beobachtungen schon abbrechen müssen, weil ich sie einfach nicht mehr beherrscht habe. Das passiert meistens dann, wenn man gleichzeitig mehrere Untersuchungen durchführt. Im optimalen Fall konnte ich einmal 23 Species an einer einzigen Dungprobe feststellen. Da kommt man schon ins Schwitzen. In der Regel findet man nach meinen Erfahrungen 5 - 10 Arten pro Aufsammlung. Es sind natürlich die Mikromerkmale, die diese Winzlinge so attraktiv machen.

Hast Du schon mal versucht, mit einer Tuschelösung (Indian Ink) die Präperate anzufärben? Das sollte man z.B. unbedingt machen, um bei den Sordariales den Charakter der Anhängsel exakt aufzuklären. Auf diese Weise kann man gerade bei Podospora, aber auch bei Arnium, Cercophora oder Schizothecium eine ganze Menge entdecken.

In der Hoffnung, dass Dir und einigen anderen Pilzverrückten meine Beiträge etwas weiterhelfen

Der Nobi

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Re: Z. Untersuchung v. coprophilen Pilzarten v. Ka

Kazuya, (vor 7927 Tagen) @ Nobi

Hallo Kazuya,
da ich gerade noch online bin, möchte ich Dir auch gleich antworten.
"Das Überschüttungssyndrom" - kenne ich nur zu gut! Ich habe
Beobachtungen schon abbrechen müssen, weil ich sie einfach nicht mehr
beherrscht habe. Das passiert meistens dann, wenn man gleichzeitig mehrere
Untersuchungen durchführt. Im optimalen Fall konnte ich einmal 23 Species
an einer einzigen Dungprobe feststellen. Da kommt man schon ins Schwitzen.
In der Regel findet man nach meinen Erfahrungen 5 - 10 Arten pro
Aufsammlung. Es sind natürlich die Mikromerkmale, die diese Winzlinge so
attraktiv machen.
Hast Du schon mal versucht, mit einer Tuschelösung (Indian Ink) die Präperate
anzufärben? Das sollte man z.B. unbedingt machen, um bei den Sordariales
den Charakter der Anhängsel exakt aufzuklären. Auf diese Weise kann man
gerade bei Podospora, aber auch bei Arnium, Cercophora oder Schizothecium
eine ganze Menge entdecken.
In der Hoffnung, dass Dir und einigen anderen Pilzverrückten meine Beiträge
etwas weiterhelfen
Der Nobi

hallo Nobi,

ich glaube, dass wäre sehr hilfreich, wenn man die Anhängsel anfärben könnte. Ich habe die Podospora zwar bestimmen können, allerdings musste ich mir dazu 121 Sporen genau anschauen, bis ich mir letztendlich sicher war, was ich da genau sehe. Man könnte sich also etwas Arbeit ersparen, nur, woher bekomme ich eine solche Lösung? Ich habe in Kunst mal mit Tusche gearbeitet, wird das dann einfach in Wasser gelöst?

Viele Grüße,
Kazuya

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Re: Z. Untersuchung v. coprophilen Pilzarten v. Ka

Nobi, (vor 7926 Tagen) @ Kazuya

hallo Nobi,
ich glaube, dass wäre sehr hilfreich, wenn man die Anhängsel anfärben könnte.
Ich habe die Podospora zwar bestimmen können, allerdings musste ich mir
dazu 121 Sporen genau anschauen, bis ich mir letztendlich sicher war, was
ich da genau sehe. Man könnte sich also etwas Arbeit ersparen, nur, woher
bekomme ich eine solche Lösung? Ich habe in Kunst mal mit Tusche
gearbeitet, wird das dann einfach in Wasser gelöst?
Viele Grüße,
Kazuya

Hallo Kazuya,

das Anfärben mit Tusche ist recht einfach. Man nimmt ein Teil Tusche (ich nehme immer schwarze) und 2-3 Teile Wasser, muß man etwas probieren, damit es nicht zu dunkel wird. Das Ganze ist eigentlich eine "Negativreaktion". Es färbt sich alles mehr oder weniger bräunlich bis auf die Primär- und Sekundäranhängsel, die je nach Art gänzlich hyalin bleiben oder sich leicht verfärben. Lundqvist geht in seinen Nordic Sordariaceae näher darauf ein, bei ihm heißt die Lösung dann Indian Ink.

Viele Grüße und viel Erfolg Nobi