Der Wackelpudding im Pilzreich, von Kazuya *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 7920 Tagen)

hallo,

in diesem Beitrag stelle ich kurz ein paar Gallertpilzarten (Phragmobasidiomyceten) vor, die z.T. ganzjährig, also auch im Winter zu finden sind. Mit ihren vielfältigen Fruchtkörpern erinnern sie an Korallen, Stachelinge oder sogar an Rindenpilze (Sebacina, Tulasnella) Allen gemeinsam haben sie mehrzellige Basidien, d.h. die Basidie selbst ist ein oder mehrfach septiert (ein ausführlicher Beitrag hatte ich glaub ich schon vor 2 oder 3 Jahren vorgestellt). Deswegen möchte ich hier auch nicht weiter in die "Materie" gehen, sondern gleich ein paar neue Fotos von mir zeigen, die alle 2004 enstanden sind.

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KLEBRIGER HÖRNLING - Calocera viscosa (Pers.: Fr.) Fr.

Diese Art ist im herbstlichen Nadelwald sehr häufig anzutreffen und an seinen gelben, korallenförmigen Fruchtkörpern gut erkennbar. Viele halten sie für eine Korallenart (z.B. Ramaria), von diesen unterscheidet sie sich jedoch durch die klebrige Oberflächenbeschaffenheit sowie die ziemlich zähe Konsistenz. Echte Korallen dagegen sind sehr zerbrechlich.

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WEIßLICHER DRÜSLING - Exidia thuretiana (Lév.) Fr.

Meist unscheinbar wächst dieser Gallertpilz an alten, teils im Laub vergrabenen Ästen von Ahorn (Acer) und Esche (Fraxinus). Typisch sind die welligen, fest anliegenden, hyalinen Fruchtkörper, die sich im Alter bisweilen (wie im Bild zu sehen) auch bräunlich verfärben können. Zumindest hier in der Eifel ist der Weißliche Drüsling häufiger als der Goldgelbe Zitterling (siehe unten). Eine sehr ähnliche Art ist der Kerndrüsling (Myxarium nucleatum), der ebenfalls weißliche bis bräunliche Fruchtkörper bildet, die jedoch meist keine größeren Flächen überziehen und zudem im inneren einen oder mehrere Kerne besitzen.

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ZITTERZAHN, EISPILZ - Pseudohydnum gelatinosum (Scop.: Fr.) Karst.

Leicht erkennbar an der gallertartigen Konsistenz und an den Stacheln auf der Unterseite des seitlich wachsenden Hutes, der oberseits mal weiß, mal braun ist. Dabei treten nach meinen Beobachtungen nie beide Farben zugleich auf. Etwas anderes ist jedoch schon kurios: 2001 habe ich die Art an einem bestimmten Baumstamm mal ausschließlich mit brauner Hutfarbe gefunden. Im nächsten Jahr habe ich den Baumstamm wieder aufgesucht (weil ich keine andere Fundstelle dieser Art hatte), wobei auch wieder Fruchtkörper des Zitterzahns erschienen sind, die jedoch diesmal weiß waren. Versteht einer die Pilze *g*

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GOLDGELBER ZITTERLING - Tremella mesenterica Retz. ex Hook.

Nach dem Judasohr der wohl bekannteste Gallertpilz ist der Goldgelbe Zitterling, der auch in kleineren Büchern gerne aufgeführt wird (als typischer Repräsentant für die ganze Gruppe). Seine Haupterscheinungszeit liegt zwischen November und April, wobei er alle möglichen Substrate besiedelt, meist Laubholz. Die Fruchtkörper auf dem Bild habe ich in einem Rosenbusch gefunden. Unverwechselbar ist die Art an ihren goldgelben, gelatinösen Fruchtkörpern, die im Alter jedoch auch derart ausblassen können, wie es der Fk. oben links schon getan hat.

Es gibt natürlich noch viel mehr Wackelpudding, vielleicht in ein paar Tagen mehr dazu.
Beste Grüße,
Kazuya

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Re: Der Wackelpudding im Pilzreich, von Kazuya

Dedimyk, (vor 7919 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo,

eine sehr schöne Dokumentation durch Kazuya.
Zu der Exidia thuretiana habe ich noch folgende Ergänzung zu machen: "neben Myxarium nucleatum,kann auch die viel seltenere Exidia cartilaginea(Knorpliger Drüsling )die hauptsächlich auf Linde, seltener auf Pappel wächst und ebenfalls weiß, später braun wird, mit E.thuretiana verwechselt werden."
Exidia cartilaginea steht bei uns in Niedersachsen auf der Roten Liste mit Gefährdungsgrad 3.
Also gerade bei Funden auf Linde oder Pappel immer auch in diese Richtung hin untersuchen.

Herzliche Grüße

Detlef

hallo,
in diesem Beitrag stelle ich kurz ein paar Gallertpilzarten
(Phragmobasidiomyceten) vor, die z.T. ganzjährig, also auch im Winter zu
finden sind. Mit ihren vielfältigen Fruchtkörpern erinnern sie an
Korallen, Stachelinge oder sogar an Rindenpilze (Sebacina, Tulasnella)
Allen gemeinsam haben sie mehrzellige Basidien, d.h. die Basidie selbst
ist ein oder mehrfach septiert (ein ausführlicher Beitrag hatte ich glaub
ich schon vor 2 oder 3 Jahren vorgestellt). Deswegen möchte ich hier auch
nicht weiter in die "Materie" gehen, sondern gleich ein paar
neue Fotos von mir zeigen, die alle 2004 enstanden sind.

KLEBRIGER HÖRNLING - Calocera viscosa (Pers.: Fr.) Fr.
Diese Art ist im herbstlichen Nadelwald sehr häufig anzutreffen und an seinen
gelben, korallenförmigen Fruchtkörpern gut erkennbar. Viele halten sie für
eine Korallenart (z.B. Ramaria), von diesen unterscheidet sie sich jedoch
durch die klebrige Oberflächenbeschaffenheit sowie die ziemlich zähe
Konsistenz. Echte Korallen dagegen sind sehr zerbrechlich.

WEIßLICHER DRÜSLING - Exidia thuretiana (Lév.) Fr.
Meist unscheinbar wächst dieser Gallertpilz an alten, teils im Laub
vergrabenen Ästen von Ahorn (Acer) und Esche (Fraxinus). Typisch sind die
welligen, fest anliegenden, hyalinen Fruchtkörper, die sich im Alter
bisweilen (wie im Bild zu sehen) auch bräunlich verfärben können.
Zumindest hier in der Eifel ist der Weißliche Drüsling häufiger als der
Goldgelbe Zitterling (siehe unten). Eine sehr ähnliche Art ist der
Kerndrüsling (Myxarium nucleatum), der ebenfalls weißliche bis bräunliche
Fruchtkörper bildet, die jedoch meist keine größeren Flächen überziehen
und zudem im inneren einen oder mehrere Kerne besitzen.

ZITTERZAHN, EISPILZ - Pseudohydnum gelatinosum (Scop.: Fr.) Karst.
Leicht erkennbar an der gallertartigen Konsistenz und an den Stacheln auf der
Unterseite des seitlich wachsenden Hutes, der oberseits mal weiß, mal
braun ist. Dabei treten nach meinen Beobachtungen nie beide Farben
zugleich auf. Etwas anderes ist jedoch schon kurios: 2001 habe ich die Art
an einem bestimmten Baumstamm mal ausschließlich mit brauner Hutfarbe
gefunden. Im nächsten Jahr habe ich den Baumstamm wieder aufgesucht (weil
ich keine andere Fundstelle dieser Art hatte), wobei auch wieder
Fruchtkörper des Zitterzahns erschienen sind, die jedoch diesmal weiß
waren. Versteht einer die Pilze *g*

GOLDGELBER ZITTERLING - Tremella mesenterica Retz. ex Hook.
Nach dem Judasohr der wohl bekannteste Gallertpilz ist der Goldgelbe
Zitterling, der auch in kleineren Büchern gerne aufgeführt wird (als
typischer Repräsentant für die ganze Gruppe). Seine Haupterscheinungszeit
liegt zwischen November und April, wobei er alle möglichen Substrate
besiedelt, meist Laubholz. Die Fruchtkörper auf dem Bild habe ich in einem
Rosenbusch gefunden. Unverwechselbar ist die Art an ihren goldgelben,
gelatinösen Fruchtkörpern, die im Alter jedoch auch derart ausblassen
können, wie es der Fk. oben links schon getan hat.
Es gibt natürlich noch viel mehr Wackelpudding, vielleicht in ein paar Tagen
mehr dazu.
Beste Grüße,
Kazuya

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Re: Der Wackelpudding im Pilzreich, von Kazuya

Kazuya, (vor 7919 Tagen) @ Dedimyk

Hallo,
eine sehr schöne Dokumentation durch Kazuya.
Zu der Exidia thuretiana habe ich noch folgende Ergänzung zu machen:
"neben Myxarium nucleatum,kann auch die viel seltenere Exidia
cartilaginea(Knorpliger Drüsling )die hauptsächlich auf Linde, seltener
auf Pappel wächst und ebenfalls weiß, später braun wird, mit E.thuretiana
verwechselt werden."
Exidia cartilaginea steht bei uns in Niedersachsen auf der Roten Liste mit
Gefährdungsgrad 3.
Also gerade bei Funden auf Linde oder Pappel immer auch in diese Richtung hin
untersuchen.
Herzliche Grüße
Detlef

hallo Detlef,

stimmt, E. cartigalinea hätte ich auch gerne mal im Bild, aber die ist mir bislang noch nicht begegnet. Linde (Tilia) wird von mir selten überprüft, weils hier nicht viele gibt, und auf Pappeln habe ich bislang nur Auriculariopsis ampla gefunden (kein Gallertpilz), sowie auch einige Ascomyceten. Ich hoffe natürlich, dass irgendwann mal E. cartigalinea dabei ist, damit ich auch ihn hier vorstellen kann.

Gruß,
Kazuya