Mythen und Legenden rund um die Morcheln

Michi, (vor 7878 Tagen)

Zunächst einmal herzliche Gratulation an die erfolgreichen Finder. So wie es aussieht, wird Elfi Ende Mai mehr Morcheln gefunden haben, als ich in den nächsten zwei Jahrzehnten.
Ich gebe dafür natürlich dem Regen Schuld. Ich war am Freitag in den Donauauen bei Wien und es war so trocken, dass sich die Au fast von selbst entzunden hätte.

Zum Trost habe ich in meinen vielen Pilzbücher geschmökert, die sagenhaftes berichten können. Morcheln sollen in der Nachkriegszeit auf alten Matratzen in ausgebombten Häusern gewachsen sein und sogar auf der altölverseuchten Lagerstätte einer Autowerkstatt.

Als bevorzugte Fundorte wird verschiedenstes angegeben und diese Theorien halten sich, glaube ich zumindest, deshalb so hartnäckig, weil vermutlich dort gerade besonders genau hingesehen wird.

Unter alten, wenig gepflegten Apfelbäumen, auf frisch umgegrabener Erde, auf Brandstellen, bei Holzlagerplätzen (das stimmt verdächtig oft), in Parkanlagen. Von der meiner Meinung nach erwiesenen Tatsache, daß sich auf Rindenmulch zumindest im zweiten Jahr sehr häufig Morcheln finden lassen, steht nichts vermerkt. Auwälder sollen die bevorzugten Aufenthaltsorte von Speisemorcheln sein, die Ränder von Fichtenwäldern die der Spitzmorcheln.

Hauptzeit ist angeblich die Apfelblüte, Theorien, die mit dem Mond zusammen hängen, habe ich noch nicht gehört. (Die meisten dem Marktamt zur Überprüfung vorgelegten Steinpilze werden eine Woche vor und nach Vollmond gefunden, was ich im Wienerwald bestätigen kann, nicht aber in Westösterreich).

So an dieser Stelle sollte jetzt eigentlich ein Bild erscheinen, es liegt aber auf keinem Server, ich werd das nachholen. Darauf zu sehen sind zwei Spitzmorcheln, die letztes Jahr im Mai aus einer Ziegelmauer in meinem Garten gewachsen sind. Das Bild ist echt, aber ich hätte es aber nicht fotografieren müssen, weil das ohnehin nur die glauben, die es selbst gesehen haben.

Zur häufigen Frage, ob man Morcheln züchten kann, gibts die Antwort ja und einen Link, der in 25 Schritten erklärt, warum man Morcheln besser im Wald sucht:
http://www.mushroompeople.com/morel.htm

Wer auf seine Morchelfunde stolz ist und auch bleiben möchte, der sollte keinesfalls in der Google Bildersuche "morel" eingeben.

So das wars, ich wünsche allen einen wunderschönen Tag

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Morchelanbau

AK_CCM, (vor 7878 Tagen) @ Michi

Hallo Michi,

zum Thema Morchelanbau gibt es auch eine Firma in deutschen Landen (Marktheidenfeld), der sich damit beschäftigt: http://www.biopilze.de/morchel.htm

Gruß, Andreas

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Re: Morchelanbau - wer hat schon mal?

martin, (vor 7877 Tagen) @ AK_CCM

hallo zusammen,

eine ausführliche beschreibung zur morchelzucht ist im "growing gourmet and medicinal mushrooms" von paul stamets zu finden.

ich spiele selbst mit dem gedanken, mir die morcheln selbst zu ziehen, weil ich auch bisher nie welche gefunden habe. hier in nordschwaben scheint eine morchelfreie zone zu sein, oder andreas?

wer hat denn das eigentlich schon mal versucht diese pilze anzubauen?

viele grüße
martin

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Re: Mythen und Legenden rund um die Morcheln *PIC*

elfi ⌂, (vor 7877 Tagen) @ Michi

Hallo Michi,
die Morcheln an der Ziegelmauer sind wegen dem Zement gewachsen, der
zwischen den Ziegeln klebt!
Ich habe auch schon 2 Morcheln auf Zement gefunden. Das war im
Kellerfensterloch in einem Neubau. Der Zement war schon ausgehärtet
und darauf thronten 2 recht hellbraune Spitzmorcheln.
In den Jahren in denen ich Mocheln suche, habe ich viele Überlegungen
über Morchelstandorte zusammengetragen.
Trotzdem bin ich immer wieder erstaunt, wenn ich sie an Stellen finde,
zu denen ich niemanden zum Suchen hinschicken würde.
Ein nette Überraschung erlebte ich in unserem Stadtpark, da fand ich
ein gutes Dutzend in einem angelegten Osterglockenfeld. Kein Baum
kein Strauch nur Osterglocken und Speisemorcheln.
Auf grund dieser und ähnlicher Fundgeschichten, die ich mit den Morcheln
schon erlebt habe, ist nur eines sicher: Sie brauchen viel Wasser,
frische Frühlingsluft und keine Hitze.
Nun wünsche ich Dir ein paar ausdauernde Regenschauer.
Grüße
elfi [image]

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Re: Mythen und Legenden rund um die Morcheln

Manfred, (vor 7877 Tagen) @ Michi

Hallo Michi

Das mit der Apfelblüte stimmt nach meiner eigenen Erfahrung tatsächlich. Wenn die Apfelbäume in Vollblüte stehen, war jedoch der Hauptschub an Speisemorcheln bei mir im Schweizer Mittelland auf rund 450 m NN meist schon vorbei.
Am besten gehst Du in die Donau-Auen, wenn die Apfelbäume am Erblühen sind und viele Knospen noch geschlossen, und das 2 bis 3 Tage nach einem ordentlichen und nicht zu kalten Regen. Der dürfte auch dort noch kommen - das mit dem Timing ist dann oft Glückssache!

Gruss
Manfred