Zeitungsartikel über "Killer-Pilz" *PIC*

saibling, (vor 7840 Tagen)

Hallo,

in der heutigen Ausgabe der tz-München, war dieser recht besorgniserregende
Artikel.

[image]

hier der Text:

tz-München am 11.05.2005

Killer-Pilz wütet im Englischen Garten

Es ist eine wahre Freude: Münchens Bäume stehen voll im Saft, alles blüht und grünt.
Doch bei einem genaueren Blick schlagen Baum-Experten Alarm -Killerpilz-Alarm!
Denn die Laubbäume im Stadtgebiet sind von dem tückischen Phytophthora-Pilz massiv
bedroht -mehr und mehr Bäume treiben nicht mehr aus.
Betroffen sind vor allem Eichen, Erlen und Kastanien.
"Viele Bäume bleiben im Frühjahr einfach kahl", sorgt sich Thomas Köster,
Chef des Englischen Gartens.
In diesem Frühling war's besonders schlimm: Die Arbeiter fällten so viele tote Bäume
wie noch nie zuvor. "Wir haben schon 1000 Ster totes Holz rausgeholt", klagt Parkchef
Köster. "Das sind etwa 800 Tonnen."
Der Pilz mit dem Zungenbrecher-Namen wurde zum ersten Mal Mitte der 90er Jahre in
Deutschland und in den Niederlanden an Rhododendron entdeckt. Diese Pflanze stammt
aus Asien und ist von dem Killer-Pilz befallen. Bei uns verseucht er dann die Erde
von Baumschulen und von dort aus infiziert er die feinen Wurzeln der jungen Bäume.
Langsam breitet sich der Pilz dann über das gesamte Wurzelwerk bis in den Stamm aus.
Für den Baum ist das tödlich: Die Wurzeln nehmen kein Wasser mehr auf, der Baum
vertrocknet, stirbt langsam ab. Dr. Thomas Jung (39) kämpft seit 15 Jahren gegen
den Baumzerstörer. Der Pflanzendoktor weiß: "Dieser Pilz ist überaus aggressiv.
In München, aber auch in ganz Bayern ist kaum ein Laubbaum frei von ihm.
Eine Epidemie droht." Fünf Gebiete hat der Wissenschaftler in München schon untersucht:
Enlischer Garten, Hirschgarten, Kapuziner Hölzl, Botanischer Garten und
Nymphenburger Schlosspark. Die traurige Bilanz: Überall sind Bäume und Böden mit
dem Wurzel-Pilz befallen! Sogar stattliche Kastanien sind betroffen. Auch mitten
in München hat sich der Pilz ausgebreitet: Am Gärtnerplatz mussten die Kastanien
gefällt werden - sie waren abgestorben. Die neu gepflanzten Bäume hielten sich auch
nicht lang. Der Grund: Das Erdreich war massiv mit den heimtückischen Killer-Sporen
verseucht. Inzwischen hat man bei der Stadt die Gefahr erkannt: Die stark betroffene
Stieleiche wird gar nicht mehr angepflanzt: "Schon die jungen Bäume tragen den Pilz in sich",
begründet Jürgen Marek vom Baureferat die Maßnahme. Gibt es denn gar kein Mittel gegen
die Baumkrankheit? "Doch, es gibt ungefährliche Pilzgifte, die versprüht werden könnten.
Sie sind in Deutschland aber nicht zugelassen und es gibt kein Interesse, das zu ändern",
klagt Pflanzendoktor Thomas Jung. In Australien und den USA ist das anders: Hier wird
mit Flugzeugen groBflächig das Pilzbekämpfungsmittel versprüht - mit großem Erfolg!

Es gibt kaum Gegenmittel

In Europa wurde der Phylophthora-Pilz erstmals in Südengland im Jahr 1993 entdeckt.
Dort war es zu einem massiven Absterben von Erlen entlang von Flussläufen gekommen.
In Bayern wurde der Killerpilz 1995 nachgewiesen. Mittlerweile schlagen auch Schweden,
die Niederlande, Frankreich, Österreich und die Schweiz Pilz-Alarm.
Je nach Gehölzart können verschiedene Symptome auftreten. Am häufigsten findet man
Blattflecken. Aber auch Rindenkrebs und das Absterben der Triebe sind möglich.
Eine wirklich wirksame Bekämpfung des Killer-Pilzes gibt es in Deutschland nicht.
Die EU empfiehlt beispielsweise, befallene Bäume zu verbrennen. Die Verbreitung
der Baumkrankheit geschieht durch infizierte Pflanzen, aber auch über den Boden,
Wasser, die Luft, sowie Regen- und Nebeltropfen.

Etwas genauere Infos über die Folgen dieses Pilzes hab ich hier gefunden:
http://www.forst.bayern.de/waldschutz/sonstiges/phytophthora/

Grüsse
christian

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Re: Zeitungsartikel über "Killer-Pilz"

Dedimyk, (vor 7840 Tagen) @ saibling

Hallo Christian,

danke für diesen Artikel. Das paßt prima zu meiner Ergänzung im Tread "Pilzkartierung" weiter unten, indem ich auch auf die Phytophora cambivora s.I. ( Petri ) Buisman als Großschädling an Erlen, bei mir speziell an Schwarzerlen verwies.Bisher waren mir nur diverse Schädigungen aus Nord-deutschland bekannt von Erlen an Fließgewässern und in Überflutungsgebieten. Es war allerdings bekannt, daß sich der Pilz stark in Ausbreitung befindet, was ja durch den Artikel aus Bayern hier dokumentiert wird.
Prof.Butin hat diesen Schädling auch in seinem Farbatlas Gehölzkrankheiten ausführlich behandelt und auch auf die nicht vorhandene Bekämpfungsmöglichkeit hingewiesen.
Umso wichtiger erscheint es mir, die Kartierungsmöglichkeit, die z.Z. noch fehlt ( fehlende Artdatei ) zu schaffen um eben diese Verbreitung zu dokumentieren.

Herzlichen Gruß Detlef

Hallo,
in der heutigen Ausgabe der tz-München, war dieser recht besorgniserregende
Artikel.

hier der Text: tz-München am 11.05.2005
Killer-Pilz wütet im Englischen Garten
Es ist eine wahre Freude: Münchens Bäume stehen voll im Saft, alles blüht und
grünt.
Doch bei einem genaueren Blick schlagen Baum-Experten Alarm
-Killerpilz-Alarm!
Denn die Laubbäume im Stadtgebiet sind von dem tückischen Phytophthora-Pilz
massiv
bedroht -mehr und mehr Bäume treiben nicht mehr aus.
Betroffen sind vor allem Eichen, Erlen und Kastanien.
"Viele Bäume bleiben im Frühjahr einfach kahl", sorgt sich Thomas
Köster,
Chef des Englischen Gartens.
In diesem Frühling war's besonders schlimm: Die Arbeiter fällten so viele
tote Bäume
wie noch nie zuvor. "Wir haben schon 1000 Ster totes Holz
rausgeholt", klagt Parkchef
Köster. "Das sind etwa 800 Tonnen."
Der Pilz mit dem Zungenbrecher-Namen wurde zum ersten Mal Mitte der 90er
Jahre in
Deutschland und in den Niederlanden an Rhododendron entdeckt. Diese Pflanze
stammt
aus Asien und ist von dem Killer-Pilz befallen. Bei uns verseucht er dann die
Erde
von Baumschulen und von dort aus infiziert er die feinen Wurzeln der jungen
Bäume.
Langsam breitet sich der Pilz dann über das gesamte Wurzelwerk bis in den
Stamm aus.
Für den Baum ist das tödlich: Die Wurzeln nehmen kein Wasser mehr auf, der
Baum
vertrocknet, stirbt langsam ab. Dr. Thomas Jung (39) kämpft seit 15 Jahren
gegen
den Baumzerstörer. Der Pflanzendoktor weiß: "Dieser Pilz ist überaus
aggressiv.
In München, aber auch in ganz Bayern ist kaum ein Laubbaum frei von ihm.
Eine Epidemie droht." Fünf Gebiete hat der Wissenschaftler in München
schon untersucht: Enlischer Garten, Hirschgarten, Kapuziner Hölzl,
Botanischer Garten und
Nymphenburger Schlosspark. Die traurige Bilanz: Überall sind Bäume und Böden
mit
dem Wurzel-Pilz befallen! Sogar stattliche Kastanien sind betroffen. Auch
mitten
in München hat sich der Pilz ausgebreitet: Am Gärtnerplatz mussten die
Kastanien
gefällt werden - sie waren abgestorben. Die neu gepflanzten Bäume hielten
sich auch
nicht lang. Der Grund: Das Erdreich war massiv mit den heimtückischen
Killer-Sporen
verseucht. Inzwischen hat man bei der Stadt die Gefahr erkannt: Die stark
betroffene
Stieleiche wird gar nicht mehr angepflanzt: "Schon die jungen Bäume
tragen den Pilz in sich",
begründet Jürgen Marek vom Baureferat die Maßnahme. Gibt es denn gar kein
Mittel gegen
die Baumkrankheit? "Doch, es gibt ungefährliche Pilzgifte, die versprüht
werden könnten.
Sie sind in Deutschland aber nicht zugelassen und es gibt kein Interesse, das
zu ändern",
klagt Pflanzendoktor Thomas Jung. In Australien und den USA ist das anders:
Hier wird
mit Flugzeugen groBflächig das Pilzbekämpfungsmittel versprüht - mit großem
Erfolg!
Es gibt kaum Gegenmittel
In Europa wurde der Phylophthora-Pilz erstmals in Südengland im Jahr 1993
entdeckt.
Dort war es zu einem massiven Absterben von Erlen entlang von Flussläufen
gekommen.
In Bayern wurde der Killerpilz 1995 nachgewiesen. Mittlerweile schlagen auch
Schweden,
die Niederlande, Frankreich, Österreich und die Schweiz Pilz-Alarm.
Je nach Gehölzart können verschiedene Symptome auftreten. Am häufigsten
findet man
Blattflecken. Aber auch Rindenkrebs und das Absterben der Triebe sind
möglich.
Eine wirklich wirksame Bekämpfung des Killer-Pilzes gibt es in Deutschland
nicht.
Die EU empfiehlt beispielsweise, befallene Bäume zu verbrennen. Die
Verbreitung
der Baumkrankheit geschieht durch infizierte Pflanzen, aber auch über den
Boden,
Wasser, die Luft, sowie Regen- und Nebeltropfen.
Etwas genauere Infos über die Folgen dieses Pilzes hab ich hier gefunden:
http://www.forst.bayern.de/waldschutz/sonstiges/phytophthora/
Grüsse
christian