Hallo Jogi,
ich finde auch bei uns in Nordfriesland immer weniger Champis. Und meine
Theorie, wieso das so ist, hört sich vielleicht beunruhigend an: Nicht das
Wetter ist Schuld, sondern die Landwirtschaft. Wenn ich sehe, wieviel
Gülle übers Jahr auf den Koppeln landet, komme ich schon ins Grübeln.
Denn: Wieviel Gülle verträgt das Mycel? Und was ist in der Gülle alles an
Abbauprodukten von Medikamenten drin? Wirken die vielleicht hemmend auf
das Pilzwachstum? Wie wirkt es sich aus, dass die Bauern mit immer
größeren und schwereren Treckern über die Koppeln fahren, wenn sie güllen
oder Silo schneiden. Bei uns z. B. übenimmt das sehr oft ein
Lohnunternehmen, das mit Treckern von über 200 PS arbeitet und mit
Anhängern, die 10 t Silogras fassen. Noch mehr Fragen kannst Du Dir in
diesem Zusammenhang vielleicht selbst ausdenken.
Meine Theorie gründet sich auf die Beobachtung, dass die Champis fast nur
noch auf Koppeln wachsen, die nicht so intensiv gegüllt werden.
Ist vielleicht mal ’ne Diskussion wert.
Grüsslis
Thomas
Hallo Thomas,
ich hab auf meiner Hauswiese die Erfahrung gemacht, daß Champignons hier scheints gar keine Gülle mögen. Die Wiese wird nur mit Festmist und Kunstdünger gedüngt, die Wiese daneben auch mit Gülle, auf der Güllewiese gibts gar keine Champignons, auch nur sehr vereinzelt Nelkenschwindlinge, ist ne richtige Trennlinie. Allerdings könnte auch noch das Mähverhalten eine Rolle spielen, die CHampignonwiese wird nur als Grünfutter genutzt, nicht zum Heumachen und wird daher ähnlich wie eine Weide kontinuerlich kurzgehalten, bei der Nachbarwiese ist das nicht der Fall.
Ansonsten hab ich die Erfahrung gemacht, daß die Champis sehr heißes Wetter wie jetzt nicht mögen. Ich hatte im Juli schon einen ersten Schub, aber die großen Mengen kommen erst im September bis zu den ersten Nachtfrösten.
Gruß
Birgit