Bestimmungshilfe Milchling (Plinthogali) gesucht *PIC*

Birgit, (vor 7753 Tagen)

Hallo,

diesen Milchling aus der Sektion Plinthogali (rosa verfärbende Milch) habe ich heute gefunden. Diesmal wieder bei Totentrompeten, aber kalkhaltigem Boden unter Buche (das Foto ist aus unserem Garten, nicht vom Standort, mangels Buche mußte die Hainbuche herhalten). Der Pilz ist vom Hut her insgesamt etwas dunkler und wärmer braun als der Lactarius ruginosus von Beitrag weiter unten. Den Hutrand kann man eigentlich nicht wirklich als gekerbt bezeichnen, die Milch zieht keine Fäden wie bei Lactarius romagnesii (dunkler kerbrandiger Korallenmilchling) (muß man die Milch dazu etwas eintrocknen lassen? Peter Reill hatte mir von diesem Merkmal erzählt, steht bisher in keinem Buch) , die Grate an den Sporen sind bis 2 µm hoch, somit scheidet Lactarius azonites eigentlich aus(?). Lactarius pterosporus scheidet auch aus, weil die Lamellen nicht gedrängt genug sind und die Hutmitte nicht runzelig ist. Der sehr helle Stiel irritiert mich auch etas, bei L. romagnesii sollte er wohl etas dunkler sein. Vielleicht hat ja von Euch jemand einen Tipp, was es sein könnte, insbesondere Andreas und Markus, aber es soll sich bitte jeder angesprochen fühlen.

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Und die beiden kleinen süßen standen da auch noch in einiger Entfernung rum, hier muß ich noch mal nach den Sporen gucken, aber das könnte doch wohl wirklich mal Lactarius azonites sein oder? Obwohl der eine auch ganz schön dunkel ist.

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Vielen Dank im Voraus

Birgit

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Re: Bestimmungshilfe Milchling (Plinthogali) gesuc

Der Juergen, (vor 7753 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

Den Hutrand kann man eigentlich nicht wirklich als
gekerbt bezeichnen, die Milch zieht keine Fäden wie bei Lactarius
romagnesii (dunkler kerbrandiger Korallenmilchling) (muß man die Milch
dazu etwas eintrocknen lassen? Peter Reill hatte mir von diesem Merkmal
erzählt, steht bisher in keinem Buch)

Ich glaub es steht was im Krieglsteiner Band 2 (Die Großpilze Baden-Württembergs) von dieser 'fäden ziehenden' Milch. Ich kenne es jedenfalls (oder hab ich es beim letzten AMU-Treffen aufgeschnappt:-)

, die Grate an den Sporen sind bis 2
µm hoch, somit scheidet Lactarius azonites eigentlich aus(?). Lactarius
pterosporus scheidet auch aus, weil die Lamellen nicht gedrängt genug sind
und die Hutmitte nicht runzelig ist. Der sehr helle Stiel irritiert mich
auch etas, bei L. romagnesii sollte er wohl etas dunkler sein. Vielleicht
hat ja von Euch jemand einen Tipp, was es sein könnte, insbesondere
Andreas und Markus, aber es soll sich bitte jeder angesprochen fühlen.

Ich halte dieses Exemplar - ein reines Bauchgefühl! - für L. azonites (der Stiel ist viel zu hell!). Bei uns im 'Stadtwäldle' kommen vier Vertreter dieser Sektion regelmäßig und sehr gemischt vor: L. pterosporus, L. azonites, L. ruginosus und wahrscheinlich auch L. fuliginosus. L. pterosporus kann man übrigens auch dann und wann daran erkennen, dass er sehr gerne mal 'büschelig' wächst (da hängen dann basal verschiedene Jungpilze noch dran - macht nur L. pterosporus!).

Grüßle
Juergen

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Re: Bestimmungshilfe Milchling (Plinthogali) gesuc

Birgit, (vor 7753 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,

Ich glaub es steht was im Krieglsteiner Band 2 (Die Großpilze
Baden-Württembergs) von dieser 'fäden ziehenden' Milch. Ich kenne es
jedenfalls (oder hab ich es beim letzten AMU-Treffen aufgeschnappt:-)

na dann oute dich da doch mal ;-). Ich war auch da..... und von mir gibts immerhin ein Foto hier im Profil ;-)

Ich halte dieses Exemplar - ein reines Bauchgefühl! - für L. azonites (der
Stiel ist viel zu hell!). Bei uns im 'Stadtwäldle' kommen vier Vertreter
dieser Sektion regelmäßig und sehr gemischt vor: L. pterosporus, L.
azonites, L. ruginosus und wahrscheinlich auch L. fuliginosus. L.
pterosporus kann man übrigens auch dann und wann daran erkennen, dass er
sehr gerne mal 'büschelig' wächst (da hängen dann basal verschiedene
Jungpilze noch dran - macht nur L. pterosporus!).

Hattest du nicht auch so ein Teil dabei am Montag? Meines Erachtens nach passen die SPoren gar nicht zu L. azonites, zu hohe und auch zu breite Grate. Empfehlenswert dazu, The genus Lactarius von Heilmann-Claussen, Verbeken, Vesterholt.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Bestimmungshilfe Milchling (Plinthogali) gesuc

Andreas ⌂, (vor 7753 Tagen) @ Birgit

Hallo Jürgen,
na dann oute dich da doch mal ;-). Ich war auch da..... und von mir gibts
immerhin ein Foto hier im Profil ;-)
Hattest du nicht auch so ein Teil dabei am Montag? Meines Erachtens nach
passen die SPoren gar nicht zu L. azonites, zu hohe und auch zu breite
Grate. Empfehlenswert dazu, The genus Lactarius von Heilmann-Claussen,
Verbeken, Vesterholt.
Liebe Grüße
Birgit

Hallo Birgit,

so vom Anschauen her halte ich alle Bilder für denselben Plinthogali. Und vom Anschauen her hätte ich mich auch für L. azonites entschieden, allerdings ziemlich zähneknirschend weil die Farben mir zu warm braun sind. Azonites hat eigentlich immer einen grauen Ton, ein achromatisches Braun (vergleichbar mit den Hutfarben von Leccinum variecolor im Vergleich zu den anderen Leccini).
Nur von der Farbe her hätte ich L. pterosporus in Betracht gezogen, für den mir die Lamellen gerade noch gehen würden, die Form insgesamt baer nicht gut gefällt und auch die Hutrunzelung fehlt.
Ein blasser fuliginosus käme vielleicht auch in Betracht optisch, aber da passen die Sporenornamente nicht.
Also bleibt wohl nur wieder der ruginosus ss. auct. scand., den Du ja schon mal hattest. Was spricht denn gegen den? Der nicht gerippelte Hutrand? Den halte ich für nicht soo ausschlaggebend. Die Lamellenhaltung würde noch hinkommen, meine ich.

Könntest Du Dich mit L. ruginosus ss. Heilmann et al. anfreunden?

beste Grüße,
Andreas

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Re: Bestimmungshilfe Milchling (Plinthogali) gesuc

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7753 Tagen) @ Andreas

Hallo zusammen,

ich denke auch, dass das L. ruginosus sein könnte, ich vermute, das war der L. terenopus nach Moser. L. romagnesi (L. ruginosus) ist ähnlich, hat hellere, auch entfernte Lamellen, dunkleren, samtigen Hut und vor allem: beim betupfen zieht die Milch fäden! Es gibt noch L. subruginosus, mit wolkig geflecktem Hut, mit milder Milch. Die Sporen der anderen Plinthogali haben auch recht hohe Grate, diese sind meist unter 2 um, und vor allem netzig angeordnet, nie derart spiralig. Mit der Nomenklatur um romagnesii/ruginosus ist es doch etwas mühsam geworden...

Ich könnte ja diese einmal auch im Bild vorstellen.

Grüsse, Markus

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Re: Bestimmungshilfe Milchling (Plinthogali) gesuc

Der Juergen, (vor 7753 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

na dann oute dich da doch mal ;-). Ich war auch da..... und von mir gibts
immerhin ein Foto hier im Profil ;-)

Es gibt einen Bilderverweis, der sich nicht öffnen läßt:-) Wir saßen uns beim AMU-Stammtisch zum Schluß gegenüber, und haben dann zusammen mit dem Gerd und Christian über Mikroskopiertechniken rumgewitzelt:-). Ich hab da noch nicht gewußt, dass Du die Birgit aus dem Forum bist, das hat mir der Gerd (Fischer) später erzählt. Ich war nur als Gast da und hab dem Gerd ein Exsikkat gebracht. Normalerweise halte ich mich in Räumen, wo massenhaft Pilze ausgestellt sind nicht lange auf, wegen meiner Sporenallergie!

Hattest du nicht auch so ein Teil dabei am Montag? Meines Erachtens nach
passen die SPoren gar nicht zu L. azonites, zu hohe und auch zu breite
Grate. Empfehlenswert dazu, The genus Lactarius von Heilmann-Claussen,
Verbeken, Vesterholt.

Ich verwende zumindest den Schlüssel, den gibts auf irgend einer schweizer Pilzseite zum runterladen.

Lieben Gruß
Juergen (bis zum nächsten AMU-Treffen)

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Re: Bestimmungshilfe Milchling (Plinthogali) gesuc

Birgit, (vor 7753 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Birgit,
Es gibt einen Bilderverweis, der sich nicht öffnen läßt:-)

Doch doch inzwischen müßte es wieder gehen (sonst würde man meine PIlzbilder auch nicht sehen), man muß allerdings seltsamerweise auf Grafik anzeigen gehen. Der entsprechende Rechner war bei nem Stromasufall durch ein Gewitter lahmgelegt.

Wir saßen uns beim

AMU-Stammtisch zum Schluß gegenüber, und haben dann zusammen mit dem Gerd
und Christian über Mikroskopiertechniken rumgewitzelt:-). Ich hab da noch
nicht gewußt, dass Du die Birgit aus dem Forum bist, das hat mir der Gerd
(Fischer) später erzählt. Ich war nur als Gast da und hab dem Gerd ein
Exsikkat gebracht. Normalerweise halte ich mich in Räumen, wo massenhaft
Pilze ausgestellt sind nicht lange auf, wegen meiner Sporenallergie!

Ja, das hatte ich mir inzwischen auch schon zusammengereimt. :-) Da hast du dir ja ein nettes Hobby ausgesucht, so ähnlich wie jemand mit Heuschnupfen , der sich mit Pollenmikroskopie beschäftigt ;-).

Ich verwende zumindest den Schlüssel, den gibts auf irgend einer schweizer
Pilzseite zum runterladen.

Es lohnt sich unbedingt das Buch zu kaufen, die Sporenzeichnungen sind sehr gut und der Preis (35 €) hält sich sehr im Rahmen, ist halt auf Englisch. Ich kanns ja das nächste Mal zur AMU mal mitnehmen.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Bestimmungshilfe Milchling (Plinthogali) gesuc

Birgit, (vor 7753 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

erstmal vielen Dank.

so vom Anschauen her halte ich alle Bilder für denselben Plinthogali. Und vom
Anschauen her hätte ich mich auch für L. azonites entschieden, allerdings
ziemlich zähneknirschend weil die Farben mir zu warm braun sind. Azonites
hat eigentlich immer einen grauen Ton, ein achromatisches Braun
(vergleichbar mit den Hutfarben von Leccinum variecolor im Vergleich zu
den anderen Leccini).

eben und zu warm braun wärs mir eigentlich auch für L. ruginosus, der ist ja wohl meist auch graubrauner (obwohl ich vor drei Jahren auch 1 ähnlich braunes Exemplare hatte), ich hatte mich auf L. romagnesii versteift ;-).

Nur von der Farbe her hätte ich L. pterosporus in Betracht gezogen, für den
mir die Lamellen gerade noch gehen würden, die Form insgesamt baer nicht
gut gefällt und auch die Hutrunzelung fehlt.

Im Vergleich zu meinem alten und neuen L. ruginosus-Fund erscheinen mir die Grate insgeamt geringfügig etwas höher, aber nicht so hoch wie bei L. pterosporus, bei dem erscheinen mir die Flügel auch etwas deutlicher zu sehen. Ich hab nnämlich heute abend nochmal meine sämtlichen Belege plus die drei von gestern durchmikroskopiert. Das nette ist, daß der große alte Milchling jetzt beim Trocknen Runzeln inn der Hutmitte bekommen hat.... ;-), die aber vorher wirklich nnicht zu sehen waren.

Also bleibt wohl nur wieder der ruginosus ss. auct. scand., den Du ja schon
mal hattest. Was spricht denn gegen den? Der nicht gerippelte Hutrand? Den
halte ich für nicht soo ausschlaggebend. Die Lamellenhaltung würde noch
hinkommen, meine ich.

Ja nun, das ist ein anderer Standort, eher kalkhaltiger Boden aber auch reicher Totentrompetenboden, der andere Standort war eher sauer, unnd übrigens das scheint hier untergegangen zu sein, ich habe gerade jetzt Lactarius ruginosus wieder gefunden s. Beitrag 83405, das hat aber wohl keiner mitbekommen. Ich dachte halt, daß die Hutrippung ein wesentliches Merkmal wäre, weil sonst die Trennung zu L. pterosporus ja wirklich schwierig wird. Was ich bisher als Lactarius ruginosus gesehen hatte, hatte in ca. 70% der Kollektion eine deutliche Hutrippung. Hier hatte keines der drei Exemplare auch nur ne Rippung. Apropos die Milch ist etwas scharf, nicht brennend, aber wenn ich die viel scharf ißt die Milch als scharf empfindet, dann ists sie wohl auch. Aber auch meine L. ruginosus-Funde hatten leicht scharfe Milch.

Könntest Du Dich mit L. ruginosus ss. Heilmann et al. anfreunden?

aus oben genannten Gründen wohl eher kaum, aber was bleibt sonst übrig?? Jedenfalls liegen die drei grad auf dem Dörrex.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Bestimmungshilfe Milchling (Plinthogali) gesuc

Birgit, (vor 7753 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Markus,

auch dir vielen Dank.

ich denke auch, dass das L. ruginosus sein könnte, ich vermute, das war der
L. terenopus nach Moser. L. romagnesi (L. ruginosus) ist ähnlich, hat
hellere, auch entfernte Lamellen, dunkleren, samtigen Hut und vor allem:
beim betupfen zieht die Milch fäden!

Tja, ich hatte ja grad eben L. ruginosus gefunden und der sah doch etwas anders aus, es ist hier wohl untergegangen, hier mein Posting Beitrag 83405

Es gibt noch L. subruginosus, mit

wolkig geflecktem Hut, mit milder Milch. Die Sporen der anderen
Plinthogali haben auch recht hohe Grate, diese sind meist unter 2 um, und
vor allem netzig angeordnet, nie derart spiralig. Mit der Nomenklatur um
romagnesii/ruginosus ist es doch etwas mühsam geworden...

also die Sporen des fraglichen Pilzes sind nicht netzig, eher spiralig und selten mal verzweigt, wie meine anderen L. ruginosus - Funde auch, meinntest du das so? Zu L. subruginosus schreibe ich weiter oben bei deinem Plinnthogali-Beitrag noch was.

Liebe Grüße

Birgit