Röhrlingsfrage *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7746 Tagen)

Hallo Pilzfreunde!
Die Witterung zaubert wundersame Pilze hervor. Oder ich bin paranoid, und es sind ganz gewöhnliche Allerweltsarten. Als erstes Beispiel sei ein Röhrling erwähnt, gefunden in einer kleinen innerstädtische Grünanlage unter einer einsamen Birke.

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Was mich nun aber stark irritierte, war das intensive Blauen, und zwar nicht in jener unappetitlichen blaugrünen Mischfarbe. Ein grüner Beiton stellte sich erst nach geraumer Weile ein. Fleisch der äußersten Stielbasis gelblich, darüber eine mal stärker, mal schwächer ausgeprägte dunkelviolette Zone.

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Für jeden Hinweis immer dankbar!
Beste Grüße! Pilzmel

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Re: Röhrlingsfrage

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7746 Tagen) @ pilzmel

Hallo Pilzmel,

das könnte etwas um X. communis (Eichen-Filzröhrling) sein. Auf das Blauen würde ich keinen allzu grossen Wert legen, diese Verfärbung (eine Oxydation) ist je nach Feuchtigkeit unterschiedlich und eigentlich kein Schlüsselpunkt.
Mal schauen, was die Röhrlingsspezialisten sagen.

Mit Grüssen, Markus

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Re: Röhrlingsfrage

Jürgen, (vor 7746 Tagen) @ pilzmel

Hallo Pilzmel,

nein, du bist nicht paranoid, sondern sensibilisiert für die Problematik bei Filzröhrlingsbestimmungen:)

Der Fund ist nur makroskopisch tatsächlich nicht so einfach einzuordnen. Farbe und Rissmuster der Huthaut entsprechen am ehesten X. chrysenteron, die Fleischverfärbung und -farbe eher X. cisalpinus (blaut oft zieml. intensiv), evtl. sogar X. ripariellus, der unter Birke in Parks wie die vorgenannte Art sehr wohl möglich ist, wenn es sich um eine feuchtere Stelle handeln sollte. Nicht definitiv zu entscheiden. An X. communis glaube ich nicht, dafür ist mir das Fleisch im Stiel (bes. zur Basis hin) nicht intensiv gelb/orange genug, X. porosporus müsste zur Stielbasis hin schmutziger gefärbt sein, auch passt die Huthaut nicht.

Wie schon in anderen Fällen rate ich auch hier, sich im Mikroskop zumindest mal die Sporen anzuschauen (Längen-Breiten-Quotient). Und vor allem - wenn möglich - die makroskopischen Merkmale an mehreren Fruchtkörpern zu beurteilen.

Grüße, Jürgen

Die Witterung zaubert wundersame Pilze hervor. Oder ich bin paranoid, und es
sind ganz gewöhnliche Allerweltsarten. Als erstes Beispiel sei ein
Röhrling erwähnt, gefunden in einer kleinen innerstädtische Grünanlage
unter einer einsamen Birke.

Was mich nun aber stark irritierte, war das intensive Blauen, und zwar nicht
in jener unappetitlichen blaugrünen Mischfarbe. Ein grüner Beiton stellte
sich erst nach geraumer Weile ein. Fleisch der äußersten Stielbasis
gelblich, darüber eine mal stärker, mal schwächer ausgeprägte
dunkelviolette Zone.

Für jeden Hinweis immer dankbar!
Beste Grüße! Pilzmel

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Re: Röhrlingsfrage

pilzmel ⌂, (vor 7745 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,
vielen Dank, auch für deine Einleitung!
Ausschließen kann ich X.porosporus. Der Standort war nicht feucht, eher im Gegenteil, also wohl nicht geignet für X. ripariellus. Heute nehme ich mir den Abwurf vor; mal sehen, ob ich mich für die eine oder andere Art entscheiden kann.
Beste Grüße! Pilzmel

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Ergänzung

pilzmel ⌂, (vor 7745 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,
mein geplanter Abwurf hat sich in Madensuppe verwandelt. Also vermutlich auch Unreifes dabei. Ich habe 30 Sporen gemessen: 12,5-14,4(15) x 4,4-5 µm absolut, im Durchschnitt 13,2 x 5 µm. Wohl doch X. chrysenteron, der mal stark blaut?
Beste Grüße! Pilzmel

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Hmmm

Jürgen, (vor 7744 Tagen) @ pilzmel

nach dem Abgleich mit Ladurner/Simonini liegen die (hoffentlich präzise geeichten) Sporenmaße zwischen X. cisalpinus (12,9 x 4,7) und chrysenteron (13,8 x 5,1), wobei die oft entscheidendere Breite und die relativ geringe Streuung der Werte eher auf erstere Art deuten, ebenso das starke Blauen und das sehr blasse Hutfleisch. Ich weiß nicht, ob dein Mikroskop ausreicht, um mit Erfolgsaussicht nach Sporenstreifen zu suchen (Immersion, Interferenzkontrast), die cisalpinus (und ripariellus) von chrysenteron unterscheiden. Für ripariellus würden die Maße übrigens genau passen.

Es gäbe noch die Möglichkeit, die Huthautendhyphen heranzuziehen: Sollte eine signifikante Anzahl deutlich über 30 µ breit sein, würde X. cisalpinus ausscheiden. Sollten auffallend blasig-kugelige Elemente vorhanden sein, wäre dies ein Indiz für ripariellus.

Grüße, Jürgen

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Re: Hmmm *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7744 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,
vielen Dank. Ich prüfe das, sobald die Flut der Frischpilze abebbt. Heute fand ich schon wieder einen Röhrling. Und zwar in Fenster-Sichtweite massenhaft rings um eine alte Eiche.

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Ich wage schon fast gar nicht mehr, zu fragen.
Beste Grüße! Pilzmel

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Re: Hmmm

Matthias, (vor 7743 Tagen) @ pilzmel

Hallo Pilzmel,
ich denke das geht in Richtung Eichenfilzröhrling Xerocomus communis,
viele Grüsse
Matthias

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Keine Einwände! *oT*

Jürgen, (vor 7743 Tagen) @ Matthias

- kein Text -

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Langsam lerne ich! Danke! *oT*

pilzmel ⌂, (vor 7743 Tagen) @ Jürgen

- kein Text -