ist heuer das jahr der ungenießbaren röhrlinge?

hanna, (vor 9550 Tagen)

hallo!

ganz komisch, das mit den ungenießbaren röhrlingen ist mir heuer auch schon extrem oft passiert (dieser liebkosende irregeleitete blick auf drei große schöne gallenröhrlinge - und dann der frust!). aber die wetterbedingungen waren doch in deutschland - euren postings zufolge - viel besser als bei uns! ich nehme an, dass das die vielbeschworene apokalypse des sog. jahrtausenwechsels gewesen sein muss. aber warum muss sie ausgerechnet uns erwischen?
nachdenklich - hanna

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Re:und nochmal Gallenröhrling...

Doris Kreißl, (vor 9550 Tagen) @ hanna

Hallo Hanna,

ich war heute in der Mittagspause ein 3/4 Stündchen im Wald und mir ging es ähnlich wie Dir, ich bin ständig irgendwo hoch oder runter gekraxelt nur um dann enttäuscht vor Gallenröhrlingen zu stehen.Schon ganz schön frustig!!!!
Aber dann....

.....heute Abend habe ich mir noch mal meine Bücher zur Brust genommen und habe im Buch von Bruno Cetto den Tyloplus fellus var. alutarius gefunden.
Cetto schreibt"Der Pilz ist sehr ähnlich dem Gallenröhrling und wir verweisen auf die Beschreibung dieses Pilzes. Er unterscheidet sich jedoch im Geschmack des Fleisches, das nicht bitter, sondern fast angenehm süßlich schmeckt, sodaß der Pilz genießbar ist.Weitere Unterscheidungsmerkmale sind vielleicht der hellere, ledergelbe Hut und der nicht netzige Stiel, der beim Gallenröhrling immer netzig ist."
Auf dem dazu gehörenden Bild ist der Hut aber ziemlich dunkel und zumindest an einem Pilz ist deutlich ein Netz erkennbar.
Heißt das jetzt ich sollte doch an jedem Gallenröhrling ein Stückchen abknabbern?
Oder ist dieser Pilz extrem selten?
Hat ihn schon mal irgendeiner gefunden?
Viele liebe Grüße an Alle!!!
Doris

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Re:und nochmal bittere Gallenröhrlinge...

Doomster, (vor 9545 Tagen) @ Doris Kreißl

Hi!

Ich bin dieses Jahr zum ersten Mal in diesem Forum, und Gallenröhrlinge scheinen ja ein zentrales Thema zu sein! Und womit? Mit Recht!
Diese 'Viecher' sind wirklich enttäuschend. Wunderbar sehen sie aus. Und da ich noch nie einen Gallenröhrling gefunden habe, habe ich natürlich erstmal einige mitgenommen, zumal die Netze auf dem Stiel nicht allzusehr auffielen, da ich ja gar nicht darauf eingestellt war, welche zu finden, sondern sie tatsächlich für Steinpilze hielt!
Fundort war Odenwald nahe Weinheim.
Zum Glück kam mir die rosa Röhrenverfärbung verdächtig vor. Allerdings war ein anderes Merkmal für mich viel hilfreicher:
Und zwar kann man den Hut ungewöhnlich leicht vom Stiel trennen. Bei jungen Exemplaren, bei denen noch so gut wie überhaupt kein Unterschied zum edlen edulis festzustellen ist, war dies besonders auffällig. Außerdem ist der Stiel ziemlich leicht und brüchig. Vielleicht helfen diese Charakteristika ja ein wenig weiter, da ich diese in all meinen Pilzbüchern nicht gefunden habe!

Und noch was interessantes: Ich konnte es ja nicht lassen und habe untersucht, ob diese Bitterstoffe nicht irgendwie verschwinden. gekocht und gebraten waren die Bitterstoffe noch immer vorhanden: für mich ungenießbar! Aber getrocknet waren sie plötzlich schmackhaft!!! Allerdings habe ich das Einweichwasser weggeschüttet und noch einige Maronen und und Goldröhrlinge beigegeben. danach schmeckte das Ganze eher so, als ob ich ein paar bittere Milchlinge beigegeben hätte. Diese sind nach meiner Erfahrung auch etwas bitter, munden mir aber vorzüglich, da sie fast nach Wild schmecken. Also, ein sehr ambivalenter Pilz, dieser Gallenröhrling.

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Re:..nochmal Gallenröhrling../.Tyloplus fellus var

hansuwe, (vor 9544 Tagen) @ Doris Kreißl

Hallo Pilzfreunde,
dieser Bitrag veranlasst mich, mich nochmal in die Diskussion einzuklinken:

.....heute Abend habe ich mir noch mal meine Bücher zur Brust genommen und
habe im Buch von Bruno Cetto den Tyloplus fellus var. alutarius gefunden.
Cetto schreibt"Der Pilz ist sehr ähnlich dem Gallenröhrling und wir
verweisen auf die Beschreibung dieses Pilzes. Er unterscheidet sich jedoch
im Geschmack des Fleisches, das nicht bitter, sondern fast angenehm
süßlich schmeckt, sodaß der Pilz genießbar ist.Weitere
Unterscheidungsmerkmale sind vielleicht der hellere, ledergelbe Hut und
der nicht netzige Stiel, der beim Gallenröhrling immer netzig ist."
Auf dem dazu gehörenden Bild ist der Hut aber ziemlich dunkel und zumindest
an einem Pilz ist deutlich ein Netz erkennbar.
Heißt das jetzt ich sollte doch an jedem Gallenröhrling ein Stückchen
abknabbern?
Oder ist dieser Pilz extrem selten?
Hat ihn schon mal irgendeiner gefunden?
Doris

Ich weiss aus Berichten der Verwandtschaft, dass der "Gallenröhrlig" sauer eingelegt verarbeitet wurde und nicht mehr bitter war.
Hatte früher schon mal im Forum darüber berichtet.
Hängt das damit zsammen, dass das Kochwasser abgegossen wurde, verliert der Pilz seine Bitterstoffe in (Essig)säure, werden die Bitterstoffe von Gewürzen überdeckt, oder führt alles zusammen zur (relativen) Geniessbarkeit?
Oder waren es doch Tyloplus fellus var. alutarius?
Quellen kann ich leider nicht mehr befragen, sind alle ohne Pilzvergiftung verblichen.
Die Erfahrung weiter oben/unten?? im Forum, dass die Pilze nach dem Trocknen die Bitterkeit verlieren ist interessant und richtig praktisch in dieser Zeit, wenn man garnichts sonst findet und unbedigt was pilziges trocknen oder auf dem Teller haben will.
Ich glaube ich habe in grauer Urzeit auch mal versucht junge Gallenröhrlinge sauer einzulegen, weil ich sie mitgenommen habe, sie so schön waren und ich es nicht fertigbrachte sie in den Müll zu werfen.
Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend, ich habe es jedenfalls nie wieder versucht und falle auch nicht mehr auf diese bilhübschen faker herein.
Wer versucht mal das sauer Einlegen?
Tipp: Handelsübliches Gurkeneinmachgewürz verwenden, Zucker nicht vergessen, rundet den Geschmack, vielleicht auch den bitteren ab.
So mache ich es jedenfallsmit "normalen" Pilzen.

Auf jeden Fall bei Neufund Geschmacksprobe machen, nachdem ich das von Tyloplus fellus var. alutarius oben gelesen habe.

Freundliche Pilzgrüsse
hansuwe