Schleimpilz-Eskapaden, live erlebt

Harald Andres Schmid, (vor 7705 Tagen)

Hallo
Wir waren gestern und heute in den Bergen unterwegs.
Pilze sammeln für die Pilzausstellung auf der Baldegg.
Wir:
Malou, ihr Sohn Jonas, Andre und ich.
Gestern abend übernachteten wir in Malous Alphütte, kochten Fondue zum Wärmen und betrachteten die Sterne und unterhielten uns über den Niedergang der Mykologie im Allgemeinen und den Niedergang der Pilzvorkommen im Besonderen.
Bevor wir die Hütte erreichten, mussten wir das Auto abstellen und zwanzig Minuten hochsteigen.
Dazu liessen wir alles Unnötige im Wagen.
Auch die wenigen Pilze, die wir schon hatten, in den Körben.
Mein Korb bestand aus einer grossen, auseinanderklappbaren Handwerker-Kiste aus Kunststoff mit vielen kleinen Fächern für die zarteren Funde.
Dort lagerte gutgelaunt und strahlend ein kleiner Schleimpilz.
Ich hatte das Stück Rinde, dass er wohl gerade am Verspeisen war, grosszügig abgebrochen und ihm ein geräumiges Fächlein in der Kiste ganz für sich zur Verfügung gestellt.
Vor dem Aufbruch und dem Abschliessen des Kofferraums fragte ich so zum Spass, ob er wohl in der Nacht auf Wanderschaft gehen würde.
Jonas war von der Idee begeistert.
Andre meinte, ich könnte ihn ja mit Mehl oder Zucker füttern und so etwas handzahmer machen.
Vielleicht auch ihn zum faulen Bleiben in seinem Fächlein kriegen.
Ich hatte aber weder Mehl noch Zucker bei mir.
Nur den Sack mit der feinen Fondue-Mischung.
Ich erwog schliesslich, Schleimi ein wenig von unserem Fondue abzutreten, doch Andre zweifelte daran, dass Schleimi Fondue mögen würde.
So musste Schleimi ohne Nachtessen ins Bett.
Wir liessen ihn schmächlich in seinem kleinen Fächlein in der dunklen Kiste übernachten, ganz allein, im Kofferraum.
Nicht ganz!
In der Kiste hatte es noch Mohrenkopfmilchlinge und andere Köstlichkeiten.
Auf dem Weg zur Hütte liess uns das Schicksal von Schleimi nicht mehr los.
Vor allem die Frage, ob Schleimi wohl Nachts durch die Fächer der Kiste wandern und die anderen Pilze verspeisen würde.
Auch noch, als wir in der Wärme sassen, in der Hütten-Küche, die anheimelnd gasig nach Petrollampen und Fondue roch, stellten wir uns immer wieder Schleimis Heisshunger vor.
Schliesslich waren wir selbst gesättigt und liessen den Mond durch die Hüttenfenster auf unsere Lagerstätten scheinen.
Am nächsten Morgen standen wir vor der Sonne auf.
Wir hatten noch zwei Alpen zu besuchen.
Beim Aufschliessen des Autos allgemeines, erwartungsvolles Grinsen.
Wie ging es wohl Schleimi?
Ueberraschung perfekt:
Schleimi hatte sich vom Acker gemacht.
Nicht vom Acker, vom Rindenstückchen.
Weit war er nicht gekommen, aber er hatte die Enge seines Fächleins verlassen, in dem er nur das Rindenstückchen und eine kleine gelbe Pfütze (Morgen-Pipi?) zurück gelassen hatte.
Grosses Hallo über den Mut und den Ueberlebenswillen von Schleimi.
Im nächsten Wald wurde er in die Freiheit entlassen.
Wie hebt man einen munter kriechenden Schleimpilz anständig und artgerecht aus einem Fächlein?
Ich schaufelte ihn (was für eine Behandlung!) wieder auf das Rindenstückchen, träufelte etwas von der gelben Pfütze über ihn und setzte das Ganze ins Moos.
Es galt Abschied zu nehmen, ein Schleimpilz ist schliesslich kein Freund fürs Leben...
Vielleicht verspeist er gerade einen riesigen Fliegenpilz. Sicher geht es ihm gut.
Uebrigens:
Wir haben Pilze mitgebracht, etwa vierzig bis fünfzig Arten, auch wenn das gar nicht so aussah in den Wäldern.
Die anderen brachten auch einiges zusammen.
Die grosse, jährliche Pilzausstellung Baden wird morgen steigen!
Gruss, Harald Andres

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Möglicherweise auf der Suche nach Luft und Licht? *oT*

elfi ⌂, (vor 7705 Tagen) @ Harald Andres Schmid

- kein Text -

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Schöne Geschichte, liebevoll geschrieben. Danke! *oT*

Matts & Elli, (vor 7705 Tagen) @ Harald Andres Schmid

- kein Text -

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Interessant ! *oT*

spinne, (vor 7704 Tagen) @ Harald Andres Schmid

- kein Text -

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schöne Geschichte danke dass Du uns daran ......

Hans hurter, (vor 7704 Tagen) @ Harald Andres Schmid

teilhaben lässt!LG Hans

Hallo
Wir waren gestern und heute in den Bergen unterwegs.
Pilze sammeln für die Pilzausstellung auf der Baldegg.
Wir: Malou, ihr Sohn Jonas, Andre und ich.
Gestern abend übernachteten wir in Malous Alphütte, kochten Fondue zum Wärmen
und betrachteten die Sterne und unterhielten uns über den Niedergang der
Mykologie im Allgemeinen und den Niedergang der Pilzvorkommen im
Besonderen.
Bevor wir die Hütte erreichten, mussten wir das Auto abstellen und zwanzig
Minuten hochsteigen.
Dazu liessen wir alles Unnötige im Wagen.
Auch die wenigen Pilze, die wir schon hatten, in den Körben.
Mein Korb bestand aus einer grossen, auseinanderklappbaren Handwerker-Kiste
aus Kunststoff mit vielen kleinen Fächern für die zarteren Funde.
Dort lagerte gutgelaunt und strahlend ein kleiner Schleimpilz.
Ich hatte das Stück Rinde, dass er wohl gerade am Verspeisen war, grosszügig
abgebrochen und ihm ein geräumiges Fächlein in der Kiste ganz für sich zur
Verfügung gestellt.
Vor dem Aufbruch und dem Abschliessen des Kofferraums fragte ich so zum
Spass, ob er wohl in der Nacht auf Wanderschaft gehen würde.
Jonas war von der Idee begeistert.
Andre meinte, ich könnte ihn ja mit Mehl oder Zucker füttern und so etwas
handzahmer machen.
Vielleicht auch ihn zum faulen Bleiben in seinem Fächlein kriegen.
Ich hatte aber weder Mehl noch Zucker bei mir.
Nur den Sack mit der feinen Fondue-Mischung.
Ich erwog schliesslich, Schleimi ein wenig von unserem Fondue abzutreten,
doch Andre zweifelte daran, dass Schleimi Fondue mögen würde.
So musste Schleimi ohne Nachtessen ins Bett.
Wir liessen ihn schmächlich in seinem kleinen Fächlein in der dunklen Kiste
übernachten, ganz allein, im Kofferraum.
Nicht ganz!
In der Kiste hatte es noch Mohrenkopfmilchlinge und andere Köstlichkeiten.
Auf dem Weg zur Hütte liess uns das Schicksal von Schleimi nicht mehr los.
Vor allem die Frage, ob Schleimi wohl Nachts durch die Fächer der Kiste
wandern und die anderen Pilze verspeisen würde.
Auch noch, als wir in der Wärme sassen, in der Hütten-Küche, die anheimelnd
gasig nach Petrollampen und Fondue roch, stellten wir uns immer wieder
Schleimis Heisshunger vor.
Schliesslich waren wir selbst gesättigt und liessen den Mond durch die
Hüttenfenster auf unsere Lagerstätten scheinen.
Am nächsten Morgen standen wir vor der Sonne auf.
Wir hatten noch zwei Alpen zu besuchen.
Beim Aufschliessen des Autos allgemeines, erwartungsvolles Grinsen.
Wie ging es wohl Schleimi?
Ueberraschung perfekt: Schleimi hatte sich vom Acker gemacht.
Nicht vom Acker, vom Rindenstückchen.
Weit war er nicht gekommen, aber er hatte die Enge seines Fächleins
verlassen, in dem er nur das Rindenstückchen und eine kleine gelbe Pfütze
(Morgen-Pipi?) zurück gelassen hatte.
Grosses Hallo über den Mut und den Ueberlebenswillen von Schleimi.
Im nächsten Wald wurde er in die Freiheit entlassen.
Wie hebt man einen munter kriechenden Schleimpilz anständig und artgerecht
aus einem Fächlein?
Ich schaufelte ihn (was für eine Behandlung!) wieder auf das Rindenstückchen,
träufelte etwas von der gelben Pfütze über ihn und setzte das Ganze ins
Moos.
Es galt Abschied zu nehmen, ein Schleimpilz ist schliesslich kein Freund fürs
Leben...
Vielleicht verspeist er gerade einen riesigen Fliegenpilz. Sicher geht es ihm
gut.
Uebrigens: Wir haben Pilze mitgebracht, etwa vierzig bis fünfzig Arten, auch
wenn das gar nicht so aussah in den Wäldern.
Die anderen brachten auch einiges zusammen.
Die grosse, jährliche Pilzausstellung Baden wird morgen steigen!
Gruss, Harald Andres

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Man muß ihn richtig liebhaben, oder ? mfG *oT*

Dedimyk, (vor 7704 Tagen) @ Harald Andres Schmid

- kein Text -

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Re: Ein Autor ist geboren- sein Name Harald Andres

Lexi2,5, (vor 7703 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Lieber Harald Andres,

Du solltest Dir ernsthaft überlegen, ein Pilzbuch für Kinder und Junggebliebene zu schreiben. Ein Medley all Deiner herrlichen Rezepte, schönen Fotos, Geschichten aus dem Wald und Märchen über Pilze. Ich weiß ja nicht, wieviele Leser dieses Forum hat, könnte mir aber vorstellen, daß Du schon allein uns alle als potentielle Käufer dieses Schmankerls gewinnen könntest. Ich würd auch ganz arg die Werbetrommel für Dich rühren !
Bitte mehr davon !

Ganz herzliche Grüsse
Lexi

Hallo
Wir waren gestern und heute in den Bergen unterwegs.
Pilze sammeln für die Pilzausstellung auf der Baldegg.
Wir: Malou, ihr Sohn Jonas, Andre und ich.
Gestern abend übernachteten wir in Malous Alphütte, kochten Fondue zum Wärmen
und betrachteten die Sterne und unterhielten uns über den Niedergang der
Mykologie im Allgemeinen und den Niedergang der Pilzvorkommen im
Besonderen.
Bevor wir die Hütte erreichten, mussten wir das Auto abstellen und zwanzig
Minuten hochsteigen.
Dazu liessen wir alles Unnötige im Wagen.
Auch die wenigen Pilze, die wir schon hatten, in den Körben.
Mein Korb bestand aus einer grossen, auseinanderklappbaren Handwerker-Kiste
aus Kunststoff mit vielen kleinen Fächern für die zarteren Funde.
Dort lagerte gutgelaunt und strahlend ein kleiner Schleimpilz.
Ich hatte das Stück Rinde, dass er wohl gerade am Verspeisen war, grosszügig
abgebrochen und ihm ein geräumiges Fächlein in der Kiste ganz für sich zur
Verfügung gestellt.
Vor dem Aufbruch und dem Abschliessen des Kofferraums fragte ich so zum
Spass, ob er wohl in der Nacht auf Wanderschaft gehen würde.
Jonas war von der Idee begeistert.
Andre meinte, ich könnte ihn ja mit Mehl oder Zucker füttern und so etwas
handzahmer machen.
Vielleicht auch ihn zum faulen Bleiben in seinem Fächlein kriegen.
Ich hatte aber weder Mehl noch Zucker bei mir.
Nur den Sack mit der feinen Fondue-Mischung.
Ich erwog schliesslich, Schleimi ein wenig von unserem Fondue abzutreten,
doch Andre zweifelte daran, dass Schleimi Fondue mögen würde.
So musste Schleimi ohne Nachtessen ins Bett.
Wir liessen ihn schmächlich in seinem kleinen Fächlein in der dunklen Kiste
übernachten, ganz allein, im Kofferraum.
Nicht ganz!
In der Kiste hatte es noch Mohrenkopfmilchlinge und andere Köstlichkeiten.
Auf dem Weg zur Hütte liess uns das Schicksal von Schleimi nicht mehr los.
Vor allem die Frage, ob Schleimi wohl Nachts durch die Fächer der Kiste
wandern und die anderen Pilze verspeisen würde.
Auch noch, als wir in der Wärme sassen, in der Hütten-Küche, die anheimelnd
gasig nach Petrollampen und Fondue roch, stellten wir uns immer wieder
Schleimis Heisshunger vor.
Schliesslich waren wir selbst gesättigt und liessen den Mond durch die
Hüttenfenster auf unsere Lagerstätten scheinen.
Am nächsten Morgen standen wir vor der Sonne auf.
Wir hatten noch zwei Alpen zu besuchen.
Beim Aufschliessen des Autos allgemeines, erwartungsvolles Grinsen.
Wie ging es wohl Schleimi?
Ueberraschung perfekt: Schleimi hatte sich vom Acker gemacht.
Nicht vom Acker, vom Rindenstückchen.
Weit war er nicht gekommen, aber er hatte die Enge seines Fächleins
verlassen, in dem er nur das Rindenstückchen und eine kleine gelbe Pfütze
(Morgen-Pipi?) zurück gelassen hatte.
Grosses Hallo über den Mut und den Ueberlebenswillen von Schleimi.
Im nächsten Wald wurde er in die Freiheit entlassen.
Wie hebt man einen munter kriechenden Schleimpilz anständig und artgerecht
aus einem Fächlein?
Ich schaufelte ihn (was für eine Behandlung!) wieder auf das Rindenstückchen,
träufelte etwas von der gelben Pfütze über ihn und setzte das Ganze ins
Moos.
Es galt Abschied zu nehmen, ein Schleimpilz ist schliesslich kein Freund fürs
Leben...
Vielleicht verspeist er gerade einen riesigen Fliegenpilz. Sicher geht es ihm
gut.
Uebrigens: Wir haben Pilze mitgebracht, etwa vierzig bis fünfzig Arten, auch
wenn das gar nicht so aussah in den Wäldern.
Die anderen brachten auch einiges zusammen.
Die grosse, jährliche Pilzausstellung Baden wird morgen steigen!
Gruss, Harald Andres