Bestimmungshilfe - besondere Trompeten? *PIC*

LichtSammler, (vor 7694 Tagen)

Hallo Ihr lieben :-)

Wer hilft mir bei der Bestimmung?

Nr 1
Wächst aus umgefallenem, bemoostem Stamm, hat einen ganz flauschigen Stiel

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Nr 2

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Alle 4 Bilder der gleiche pilz
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Nr 3 Frage:
Ich dachte es seien ganz klar Herbsttrompete / Totentrompete. Manche davon sind auch genau so, aber manche sind zusammengewachsen oder ganz "verwurschtelt" und sehen aus wie viele trompeten in einer. kann das sein, oder handelt es sich hier um einen anderen Pilz, die Pilze wuchsen alle am leichen standort. ein wenig riechen die verwurschtelten nach den bazookakaugumis, falls die noch jemand kennt.

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Vielen Dank vorab!

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Re: Bestimmungshilfe - besondere Trompeten?

Arcarith, (vor 7694 Tagen) @ LichtSammler

Hallo Ihr lieben :-)
Wer hilft mir bei der Bestimmung?
Nr 1
Wächst aus umgefallenem, bemoostem Stamm, hat einen ganz flauschigen Stiel

Keine Ahnung, Dürfte richtung Leccinum gehen.

Nr 2

Das ist der Safran-Schirmling (Macrolepiota rahcodes)

Alle 4 Bilder der gleiche pilz
Nr 3 Frage: Ich dachte es seien ganz klar Herbsttrompete / Totentrompete.
Manche davon sind auch genau so, aber manche sind zusammengewachsen oder
ganz "verwurschtelt" und sehen aus wie viele trompeten in einer.
kann das sein, oder handelt es sich hier um einen anderen Pilz, die Pilze
wuchsen alle am leichen standort. ein wenig riechen die verwurschtelten
nach den bazookakaugumis, falls die noch jemand kennt.

Keine Ahnung aber vl Ja die Krause Kraterelle (Pseudocraterellus undulatus)

Vielen Dank vorab!

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Re: Bestimmungshilfe - besondere Trompeten?

Matthias, (vor 7694 Tagen) @ LichtSammler

Hallo,
die 1 ist einer der Birkenpilze, wahrscheinlich der Wolligstielige Rauhfuss Leccinum brunneogriseolum,
die 2 ist der Safranschirmpilz Macrolepiota rhacodes und die 3 sind Totentrompeten, aber nicht gleich in die Pfanne hauen da Fotosbestimmungen sehr selten zu einem sicheren Ergebnis führen,
viele Grüsse
Matthias

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Vergleichsbilder Leccinum brunneogriseolum

Jürgen, (vor 7694 Tagen) @ LichtSammler

Hallo LichtSammler,

Matthias liegt richtig. Die Birkenpilzart kannst du dir hier noch etwas genauer anschauen. Auf mehreren Bildern sieht man ebenfalls Wachstum auf morschem Holz.

Grüße, Jürgen

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Re: Bestimmungshilfe - besondere Trompeten?

LichtSammler, (vor 7694 Tagen) @ Matthias

Hallo lieber Matthias,

viele Dank für Deine Hilfe. Meinst Du dass ich dir Totentrompete falsch bestimmen und mit einem giftpilz verwechseln könnte?

in meiner literatur steht drin, dass ich die nicht verwechseln kann und mit den 2 ähnlichsten wäre es nicht schlimm weil die auch esbar sind.

Weißt Du (oder vielleicht ja auch ein anderer?!?!) ob es einen ähnlichen ungeniesbaren oder gar giftigen pilz gibt?

vielen dank

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Re: Vergleichsbilder Leccinum brunneogriseolum

AK_CCM, (vor 7694 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

ist L. brunneogriseolum gar kein Mykorrizapilz sondern Saprobiont? Oder kann die Art beides? Bislang war ich der Auffassung, dass alle Rauhfüße Mykorrhizapilze sind.

Gruß, Andreas

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Re: Bestimmungshilfe - besondere Trompeten?

Manfred, (vor 7693 Tagen) @ LichtSammler


Nr 3 Frage: Ich dachte es seien ganz klar Herbsttrompete / Totentrompete.
Manche davon sind auch genau so, aber manche sind zusammengewachsen oder
ganz "verwurschtelt" und sehen aus wie viele trompeten in einer.
kann das sein, oder handelt es sich hier um einen anderen Pilz, die Pilze
wuchsen alle am leichen standort. ein wenig riechen die verwurschtelten
nach den bazookakaugumis, falls die noch jemand kennt.

Vielen Dank vorab!

Hallo

Es sind definitiv Herbsttrompeten. Ich habe davon schon die unmöglichsten
Formen gefunden, es gibt gekrümmte, gekrauste, verdrehte, gebauchte,
gewundene, blumenstraussige, stiefelförmige usw. usw.
Die abgebildeten Exemplare scheinen nicht mehr so jung zu sein.
Achte darauf, nur festfleischige zu ernten, seifig-schlaffe Stücke sind
bereits im Zustand der Zersetzung.

Grüssli
Manfred

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Re: Vergleichsbilder Leccinum brunneogriseolum

Jürgen, (vor 7693 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

L. brunneogriseolum ist sicher Mykorrhizapilz von Birke. Eine plausible Erklärung dafür, warum die Fruchtkörper dieser Art (übrigens auch der Marone und des Gallenröhrlings) gerne auf morschem Holz aufsitzen, habe ich leider auch nicht.

Gruß, Jürgen

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OT: Mykorrhiza und Standort

EricS ⌂, (vor 7693 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

Boletales erscheinen öfter mal (und auch öfter als andere Mykorrhiza-Pilze) an solch ungewöhnlichen Standorten, die an deren symbiontischer Lebensweise zweifeln lassen. Maronen-Röhrlinge wachsen z.B. sehr oft auf morschen Stümpfen. In den letzten beiden Monaten habe ich auch wieder zwei E-Mails bekommen, in denen Pilze aus dem Mauerwerk im Hauskeller gewachsen sind. Ergebnis: einmal Xerocomus sp. und einmal Scleroderma sp.. Solche "Hilfe: Pilz im Keller"-Mails betrafen bisher mit Ausnahme des "Mauerbecherlings" (wenn das überhaupt was eigenes ist...) immer nur Mitglieder der Boletales (incl. Echter Hausschwamm [Serpula lacrimans]). Eine Erklärung habe ich dafür leider auch nicht, es wäre aber mal interessant zu wissen, was dahinter steckt.

Viele Grüße,

Eric

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Re: OT: Mykorrhiza und Standort

Werner, (vor 7693 Tagen) @ EricS

Hallo Eric,

Boletales erscheinen öfter mal (und auch öfter als andere Mykorrhiza-Pilze)
an solch ungewöhnlichen Standorten, die an deren symbiontischer
Lebensweise zweifeln lassen. Maronen-Röhrlinge wachsen z.B. sehr oft auf
morschen Stümpfen. In den letzten beiden Monaten habe ich auch wieder zwei
E-Mails bekommen, in denen Pilze aus dem Mauerwerk im Hauskeller gewachsen
sind. Ergebnis: einmal Xerocomus sp. und einmal Scleroderma sp. .
Solche "Hilfe: Pilz im Keller"-Mails betrafen bisher mit
Ausnahme des "Mauerbecherlings" (wenn das überhaupt was eigenes
ist...) immer nur Mitglieder der Boletales (incl. Echter Hausschwamm [
Serpula lacrimans ]). Eine Erklärung habe ich dafür leider auch nicht, es
wäre aber mal interessant zu wissen, was dahinter steckt.

Also was die Pilze in Mauern angeht, kann ich berichten, daß wir in Hornberg mal einen Xerocomus (vermutlich war es rubellus, Christoph hat den bestimmt) im Keller des Wirtshauses auf dem Fohrenbühl hatten. Und direkt oberhalb steht eine alte Linde - da ist es doch nicht verwunderlich, wenn eine Verbindung Wurzeln - Mycel besteht und diese sich halt auch auf das Mauerwerk erstreckt.

Bei vermorschtem Holz kann ich mir auch gut eingewachsenes Mycel vorstellen, das aber sicherlich in Verbindung mit den Baumwurzeln steht.

Gruß,

Werner

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Das erklärt aber leider nicht,

Jürgen, (vor 7693 Tagen) @ Werner

warum das Myzel offenbar bevorzugt in das morsche Holz hineinwächst und dort zur Fruchtkörperbildung kommt.

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Re: OT: Mykorrhiza und Standort

EricS ⌂, (vor 7693 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

Schon klar, so habe ich es "meinen" Ratsuchenden ja auch geschildert und ein Baum in direkter Nachbarschaft zur betreffenden Mauer war auch immer vorhanden. Mich interessiert es dennoch, warum ausgerechnet die Boletales irgendwie doch eine Affinität zu solchen Standorten haben, oder zumindest eine gewisse Toleranz. Ich habe z.B. noch nie von Täublingen, Ritterlingen, Wulstlingen oder Schleierlingen in Kellern gehört, obwohl diese gewiss nicht seltener unter Gartenbäumen vorkommen als Röhrlinge und Konsorten. Ich finde es nicht unerklärlich, dass ein rubellus aus einer Kellermauer wächst (in einem TINTLING ist auch mal ein solcher abgebildet worden), sondern warum es bei den Boletales nicht selten auftritt, während andere Pilze kaum berichtet werden. Weiß dazu noch jemand ein paar Fälle?

Viele Grüße,

Eric

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Re: Vergleichsbilder Leccinum brunneogriseolum *PIC*

Matthias, (vor 7693 Tagen) @ Jürgen

Hallo Andreas,
L. brunneogriseolum ist sicher Mykorrhizapilz von Birke. Eine plausible
Erklärung dafür, warum die Fruchtkörper dieser Art (übrigens auch der
Marone und des Gallenröhrlings) gerne auf morschem Holz aufsitzen, habe
ich leider auch nicht.
Gruß, Jürgen

Hallo Jürgen,
Gallenröhrlinge und Maronen habe ich auch schon öfter an Stämmen lebender Kiefern bis in einer Höhe von 50 cm vom Boden gefunden, hier ein Bild aus dem Spessart
[image]
viele Grüsse
Matthias

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Re: OT: Mykorrhiza und Standort

AK_CCM, (vor 7693 Tagen) @ EricS

Hallo Eric,

spontan erinnere ich mich noch an eine Diskussion in Deinem Forum über einen Nussbaum, der vom Hallimasch befallen ist. Im November 2004 wurden dort auch Bilder von Fruchtkörpern im Keller gezeigt:
http://www.pilzbestimmung.de/forum/index.php/m/3142/109/89e69679336e0415c2e721d8fa0d5ba9/

Elfi hat außerdem bei Freunden in Graz Champignons entdeckt, die im Keller aus der Decke wuchsen:
http://www.appelt.org/seite18.htm

Das Phänomen ist also wohl nicht nur auf Röhrlinge beschränkt. Falls ich es nicht vergesse, frage ich Mal den Christoph, ob er etwas darüber weiß.

Gruß, Andreas

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Re: OT: Mykorrhiza und Standort

EricS ⌂, (vor 7693 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

das ist wahr, aber sind das eben keine Mykorrhiza-Pilze ;). Den Hallimasch-Beitrag hab ich schon wieder ganz vergessen, vielen Dank für die Wiederauffrischung.

Viele Grüße,

Eric

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Re: OT: Mykorrhiza und Standort

AK_CCM, (vor 7692 Tagen) @ EricS

Hallo Eric,

Du hast völlig Recht, die von mir genannten Beispiele waren keine Mykorrhizapilze. Ansonsten fallen mir nur noch 2 Bilder von Frank Moser in der fotocommunity ein, die irgendwelche "Kellerröhrlinge" zeigen:
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/6820/display/2004891
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/6820/display/2005519

Ferner habe ich heute Christoph Hahn auf Rauhfüße und Maronen an Holz angesprochen. Hierzu meinte er, dass der Pilz definitiv kein Saprobiont ist, sondern ein Mykorrhizapilz: Wird die Verbindung zum Baum gekappt, stirbt der Pilz. Dies kann sich 1-2 Jahre hinziehen. Allerdings kann der Pilz durchaus Nährstoffe aus Totholz lösen, die er dann an "seinen" Baum weitergibt. Im Gegenzug erhält der Pilz Zucker vom Baum, von dem er sich ernährt. Interessant war diesbezüglich, dass sich Röhrlinge auf Agar mit entsprechendem Zuckerversatz sogar soweit züchten lassen, bis sie kleine "Knubbel" (die Vorstufe zur Fruchtkörperentwicklung - mir fällt der Fachbegriff dazu nicht mehr ein) bilden. Außerdem hat Christoph berichtet, dass die Fruchtkörper (Anm:: zumindest die des Maronenröhrlings) problemlos weiter weg vom "Stammmycel" wachsen können, weil der Pilz Rhizomorphen ausbildet. Dies erklärt die Funde an Bäumen.

Leider habe ich gestern vergessen zu fragen, weshalb andere Mykorrhizapilze selten in Kellern zu finden sind, hole ich aber nach. War gestern allein schon fasziniert von der "Holzabbau-Rhizomorphen-Röhrlings-Geschichte".

Gruß, Andreas

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Re: OT: Mykorrhiza und Standort

Der Juergen, (vor 7688 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

Ferner habe ich heute Christoph Hahn auf Rauhfüße und Maronen an Holz
angesprochen. Hierzu meinte er, dass der Pilz definitiv kein Saprobiont
ist, sondern ein Mykorrhizapilz: Wird die Verbindung zum Baum gekappt,
stirbt der Pilz.

Das glaube ich auch. Man darf aber nicht vergessen, dass Mykorhiza-Mycelien ein kommunes Netzwerk ausbilden, und mehrere Bäume anzapfen können. Fazit: Ein zerstörter Baum ist ab dem Moment seines Todes kein Mykorhizapartner mehr - ein Pilz, der nur mit diesem Baum assoziiert ist, kann zumindest nicht mehr fruktifizieren (weil er dazu viel Energie und organische Verbindungen braucht), er kann aber trotzdem noch weiterleben!

Grüßle
Juergen

p.s.: Das ist übrigen auch der Grund dafür, dass Pilze erst so spät (Spätsommer, Herbst, Spätherbst) fruktifizieren! Der Baum gibt seine Syntheseprodukte erst dann seinen Symbionten ab, wenn er zuerst fruktifiziert hat. Gerät der Baum während eines schlechten Jahres (Trockenperiode) in Stress, gibt er an den Pilz nichts mehr ab - ein schlechtes "Pilzjahr" steht dann an.

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Warum aber

Jürgen, (vor 7688 Tagen) @ Der Juergen

haben nur und gerade die drei genannten Mykorrhizapilze L. brunneogriseolum, X. badius und T. felleus eine doch recht deutliche Affinität zu Totholz? Die von Christoph genannten Phänomene treffen ja auch auf diverse andeere Röhrlingsarten zu. Oder täuscht nur die relative Häufigkeit der o.g.Arten ein über den statistischen Zufall hinausgehendes Phänomen vor?