2 Täublinge (4 Fotos) mit Fragen *PIC*

interhias ⌂, (vor 7657 Tagen)

Servus,

sogar ein paar Täublinge wachsen noch bei dem milden Wetter.

Der erste hier ist ein wahrer Gigant (17 cm Hutdurchmesser!), er wuchs auf 750 m gesellig am grasigen Waldrand bei Weißtannen. Ich glaube, dass es der Lederstieltäubling (R. viscida) ist, obwohl das Sporenpulver vielleicht etwas zu satt cremefarben "ausgefallen" ist. Was wäre sonst noch denkbar?

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Beschreibung:
Hut: bis 17 cm breit, unregelmäßig gelappt, kunterbunt, vorwiegend mit Violett- und Ockertönen, Huthaut schlecht abziehbar; Stiel: bis 12 cm lang und 6 cm breit, zylindrisch bis keulig, längsrillig, im oberen Drittel weiß, dann mehr und mehr ockerbraun, vor allem an der Basis; Lamellen: gerade angewachsen, einige gegabelt, cremefarben, Schneiden glatt, bisweilen braunfleckig; Fleisch: weiß, an Fraßstellen bräunend; Geruch: eher unauffällig; Geschmack: erst mild, dann etwas schärflich, Lamellen sofort deutlich scharf; Cheilozystiden: spindelig, zapfenförmig, meist mit zipfelförmigem Fortsatz; Sporen: rundlich, 8,5-10 x 6,5-8,5, Q=1,1-1,3; Ornament: aus groben Warzen, meist deutlich netzig verbunden, nur bis 0,5 µm vorstehend; Sporenpulver: satt cremefarben; Chemie: FeSO4 auf Trama blassrosa, Guajak blaugrün, Phenol weinbraun;

Der zweite Täubling wuchs einzeln an einem Moorrand bei Fichte, Kiefer und Birke. Auffallend der graue Stiel und das grauende Fleisch. Vielleicht ist es der Gelbe Graustieltäubling (R. claroflava) oder eine etwas untypisch geratene R. ochroleuca, vielleicht auch ganz was anderes. Wem fällt was dazu ein?

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Beschreibung:
Hut: 8 cm breit, Randbereich angedeutet rippig, Huthaut ca. 1/3 abziehbar, grasgrün; Stiel: 6 cm lang, 3 cm breit, wattig ausgestopft, grau-weiß gestreift und fein längsrillig, an der Basis bräunend; Lamellen: gerade angewachsen, am Stielansatz bisweilen verbunden bzw. gegabelt, cremefarben; Fleisch: weißlich, grauend; Geruch: schwach, unauffällig; Geschmack: mild in allen Teilen; Cheilozystiden: spindelig, zapfenförmig, meist mit zipfelförmigem Fortsatz; Sporen: rundlich, 8-10 x 7-8, Q=1,1-1,4; Ornament: aus Warzen und kurzen Graten, meist vollständig netzig verbunden; Sporenpulver: fast weiß; Chemie: FeSO4 auf Trama blassrosa, Guajak blaugrün, Phenol weinbraun;

Gruß aus München
Hias

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Re: 2 Täublinge (4 Fotos) mit Fragen

Andreas ⌂, (vor 7657 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

meiner Meinung nach liegst Du völlig richtig mit dem Lederstiel-Täubling und den zweiten halte ich für einen grünlichen Ocker-Täubling.

beste Grüße,
Andreas

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Re: 2 Täublinge (4 Fotos) mit Fragen

Till, (vor 7657 Tagen) @ Andreas

Hallo Hias,
meiner Meinung nach liegst Du völlig richtig mit dem Lederstiel-Täubling und
den zweiten halte ich für einen grünlichen Ocker-Täubling.
beste Grüße,
Andreas

Ergänzend kann man vielleicht noch sagen, dass die Oliv- oder Grüntöne bei Ockertäublingen im Spätherbst recht verbreitet sind. Warum das so ist, weiß ich auch nicht, aber es fällt schon auf.

Gruß, Till

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R. ochroleuca

interhias ⌂, (vor 7656 Tagen) @ Till

Ergänzend kann man vielleicht noch sagen, dass die Oliv- oder Grüntöne bei
Ockertäublingen im Spätherbst recht verbreitet sind. Warum das so ist,
weiß ich auch nicht, aber es fällt schon auf.
Gruß, Till

Hallo Till und Andreas,

danke für eure Einschätzung.
Über Nacht habe ich den Sporenabwurf mit einem größeren Hutstück nochmal wiederholt: eindeutig cremeweiß. Es spricht wirklich viel gegen R. claroflava und alles für eine etwas eigenwillig gefärbte R. ochroleuca.

Auf diese Weise habe ich mir dieses Allerwelts-Schwammerl endlich auch mal näher angeschaut, nachdem ich die ganze Saison über konsequent dran vorbeigelaufen bin.

Gruß
Hias

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R. claroflava

Birgit, (vor 7656 Tagen) @ interhias

Hi matthias,

danke für eure Einschätzung.
Über Nacht habe ich den Sporenabwurf mit einem größeren Hutstück nochmal
wiederholt: eindeutig cremeweiß. Es spricht wirklich viel gegen R.
claroflava und alles für eine etwas eigenwillig gefärbte R. ochroleuca.
Auf diese Weise habe ich mir dieses Allerwelts-Schwammerl endlich auch mal
näher angeschaut, nachdem ich die ganze Saison über konsequent dran
vorbeigelaufen bin.

R. claroflava hat auch eigentlich ein ganz typisches wärmeres Gelb ohne Grüntöne. Außerdem schwärzen alle Graustieltäublinge nach anfänglichem Röten bei Verletzung. Das macht der Ockertäubling nicht, obwohl du ja auch schreibst das Stielfleisch graut? Verfärbt sich das Stielfleisch oder ists einfach schon vorher grau, ein Grauen bei Verletzung ist mir jedenfalls noch nicht bewußt aufgefallen, hab aber vielleicht nicht genau hingeguckt? Jedenfalls ist das bei R. ochroleuca höchstens schwach grau, wos bei R. claroflava schon dunkelgrau bis schwarz und sehr deutlich zu erkennen ist.

liebe Grüße

Birgit

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Re: R. claroflava

interhias ⌂, (vor 7656 Tagen) @ Birgit

Hi matthias,
R. claroflava hat auch eigentlich ein ganz typisches wärmeres Gelb ohne
Grüntöne. Außerdem schwärzen alle Graustieltäublinge nach anfänglichem
Röten bei Verletzung. Das macht der Ockertäubling nicht, obwohl du ja auch
schreibst das Stielfleisch graut? Verfärbt sich das Stielfleisch oder ists
einfach schon vorher grau, ein Grauen bei Verletzung ist mir jedenfalls
noch nicht bewußt aufgefallen, hab aber vielleicht nicht genau hingeguckt?
Jedenfalls ist das bei R. ochroleuca höchstens schwach grau, wos bei R.
claroflava schon dunkelgrau bis schwarz und sehr deutlich zu erkennen ist.
liebe Grüße
Birgit

Hallo Birgit,

das Fleisch war vor allem in den Randbereichen nicht weiß, sondern hellgrau, ich habe es als Verfärbung interpretiert und deswegen "grauend" geschrieben, wohl etwas ungenau. Von einer starken Verfärbung an der Luft kann jedenfalls keine Rede sein. R. clarovlava sollte außerdem etwas früher im Jahr wachsen und hat eine andere Reaktion mit Phenol und Guajak. Zudem soll sie auf kalkfreien Böden wachsen, was am Taubenberg wohl kaum der Fall sein dürfte.

Gruß
Hias