Unbekannter Porling *PIC*

Max, (vor 7643 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde

Anfang September habe ich auf Jura Alpweide einen sehr grossen wunderbaren Porling gefunden, welchen ich nicht bestimmen kann. Der Pilz wuchs knapp über dem Boden an einem mächtigen Buchenstrunk. Auf der Hutoberseite ist an mehreren Stellen eine harzige Flüssigkeit ausgetreten.
Ueber allfällige Tipps zu diesem Fund würde ich mich sehr freuen.

Besten Dank und Gruss
Max

[image]

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Re: Unbekannter Porling

EricS ⌂, (vor 7643 Tagen) @ Max

Hallo Max,

ich bin kein Porlingskenner, doch das sieht mir nach Ischnoderma resinosum, dem Laubholz-Harzporling aus. Riecht übrigens irgendwie wie ein Glas Baileys, zumindest roch der Fund von letztem Winter so.

Viele Grüße,

Eric

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Re: Unbekannter Porling

Boletus ⌂, (vor 7642 Tagen) @ Max

Hallo Max,

Den würd ich sogar als Fomitopsis pinicola, den Rotrandigen Baumschwamm, durchgehen lassen.

Herzlicher Gruss
Sepp

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Laubholz - Harzporling Ischnoderma resinosum

Dedimyk, (vor 7642 Tagen) @ Max

Hallo Max,

wie schon Eric schrieb handelt es sich um den Laubholz-Harzporling Ischnoderma resinosum und nicht wie Sepp schreibt um den Rotrandigen Baumschwamm Fomitopsis pinicola.
Die Hutoberfläche samtig bei Ischnoderma und glatt bei Fomitopsis unterscheidet sie sofort.
Hinzu kommt der sehr angenehme Geruch nach Anis und Fenchel bei Ischnoderma resinosum ( Eric meint nach Bailley ).
Auch der Fund auf Buche, seinem Hauptwirt, ist typisch.Ich habe ihn zwar auch schon sehr selten auf Birke und Linde gefunden und ist bei uns in Niedersachsen auch noch auf Roßkastanie, Bergahorn und Esche als Sonderfunde nachgewiesen.
Jahn hat sich seinerzeit bei seinen Fundbeschreibungen des Ischnoderma resinosum auf Material aus dem Braunschweiger Umfeld gestützt, da er bei uns nicht so selten, wie anderswo auftritt.

Ich gehe deshalb davon aus, daß Sepp diesen recht seltenen Porling noch nicht so oft gesehen hat und darum den Fomitopsis in Erwägung gezogen hat.

Herzliche Grüße Detlef

.: Hallo liebe Pilzfreunde

Anfang September habe ich auf Jura Alpweide einen sehr grossen wunderbaren
Porling gefunden, welchen ich nicht bestimmen kann. Der Pilz wuchs knapp
über dem Boden an einem mächtigen Buchenstrunk. Auf der Hutoberseite ist
an mehreren Stellen eine harzige Flüssigkeit ausgetreten.
Ueber allfällige Tipps zu diesem Fund würde ich mich sehr freuen.
Besten Dank und Gruss
Max

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Re: Laubholz - Harzporling Ischnoderma resinosum

zuehli ⌂, (vor 7642 Tagen) @ Dedimyk

Hinzu kommt der sehr angenehme Geruch nach Anis und Fenchel bei Ischnoderma
resinosum ( Eric meint nach Bailley ).

Hallo Detlef,
den Anisgeruch habe ich bis jetzt bei den Funden von Ischnoderma benzoinum festststellen können.
Ich finde nicht, das Baileys nach Anis/Fenchel riecht...

Gruß Harald

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Duft

EricS ⌂, (vor 7642 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald,

ich fühlte mich streng an Karamell erinnert, daher der Vergleich mit dem Getränk. Eine Anis-Komponente mag dabei gewesen sein, ich erinnere mich aber nicht daran und finde auch nichts in meinen Aufzeichnungen. Meine Nase ist aber vielleicht auch schon geschädigt durch die Laborarbeit ;)

Viele Grüße,

Eric

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Re: Duft

Dedimyk, (vor 7642 Tagen) @ EricS

Hallo Eric und Harald,

das mit den Gerüchen ist ja so ein Kreuz. Der eine oder andere empfindet unterschiedliche Nuancen für den gleichen Pilzgeruch.

Das beste Beispiel ist für mich der Gurkenschnitzling Macrocystidia cucumis, den ich in meinen Kursen immer zum Riechen vorlege.

Die Literatur sagt:" mit starkem Gurkengeruch,im Alter tranig oder fischartig".
Noch kein Teilnehmer hat je einen Gurkengeruch festgestellt, trotz Gurkenschnitzlingen unterschiedlicheren Alters ( ganz junge und überständige Fk. ), alle meinten: "es riecht einwandfrei nach Fisch "!

Deshalb ist eine Duftbeschreibung meistens sehr subjektiv.
Aber was mich viel mehr interessiert, waren das auch Ischnoderma resinosum oder, wie Harald schrieb, I. benzoinum.

Gruß Detlef

Hallo Harald,
ich fühlte mich streng an Karamell erinnert, daher der Vergleich mit dem
Getränk. Eine Anis-Komponente mag dabei gewesen sein, ich erinnere mich
aber nicht daran und finde auch nichts in meinen Aufzeichnungen. Meine
Nase ist aber vielleicht auch schon geschädigt durch die Laborarbeit ;)
Viele Grüße,
Eric

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Gurken"duft"

phragmobasidie, (vor 7642 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Detlef,

Das beste Beispiel ist für mich der Gurkenschnitzling Macrocystidia cucumis,
den ich in meinen Kursen immer zum Riechen vorlege.
Die Literatur sagt:" mit starkem Gurkengeruch,im Alter tranig oder
fischartig".
Noch kein Teilnehmer hat je einen Gurkengeruch festgestellt, trotz
Gurkenschnitzlingen unterschiedlicheren Alters ( ganz junge und
überständige Fk. ), alle meinten: "es riecht einwandfrei nach Fisch
"!

Da korrespondiere ich doch tatsächlich mit dem Namensgeber und rieche Salatgurke. Man könnte sogar sagen, daß ich gar nicht wusste, daß Salatgurke überhaupt riecht, bevor ich diesen Pilz nicht kannte. Aber die meisten riechen Fisch, das stimmt. Nehme ich auch wahr (nachdem man's mir sagte), aber assoziiere ich weniger.

schönen Gruß
Robin

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Re: Gurken"duft"

Thomas Pruß, (vor 7642 Tagen) @ phragmobasidie

Moin zusammen,
so, nun hänge ich auch mal meine Nase rein: Nach allem, was ich jetzt gelesen habe, fällt mir spontan der Stint ein. Auch diese Fische duften nach Gurken, wenn sie leben oder ganz frisch in der Küche liegen. Dieser Duft schlägt allerdings bei älteren toten Exemplaren um in einen fischigen, an Heringe erinnenden Geruch. Der Geruch nach Gurken wird allerdings von vielen als solcher wahr genommen, wenn sie nicht wissen, woher er stammt. Zur Stint-Laichzeit weht nämlich gelegentlich ein schwacher Gurkenduft über die Elbe. Sagt man den Leuten dann aber, dass das Millionen von Stinten sind, die die Elbe hoch ziehen, schwenken viele um und behaupten, der Geruch sei fischig. Es ist also gar kein Wunder, dass eure Pilze eine so unterschiedliche olfaktorische Bewertung erfahren.
Frage meinerseits: Der Stintgeruch entsteht hauptsächlich durch eine Ausscheidung der Fische, nämlich Trimethylamin, das zu Trimethylaminoxid oxidiert. Sondern die Pilze, in Sonderheit die Gurkenschnitzlinge, ebenfalls diese Substanz ab?
Grüßlis
Thomas

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Re: Gurken"duft"

42, (vor 7642 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo NF-Thomas,

Frage meinerseits: Der Stintgeruch entsteht hauptsächlich durch eine
Ausscheidung der Fische, nämlich Trimethylamin, das zu Trimethylaminoxid
oxidiert. Sondern die Pilze, in Sonderheit die Gurkenschnitzlinge,
ebenfalls diese Substanz ab?

Nö, nö, bei den Gurkenschnitzlingen handelt es sich um:
Isopropilprophemilbarbitursauresphenildimethildimenthylaminophirazolon!

Beste Grüße
Thomas Wallner

P.S.: Nur für den Fall, dass jemand damit - wider Erwarten - nichts anfangen
kann: Karl Valentin 'In der Apotheke'

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Re: Gurken"duft"

Werner2, (vor 7642 Tagen) @ 42

Hier der Joke etwas lesbarer:
.
„isopropyl-propenyl-barbitursaures-phenyl-dimethyl-dimethyl-amino-pyrazolon!“
„Was sagen S´?“
„isopropyl-propenyl-barbitursaures-phenyl-dimethyl-dimethyl-amino-pyrazolon!“
„Wie heißt des?“
„isopropyl-propenyl-barbitursaures-phenyl-dimethyl-dimethyl-amino-pyrazolon!“
„Jaa, des iss es! - So einfach, und man kann sich´s doch net merken!“
.
Gruss Werner

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Super

Thomas Pruß, (vor 7641 Tagen) @ Werner2

Hier der Joke etwas lesbarer: .
„isopropyl-propenyl-barbitursaures-phenyl-dimethyl-dimethyl-amino-pyrazolon!“
„Was sagen S´?“
„isopropyl-propenyl-barbitursaures-phenyl-dimethyl-dimethyl-amino-pyrazolon!“
„Wie heißt des?“
„isopropyl-propenyl-barbitursaures-phenyl-dimethyl-dimethyl-amino-pyrazolon!“
„Jaa, des iss es! - So einfach, und man kann sich´s doch net merken!“

Moin Werner,
wenn man sich jetzt noch den Valentin Karl dazudenkt, sein Auftreten und seine Sprache, haut’s einen um ;-))
Und wer jemals (Amateur-)Theater spielt (wie ich) oder gespielt hat, weiß, wie schwer so etwas zu lernen, bzw. vor hunderten von Leuten raus zu bringen ist. Da steht einem nicht nur von den Scheinwerfern der Schweiß auf der Stirn… ;-)
Grüßlis
Thomas

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Re: Gurken"duft"

Thomas Pruß, (vor 7641 Tagen) @ 42

Hallo NF-Thomas,
Nö, nö, bei den Gurkenschnitzlingen handelt es sich um:
Isopropilprophemilbarbitursauresphenildimethildimenthylaminophirazolon!
Beste Grüße
Thomas Wallner
P.S.: Nur für den Fall, dass jemand damit - wider Erwarten - nichts anfangen
kann: Karl Valentin 'In der Apotheke'

Moin Franken-Tom,
alle deine Server arbeiten ruhig vor sich hin, kein User kommt und schreit „ich hab’ gar nix gemacht!“ und du bis auf’m Heiterkeitsseminar?! *breitgrins*
Aber Schmerz beiseite: Wo kann man sich den Sketch runterladen? Ich möchte das doch zu gerne mal „live“ hören wie Karl Valentin das runterleiert.
Grüßlis
Thomas

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OT: Gurken"duft"

42, (vor 7641 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin NF-Thomas :-) [dieses NoFungi-NF muss einfach sein]

alle deine Server arbeiten ruhig vor sich hin, kein User kommt und schreit
„ich hab’ gar nix gemacht!“ und du bis auf’m Heiterkeitsseminar?!

Genau so isses! Habe meine User brav erzogen (bzw. jene trauen sich nur
noch in Extremfällen meine Admin-Dienste in Anspruch zu nehmen; siehe
auch hier: http://cc.uni-paderborn.de/bofh/ )

Aber Schmerz beiseite: Wo kann man sich den Sketch runterladen? Ich möchte
das doch zu gerne mal „live“ hören wie Karl Valentin das runterleiert.

Sieht so aus, als könnte man sich den Dialog leider nirgendwo herunterladen :-(
Aber was das herunterleiern dieses einfachen Begriffes abgeht: das war nicht
der Karl Valentin, sondern die Lisl Karlstadt (als Apotheker).

Beste Grüße
Thomas Wallner

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Re: Gurken"duft"

Andreas ⌂, (vor 7642 Tagen) @ Thomas Pruß

Moin zusammen,
so, nun hänge ich auch mal meine Nase rein: Nach allem, was ich jetzt gelesen
habe, fällt mir spontan der Stint ein. Auch diese Fische duften nach
Gurken, wenn sie leben oder ganz frisch in der Küche liegen. Dieser Duft
schlägt allerdings bei älteren toten Exemplaren um in einen fischigen, an
Heringe erinnenden Geruch. Der Geruch nach Gurken wird allerdings von
vielen als solcher wahr genommen, wenn sie nicht wissen, woher er stammt.
Zur Stint-Laichzeit weht nämlich gelegentlich ein schwacher Gurkenduft
über die Elbe. Sagt man den Leuten dann aber, dass das Millionen von
Stinten sind, die die Elbe hoch ziehen, schwenken viele um und behaupten,
der Geruch sei fischig. Es ist also gar kein Wunder, dass eure Pilze eine
so unterschiedliche olfaktorische Bewertung erfahren.
Frage meinerseits: Der Stintgeruch entsteht hauptsächlich durch eine
Ausscheidung der Fische, nämlich Trimethylamin, das zu Trimethylaminoxid
oxidiert. Sondern die Pilze, in Sonderheit die Gurkenschnitzlinge,
ebenfalls diese Substanz ab?
Grüßlis
Thomas

Hallo Thomas,

der Geruch der Heringstäublinge ist tatsächlich Trimethylamin, genau wie bei den echten Heringen. Wenn der Stint allerdings nach Gurke riecht, dann möchte ich doch etwas bezweifeln, dass dafür ebenfalls Trimethylamin verantwortlich sien soll, ebenso halte ich das für den Gurkenschnitzling für unwahrscheinlich. Dessen Geruch ist auch kein Herings-Fischgeruch sondern eher ein Sardinen-Fischgeruch, meiner Meinung nach eine unterschiedliche Substanz.
Aber das weißt Du als Angler vielleicht besser.

Im übrigen ist mir ein Umschlagen eines Geraniengeruchs bei Risspilzen zu einem Sardinen-Fischgeruch schon öfters aufgefallen.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Gurken"duft"

Thomas Pruß, (vor 7641 Tagen) @ Andreas

Moin Andreas,
du wirst es vielleicht kaum glauben, aber zumindest bei den Fischen sind TMA und TMAO (also TriMethylAmin(-Oxid)) in verschiedenen Konzentrationsverhältnissen die Haupt-„Aromastoffe“. Und danke, dass du mich auf den Heringstäubling aufmerksam machst, denn der fiel mir nicht ein als ich die Frage stellte…
Grüßlis
Thomas

der Geruch der Heringstäublinge ist tatsächlich Trimethylamin, genau wie bei
den echten Heringen. Wenn der Stint allerdings nach Gurke riecht, dann
möchte ich doch etwas bezweifeln, dass dafür ebenfalls Trimethylamin
verantwortlich sien soll, ebenso halte ich das für den Gurkenschnitzling
für unwahrscheinlich. Dessen Geruch ist auch kein Herings-Fischgeruch
sondern eher ein Sardinen-Fischgeruch, meiner Meinung nach eine
unterschiedliche Substanz.
Aber das weißt Du als Angler vielleicht besser.
Im übrigen ist mir ein Umschlagen eines Geraniengeruchs bei Risspilzen zu
einem Sardinen-Fischgeruch schon öfters aufgefallen.
beste Grüße,
Andreas

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Re: Duft

EricS ⌂, (vor 7642 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Detlef,

hier meine Aufzeichnungen:

07.01.2005 - Ischnoderma resinosum s.l., MTB 8112-1, Fagus sylvatica, älterer Buchenwald mit Eiche und vereinzelten Weißtannen, ca. 450m NN. NB: auffallend süßlicher Duft, an Karamel anklingend.

Leider liegen weder Exsikkat noch Foto vor.

Viele Grüße,

Eric

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Nochmal Gerüche

EricS ⌂, (vor 7640 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Detlef,

das mit den Gerüchen ist ja so ein Kreuz. Der eine oder andere empfindet
unterschiedliche Nuancen für den gleichen Pilzgeruch.

auf einer Exkursion Anfang November habe ich auch diverse Pilze zum Schnüffeln verteilt. Mit teilweise erstaunlichen Ergebnissen: niemand konnte mir spontan sagen, nach was denn ein Rettich-Helmling riecht. Erst nachdem ich den Rettich erwähnt hatte, kamen vereinzelte Zustimmungen, andere rochen weiterhin nur Pilz. Als ich allerdings einen Süßriechenden Fälbling (Hebeloma sacchariolens) an meine schon riechfaul gewordenen Kommilitoninnen verteilte, kamen sofort die blumigsten Assoziationen von Früchtebonbons über Lufterfrischer mit Orangengeruch bis hin zu Blütenduft.

Obgleich recht subjektiv, finde ich die Pilzgerüche ungemein spannend. Nicht zuletzt als mir Günther Saar zum ersten Mal Mycena diosma unter die Nase hielt. Sämtliche Rezeptoren stellten sich auf Rettich ein und wurden dann von einem angenehmen süßlichen Tabak- oder Zigarrenkistengeruch überrascht wurden.

Viele Grüße,

Eric

Memo an mich: Hebeloma-Parfum patentieren lassen ;)

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Re: Laubholz - Harzporling Ischnoderma resinosum

Dedimyk, (vor 7642 Tagen) @ zuehli

Hallo Harald,

da kommt doch wieder unser Lieblingsthema Ischnoderma benzoinum und resinosum hoch, an deren einwandfreier Abgrenzungen neben den unterschiedlichen Wirten, Professor Butin, Harry Andersson und ich uns bereits seit einiger Zeit die Zähne ausbeißen.
Denn wir sind im Gegensatz zu einigen Mykologen, die beide Arten gleichsetzen wollen, nach wie vor davon überzeugt, daß es sich um 2 selbständige Arten handelt, bedingt durch die unterschiedlichen Wirte und auch bestehenden morphologischen Abweichungen.

Deshalb auch die folgende Aussage: alle unseren gezielten Aufsammlungen des Schwarzgebänderten Harzporlings Ischnoderma benzoinum, der nur auf Nadelholz von uns gefunden wurde, waren mehr oder weniger geruchlos, im Gegensatz zum Laubholz -Harzporling Ischnoderma resinosum, der neben Buche auch auf einigen anderen Laubhölzern gefunden wurde und die angenehme Geruchskomponente Anis/ Fenchel besitzt.

Ich vermute mal, daß Deine Ischnoderma benzoinum in Wahrheit I. resinosum sind, denn sonst kann ich mir den Geruch nicht erklären.

Auf welchen Wirten hast Du denn die nach Baileys und nicht nach Anis/ Fenchel duftenden Ischnoderm benzoinum gefunden und hättest Du vielleicht noch Exsikkate davon für uns ?

Gruß Detlef

Hallo Detlef,
den Anisgeruch habe ich bis jetzt bei den Funden von Ischnoderma benzoinum
festststellen können.
Ich finde nicht, das Baileys nach Anis/Fenchel riecht...
Gruß Harald

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Re: Laubholz - Harzporling Ischnoderma resinosum

Piwo, (vor 7642 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Harald,
da kommt doch wieder unser Lieblingsthema Ischnoderma benzoinum und resinosum
hoch, an deren einwandfreier Abgrenzungen neben den unterschiedlichen
Wirten, Professor Butin, Harry Andersson und ich uns bereits seit einiger
Zeit die Zähne ausbeißen.
Denn wir sind im Gegensatz zu einigen Mykologen, die beide Arten gleichsetzen
wollen, nach wie vor davon überzeugt, daß es sich um 2 selbständige Arten
handelt, bedingt durch die unterschiedlichen Wirte und auch bestehenden
morphologischen Abweichungen.
Deshalb auch die folgende Aussage: alle unseren gezielten Aufsammlungen des
Schwarzgebänderten Harzporlings Ischnoderma benzoinum, der nur auf
Nadelholz von uns gefunden wurde, waren mehr oder weniger geruchlos, im
Gegensatz zum Laubholz -Harzporling Ischnoderma resinosum, der neben Buche
auch auf einigen anderen Laubhölzern gefunden wurde und die angenehme
Geruchskomponente Anis/ Fenchel besitzt.
Ich vermute mal, daß Deine Ischnoderma benzoinum in Wahrheit I. resinosum
sind, denn sonst kann ich mir den Geruch nicht erklären.
Auf welchen Wirten hast Du denn die nach Baileys und nicht nach Anis/ Fenchel
duftenden Ischnoderm benzoinum gefunden und hättest Du vielleicht noch
Exsikkate davon für uns ?

hallo Detlef,

Harald meint sehr wahrscheinlich einen Fund von I. benzoinum an Fichtenholz, den wir gemeinsam im vergangenen Jahr machten. Von diesen nach Anis riechenden Pilzen hast du bereits ein Exikkat von mir im vergangenen Jahr erhalten. Der Geruch war so intensiv, daß man ihn vor dem Holzstapel stehend gut wahrnehmen konnte.

Gruß
Piwo

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Re: Laubholz - Harzporling Ischnoderma resinosum

zuehli ⌂, (vor 7642 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Detlef,

alle Funde (vier an der Zahl), die ich machte waren von Nadelholz (Lärche, Fichte, 2x Kiefer) und rochen teilweise sehr intensiv.
Also....

Gruß Harald

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Re: Laubholz - Harzporling Ischnoderma resinosum

phragmobasidie, (vor 7642 Tagen) @ zuehli

Hallo Ischnoderma-Freunde,

ob sich das Rätsel lösen lassen wird ?
Als mir damals diese Gattung/Art vorgestellt worden ist, wurde ein vorhandener starker Anis-Geruch betont, weswegen ich nicht müde geworden bin, an allen Ischnoderma-Funden zu schnuppern.
Meine Statistik: etwa 15-20 mal gefunden (alles Buche, nur einmal Kastanie), alle (!) für mich geruchslos, keinesfalls mit starkem Anis-Geruch. Teilweise habe ich die FKs eines Fundortes in verschiedenen Wachstumsphasen und bei unterschiedlicher Witterung begutachtet - Geruch: Fehlanzeige. Ein Freund beschreibt einen Fund, ebenfalls an Buche, der dann aber doch in erwähnter Weise eine anisige Duftglocke von mehreren Metern Umkreis erzeugt (im Boimsdorfer Sundern oder wie das genau heisst, fruktifiziert dort vermutlich auch noch). Ich persönlich warte wie gesagt immer noch darauf, daß überhaupt mal einer riecht.

freundliche Grüße
Robin

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Re: Laubholz - Harzporling Ischnoderma resinosum

Dedimyk, (vor 7642 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo Robin,

der Fund auf dem Lehrpfad "Boimstorfer Sunder" ist immer noch existent, einige alte liegende Buchenstämme sind mit Ischnoderma resinosum befallen und die duften sehr stark.
Auch als wir vor ein paar Jahren zusammen mit der alten Myko AG im Weddeler Wohld, im Rautheimer Holz, Buchhorst,Maaßel,Am Reitling, usw. waren haben wir stark duftende I. resinosum auf Buche und Linde gefunden, hast Du das alles vergessen, oder nicht richtig verstanden ?
Deshalb bin ich schon etwas über Deine Aussage überrascht, nichts gerochen zu haben.

Laß mal die Exkursionen gedanklich Revue passieren.

Gruß Detlef

Hallo Ischnoderma-Freunde,
ob sich das Rätsel lösen lassen wird ?
Als mir damals diese Gattung/Art vorgestellt worden ist, wurde ein
vorhandener starker Anis-Geruch betont, weswegen ich nicht müde geworden
bin, an allen Ischnoderma-Funden zu schnuppern.
Meine Statistik: etwa 15-20 mal gefunden (alles Buche, nur einmal Kastanie),
alle (!) für mich geruchslos, keinesfalls mit starkem Anis-Geruch.
Teilweise habe ich die FKs eines Fundortes in verschiedenen
Wachstumsphasen und bei unterschiedlicher Witterung begutachtet - Geruch:
Fehlanzeige. Ein Freund beschreibt einen Fund, ebenfalls an Buche, der
dann aber doch in erwähnter Weise eine anisige Duftglocke von mehreren
Metern Umkreis erzeugt (im Boimsdorfer Sundern oder wie das genau heisst,
fruktifiziert dort vermutlich auch noch). Ich persönlich warte wie gesagt
immer noch darauf, daß überhaupt mal einer riecht.
freundliche Grüße
Robin

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Re: Laubholz - Harzporling Ischnoderma resinosum

phragmobasidie, (vor 7642 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Detlef,

Auch als wir vor ein paar Jahren zusammen mit der alten Myko AG im Weddeler
Wohld, im Rautheimer Holz, Buchhorst,Maaßel,Am Reitling, usw. waren haben
wir stark duftende I. resinosum auf Buche und Linde gefunden, hast Du das
alles vergessen, oder nicht richtig verstanden ?

Die Wahrheit ist: Ich war ständig betrunken. Habt Ihr gar nicht gemerkt, wie ?

Scherz beiseite, ich beschreib die Sachlage mal genauer, es wird leider etwas länger:
An einige Funde von "damals" kann ich mich schon noch erinnern, nicht jedoch an den Geruch.
Dass sie nach Anis gerochen haben, bestreite ich natürlich nicht und wenn ich sogar dabei war,
dann war ich wohl dabei :) und habe das in der Tat vergessen.

Meine Verwirrung/Skepsis rührt hierher:
Ich hatte den Anis-Geruch als Merkmal für eine Ischnoderma-Art gespeichert, deswegen und aufgrund
des Umstandes, Ischnoderma noch nicht gut zu kennen, habe ich an folgenden Funden gerochen.
Anisgeruch bei Pilzen nehme ich ganz normal wahr, eine Nuance mag mir zwar entgehen, aber es
wurde von einem starken Geruch gesprochen. Dann schaut man in seine Literatur und findet kaum
Geruchsbeschreibungen (nicht näher beschrieben, unbedeutend, geruchlos, angenehm). Naja, dann
findet man z.B. auch noch einen Haploporus odorus, zu deutsch "Nördlicher Anis-Porling" (Gerhardt).
Ich meine mich erinnern zu können, dass damals als deutscher Name "Nördlicher Harz-Porling" für unserere
Ischnoderma-Funde genannt wurde. Schließlich habe ich schon geglaubt, nicht ich hätte da etwas verwechselt.
Am Stutzigsten machte mich, dass ein doch auffälliger Geruch nirgends erwähnt wird, bei immerhin 7 Quellen,
die ich gerade für beide Ischnoderma-Arten zusammen zur Verfügung habe.

Nun, vor Kurzem, fragte ich in unsere Runde, wer sich an Funde mit einem solch ausgeprägtem Geruch
erinnern kann, woraufhin nur, aber immerhin, der Boimstorfer Sunder erwähnt wurde. Das gefiel mir natürlich
auch nicht, komplettiert es doch meine Verwirrung. Du schreibst, dass I.resinosum und I.benzoinum an
Substrat (Laub- bzw. Nadelholz) und Geruch (mit bzw. ohne Aniskomponente) verschieden sind. Harald
beschreibt wiederum nach Anis riechende Nadelholzfunde. Mir bleibt die Sache nach wie vor etwas rätselhaft.

Abschließend folgende Fragen:
Handelt es sich beim anisigen Geruch im Zweifelsfall doch nur um eine ganz schwach wahrnehmbare Komponente ?
Und welche morphologischen Abweichungen gibt es zwischen den beiden Arten ?

(uff)

Schöne Grüße
Robin

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Re: Laubholz - Harzporling Ischnoderma resinosum

zuehli ⌂, (vor 7641 Tagen) @ phragmobasidie

Abschließend folgende Fragen: Handelt es sich beim anisigen Geruch im
Zweifelsfall doch nur um eine ganz schwach wahrnehmbare Komponente ?
Und welche morphologischen Abweichungen gibt es zwischen den beiden Arten ?

Also zumindest im Falle der auf Fichte gefundenen Exemplare - allerdings waren das auch mehrere FK - war der Anis/Fenchelgeruch sehr intensiv. Man hat es schon gerochen, als man auf der gegenüberliegenden Seite des Holzstapels stand. Piwo kann das bestätigen.
bei den anderen Funden (Einzelexemplare) mußte man die Nase schon an den FK halten um es zu riechen.

Ich habe immerhin zwei Literaturstellen gefunden, wo der Geruch erwähnt wird: Jahn, Westfälische Pilzbriefe und Pacioni, Das neue BLV-Pilzbuch.
Der Rest schweigt sich aus. Offensichtlich kommen Aufsammlungen vor, die eben nicht riechen, oder eben solche, die es doch tun. Und das bei beiden Arten (oder ists doch nur eine.... [duck])

Gruß Harald

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Re: Laubholz - Harzporling Ischnoderma resinosum

Der Juergen, (vor 7642 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo Robin,

meine Funde waren auch alle geruchlos, allerdings war das Substrat jedesmal Fichte.

Grüßle
Juergen

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zum Auflockern...(4 Bilder) *PIC*

phragmobasidie, (vor 7642 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen und die anderen,

meine Funde waren auch alle geruchlos, allerdings war das Substrat jedesmal
Fichte.

das passte dann wiederum ins Bild

Hier, zum Auflockern, und weil es ja mal wieder eine so hübsche Art ist...

[image]

[image]

[image]

[image]

die sind übrigens aus dem Buchhorst

schöne Grüße
Robin

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Re: Laubholz - Harzporling Ischnoderma resinosum

Dedimyk, (vor 7641 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Juergen,

Deine Aussage ist prima, denn der Fund auf Fichte wäre nicht I. resinosum der Laubholz - Harzporling, sondern I. benzoinum der Schwarzgebäderte Harzporling und der hat bisher bei allen unseren untersuchten Funden ebenfalls nicht geduftet.

Gruß Detlef

Hallo Robin,
meine Funde waren auch alle geruchlos, allerdings war das Substrat jedesmal
Fichte.
Grüßle
Juergen

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Re: Laubholz - Harzporling Ischnoderma resinosum

Max, (vor 7642 Tagen) @ Dedimyk

Hallo Detlef

Herzlichen Dank für die Bestimmungshilfe, auch den anderen Helfern aus dem Forum.
Zu diesem Pilz habe ich mir nur Buche, samtige Hutoberfläche und angenehmer Geruch notiert. Zuerst habe ich wie Sepp auch an den Rotrandigen Baumschwamm gedacht, habe diese Bestimmung dann aber wegen den obgenannten Merkmalen fallengelassen. Nachdem ich nun ein wenig über die Harzporlinge nachgelesen habe, denke ich dass ischnoderma resinosum gut zu meinem Pilz passt.
Nun kenne ich wieder einen Pilz mehr, von dem ich vorher noch nie wissentlich etwas gehört oder gelesen habe.

Gruss Max

Hallo Max,
wie schon Eric schrieb handelt es sich um den Laubholz-Harzporling
Ischnoderma resinosum und nicht wie Sepp schreibt um den Rotrandigen
Baumschwamm Fomitopsis pinicola.
Die Hutoberfläche samtig bei Ischnoderma und glatt bei Fomitopsis
unterscheidet sie sofort.
Hinzu kommt der sehr angenehme Geruch nach Anis und Fenchel bei Ischnoderma
resinosum ( Eric meint nach Bailley ).
Auch der Fund auf Buche, seinem Hauptwirt, ist typisch.Ich habe ihn zwar auch
schon sehr selten auf Birke und Linde gefunden und ist bei uns in
Niedersachsen auch noch auf Roßkastanie, Bergahorn und Esche als
Sonderfunde nachgewiesen.
Jahn hat sich seinerzeit bei seinen Fundbeschreibungen des Ischnoderma
resinosum auf Material aus dem Braunschweiger Umfeld gestützt, da er bei
uns nicht so selten, wie anderswo auftritt.
Ich gehe deshalb davon aus, daß Sepp diesen recht seltenen Porling noch nicht
so oft gesehen hat und darum den Fomitopsis in Erwägung gezogen hat.
Herzliche Grüße Detlef
.: Hallo liebe Pilzfreunde