Muschelseitling und wurmige Samtfüße (5 Fotos) *PIC*
Servus,
eine kurze "Warmphase" (+2°C) hat in den Isarauen frische Samtfußrüblinge sprießen lassen.
Erstaunlich daran: Trotz ständiger Nachtfröste und bisweilen auch klirrender Kälte in letzter Zeit waren sie fast allesamt von quicklebendigen fetten Maden bewohnt. Die haben wohl das Frostschutzmittel der Samtfüße mitgefrühstückt.
Die Fotos zeigen höchstwahrscheinlich den Gelbstieligen Muschelseitling (Sarcomyxa serotina), die Färbung ist wohl wegen einer Frostschädigung nicht gerade typisch.
Wie kommt's eigentlich, dass die Sporen dieser Art z.B. bei Gerhard und in Pilze der Schweiz als amyloid, in Großpilze BW und Horak als inamyloid bezeichnet werden?
Hier noch zwei HDS-Mikrofotos und eine Beschreibung:
Funddaten: 21.01.2006; MTB: 8034/2/2/3; Isarauen Schäftlarn; auf abgestorbenem, noch stehendem Erlenstamm; büschelig-dachziegelartig; Hut: 4-5 cm breit, muschelförmig, Rand durchscheinend fein gerieft; Oberfläche speckig, klebrig; haselnuss- bis kastanienbraun, hygrophan, stellenweise ockerbräunlich ausgeblasst; Stiel: seitlich gestielt, Stiel kurz, kräftig und zäh, auf der Unterseite gegenüber den Lamellen dunkler gelbbraun kontrastierend, Stiele wie beim Austernseitling verwachsen; Lamellen: schwach ausgebuchtet angewachsen, dünn, dichtstehend, untermischt, Schneiden glatt, dunkelbraun flockig, blass hellbraun, wässrig; Fleisch: creme bis blassbräunlich, zäh und sehr wässrig; Geruch: unauffällig pilzig; Geschmack: mild, neutral; Lamellentrama: irregulär, Hyphen mit Schnallen; Basidien: 4-sporig; Cheilozystiden: massenhaft, keulig, teil körnig pigmentiert, mit Schnallen, 25-35 x 7-10; Pleurozystiden: spärlich, keulig, mit homogenem gelblichem Inhalt, 50-55 x 15; HDS: Trichoderm mit zylindrischen bis keuligen, langen Endzellen, die teils körnig, teils homogen intrazellulär gelbbraun pigmentiert sind; Sporen: gekrümmt zylindrisch (allantoid), hyalin, glatt; 3,5-5,5 x 1-2;
Gruß aus München
Hias