Wie viele Voreilende Ackerlinge gibt es? *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7542 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,
weil der Winter nicht losläßt, bleibt fast nur das Kramen im Abgelegten.
Also habe ich einen Ackerlingsfund vom November vergangenen Jahres hervorgeholt.
Ich meine diesen Friedhofsbewohner:

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Damals hatte ich ihn provisorisch und mit düsterem Gemüt unter A. praecox eingeparkt.
Die Zystiden:

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Ich habe trotz heftiger Suche keine "normalen" Cheilozystiden gefunden, nur keulige/blasenförmige Zellen, diese z.T. in kleinen Büscheln. Ich dachte schon an A. elatella (paludosa), aber der kommt wohl kaum in Frage.
Irgend welche tiefgründigere Literatur zu praecox & Co. steht mir leider nicht zu Gebote, und der HORAK verweist (mal wieder) auf nicht enthaltene Arten.
Hier zum Vergleich die Zystiden von Funden aus 2002-2005 (immer Mai):

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Mit wenigen Ausnahmen recht einheitlich. Der Friedhofsfund schlägt da etwas aus der Reihe. Weiß jemand Genaueres über die Vor- und Nacheilenden Ackerlinge?
Beste Grüße! Pilmel

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Re: Wie viele Voreilende Ackerlinge gibt es?

Andreas ⌂, (vor 7542 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas,

ich finde, dass die Zystidiogramme des Herbstfundes gut zu den Frühjahrsfunden passen. Warum fallen die aus der Reihe?

Optisch sehe ich auch keine andere Möglichkeit als A. praecox und mikroskopisch finde ich den Fund auch im Rahmen.

Aber Du kannst ihn ja als var. autumnalis neu beschreiben aufgrund der Erscheinungszeit und des größeren Anteils runder Cheilos im Verhältnis zu utriformen. Wenn Du (wie ich) den Cheilos größere Variabilität zubilligst, dann bliebe lediglich die Erscheinungszeit als Trennmerkmal und dann wäre eben eine f. autumnalis "angebracht" ... ;-)

Etwa so:
1. Wuchs April-Juni(15. Juli) ................. Agrocybe praecox f. praecox
1* Wuchs (16. Juli)August-November ............ Agrocybe praecox f. autumnalis

beste Grüße,
Andreas

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Re: Wie viele Voreilende Ackerlinge gibt es?

pilzmel ⌂, (vor 7541 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
na, auf eine neue "forma" wartet die Wissenschaft garantiert!
Aber von dem späten Erscheinungsdatum abgesehen, sieht die Sache mikromäßig meiner Meinung doch gelinde anders aus. Die Pleuros sind deutlich länger und langhalsiger. Und wenn ich bei den "normalen" Ackerlingen kleine Schneidenbläschen gefunden habe, dann immer in Bereichen jenseits der Mitte Richtung Stiel. Ich vermute mal, daß dies solche Elemente sein könnten, wie sie apikal massenhaft herumwimmeln. Vielleicht strahlen die noch ein wenig in die Lamelle aus. Beim Friedhofsfund fand ich solche gestielte Blasen auch hart am Hutrand und, wie erwähnt, sonst nix.
Nun, ich hoffe auf ein Winterende noch vor Juni, und wenn die lieben Agrocyben wieder auftauchen, kann ich ja fleißig sammeln gehen und vergleichen.
Beste Grüße! Andreas