Pilze gekocht? Anfänger braucht input

Stefan_2006, (vor 7534 Tagen)

Vorweg: Vorsicht, bin Anfänger, aber extrem Lernwillig!

In vielen Pilzebüchern finde ich immer wieder den
Vermerk "gut gekocht Eßbar". Schmecken Pilze gekocht besser?
Ich habe bisher nur Parasol, Riesenbovist,Safran und Hallimasch gegessen, welche gebraten ja ein Genuß sind, außer der Hallimasch. Ist es gefährlich den Hallimasch nur zu braten, schmeckt er gekocht besser? Ich möchte ja nicht mit 20 schon ne Pilzvergiftung kennenlernen.

In freudiger Pilsaisongerwartung ;-) ,

Stefan

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Re: Pilze gekocht? Anfänger braucht input

42, (vor 7534 Tagen) @ Stefan_2006

Vermerk "gut gekocht Eßbar".

Damit ist in der Regel 'ausreichend lange erhitzt' gemeint.

Beste Grüße
Thomas Wallner

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Re: Pilze gekocht? Anfänger braucht input

Schneider Michael, (vor 7534 Tagen) @ Stefan_2006

Hallo Stefan
Bring deine gefundenen Pilze am besten jeweils zu einem amtlichen Konrolleur
dann bist du erstens sicher wegen der giftigkeit, und zweitens haben die Fachleute (manchmal) noch gute rezepttips!(-: grüssli michi

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Stefan_2006, (vor 7534 Tagen) @ Schneider Michael

Weden Pilze nun gekocht oder nicht?
In vielen Büchern steht ja "kochwasser weggießen"
Schmecken gekochte Pilze gut?

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Re: Mehr input

Andreas ⌂, (vor 7534 Tagen) @ Stefan_2006

Weden Pilze nun gekocht oder nicht?
In vielen Büchern steht ja "kochwasser weggießen"
Schmecken gekochte Pilze gut?

Hallo,

was verstehst denn Du unter "kochen"? In heißes Wasser werfen? Kann ich nicht empfehlen, außer um zu blanchieren falls Du einen Pilzsalat machen willst. Schmoren im Topf? So werden die meisten Pilzgerichte wohl gemacht, da Pilze ja recht viel Wasser ziehen und so automatisch eher dünsten als braten. Für so ziemlich alle Pilze geeignete Zubereitungsmethode, von Milchlingen und vielleicht noch ein paar wenigen anderen Ausnahmen mal abgesehen.
Braten, also richtig scharf braten, ist auch eine Möglichkeit, vor allem für Milchlinge, auch für Hallimashc. Nicht so sehr empfehlenswert für die Pilzarten, die ausdrücklich längere Zeit erhitzt werden müssen (Wulstlinge, viele Röhrlinge etc.), weil braten eben oft zeitlich recht kurz ist.

Kochwasser weggießen ist für mich ein Greuel! Entweder ich vetrage einen Pilz, dann brauche ich ihn nicht abzukochen, oder ich vetrage ihn schlecht, dann nehme ich ihn nicht mit. Aber die ganzen Nähr- und Geschmacksstoffe einfach wegzukippen, neee, da schüttelt's mich!

beste Grüße,
Andreas

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Re: Mehr input

Stefan_2006, (vor 7534 Tagen) @ Stefan_2006

Beispiel:

In meinem Pilzbuch "Eßbare PIlze und ihre Giftigen doppelgänger" von Kosmos Verlag schreiben die beim Hallimasch (wert: jung nach längerem Kochen (20 minuten) essbar; roh sehr giftig (wird auch gut gekocht nicht von jedem vertragen)

Was sagt ihr dazu?

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Re: Mehr input

AK_CCM, (vor 7534 Tagen) @ Stefan_2006

Hi Stefan,

prinzipiell kannst Du Speisepilze so zubereiten, wie Du magst - also auch kochen. Nur eignen sich einige halt mehr zum Braten, andere zum Schmoren und eine weitere Gruppe zum Blanchieren.
Die Kochwasser-wegschütt-Regel kenne ich nur vom Hallimasch, der jedoch auch nach dieser Prozedur noch individuell unverträglich sein kann. Ich bin strikt gegen diese Vorgehensweise, weil man mit dem Kochwasser auch den geschmack in den Ausguss kippt.

Gruß, Andreas

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Re: Mehr input

zuehli ⌂, (vor 7533 Tagen) @ Stefan_2006

Beispiel: In meinem Pilzbuch "Eßbare PIlze und ihre Giftigen
doppelgänger" von Kosmos Verlag schreiben die beim Hallimasch (wert:
jung nach längerem Kochen (20 minuten) essbar; roh sehr giftig (wird auch
gut gekocht nicht von jedem vertragen)
Was sagt ihr dazu?

Dazu ist zu sagen, daß der Hallimasch ein guter Speisepilz ist, sofern er ausreichend gegart und vertragen wird.
Individuelle Unverträglichkeiten gibt es aber auch bei anderen Pilzarten und ich muß sagen, daß Hallimasch einer meiner Lieblingsspeisepilze ist.

Gruß Harald

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Harald Andres Schmid, (vor 7533 Tagen) @ Stefan_2006

Hallo

Zuerst mal die Vorbereitung der Pilze:

Nur frische, jüngere, knackige Pilze verwenden, die nicht völlig von Regen durchweicht sind.
Alte, faulig-weiche, durchnässte oder bei Druck wegen Madenbefall nachgiebige Pilze lässt Du stehen.
Pilze peinlich sauber reinigen, eine Vorreinigung am Fundort lohnt sich.
Falls Du die Pilze noch einem Experten vorlegst, darfst Du nicht schon so weit reinigen, dass wesentliche Merkmale (Stielbasis, Stiel-Manschette, etc.) nicht mehr vorhanden sind.
Pilze zuerst längs halbieren und auf Maden prüfen, vermadete Stellen und alles unsaubere, faulige, sowie altes, matschiges Röhrenfutter wegschneiden.
Holzige Stellen an der Stielbasis kommen auch weg.
Schneckenfrass ist nicht schlimm.
Damit sich die Pilze beim Putzen nicht voll Wasser saugen, die Vorreinigung trocken, mit Bürstchen und Messer durchführen und erst zuletzt anhaftenden Sand, Nadeln, etc. wegwaschen.

Das Traditionelle Pilzschmoren geht so:

Du schneidest die Pilze in kleine Stücke und dünstest sie in viel Butter.
Dünsten bedeutet, dass sie beim Erhitzen Feuchtigkeit abgeben und so im eigenen Saft schmoren.
Salzen, fertig. Das nennt sich auch Pilz-Ragout.
Empfohlen werden ca. 10 Minuten.
Gewisse Leute behaupten, es bräuchte zwanzig Minuten, damit Pilze verträglich sind, da wurde schon heftig diskutiert, hier im Forum, man kann aber Pilze auch totdünsten, der Geschmack wird weniger, nicht mehr.
Ich kenne persönlich niemanden, der 10 Minuten gedünstete Pilze nicht verträgt.
Individuelle Unverträglichkeiten gibt es bei Pilzen, aber da kann man nicht eine Koch-Regel daraus ableiten.
Vielmehr sollte man bedenken, dass Pilze vor allem in grösseren Mengen unbekömmlich sind, dass hat aber weniger mit der Zubereitung zu tun.
Eine Portion Ragout über Teigwaren gegeben, genügt, alles andere ist zuviel.
Hallimasch sollte man länger erhitzen, das stimmt, in der Schweiz wird empfohlen, in zuerst abzubrühen.
Pilze so dünsten ist das einfachste und beste Rezept, wenn Du den Eigengeschmack eines Pilzes unverfälscht kennenlernen möchtest.
Die Gourmet-Variante, die beim Dünsten am häufigsten verbreitet ist, geht so:
In der Butter zuerst feinst gehackte Zwiebelchen dünsten, dann die Pilze dazu geben, mit Weisswein oder Rotwein ablöschen und schmoren lassen.
Zuletzt fein gehackte Petersilie zugeben, mitdünsten, Salzen, Pfeffern, etwas Sahne zugeben und leicht einköcheln lassen.
Das ist ein himmlisches Gericht.
Du kannst es über feine Teigwaren geben, in Pastetchen füllen, in Omeletts anrichten, zu einem Reisring servieren oder einfach mit feinem Brot gierig hinunterschlingen.
Nachteil: Gewisse Pilze verursachen beim Schmoren eine schleimige Konsistenz.
Besonders ausgeprägt ist dies bei Röhrlingen, besonders dem Rotfussröhrling und den Schmierröhrlingen (Suillus).
Vermeiden lässt sich dies, indem man das Röhrenfutter entfernt.
Da gibt es nun allerdings Puristen, die bei diesem Vorschlag empört aufschreien, wie ich schon in diesem Forum feststellen konnte.
Trotzdem: Beim Dünsten kommt bei mir das Röhrenfutter weg.
Uebrigens finde ich, dass der König der Pilze, der Steinpilz, bei dieser Zubereitungsart gar nicht so wie ein König schmeckt.
Dünsten eignet sich für ihn nicht besonders.
Da kann man Braten empfehlen (siehe unten), da zeigt er seine Geschmacksreize am schönsten, sowie natürlich Trocknen.
Am besten kommen gedünstete Pilze als Mischgericht, mit vielen verschiedenen Pilzen, ausgenommen den Riesenschirmlingen, den rotmilchenden Reizkern un dem Brätling.
Täublinge sind gedünstet himmlisch, von Stockschwämmchen ganz zu schweigen, aber auch viele andere Pilze, auch solche, die nicht als hervorragende Speisepilze gelten, entfalten in der Mischung mit anderen herrliche Aromen.
Solo-Dünsten empfiehlt sich für wunderbare Anischampignons, Morcheln, Krause Glucke und andere.
Starkaromatische Pilze vertragen auch mehr Gewürz, Kräuter, evtl. sogar ein paar Speckwürfelchen, bei feinen, edlen Pilzen bin ich da sehr zurückhaltend.
Ausschliesslich zum Braten eignen sich Riesenschirmlinge, rotmilchende Reizker, Brätling.
Steinpilze sowie alle anderen Röhrlinge, auch Schmierröhrlinge, kommen so auch sehr gut.
Man erhitzt etwas Butter mit ein paar Tropfen Olivenöl und gibt die in feine Streifen geschnittenen Pilze zu.
Es dürfen keine Häufchen sein, sonst gibt es zuviel Flüssigkeit und die Pilze schmoren wieder.
Also die Streifchen schön nebeneinander in die Pfanne und einmal wenden.
Die richtige Hitzezufuhr ist hier entscheidend und dabei ist Erfahrung besser als jeder Ratschlag.
Bei zu wenig Hitze dünsten die Pilzchen gelangweilt vor sich hin, bei zu viel Hitze raucht die Butter und die Pilzchen verkokeln.
Salzen, Pfeffern - fertig.
Varianten, die empfehlenswert sind, bestehen darin, dass man Knoblauchstückchen mitbrät, das Ganze mit Kräutern bestreut oder - besonders empfehlenswert - vor dem Braten ein paar Tropfen Zitronensaft zugibt.
Wie Du einem Stückchen Riesenschirmlingshut (die Stiele kann man nicht braten) beibringst, die Zitronensafttropfen anzunehmen und nicht abperlen zu lassen, überlasse ich Dir.
Rotmilchende Reizker kann man auch als Pilzsalat zubereiten.
Dazu kocht man die Pilzstücken in Weisswein-Wasser-Salz-Mischung auf, und serviert sie an einer feinen Salatsauce zusammen mit Saltblättern, Sprossen, Stückchen von feinem Emmenthaler, halbierten Cherry-Tomaten und so weiter. Das schmeckt gut.
Auch andere Pilze lassen sich so zubereiten, besonders stark aromatische wie:
Schwefelkopf, Austernseitling, Hallimasch, Mönchskopf, alle Lepista-Arten, Ritterlinge, Mairitterling, getropfter Schleimschirmling.
Statt Weisswein-Wasser-Mischung empfehle ich auch Essig-Wasser-Mischung, das muss man ausprobieren.
Diese Salate sind sehr lecker.
Generelles Abkochen von Pilzen und anschliessendes Wegschütten des Wassers lohnt sich nur bei grossen Mengen, wenn man Pilze anschliessend einfrieren will.
Beim Hallimasch wird diese Methode auch angewandt, anschliessend wird der Pilz normal weiter gekocht.
In unserem Pilzverein, wo riesige Kühlschränke an Vorräten für die Pilzessen und Risottoessen angelegt werden, wird die Methode des Abkochens angewandt.
Die Haufen von gereinigten und geschnittenen Pilzen werden kurz in Wasser aufgekocht, abgekühlt und dann in Plastiksäcken tiefgefroren.
Das spart Unmengen von Platz beim Tiefgefrieren, da die Pilze in sich zusammenfallen.
Kleinere Mengen behandelt man nicht so.
Man dünstet die Pilze kurz an, wie für Pilzragout, lässt sie erkalten und friert sie in Säckchen ein.
Der Vorteil ist, dass kein Aroma durch das Abkochen verloren geht.
Alles klar?
Guten Appetit!

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Re: Mehr input

Piwo, (vor 7533 Tagen) @ Andreas

Kochwasser weggießen ist für mich ein Greuel! Entweder ich vetrage einen
Pilz, dann brauche ich ihn nicht abzukochen, oder ich vetrage ihn
schlecht, dann nehme ich ihn nicht mit. Aber die ganzen Nähr- und
Geschmacksstoffe einfach wegzukippen, neee, da schüttelt's mich!
beste Grüße,
Andreas

hallo Andreas,

deine Meinung zum Unfug des Abkochens mit anschließendem Wegschütten des Kochwassers kann ich nur dick unterstreichen.

Gruß
Piwo

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Re: Noch mehr Input

pfifferling, (vor 7532 Tagen) @ Harald Andres Schmid

... und die Hoffnung, dass du endlich mal die Zeit findest deine Vorschläge und Rezepte zu sammeln, das ganze zu einem Verlag zu bringen und in einem edlen Buch zu veröffentlichen, stirbt zuletzt.

Eine Vorbestellung hast du schon...

LG
Frank

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Pilze braten!!

Maren ⌂, (vor 7532 Tagen) @ Stefan_2006

Hallo Stefan,
ich bin zwar auch noch Anfänger, habe aber in einem schwedischen Pilzkurs einen Tipp zum Braten von Pilzen bekommen, den ich seitdem anwende und zufrieden damit bin.

Die Pilze geschnitten in eine kalte Pfanne (gern beschichtet) geben und auf kleiner Hitze (1-3 bei Skala 12) ohne Fett erhitzen, dann verdampft das Wasser aus den Pilzen ganz langsam, man bekommt automatisch eine längere Erhitzungszeit, weil es schon bis zu 10 Minuten dauert, bis das Wasser weg ist und die Pilze trocken sind. Danach kommt erst die Butter dazu und die Hitze kann höher gestellt werden. Die Pilze bekommen eine schöne Konsistenz und man braucht viel weniger Fett.
Gruß Maren