Hallo nochmal
Ich habe mal das vermeintliche Lärchen-Haarbecherchen mikroskopiert und
heraus kam etwas anderes. Die Sporenform stimmte, dieSporengröße ging von
17- 20 (21)µm, die Paraphysen waren nicht gegabelt und überragten z.T.
deutlich die Asci. Laut Beschreibung PdS Bd.1 kann es nur das
Lärchen-Krebsbecherchen (Lachnellula willkommii) sein.
Ciao bleem
PS: Das beweist wieder, ohne Mikroskop geht es bei vielen Arten nicht!!
Ja, aber ohne die entsprechende Literatur auch nicht ....
Wofür Dir aber gar nix anzukreiden ist, denn ich schätze mal Du hast mit Breitenbach/Kränzlin bestimmt - und deren Lachnellula willkommii ist sehr wahrscheinlich auch occidentalis. Jedenfalls deutet die Angabe "Asci j+, schwach dextrinoid" darauf hin, denn L. willkommii soll stets und immer jodnegative Asci haben. Bei occidentalis schwankt das, mal so und mal so.. Aber WENN man schon J+ - Asci hat, dann ist das ein ernster Hinweis auf occidentalis.
Mit den Sporengrößen kommst Du natürlich auch ins Schleudern, denn Du hast ja LEBENDE Sporen gemessen, während Breitenbach/Kränzlin TOTE Sporen gemessen haben. Der Unterschied ist beträchtlich, vor allem in der Breite. 10-20% Größenabnahme beim Absterben kann man als Faustregel annehmen.
Hier mal von H.O. BARAL entliehen die vergleichenden Sporenmaße, jewiels für vitale (*) und für tote (+) Sporen:
L. occidentalis: *(14-)16-22(-24) x (6.2-)7-8.5(-9.5) µm, +(12-)15-19(-23) x 5-7(-8.4) µm
L. willkommii: *20-26.5 x 9-10.3 µm, +15.6-26(-28) x (6-)7-9(-9.4) µm
Wie man sieht rutscht der Wertebereich TOTER willkommii-Sporen voll in den VITALER occidentalis-Sporen.
Im übrigens ist das letzte Wort bei diesen beiden Arten wohl noch nicht gesprochen, ob sie wirklich einwandfrei zu trennen sind, oder ob die Trennung doch ausschließlich auf unterschiedlicher Lebensweise beruht (occidentalis = Saprobiont ; willkommii = Parasit).
beste Grüße,
Andreas