Bestimmungshilfe Strophariaceae (4 Fotos) *PIC*

interhias ⌂, (vor 7514 Tagen)

Servus,

am Wochenende habe ich im gerade vom Schnee befreiten Bergnadelwald dieses Grüppchen gefunden, für das ich bis jetzt noch keinen Namen habe. Wegen des dunkelbraunen Sporenpulvers und Sporen mit Keimporus dürfte es irgendein Schüppling oder Schwefelkopf sein, vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.

Hier ein paar Fotos und eine genaue Beschreibung:
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Funddaten: 01.04.2006; Taubenberg im Fichtenwald; auf vergrabenem Fichtenholz; Hut: 2-2,5 cm breit, gewölbt mit stumpfem Buckel, trocken, gelb bis ockergelb, mit silbrig glänzenden Velumresten, Hutrand etwas nach innen gebogen, glatt bis leicht wellig, jung durch Cortinareste mit dem Stiel verbunden; Stiel: 5-6 cm lang, bis 0,8 cm dick, zylindrisch, voll, stellenweise hohl, verbogen, hutfarben, stark längsfaserig, stellenweise bräunend, mit vergänglicher Ringzone, Basis höchstens schwach verdickt, bisweilen gekniet; Lamellen: stark ausgebuchtet angewachsen, olivgelb, Schneiden schwach wellig und alt bisweilen rostfleckig; Fleisch: trocken weiß, frisch gelblich durchnässt, im Stiel zur Basis hin mehr und mehr braun bis rotbraun; Geruch: angenehm pilzig; Geschmack: mild, +/-neutral; Lamellentrama: regulär, Hyphen mit Schnallen; Basidien: 4-sporig; Cheilozystiden: zylindrisch bis plump keulig mit relativ dicker Anwachsstelle, bisweilen mit Fortsatz, 19-30 x 8-10; Pleurozystiden: keine beobachtet; HDS: aus dicken (10-20), ca. 40-50 langen Zellen; Sporen: elliptisch, mit KP, dickwandig, 7,6 x 4,3 (7-9 x 4-5), Q=1,76 (1,6-2); Sporenpulver: dunkelbraun;

Gruß aus München
Hias

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Re: Bestimmungshilfe Strophariaceae (4 Fotos)

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7514 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

das ist gar nicht so einfach! Irgendwie glaubt man den Braunsporer gar nicht! Aber es wird wohl so sein.
Am ehesten vermute ich Hypholoma radicosum. Ich würde, wenn es noch geht, prüfen, ob es sich bei den Zystiden um Chrysozystiden handelt.

Mit Grüssen, Markus

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Chrysozystiden und Wurzel (4 Fotos) *PIC*

interhias ⌂, (vor 7514 Tagen) @ Markus Wilhelm

Am ehesten vermute ich Hypholoma radicosum. Ich würde, wenn es noch geht,
prüfen, ob es sich bei den Zystiden um Chrysozystiden handelt.
Mit Grüssen, Markus

Servus Markus!

Ich hab sie mir nochmal unters Mikroskop gelegt und Pleurozystiden gesucht. In KOH werden die meisten davon intensiv gelb (also Chrysozystiden?!). Sie messen 38-60 x 9-10:
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Im selben Wald habe ich übrigens an einem anderen Standort einzeln dieses betagte Exemplar mit langer Wurzel gefunden. Auch hier konnte ich in KOH gelb verfärbende Hymenialzystiden feststellen und die Sporenmaße sind ebenfalls gleich:
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Es spricht also schon einiges für Hypholoma radicosum, aber auch einiges dagegen: die frischen Exemplare wurzeln nicht, beide Funde schmecken nicht bitter und die Sporenmaße scheinen etwas zu groß für H. radicosum.

Mal sehen, ob noch jemand eine Idee dazu hat.

Gruß aus München
Hias

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Re: Chrysozystiden und Wurzel (4 Fotos)

Alpenhans, (vor 7513 Tagen) @ interhias

Hallo Hias!

Mir wurde heute bei der Myk.Ges. in Wien ein Pilz als Hypholoma capnoides gezeigt, der genau so ausgeschaut hat wie deiner - ich habe ihn übrigens selbst nicht erkannt.
Gruß aus Ö
Hans

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Re: Chrysozystiden und Wurzel (4 Fotos)

zuehli ⌂, (vor 7513 Tagen) @ Alpenhans

Hallo Hias,

für H. radicosum sind doch die Sporen viel zu groß, außerdem stimmt die Erscheinungszeit überhaupt nicht.
Ich würde auch schlicht und einfach auf H. capnoides tippen. Des passt scho...

Gruß Harald

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Re: Chrysozystiden und Wurzel (4 Fotos)

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7513 Tagen) @ zuehli

Hallo zusammen,

ja das denke ich auch, denn eigentlich stimmt auch der Stiel überhaupt nicht für radicosum!

Grüsse, Markus

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Hypholoma capnoides

interhias ⌂, (vor 7512 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Harald, Hans und Markus,

vielen Dank für eure Einschätzung. Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, dass ich höchstwahrscheinlich Hypholoma capnoides gefunden habe.

Das wurmt natürlich schon ein bisserl, wenn man sie schon kiloweise gesammelt und verspeist hat und sie dann im Wald nicht erkennt. Andererseits sind die Exemplare nun wirklich nicht gerade typisch geraten. Das macht bestimmt der Stress des langen Winters;-)

Gruß aus München
Hias