Bericht vom Schwedenmulch *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 7483 Tagen)

Hallo,

nach über einer Woche ohne Regen, habe ich heute diverse Rindenmulchstellen sowie den Trockenrasen bei Erfurt angefahren. Eins vorweg es ist einfach zu trocken!
Leider waren die elatas auf den Mulchbeeten schon zum Größten Teil nicht mehr zu gebrauchen. Meine Größte Hoffnung der neue IKEA-Schwedenmulch stellte sich als Reinfall heraus, an dem ich aber selber Schuld bin. Hier wo vor einer Woche sich die ersten zeigten, bin ich 3 Tage zu spät gekommen. 85% waren hinüber - Ausgetrocknet. Mit den Restbeständen aus den schattigen Bereichen bin ich dann zum Trockenrasen gefahren, auch hier zeigten sich nur noch 2 altersschwache esculentas, dafür diverse Schnittstellen.
Na ja ich will mich nicht beklagen - alles in allem sind noch ein Kilo RIMUMO's im Gefrierschrank gelandet.

Hier noch 4 Bilder

Altersschwache Riesen vor dem Café del Sol

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Auch wenn sie noch gut aussehen - zu hause beim Putzen stellten sich 50% als madig heraus:

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Auch diese waren nicht mehr zu gebrauchen:

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Beste Grüße Jenny&Felix

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Bericht vom Schwedenmulch

Ingo, (vor 7482 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Ihr Beiden,
Unter dem Strich könnt Ihr ja doch ganz zufrieden sein mit der Saisonausbeute.
Dass Ihr da in Thüringen die meisten Erträge auf Mulch hattet, erstaunt mich
schon ein wenig. Ich habe bisher geglaubt, dass es in Eurer Region viele
Biotope geben müßte, wo die Morcheln in freier Wildbahn vorkommen. Wenn ich
Eure Postings richtig deute, gibt es in freier Wildbahn eher Esculentas
und Käppchenmorcheln als Elatas. In der einschlägigen Literatur, fragt mich
aber nicht wo das war, meine ich gelesen zu haben, dass die Elatas in freier
Wildbahn auch viel seltener vorkommen. Aber vielleicht habe ich das auch
mißverstanden. Wie sah das bei Eurem Morcheltreffen im Allgäu aus?
Dort schein Ihr ja mehrheitlich Spitzmorcheln gefunden zu haben. Waren da
wirklich keine Kiefernbestände dabei? Ich finde das Thema momentan jedenfalls
ziemlich spannend.
Auf jeden Fall habt Ihr, was die nachfolgende Pilzvegetation angeht, bestimmt
die bessere Gegend erwischt. Allein die Vielseitigkeit der Biotope ist in
Thüringen schon hervorragend. Bei und gibt es leider nur diese Kiefern-Monokultur,
wenn man mal von gelegentlichen Buchenforsten absieht. Man stelle sich mal vor-
vom flockenstieligen Hexenröhrling habe ich bisher erst vier Exemplare
gesehen. Das in über 25 Jahren! Von Netzis und anderen Dickröhrlingen ganz
zu schweigen. Allein der sog. Fichtensteinpilz steht hier manchmal massenhaft im
Kiefernwald herum.

lg Ingo

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@Ingo

Thüringer-Holz, (vor 7482 Tagen) @ Ingo

Hallo Ihr Beiden,
Unter dem Strich könnt Ihr ja doch ganz zufrieden sein mit der
Saisonausbeute.
Dass Ihr da in Thüringen die meisten Erträge auf Mulch hattet, erstaunt mich
schon ein wenig. Ich habe bisher geglaubt, dass es in Eurer Region viele
Biotope geben müßte, wo die Morcheln in freier Wildbahn vorkommen.
HALLO INGO

Ich als "Wahnsinniger" bin nie zufrieden - lach.
Nein aber im ernst dieses Jahr passt die Beschreibung: Extrem kurz aber heftig!
Was sich sonst über mehrere Wochen ersteckt spielte sich dieses Jahr innerhalb von 18 Tagen ab. Hier (um Erfurt) gibt es bestimmt viele Biotope wo es Morcheln (esculentas) in freier Wildbahn gibt - ich kannte bis vor dieser Saison nur eine, jetzt sind es zwei (aber auch nur durch eine Exkursion gezeigt bekommen).

50 km weiter richtung Dresden sieht das schon wieder anders aus, Jena und Umgebung ist eine Morchelparadies, was ich aber nicht als mein Revier ansehe - ich bin dort nur Besucher bzw. Gast.

Die Sache ist die, wenn das Vorkommen so kurz ist wie dieses Jahr, schafft man es ja gar nicht mögliche Morchelbiotope zu erkunden oder neue zu suchen. Dazu kommt dann ja noch, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein muß.
Wenn man weis das es jetzt Morcheln geben müsste kontrolliert man zu erst die Biotope die man kennt. In längeren Morchel-Perioden findet sich eher Zeit neue Gebiete zu erkundschaften.
Und - ich bin ehrlich - Rindenmulchmorcheln sind sehr bequem! Dieses Jahr war es echt heftig jedes zweite Mulchbeet hatte Morcheln. Nicht immer viele aber es standen welche. Also lasse dich nicht täuschen, die Erträge auf Mulch waren nicht normal dieses Jahr. "Natürliche Spitzmorcheln" sind mir heuer in Thüringen nicht begegnet, schon gar nicht wie bei Elfi im Allgäu da wachsen sie am Waldrand neben Waldwegen zwischen Pestwurz. Und wenn man diese Stellen nicht kennt ist es aussichtslos sie zu finden!
Forumsteilnehmer ajuga kennt eine Stelle wo sie so oder so ähnlich kommen.

Wenn ich Eure Postings richtig deute, gibt es in freier Wildbahn eher

Esculentas und Käppchenmorcheln als Elatas.

Genau so ist es!!!

Wie sah das bei Eurem Morcheltreffen im Allgäu aus?

Dort schein Ihr ja mehrheitlich Spitzmorcheln gefunden zu haben.

Wie gesagt im Allgäu ist alles anders als in Thüringen - die Wälder kann man gar nicht miteinander vergleichen. zu der Zeit fanden wir nur elatas in "freier Wildbahn" teilweise ohne Begleitbäume - hätte ich es nicht gesehen ich würde es nicht glauben.

Waren da

wirklich keine Kiefernbestände dabei? Ich finde das Thema momentan

jedenfalls ziemlich spannend.

So weit ich mich erinner wenn dann Fichten oder Weißtanne
Ja das Thema ist jedes Frühjahr auch für mich spannender als alles andere.
Und immer wieder hat man Funde die jeglicher Theorie wiedersprechen.

Auf jeden Fall habt Ihr, was die nachfolgende Pilzvegetation angeht, bestimmt

die bessere Gegend erwischt. Allein die Vielseitigkeit der Biotope ist in
Thüringen schon hervorragend. Bei und gibt es leider nur diese
Kiefern-Monokultur,

Da magst du recht haben aber ich habe zum Beipiel noch nie einen Grünling gesehen.

LG Felix

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wie siehts denn eigentlich so mit Täublingen aus..

phragmobasidie, (vor 7482 Tagen) @ Ingo

... bei Euch ? (auch ein schönes Hobby :) Oder mit Reizkern ?

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Mit Täublingen sieht es gut aus!

Thüringer-Holz, (vor 7482 Tagen) @ phragmobasidie

Ein Kollege, Jochen Girwert (auch aus Erfurt) beschäftigt sich seit einiger Zeit mit den Täublingen. Er hat viele recht seltene kaum beschriebene Täublinge gefunden.
Einen Eindruck bekommst du auf seiner Page:

http://www.naturfuehrer-erfurt.de/naturfuehrer.html dann auf den Link Pilze
und die Täublinge auswählen............

FELIX

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Re: Mit Täublingen sieht es gut aus!

phragmobasidie, (vor 7481 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

hatte etwas missverständlich gefragt, eigentlich meinte ich Ingo bzgl. Brandenburg
bzgl. Täublinge unter Kiefern. Allerdings hast Du mich mal wieder an die Seite von
Jochen Girwert erinnert - ich habe ihn mal auf einem Kurs in Hornberg getroffen.
Da Ihr bezogen auf Breitengrad und Höhenmeter verglichen mit anderen Pilzkundlern
noch relativ nah an mir dran seid, sind nicht zuletzt die Täublings-Bearbeitungen
sehr interessant für mich. In Thüringens schönen Wäldern selbst bin ich leider nur
selten. Bei uns gab es letztes Jahr übrigens extrem wenig Täublinge :(
ich musste mir glatt etwas anderes zum Frustrieren suchen.

Grüße an Alle
Robin

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Sprödblättler unter Kiefern

Ingo, (vor 7481 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo Robin,

ich weiss nicht, welche von den Sprödlingen für Dich von besonderem
Interesse sind. Gerade die Täublinge sind hier nicht allzu anspruchsvoll.
Die fangen meist schon Mitte Juni an. Speisetäublinge und Orangerote
Graustieltäublinge fruktizieren bereits ziemlich früh und meist auch schon
bei relativ trockenen Bedingungen. Im Juli beginnt es dann mit den
Frauentäublingen, die oft in grosser Zahl erscheinen. Weiterhin wächst
bei den reichlich vorhandenen Birken ein grüner Täubling, der wohl als
Birkentäubling anzusprechen ist (ev. Russula Aeruginea).
Allzusehr habe ich mich mit diesen Pilzen aber noch nicht beschäftigt.
Bisher habe ich die nur als Ergänzung für schöne Mischgerichte verwendet,
wenn sie mild schmeckten. An Wegrändern gab es auch mal den einen oder
anderen Wieseltäubling und Heringstäubling. Auch ein paar schwarze
Russulas konnte ich bereits entdecken, ohne dass ich sie ernsthaft zu
bestimmen versucht habe. In diversen Laubwaldbeständen konnte ich auch
schon Gelbe Graustieltäublinge ausfindig machen. In diesen Waldbeständen
falle ich aber auch regelmässig auf rote und violettfarbene Täublinge herein,
die roh probiert brennend scharf schmecken.
Unterm Strich kommen diverse Täublingsarten im Kiefernwald jedenfalls häufig vor.

Milchlinge sind da vergleichsweise seltener. L.Deliciosus kommt zwar
regelmässig vor, jedoch nicht häufig. Einige wenige L.Piperatus und
L. Helvus runden das Bild ab. Wirklich häufig sind nur der Birkenmilchling
und im Laubwald der Wollige Milchling. Vor einigen Jahren konnte ich auf einem
Parkplatz, wohl unter Pappeln, einige Exemplare des Rosascheckigen Milchlings
identifizieren.

Aber, ich glaube, wenn ich mir die ganzen Täublinge in den Wäldern mal
genauer anschaue, dürfte noch so manche Überraschung zutage treten.
Ich habe ja versprochen, auf die einheimische Pilzflora ein wenig näher
einzugehen und werde die entsprechenden Funde, wenn es so weit ist, hier posten.

lg Ingo

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Re: Sprödblättler unter Kiefern

phragmobasidie, (vor 7480 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,

Täublinge finde ich allgemein interessant, daher wollte ich mal horchen, wie es damit in Deinen Biotopen
aussieht. Im BRD-Verbreitungsatlas z.B. ist Berlin erwähnt aber eben nicht die östlichen Bundesländer.
Ich bin ein paar mal im Jahr in Berlin aber so gut wie nie im Umland. Sollte ich vielleicht mal ändern.
Daher habe ich keine Ahnung, wie es da so um die Täublingsvorkommen bestellt ist -
Danke Dir für den schönen Arten-Querschnitt und die Angaben zu den Wachstumszeiten.
Der Rosacheckige Milchling ist, soweit ich weiss, recht selten (oder auch weniger bekannt ?).
Ich kenne hier eine Stelle unter Weiden, an der ich ihn in den letzten ca. 5 Jahren zweimal sah.
Lactarius helvus ist wohl mancherorts stark rückläufig, wenn ich das richtig in Erinnerung behalten habe.

schöne Grüße
Robin