Re: Detail-Bild vom Weiden-Runzelschorf

Piwo, (vor 7480 Tagen) @ Heinz Butin

Hallo Piwo,
ich möchte dem Kritiker Seraph Schützenhilfe leisten, denn ich vermute in den
Bildern auch etwas anderes als Rhytisma. Zunächst sehen beide Bilder nicht
nach Blattunterseite aus, eher wohl Oberseite! Weiterhin ist R. salicinum
i.d.R. viel größer, ca. 1 - 2 cm. Meiner Erinnerung nach dürfte es sich am
ehesten um Teleutosporenlager des Weidenrostes (Formengruppe Melampsora
salicina) handeln, die in der abgebildeten Form jetzt häufug zu finden
sind. Im übrigen müßte ein mikroskopischer Schnitt Klarheit bringen. Bei
Rhytisma finden sich in den Sklerotien entweder Asci oder die vorher
gebildete Melasmia-Mikrokonidienform. Wenn es sich aber um die
Teleutolager vom Weidenrost handelt, findet man pallisadenartig
angeordnete, bräunliche Teleutosporen. Also ran ans Mikroskop!
Gruß aus Wolfenbüttel
Heinz

hallo Heinz und Seraph,

so ist das, da geht der alte Narr - von Entzugserscheinungen gekennzeichnet - hinaus und kramt, auf den Knien liegend, zwischen Blättern und Ästchen. Das Glück ist ihm hold, er findet Weidenblätter mit pilzlichen Gebilden, die einem Runzelschorf recht ähneln. Zu Hause nachgeblättert: siehe da, es gibt einen Weiden-Runzelschorf. Da ist es schon passiert: Rhytisma salicinum gefunden. Daß er Blattober und -Unterseite verwechselt, fällt da nicht mehr ins Gewicht. So ist schon manche Kuh als kapitaler Hirsch erlegt worden.
Was es aber ist, weiß ich leider auch nicht. Unter dem Mikro habe ich meist eine braune, netzige Struktur (bienenwabenartig) gesehen. Bei den zahlreichen Präparaten fand ich einmal wenige Asci und wenige Sporen. Sie waren 1fach septiert und an der Septe leicht eingeschnürt (7-9 x 3). Konidien totale Fehlanzeige.
Bei Heinz bedanke ich mich für den kritischen Hinweis.

Gruß aus Gießen

Piwo

p.s.: nur gut, daß ich nicht kartiere

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