Samtfußkrempling

Dirk Hengst, (vor 7409 Tagen)

Hi,

ich finde zur Zeit öfter den Samtfußkrempling. Kann man sowas essen und wenn ja schmeckt das?

Grüßle,

Dirk

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Samtfußkrempling

Matthias, (vor 7408 Tagen) @ Dirk Hengst

Hallo Dirk,
jung ist der schon essbar, aber geschmacklich eher keine Gaumenfreude,
viele Grüsse
Matthias

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Samtfußkrempling

zuehli ⌂, (vor 7408 Tagen) @ Dirk Hengst

Hallo Dirk,

in den gängigen Pilzbüchern steht der meist als ungenießbar beschreiben. Zu dem Thema wollte schon mal eine kleine Diskussion aufkommen. Guckst Du hier:

Gruß Harald

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Zur Abschreckung ein Klassiker-Zitat

Jürgen, (vor 7408 Tagen) @ zuehli

"Das weiße Fleisch sieht recht einladend aus, schmeckt aber widerwärtig bitterlich und ist sehr wasserhaltig." [...]
"Es ist schade, dass dieser leicht kenntliche Pilz mit seinem schönen, madenfreien Fleisch alles andere als wohlschmeckend ist: Er muss seines unangenehmen Geschmackes wegen als sehr geringwertig bezeichnet werden. Wohl kann man ihn durch Abbrühen und Weggießen des Brühwassers genießbar machen. Da er aber zudem noch schwer verdaulich ist, kann er nicht empfohlen werden."

(Hans Haas, Pilze Mitteleuropas, S. 32)

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Samtfußkrempling

Ingo, (vor 7408 Tagen) @ Dirk Hengst

Hallo Dirk,

also solo würde ich den Pilz auch nicht testen wollen.
Wenn man aber, wie es im Hochsommer oft der Fall ist,
nur ein paar Pfifferlinge, Perlpilze und Frauentäublinge
erbeutet, kann man auch den einen oder anderen Samtfuß
dem Mischgericht beigeben. Es sollten halt nur ganz junge
Exemplare sein, bei denen der erdige Beigeschmack noch
nicht so ausgeprägt ist. Das Prädikat "ungeniessbar" hat
der Pilz möglicherweise dadurch erhalten, dass er durch
die (nicht mehr gegebene) Verwandschaft mit dem Kahlen
Krempling in "Sippenhaft" genommen wurde.
Von Vergiftungsfällen, auch von ganz leichten, ist mir bis
jetzt noch nichts bekannt geworden.
Ich finde, es gibt da so einige "Speisepilze", die vom
Geschmack her viel grauenhafter sind.
Bestes Beispiel: Nebelkappe (Lepistaclitocybe nebularis).
Da schmeckt schon das kleinste Exemplar in einem Mischgericht
aufdringlich heraus. Auch die Braunkappe (Kulturträuschling)
schmeckt ziemlich gewöhnungsbedürftig. Selbst die guten Perlpilze
(Amanita rubescens) können nach einem ergiebigen Regen einen
Beigeschmack entwickeln, der es in sich hat. Dagegen sind
junge Samtfußkremplinge noch Edelpilze!
Obwohl man sicher darüber diskutieren kann, dass man anstelle der
Kremplinge auch Kartoffeln verwenden könnte.

Viele Grüße Ingo.

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Samtfußkrempling

zuehli ⌂, (vor 7408 Tagen) @ Ingo

Das Prädikat "ungeniessbar" hat
der Pilz möglicherweise dadurch erhalten, dass er durch
die (nicht mehr gegebene) Verwandschaft mit dem Kahlen
Krempling in "Sippenhaft" genommen wurde.

Sicher nicht!
In älteren Pilzbüchern, in denen der Kahle Krempling teilweise als wohlschmeckend geführt wird ist der Samtfußkrempling auch schon als wertlos oder minderwertig eingestuft.
Schon im alten Michael (ca. 1895) steht bei dem Samtfuß: Er ist zähfleischig, besitzt keinen Wohlgeschmack und dient nicht als Speisepilz.

Die "Giftig"-Deklaration des Kahlen hat sich übrigens erst Ende der 1970er Jahre in den Pilzbüchern verbreitet.

Gruß Harald

Eintrag gesperrt
9 Aufrufe

Samtfusskrempling

Dieter W, (vor 7408 Tagen) @ Dirk Hengst

Hi,
ich finde zur Zeit öfter den Samtfußkrempling. Kann man sowas essen und wenn
ja schmeckt das?
Grüßle,
Dirk

Hallo Dirk,

Wenn Du dem Land Thüringen etwas zukommen lassen willst, würde ich Dich bitten die Samtfusskremplinge zu trocknen und zu mir an die Uni Jena zu schicken. Wir verwenden sie in der Ausbildung zur Isolierung des Inhaltsstoffes Atromentin. Atromentin ist möglicherweise mindergiftig aber wer isst schon Chinone ... bäää!

Viele Grüße
Dieter

Eintrag gesperrt
8 Aufrufe

Re: Zur Abschreckung ein Klassiker-Zitat

Piwo, (vor 7408 Tagen) @ Jürgen

"Das weiße Fleisch sieht recht einladend aus, schmeckt aber widerwärtig
bitterlich und ist sehr wasserhaltig." [...]
"Es ist schade, dass dieser leicht kenntliche Pilz mit seinem schönen,
madenfreien Fleisch alles andere als wohlschmeckend ist: Er muss seines
unangenehmen Geschmackes wegen als sehr geringwertig bezeichnet werden.
Wohl kann man ihn durch Abbrühen und Weggießen des Brühwassers genießbar
machen. Da er aber zudem noch schwer verdaulich ist, kann er nicht
empfohlen werden."
(Hans Haas, Pilze Mitteleuropas, S. 32)

kann ich aus eigener Erfahrung voll unterstreichen. Wir haben ihn in den Kriegs- bzw. Nachkriegsjahren heruntergewürgt.

Gruß
Piwo