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Re: 2 Problem-Röhrlinge aus Thüringen vom letzten

Matthias, (vor 7386 Tagen) 4.305 Beiträge @ Andreas

Hallo,
der Fortgeschrittenen I - Kurs letzte Woche in Oberhof hat uns einige
interessante Funde beschert.
Insgesamt hatte es relativ viel Pilze, allen voran Steinpilze. Es hat so
viele momentan, dass wir auf allen 5 Exkursionen reichlich fanden, egal
auf welchem Untergrund. Auch die drei Kalk-Exkursionen brachten an
oberflächig versauerten Stellen reichliche Steinpilz-Vorkommen. Dagegen
waren Täublinge auffallend wenig da, noch krasser fehlten die Milchlinge.
Und was noch auffiel war dass auf den Kalkböden entweder fast nix zu
finden war, oder nur an den versauerten Stellen die Säurezeiger. Kalkpilze
waren nur in den Wiesen oder an Wegrändern zu finden. Die scheinen also
noch etwas länger zu brauchen.
Nun aber zu den beiden problematischen Röhrlingsfunden.
1. Fund (rechte Gruppe):
Ein Schmier-Röhrling aus der Verwandtschaft der Goldröhrlings. Gefunden unter
Kiefern und Lärchen auf Oberem Buntsandstein, teilweise Muschelkalkplatten
im Gebiet. Im selben Gebiet wurden an Lärchenbegleitern Gold-Röhrling,
grauer Lärchenröhrling und Rostroter Lärchenröhrling gefunden.
Auf dem Bild sieht man links die normalen Goldröhrlinge, rechts eine Gruppe
wesentlich blasserer, fast grauer Pilze, die aber nicht Graue
Lärchenröhrlinge sein können, weil sie ein gelbes Velum haben.
Hierbei handelt es sich um Suillus bresadolae s.l., meiner Meinung nach eine
Hybridbildung aus Goldröhrling und Grauem Lärchenröhrling.
2. Fund


Eigentlich ein völlig unproblematischer Kiefern-Steinpilz (Boletus
pinophilus). Oder? Sieht jemand darin was anderes?
Das Problem an dem Fund ist die Ökologie: Naturpark Hainich, lehmiger
Kalkboden (deutlich oberflächenversauert), Begleitbäume waren
ausschließlich Linde und Buche, Sämlinge von Eiche waren ebenfalls
vorhanden. Weit und breit keine Kiefer oder Fichte, auch kein Sämling. Wir
haben den ganzen Umkreis um die Fundstelle peinlichst abgesucht.
Gemeinsam wuchsen an dieser Stelle (100 Meter Umnkreis): Fichten-Steinpilz,
Schwarzhütiger Steinpilz, Eichen-Rotkappe, Gelbporiger Raufuß.
Insgesamt hatten wir in den 5 Tagen des Kurses satte 24 (!) Röhrlingsarten:
Fichten-Steinpilz, Sommer-Steinpilz, Schwarzer Steinpilz,
Kiefern-Steinpilz (?)
Fahler Röhrling, Schönfuß-Röhrling
Flockenstieliger Hexenröhrling, Netzstieliger Hexenröhrling, Satans-Röhrling
Gallen-Röhrling, Düsterer Röhrling
Rotfuß-Röhrling, Falscher Rotfuß-Röhrling, Blutroter Röhrling
Butterpilz, Gold-Röhrling, Grauer Lärchenröhrling, Bresadolas
Lärchenröhrling, Körnchen-Röhrling, Ringloser Butterpilz
Gemeiner Birkenpilz, Espen-Rotkappe, Eichen-Rotkappe, Gelber Raufuß
Das entschädigte doch reichlich für die etwas dünn vorhandenen Sprödblättler
...
Wer nächste Woche noch Lust hat kurzfristig teilznehmen kann sich jederzeit
melden. Und am Kursende auch die Pilzberaterprüfung der DGfM ablegen, wenn
er/sie sich das zutraut oder einfach mal den eigenen Kenntnisstand
abchecken will.
beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,
zum ersten kann ich dir nichts sagen, aber der Heinz Engel schreibt ja ähnliches in dem Schmier-und Filzröhrlingen s.l. von 1996.
In vielen Pilzbüchern steht ja geschrieben das der Kiefernsteinpilz auch unter Buchen zu finden ist, bei meinen bisherigen Funden waren immer Kiefern mit im Areal, von deinem Bild würde ich sicher zum Kiefernsteimpilz tendieren,
viele Grüsse
Matthias

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