Re: Find ich gut...
dass im Nationalpark das Sammelverbot kontrolliert wird! Aber nicht, weil
dadurch weniger Pilze "geräubert" werden, sondern weil die
Menschenmassen, die gerade in solchen Naturschutzflächen einfallen, den
Lebensraum schädigen. Die Menge ist das Problem.
Nicht so bei den Pilzen. Noch nie konnte irgendein Kritiker des Pilze
sammelns irgendeinen handfesten Beweis liefern, dass Pilze sammeln die
Populationen der Pilze direkt schädigt. Mir wäre es eigentlich egal, wenn
aus eingebildeten Gründen heraus das Pilze sammeln eingeschränkt wäre.
ABER: Vor allem die gesetzlichen Beschränkungen des Sammelns lenken den
Verdacht für die Ursache des Rückgangs vieler Pilzarten auf die Falschen.
Wer sich vorbehaltlos mit den Fakten auseinander setzt, kommt nicht an der
Erkenntnis vorbei, dass die Zerstörung der Lebensräume die Hauptursache
für das Verschwinden mancher Pilze ist(und anderer Arten, auch
Schmetterlinge werden nicht von den bösen Sammlern ausgerottet...). Diana
hat schon einen wichtigen Grund genannt: das Befahren der Waldböden mit
sehr schweren Maschinen. Die Wirkung auf den Boden ist z.B. in der letzten
Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft nachzulesen. Die Zerstörung der
natürlich gewachsenen Bodenstruktur und die Verdichtung durch diese
Moloche ist vermutlich um Dimensionen gravierender als alle Pilzsammler
zusammen genommen! Dazu noch die allgegenwärtige Vergiftung durch die
Luftverschmutzung. Diese Faktoren gilt es anzuprangern. Lasst Euch nicht
irre machen von wegen die Sammler rotten die Pilze aus und so. Das ist
kompletter Unsinn, frei erfunden! Das Schlimme ist doch: selbst wenn ab
sofort niemand mehr Pilze sammeln oder mutwillig zerstören würde, würden
dennoch viele Arten immer seltener werden. Deshalb finde ich es wichtig,
die Unsinnigkeit der Sammelverbote bei jeder Gelegenheit zu betonen. Sie
lenken nur von den wahren Ursachen des Rückgangs vieler Pilze ab.
Die Sammelverbote in Schutzgebieten sind doch kein Grund, sich dieses schöne
Hobby vermiesen zu lassen. Erstens gibt es überall auch außerhalb dieser
Gebiete Pilze, vielleicht nicht so viele und nicht die gleichen Arten. Und
zweitens ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen noch Ahnung haben
von der Vielfalt des Lebens. Wer sonst sollte sich dafür einsetzen, an den
wahren Ursachen des Verlusts der Artenvielfalt etwas zu ändern?
LG
Saftling
Bavo Saftling!
Ich glaube jedoch, der deutsche Michel läßt sich auch einreden, daß die Blaubeeren uw. aus den Wäldern verschwunden sind, weil zu viele Menschen sie gesammelt haben.
Gruß - Waldschrat