Re: Neue Giftanfrage: Panther?
Hallo,
diese Reaktion war völlig in Ordnung. Wenn ein kleines Kind, hier drei Jahre alt, vom Panterpilz genascht hat, dann würde ich mir auch schwerwiegende Gedanken machen, weil das ein ernstzunehmender Giftpilz ist. In irgend einem Buch ist zu lesen, dass die Giftkonzentration 80 bis 200 mal so hoch ist wie im Fliegenpilz, und das würde mir bei so einem Kind ernsthafte Sorgen bereiten. Und dass Giftpilze nicht schmecken sollen, das ist ein dummes Gerücht.
Beste Grüße, Heinz Ebert
Hallo Pilzfreune,
ich hab schon wieder eine Frage wegen Vergiftungen. Diesmal aber nicht zu den
Folgen, sondern zur Vorbeugung.
Vor etwa 10 Jahren hatte ich durch Zufall mitbekommen, daß im Urlaub meine
damals etwa 3-jährige jüngste Tochter in einen Pantherpilz gebissen hatte.
Ich hatte gleich den Notarzt gerufen und sie wurde zur Beobachtung ins
Krankenhaus gebracht. Dem Krankenwagen hatte ich noch einen Rest des
Pilzes mitgegeben, das war allerdings nur der Stiel samt Knolle. Meine
Kleine hatte ein Stück vom Hut abgebissen. Darauf bin ich nur gekommen,
weil mir kurz davor vor dem Bungalow ein Pantherpilz aufgefallen war. Als
dann die Kleine mit weißen Fasern um den Mund ankam, die nach Pilz
aussahen, rannte ich sofort zu dem Panther, da fehlte der Hut. Daraus
mußte ich schlußfolgern, daß sie mindestens davon abgebissen haben mußte,
bzw. ich mußte damit rechnen, daß sie den Hut vielleicht ganz verzehrt
hatte. Auf meine Fragen, ob sie das wirklich gegessen oder ausgespuckt
hatte, gab sie widersprüchliche Antworten. Versuche, sie zum Brechen zu
bringen, scheiterten.
Bei einem Anruf in der Klinik wurde ich aufgefordert, einen weiteren Pilz zu
schicken, weil die Reste angeblich nicht für die Bestimmung ausreichen
würden. Doppelter Blödsinn: Erstens deutete die Knolle eindeutig auf den
Panther hin, zweitens wuchsen in der Gegend Pahnter und Perlpilze
nebeneinander, ich hatte davor schon einen Abstand von unter 1 m
festgestellt. Was wäre, wenn ich aus Unkenntnis einen Perler geschickt
hätte? Fehlalarm? Zum Glück hatten sie einen Pilzsachverständigen gerufen,
der hatte einwandfrei den Panther idendifiziert. Danach fand ich nach
längerem Suchen endlich den Hut, es fehlte nur ein kleiner Kinderbiß.
Ich mußte mir Vorwürfe von meiner Frau anhören, z.B., daß ich die Kleine mit
den dreckigen Klamotten losgeschickt hatte, und außerdem wäre das alles
bestimmt nicht so schlimm, um diesen Aufwand zu rechtfertigen. Mein Vater
vertrat später auch die Meinung, daß der Panther nicht tödlich wäre.
Aber ich sehe die Sache so: Ich mußte im dem Moment davon ausgehen, daß sie
vielleicht den ganzen Hut aufgegessen haben könnte.Auch wenn mir eine
Schwester hinterher sagte, daß ein Giftpilz nicht schmecken würde und ein
Kind sofort alles ausspucken würde; soviel mir bekannt ist, soll der
Panther gar nicht schlecht schmecken. Und ein für 3jähriges Kind reicht
doch schon eine viel geringere Dosis, ich kann nicht einschätzen wieviel.
Was ist Euere Meinung, war ich zu ängstlich?
Aus mehreren Gründen bin ich damals nicht mit in die Klinik gefahren: Wir
hatten zum Bungalow nur einen Schlüssel, meine Frau war mit meiner älteren
Tochter unterwegs, wir hatten kein Auto mit (bei der Aufregung wäre ich
sowieso nicht in der Lage gewesen zu fahren) und auch kein Handy. In
dieser Klinik wurden die Kinder leider nicht besonders liebevoll
behandelt, meine Kleine hatte später unter dem
"Weißkittelsyndrom" zu leiden. Sie brauchte nur einen Arzt oder
eine Schwesterim weißen Kittel zu sehen, da bekam sie Panik.