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Neue Folge: Täubling der Woche #13 *PIC*

Thüringer-Holz, (vor 6965 Tagen)

heute:

Russula sardonia - Tränen-Täubling oder Zitronenblättriger Täubling

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Hallo Freunde dieser kleinen Wochenserie. Mit etwas Verspätung stelle ich euch heute diesen Vertreter aus der Untersektion "Sardoninae" vor.

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Vorige Woche noch als Verwechslungspartner des Stachelbeer-Täublings erwähnt, präsentiere ich euch hier das Pendant aus dem Kiefernwald, die "Säufernase".

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Diese sehr charakteristische Art, die sich von queletii hauptsächlich durch die mehr minder zitronengelben Lamellen und den Standort unterscheidet, kann dennoch sehr variabel ausfallen.

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Repräsentativ für den Zitronenblättrigen-Täubling ist sein violettlich-purpurner Hut, weißlicher, blass oder intensiv geflammter rot/purpurner Stiel und die von Anfang an zitronengelben, jung tränenden, Lamellen.

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Hut: violett, rot, blutrot, rotpurpurn, violettrot, violettpurpurn auch grünoliv,
bekommt schnell helle Flecken, Fraßstellen purpurn umrandet
derbfleischig, Oberhaut kaum abziehbar

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Lamellen: blassgelb, meist schon jung zitronengelb, zuletzt buttergelb,
jung tränend

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Stiel: violettrot, manchmal auch trübrot oder purpurn, selten rein weiß,
an der Basis unkonstant orangefleckig, fest und voll

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Fleisch: weiß oder zum Teil gelblichweiß, an Druckstellen (auch auf dem Stiel) gelblich

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Wert: roh GIFTIG, unsere osteuropäischen Freunde haben aber wieder spezial Methoden. (Wässern, Einsalzen usw.)

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Geschmack: außerordentlich unerträglich scharf, im ganzen Mund brennend –
Wer mutig ist sollte es mal ausprobieren!!!

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Vorkommen: streng an Kiefer gebundene kalkfeindliche Art, im sauren, sandigen Kiefernwald wohl überall zu finden. Selten auch auf Kalk beobachtet.

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Auch Exemplare mit gelblich grünem Hut kommen gelegentlich vor, das ist die von
SINGER beschriebene „f. viridis“ ohne Rottöne:

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Sporenpulverfarbe: intensiv creme bis hell ocker (IId-IIIa)
Sporenornament: kurz, eiförmig, fast vollständig netzig

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Jung tränende Lamellen:

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Farbenspiel von R.sardonia:

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Ich verabschiede mich vorerst in den (Pilz-)Urlaub, die nächste Folge dann in 14 Tagen.

Bis zum nächsten mal

Euer Felix

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bin begeistert (ohne einschleimen zu wollen)!! *oT*

Krötenhocker, (vor 6965 Tagen) @ Thüringer-Holz

- kein Text -

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dito, der Beitrag war extra klasse *oT*

Gernot Friebes, (vor 6965 Tagen) @ Krötenhocker

- kein Text -

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #13

Ysabel, (vor 6965 Tagen) @ Thüringer-Holz

heute: Russula sardonia - Tränen-Täubling oder Zitronenblättriger Täubling


Hallo Freunde dieser kleinen Wochenserie. Mit etwas Verspätung stelle ich
euch heute diesen Vertreter aus der Untersektion "Sardoninae"
vor.

Vorige Woche noch als Verwechslungspartner des Stachelbeer-Täublings erwähnt,
präsentiere ich euch hier das Pendant aus dem Kiefernwald, die
"Säufernase".

Diese sehr charakteristische Art, die sich von queletii hauptsächlich durch
die mehr minder zitronengelben Lamellen und den Standort unterscheidet,
kann dennoch sehr variabel ausfallen.

Repräsentativ für den Zitronenblättrigen-Täubling ist sein
violettlich-purpurner Hut, weißlicher, blass oder intensiv geflammter
rot/purpurner Stiel und die von Anfang an zitronengelben, jung tränenden,
Lamellen.

Hut: violett, rot, blutrot, rotpurpurn, violettrot, violettpurpurn auch
grünoliv,
bekommt schnell helle Flecken, Fraßstellen purpurn umrandet
derbfleischig, Oberhaut kaum abziehbar

Lamellen: blassgelb, meist schon jung zitronengelb, zuletzt buttergelb,
jung tränend

Stiel: violettrot, manchmal auch trübrot oder purpurn, selten rein weiß,
an der Basis unkonstant orangefleckig, fest und voll

Fleisch: weiß oder zum Teil gelblichweiß, an Druckstellen (auch auf dem
Stiel) gelblich

Wert: roh GIFTIG, unsere osteuropäischen Freunde haben aber wieder spezial
Methoden. (Wässern, Einsalzen usw.)

Geschmack: außerordentlich unerträglich scharf, im ganzen Mund brennend –
Wer mutig ist sollte es mal ausprobieren!!!

Vorkommen: streng an Kiefer gebundene kalkfeindliche Art, im sauren, sandigen
Kiefernwald wohl überall zu finden. Selten auch auf Kalk beobachtet.

Auch Exemplare mit gelblich grünem Hut kommen gelegentlich vor, das ist die
von
SINGER beschriebene „f. viridis“ ohne Rottöne:

Sporenpulverfarbe: intensiv creme bis hell ocker (IId-IIIa)
Sporenornament: kurz, eiförmig, fast vollständig netzig

Jung tränende Lamellen:
Farbenspiel von R.sardonia:
Ich verabschiede mich vorerst in den (Pilz-)Urlaub, die nächste Folge dann in
14 Tagen.
Bis zum nächsten mal
Euer Felix

Ich habe mich in diesem Forum angemeldet, um die Täublinge besser kennenzulernen. Bei Dir scheine ich mit meiner Frage richtig zu sein:
Ich kenne indirekt eine Mykologin, die Spezialistin für Täublinge sein soll und vom Sammeln abrät. Die Sammelregeln für Täublinge seien zu unsicher und es gäb zu viele Verwechslungsmöglichkeiten. Teilst Du ihre Sorgen?
Andere schwärmen von den Täublingen.
Würdest Du bitte für Anfänger taugliche Sammelregeln formulieren?
Ich würde mich sehr freuen!!!
Zur Region: Ich lebe in der "märkischen Sandbüchse" (Brandenburg)
Ysabel

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #13

Hermann, (vor 6965 Tagen) @ Thüringer-Holz

Auch Exemplare mit gelblich grünem Hut kommen gelegentlich vor, das ist die
von SINGER beschriebene „f. viridis“ ohne Rottöne:

Allerdings.. den hab ich letzt erleben dürfen.. O_o Sandiger Mischwald mit viel Kiefern, Buchen, Eichen, da hab ich schon viel Frauentäublinge eingesammelt. Und dann.. so ein typisch grüner beim Putzen aufgefallen, daß die Lamellen.. nicht so waren wie sonst. Gut, bei den R. ist man ja einiges gewohnt, aber.. Also Stück probiert... *brrrrrrr*.....

Die Dinger halten einen echt immer wieder zum Narren.. :D

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kleine Ergänzung

Andreas ⌂, (vor 6965 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo,

Diese sehr charakteristische Art, die sich von queletii hauptsächlich durch
die mehr minder zitronengelben Lamellen und den Standort unterscheidet,
kann dennoch sehr variabel ausfallen.

Ein weiteres Merkmal ist die pinkfarbene Reaktion mit Ammoniak auf den Lamellen, die bei queletii fehlt. Diese Reaktion kommt allerdings nicht immer auffällig und es dauert auch von Pilz zu Pilz unterschiedlich lange bis die Rotfärbung da ist. Kann auch mal 5 Minuten dauern oder 10. Bei etwas angetrockneten Exemplaren soll sie konstanter sein und auch bei Exsikkaten funktionieren. Ich habe bisher nur mit Frischmaterial hantiert und damit eigentlich gute Erfahrungen gemacht.

beste Grüße,
Andreas

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Tolle Variationsbreite! *oT*

Christoph G, (vor 6965 Tagen) @ Thüringer-Holz

- kein Text -

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Re: Neue Folge: Täubling der Woche #13

olly, (vor 6965 Tagen) @ Thüringer-Holz

Ich habe vor vielen Jahren mit diesen Täublingen ein kulinarisches Erlebnis gehabt: würde keinem mit gutem Gewissen emfehlen! Wenn es die waren - und das scheint so zu sein - dann werden sie nach dem Erhitzen gallebitter. Ich denke, ein Pilz kann das ganze Gericht vollkommen versauen. Ich hatte eine ganze Pfanne davon schön gebraten - und musste alles wegschütten.

Toller Beitrag!

Gruss

olly

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Sammelregel

Thüringer-Holz, (vor 6965 Tagen) @ Ysabel

Hallo Ysabel,

die Sammelregel für Täublinge - wenn man den den Pilz als solchen erkennt! - ist relativ einfach: mild schmeckende sind essbar, scharf, bittere oder unangenehm schmeckende ungenießbar und/oder (roh) giftig!

Grüne und/oder helle Täublinge können schon mal Knollenblätterpilzen ähnlich sehen.

Grundsätzlich gilt: DER TÄUBLING MUSS ALS SOLCHER SICHER ERKANNT WERDEN KÖNNEN!!

Je nach Kenntnisstand der fragenden Person würde ich in der Beratung auch abwegen ob ich demjenigen eher von Täublingen abrate oder nicht.

Hier weiteres zu dem Thema:

Beitrag 127648
Beitrag 123275

Alles Gute
Felix

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Re: Sammelregel

Chiemgauschwammerl, (vor 6964 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Felix,

da hab ich doch neulich in irgendeinem meiner sieben Schwammerlbücher gelesen, dass scharf bzw. bitter schmeckende Täublinge immer obstartig riechen würden - kannst du das bestätigen?

(Ich schnuppere seitdem oft an Täublingen, aber sicherlich nicht an so vielen wie du :-) )

Herzliche Grüße sendet

Gaby

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Re: Sammelregel

Ysabel, (vor 6961 Tagen) @ Thüringer-Holz

Hallo Ysabel,
die Sammelregel für Täublinge - wenn man den den Pilz als solchen erkennt!
- ist relativ einfach: mild schmeckende sind essbar, scharf, bittere oder
unangenehm schmeckende ungenießbar und/oder (roh) giftig!
Grüne und/oder helle Täublinge können schon mal Knollenblätterpilzen ähnlich
sehen.
Grundsätzlich gilt: DER TÄUBLING MUSS ALS SOLCHER SICHER ERKANNT WERDEN
KÖNNEN!!
Je nach Kenntnisstand der fragenden Person würde ich in der Beratung auch
abwegen ob ich demjenigen eher von Täublingen abrate oder nicht.
Hier weiteres zu dem Thema:
Beitrag 127648
Beitrag 123275
Alles Gute
Felix

Lieber Felix,
vielen dank für Deinen Versuch mit der Täublingsregel. Mich irritiert, dabei eine Aussage im "der große Naturführer- Pilze" von Roger Phillips, der zum blaublättrigen Täubling ( Russula brevipes Peck.) schreibt sein Geschmack sei scharf und brennend und ihn dennoch als eßbaren Pilz beschreibt.
Das paßt doch nicht.
Ich habe im lichten Laubwald massenhaft riesengroße (Höhe:bis ca.10cm, Hutdurchmesser bis ca. 20 cm) weiße Pilze mit trichterförmigem Hut gesehen, die sprödblättrige,den dicken(4-5cm) Stiel etwas herablaufende Lamellen haben, nicht milchen und demzufolge zum Beispiel Riesenkrempentrichterlinge (Leucopaxillus giganteus bzw. Clitocybe gigantea) sein könnten oder aber, der Literatur nach, vielleicht sehr große Russula brevipes Peck.- die finde ich aber sonst nirgendwo mit Foto. Ich muß sie wohl doch mal fotografieren... gibt es bei dieser gigantischen Größe böse Verwechslungsmöglichkeiten??