Re: Herausforderung
Hallo Ingo,
Keine Ahnung, was daran so mysteriös sein soll. So viele umfangreiche
Morchelstellen sind hier auch noch nicht publik gemacht worden. Vielleicht
sind ja Elfi's Morchelstellen in Wirklichkeit mysteriös.
Meiner Erfahrung nach sind's schon eher Deine Stellen die mysteriös sind.
Spitzmorcheln (ich unterscheide nicht zwischen conica und elata) kommen im Regelfall bei Nadelbäumen vor. Im gesamten Schwarzwaldostrand und soweit meine Kenntnisse in den Alpen reichen sind das stets Fichten-Weißtannenwälder, sicherlich auch gelegentlich reine Fichtenwälder. In Kiefernwäldern habe ich sie in diesen Gegenden nie gefunden. Der Rindenschrot auf dem die Spitzmorcheln ja oft zu finden sind, stammt dagegen sehr oft von Kiefernrinde.
Ich kenne sie nur von basenreichen Standorten, wobei nicht immer Kalk drin sein muss. Im Schönbuch gibt es Standorte auf Keuperlehm, die sind etwa neutral und kalkfrei.
Selbst die Rindenmulchstandorte kenne ich nur über Kalkboden, in Stuttgart über dem dortigen Stubensandstein habe ich nie auch nur eine einzige Morchel im Rindenmulch gehabt. Hier in jena und auch bei Stuttgart sobald es ins Gäu auf den muschlkalk geht dagegen jede Menge.
Vom Boden her gilt dasselbe für Speisemorcheln meiner Erfahrung nach. Nur dass diese eher in auwaldartigen Biotopen vorkommen, an flach auslaufenden Bachufern, die auch mal kurz überspült sein dürfen. Besonders unter Eschen, gerne in Begleitung von Scharbockskraut, Lerchensporn, Bärlauch, Aronstab und ähnlichen Zeigern für basenreichen und tiefgründigen Boden. Hier in jena auch auf flachgründigem Kalk, aber dann nur dort wo entsprechend Laub wenigsten etwas Humus bildet. Sie sollen auch unter Obstbäumen (Birne, Pflaume) vorkommen, habe ich persönlich noch nicht so gefunden.
Eine weitere Speisemorchelart, die Steppenmorchel, kommt in Magerrasen vor, ohne Baumbegleitung. Ich kenne diese Art aus der Jenaer Umgebung und etwas östlich von Gotha. Aus Ba.-Wü. kenne ich sie nicht, vielleicht hat sie eine kontinentale Verbreitung.
Dieses Jahr sind Morchelbecherlinge (hier in Jena) häufig - das sind perfekte Anzeiger für Morchelbiotope. Ebenso ist dieses Jahr der Anemonenbecherling sehr häufig. Ich rechne daher mit einem guten morcheljahr - mal sehen!
beste Grüße,
Andreas