Re: Hallo, ich bin neu hier, +++Pilze Pilze Pilze+
Ich bin äußerst positiv von Eurem Forum überrascht - viele Informationen und
jede Menge gute Bilder.
Für mich, als gelegentlichen Pilzsucher und ausgesprochenen Naturfreund, ist
das alles sehr informativ und spannend.
Aktuell sprießen die Pilze im Stadtrand von Berlin. Ich glaube hier einige
großartige Plätze zu kennen.
Vermutlich entgehen mir wahre Kenner- und Gaumenfreuden durch meine
Unkenntnis, da ich nur einige Arten eindeutig identifizieren kann.
Besonders konzentriere ich mich auf Birkenpilze, Steinpilze, Maronen, Parasol
und Stockschwämmchen.
Heute hatte ich zwei wunderschöne Steinpilze nahe einer jungen Buche und
nebenan 5 große Maronen nahe alten Laubbäumen, alle im Abstand von 3 - 10
Metern zu einem stehenden Wassergraben.
Nun meine Fragen: 1. Ist der oben erwähnte Standort grundsätzlich typisch bzw
aussichtsreich für vorgenannte Pilze?
2. Wieviel Zeit vergeht in etwa für diese Pilze vom Sprießen bis zu ihrer
Reife, wie lange sind sie genießbar? -Ich stelle diese Frage, weil mir das
Timing entscheidend scheint, auch was Regen, Wetter, Schnecknen, Maden usw
angeht.
3. Gehe ich richtig in der Annahme, daß vorgenannte Arten nur an dicht
bewachsenen bzw schattigen Plätzen reifen, nicht im offenen?
4. Was mache ich mit Birkenpilzen (ich schätze sie sehr) bzw. Vorgenannten,
die von Maden befallen sind?
5. Wie lauten die Zubereitungs-Regeln für die Röhren z.B. von Maronen -
mitbraten oder (grundsätzlich?) abschneiden bei größeren Exemplaren?
6. Welche Fundorte sind spezifisch für den Parasol? Ich hatte erst zwei und
kann sie Standort-mäßig kaum einordnen.
7. Welches sind sie besten und einfachsten Quellen mich über wissenswertes in
Sachen Speisepilze, insbesondere ihrer Suche und Identifikation grob
einzulesen? -Buchempfehlungen? Links? Downloads?
Vielen Dank und noch viel Glück bei Eurer Pilzsuche!
1. Standort = Stadtrand von Berlin? Da ist ein weites Feld. Steinpilze wachsen bei Buchen und Fichten.
2. Timing: Lässt sich nicht über einen Kamm scheren und geht nicht mit mathematischer Sicherheit. Nach ergiebigem Regen + Wärme vielleicht nach einer Woche schauen.
3. Nein. Diese sind allerdings keine Wiesenpilze. Holz (Stockschwämmchen) oder mindestens ein passender Baum sind nötig.
4. Maden sind nicht giftig; jeder muss selbst entscheiden, wann der Ekel einsetzt.
5. Röhren sind o.k. Wenn sie alt sind, können sie das Gericht schlierig-schleimig machen, was nicht jedermans Sache ist.
6. Keine Ahnung wie der Parasol zu den Berliner Kiefernwäldern steht. Obwohl ich den Pilz oft sehe, würde ich nie sagen: "Ich gehe und hole mir einige Parasol". Steinpilze sind da berechenbarer. Ich würde bevorzugt Waldränder absuchen.
7. Die Buchläden sind voller geeigneter Bücher. Mir gefällt es besonders gut, wenn sich Fotos und Zeichnungen ergänzen. "Grob einlesen" ist ein weites Feld. Wenn man nur im eigenen Saft ohne Kontakt zu anderen Pilzsuchern schmort, kommt man irgendwann nicht weiter.
Alles Gute, Jochen.