Re: Brd Pilzkartierung Pro & Contra
Ich sehe nur einen Nachteil dieser Pilzkartierung, und der wiegt meiner
Ansicht nach schwer: Es kann sich Hinz & Kunz anmelden und seine
fragwürdigen Funde eintragen, ohne dass eine Nachpfrüfung des Fundes oder
der Kompetenz des Bestimmers möglich ist.
Hallo Juergen,
das sind plausible Argumente, aber bei den Pilzen ist das eben so, um es mal so platt zu sagen. Das ist bei anderen Kartierungen als der Online-Kartierung im Grunde auch nicht großartig anders. Was meinst Du wer bei Krieglsteiner seine Daten geliefert hat?
Um mehr Glaubwürdigkeit in die Sache zu bekommen, müßte die Struktur der Kartierungsarbeit grundlegend geändert werden, z.B. durch die Gründung einer "Seltenheitskommission" wie es u.a. die Ornithologen machen.
Nur Pilze sind nicht Vögel und das läßt sich vielleicht schwer umsetzen.
Ansonsten ist die Kontrolle in einer öffentlichen Plattform durch kritische Mitglieder vielleicht eher gegeben als wenn sich einzelne darum kümmern müssen.
Ich habe z.B. in meiner Tätigkeit als Landeskoordinator NRW in 2006 mehr als 8000 Fundmeldungen bekommen - wo will man da bei der Kontrolle ansetzen?
Es ist einfach so - und es wird auch noch eine ganze zeitlang so bleiben, daß der Einzelne nur nach bestem Wissen und Gewissen kartieren kann. Dabei ist die Plattform der Online-Kartierung die beste Möglichkeit, da dies die einzige ist, die die Öffentlichkeit erreicht. Bei der DGfM-Kartierung 2000 liegen zwar Millionen von Datensätzen vor, aber eben in der Schublade und nicht öffentlich - nützt also dem Einzelnen nicht. Eine weitere Publikation wie den Krieglsteiner Atlas wird es in absehbarer Zeit nicht geben.
Die Online-Kartierung wird offiziell von der DGfM gestützt und sollte von denen benutzt werden, die Ihre Kartierung öffentlich machen wollen. Wer nur daheim für die Schublade kartiert, machts in der Tat nur für sich selber, weil die Daten wahrscheinlich eines Tages im Müll landen werden.
Gruß Harald