Re: Geruch: unbedeutend
Hallo und Danke für Euer Feedback,
hier gings ja schon öfter um Gerüche und auch kontrovers. Für mich zeichnet sich ab, daß "starke" Gerüche wie Karbol, Knoblauch etc. einfach Gerüche, die man von einem Pilz nicht von vorneherein erwartet, charakterisierend wirken können. Aber daß kein oder schwacher Geruch nach Wald/Pilz/Humus eben "unbedeutend" ist (wobei das an nassen und trockenen Tagen sicher auch noch unterschiedlich ist).
Im übrigen finde ich es trotzdem sehr angenehm, daß die Sprache bei der Beschreibung eines Pilzes noch nicht zu sehr standardisiert ist und den individuellen "Geschmack" des Autors zuläßt.
Gruß, Martin
Für meine Begriffe ist "Geruch unbedeutend" eine Leerformel, in
etwa vergleichbar mit einer Standortangabe "im Nadelwald" oder
einer phänologischen Angabe "August bis November". Der Nutzen
einer solchen Leerformel ist beim Pilzbestimmen sehr bescheiden.
In einer wirklich guten Pilzbeschreibung hat m. E. "Geruch
unbedeutend" nichts verloren, zumal das sicherlich auch von Autoren
benutzt wird, die redaktionstechnisch gezwungen sind, in jeder
Beschreibung die Rubrik "Geruch" ausfüllen mussen, die aber den
Geruch dieser Pilze nicht kennen und auch sich nicht aus der Literatur
erschließen wollen, aus welchen Gründen auch immer.
Mir kam es sogar schon vor, dass in manchen Billig-Pilzbüchern bei einer Art
"Geruch unbedeutend" stand, in einem Fachbuch dagegen die
Wichtigkeit des Geruchs für die Bestimmung dieser Art besonders
hervorgehoben wurde. Peinlich, peinlich...