Re: Esel sucht Ohr …
Hallo Heiko!
Und – für mich
sehr verwunderlich – heute hatten die Sporen im Quetschpräparat nur noch
extrem vereinzelt ihre beiden Tropfen. Im Sporenauswurfpräparat neulich
waren es um die 50 Prozent (ich schwöre!). Dürfen die das?
Normalerweise ist es so, wie Rudi schreibt: also lebendig mit feineren Tröpfchen, welche sich tot zu größeren Tropfen vereinigen.
Allerdings kann es auch sein, dass man bei jungen Sporen große Öltropfen durch die noch dünne Sporenwand sieht, was später bei Reife durch Dickwandigkeit oder Ornamentation erschwert wird.
Bei deinem Abwurfpräparat sollten die Sporen also tot gewesen sein und das Öl hat sich zu großen Öltropfen vereinigt.
Das bringt mich
auch zu der Frage, ob es „Festlegungen“ gibt, wie/wo die Ascosporen zu
beurteilen sind.
Im Idealfall sieht man im Präparat, wie die Sporen ausgestoßen werden. Das sollte ein Zeichen von Reife sein. Gemessen wird idealerweise an lebendigem Material, da gibt´s die meisten Informationen.
Wenn ich jetzt also annehme, dass innerhalb der Gattung Peziza zu suchen
wäre, lande ich irgendwo im Nirwana zwischen P. arvernensis und P.
vesiculosa, ohne wirklich zufrieden zu sein. Unwahrscheinlicher erscheinen
mir die makroskopisch ähnlichen P. varia und P. repanda.
Ich denke für varia passen die Paraphysen nicht (+-kettenförmige Zellen), für repanda die Sporengröße nicht.
P. arvensis wird schon nicht die schlechteste Idee sein.
VG Ingo W