Pilze Pilze Forum
Erweitert

Re: Eisenboviste

MartinB, (vor 6438 Tagen) 1.875 Beiträge @ Schnuffel

Hallo Gerhard,

Rudis dialektischer Ansatz, daß die da wachsen WEIL da Eisen im Boden ist hat mir auch gefallen. Ich habe aber irgendwo (such ich heute aber nicht mehr raus ;-) ) gelesen, daß Pilze (bzw. die Fruchtkörper) Eisen mögen, d.h. es beschleunigt das Wachstum. Da das Mycel ja einen wesentlich größeren Einzugsbereich haben kann als nur der Standort der Fruchtkörper, könnte sich dort bei "standorttreuen" Arten durch das fortwährende Erscheinen und Vergehen der Fruchtkörper der Mineral-(Eisen/Mangan und sonstwas)gehalt des Bodens anreichern. Einfach weil das Mycel die bevorzugten Stoffe aus einem größeren Umkreis "zusammenzieht".
Alles zusammengesponnen, hier müssten Profis was sagen...

Viele Grüße,

Martin

Hallo Martin,
mit seiner Aussage, dass Schwammerl keine Metalle produzieren, liegt Rudi
sicher richtig. Das heißt jedoch nicht unbedingt, dass sie keine
magnetischen Eisenverbindungen, z. B. Magnetit bilden und anreichern
könnten, wie dies bei anderen Organismen, wie z. B. den magnetotaktischen
Bakterien und den magnetosensorischen Organen der Tauben auch der Fall
ist.
Wie von Rudi vermutet wäre es auch möglich, dass der Hasenstäubling bevorzugt
auf mit Eisenverbindungen (d. h. mit Magnetit) angereicherten Böden
wächst.
Ich glaube aber, dass das beobachtete Phänomen eher auf die Bodenansprüche
des Hasenstäublings zurückzuführen ist. Seine Standorte liegen vor allem
auf nährstoffarmen Standorten, wie Weiden, Triften und Magerrasen. Ich
kann mir daher gut vorstellen, dass sich seine Mycelien besonders gerne
dort entwickeln, wo die Bodenkrume über dem darunter liegenden Gestein
relativ dünn ist. So liegen fast alle mir bekannten Standorte des
Hasenstäublings auf ehemaligen Weidegebieten über Diabasgestein, in dem
Magnetit enthalten ist. Das gilt jedoch nicht zwangsläufig auch für
Standorte des Hasenstäublings über Kalkgestein.
Gruß – Schnuffel

Eintrag gesperrt

gesamter Thread: