Pilze Pilze Forum
Erweitert

Re: Pilzkartierung

Oktober, (vor 9242 Tagen) 418 Beiträge @ Thomas Pruß

Moin Thomas,

ein technisches Problem ist es nicht, zumal wir bereits vor Jahren für einen Kunde ein System mit GPS entwickelt haben.

Der Kunde produziert übrigens Landmaschinen und das System kommt in Gülleanhänger; also Anhänger, mittels denen die Sch... auf die Felder gebracht wird.
Mit dem System kann der Landwirt jederzeit belegen, wieviel Gülle auf welcher Fläche ausgebracht wurde.
Phantastisch oder? Hightec für Jauche.

Gruß
Oktober


ich finde die Idee von Markus bestechend: Der Laptop ist mit einem
GPS-Empfänger verbunden, so dass jeder Fundort automatisch auf einer
eingespeicherten Karte eingetragen wird. Dabei ist es eigentlich egal, ob
du den Pilz kennst oder nicht, denn die Art kannst du nach der Bestimmung
immer noch nachträglich eintragen. Die aktuellen Wetterdaten im
Untersuchungsgebiet kann sich der Computer ebenfalls übers Internet
runterladen.
Leider ist ein solches System noch Zukunftsmusik. Nicht, weil die technischen
Möglichkeiten fehlen, über die sind wir längst hinaus, sondern weil ein
entsprechendes Programm fehlt. Und das zu entwickeln, dürfte nicht gerade
billig sein.
In etwa sieht ein solches Pgm. aus wie das z. B. des
Erdbebenüberwachungssystems, das das Souther Californian Earthquake Center
(SCEC) vor kurzem in Betrieb genommen hat. Es funktioniert mit 250
Sensoren, die in Kalifornien verteilt sind und ihre Daten ständig einem
Zentralrechner zuleiten. Aber um dieses System aufzubauen, haben die Amis
10 Jahre gebraucht und das in einem Gebiet, das über 50 % der
Erdbebenrisiken in den USA trägt!!! Ursache: permanente Geldnot.
Ein elektronisches Pilzkataster, in das alle ökologischen und
meteorologischen Bedingungen einfließen, wäre von der Struktur her
ebennfalls bestechend einfach, von der Durchführung her aber extrem teuer.
Neben der Finanzierung des Pgm.-Entwicklung, fallen wahrscheinlich auch noch
hohe Personalkosten an, denn zur Durchführung eines so umfangreichen
Katasters brauchst du Leute, die genau dies und sonst nichts anderes
machen. Natürlich gibt es das Argument, dass sich alle „Pilznasen“ ein
solches Pgm. aus dem Internet runterladen könnten (gegen Gebühr), aber was
bringt’s? Die meisten Pilzinteressierten (und da nehme ich mich nicht aus)
sind an der kulinarischen Verwertung ihrer Beute interessiert. Die
„reinen“ Mykologen sind nur ein kleines Häufchen, das kannst du auch hier
im Forum erkennen. Niemand ist in der Lage, den Überblick über das gesamte
Reich der Pilze zu behalten und dementsprechend zu arbeiten. Und ob es
sich für einen Spezialisten, der sich nur mit Schleimpilzen oder
Täublingen oder Risspilzen beschäftigt, interessant ist, eine gewiss nicht
unerhebliche Summe in den Erwerb eines solchen Pgms. zu stecken, ist
fraglich. zumal ja auch noch dazu kommt, dass man einenen GPS-Empfänger
braucht (der ebenfalls mit einer speziellen Software mit dem Computer
kommuniziert) usw. usw.
Last but noct least: Wo laufen all’ diese Daten zusammen? Eine solche
Datenbank hat ja nur dann Sinn, wenn man immer und von überall darauf
zugreifen kann.
Wie man sieht, ist das Problem kein technisches, sondern ein fast rein
logistisches.
Grüsslis
Thomas

Eintrag gesperrt
27 Aufrufe

gesamter Thread: